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Medienkritik: Aids und Olympiaeröffnung

von Kaspar Rosenbaum

Hier Jubelperser, dort Spielverderber

Die eine Megaveranstaltung geht heute zu Ende, die andere beginnt. Die Olympischen Spiele der Sportler nehmen den Staffel auf, den die Funktionäre der Welt-Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt weiterreichen. 23.000 Bürokraten hatten sich in Mittelamerika versammelt, 10.500 Athleten nun in China.

Die deutschen Mainstream-Medien hatten schon vor Beginn der am 4. August eröffneten 17. internationalen Aids-Konferenz mitfühlend im Sinne der Veranstalter berichtet. Es folgten Huldigungen der Auftaktveranstaltung und der Schlussfeier in den Hauptnachrichten sowie in Sondersendungen. Keine einzige leisteste Kritik an der Versammlung der milliardensubventionierten Staatsprofiteure, kein einziges Wort fiel über prominente wissenschaftliche Gegenmeinungen, die in Mexiko ausgegrenzt und zensiert wurden, die Aids nicht als Seuche werten, sondern als Sammelsurium verschiedener Immunschwächekrankheiten, hervorgerufen durch den Konsum der Schwulendroge Poppers im Westen oder durch Hygienemangel in Entwicklungsländern.

Anders die deutsche Medienwacht in Peking. Dort übertraf Sandra Maischberger als „kritische Begleiterin“ einer eindrucksvollen bunten Eröffnungsveranstaltung anlässlich der 29. Olympischen Spiele heute selbst den großen Vorsitzenden, als sie fortwährend den nirgends zu sehende Protest herbeizureden versuchte. Alle paar Minuten erinnerte sie die Zuschauer daran, dass ja leider die Sportler gar nicht protestieren dürften. Was hätte auch die ohnehin mächtig eindrucksvolle Veranstaltung noch durch subversive Kritikrituale der ARD an Unterhaltungswert gewinnen können! 

Aus Mexiko dagegen meldete Tagesschau.de heute eher kritiklos: „Der Kongress tanzte zu den mexikanischen Volksmusik-Mädchen, die die Themen Aids und Homosexualität satirisch unterhaltend unters Volk brachten. Eine wirksame Methode in diesem katholischen Land, in dem sich viele Tabus, Vorurteile und Diskriminierungen tief verwurzelt haben.“

Ach hätten doch auch die Chinesen einen richtig kölschen Christopher Street Day imitiert und um die bunten Kondome getanzt. Der heute fehlende Jubel der deutschen Medien wäre gewiss ausgebrochen. Und die ARD hätte dann nicht einmal Mao bei der Eröffnungsfeier vermisst.

Internet

Der köstliche Kommentar des degradierten Ex-„Spiegel“-Granden Matthias Matussek auf Spiegel-Online über die ARD-Berichterstattung zur Eröffnungsfeier: „Mao fehlt völlig“

In der Tagesschau verschwiegene wissenschaftliche Aidskritik

08. August 2008

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