Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

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Drohendes Gas-Kartell: Die Krise als Bündnispartnerin

von Edgar L. Gärtner

Wider den grünen Nihilismus

13. Januar 2009

Ich bin stolz auf mich, denn ich konnte im letzten Sommer eine meiner Schwestern davon abhalten, ihre Ölheizung durch eine scheinbar modernere und nachhaltigere Gasheizung zu ersetzen. Von einem Freund in der Schweiz mit zuverlässigen Insider-Informationen versorgt, hatte ich etwa zur gleichen Zeit in Printmedien wie „Die Welt“, „Neue Zürcher Zeitung“ und „Wall Street Journal“ sowie hier ef-online darauf aufmerksam gemacht, dass es Wirtschaftskreisen, die sich für den Bau riesiger Windparks an Land und auf hoher See stark machen, in Wirklichkeit darum geht, die Abhängigkeit Deutschlands und ganz Westeuropas von russischem Erdgas zu verstärken. Ich hatte auch auf Bestrebungen, ein internationales Gas-Kartell nach dem Vorbild der OPEC zusammenzubringen, aufmerksam gemacht und davor gewarnt, dass schon in diesem Winter von langer Hand vorbereitete Erpressungsversuche gestartet werden würden. Nun ist alles so gekommen, wie ich es vorausgesehen hatte. Gestern hat ein Wirtschaftsredakteur der „Welt“, der meinen Warnungen zunächst skeptisch gegenüber gestanden hatte, in der „Welt am Sonntag“ meine Sicht der Dinge voll und ganz bestätigt.

Auf die Genugtuung, Recht behalten zu haben, hätte ich allerdings gerne verzichtet. Alle Warnungen sind aber für die Katz, wenn die ganze politische Klasse im festen Glauben, etwas Gutes zu tun, mit offenen Augen, aber dennoch blind, weil nicht sehen wollend, den wirtschaftlichen Selbstmord vorbereitet. Ehrlich gesagt fühle ich mich zurzeit gegenüber der raschen Ausbreitung der postmodernen Geisteskrankheit Nihilismus ziemlich hilflos. Makabererweise wird die angebrochene tiefe Wirtschaftskrise, nach deren Ende von der Wirtschaftswelt, wie wir sie kennen, nicht mehr viel übrig bleiben dürfte, nun zum verlässlichsten Bündnispartner im Kampf gegen den um sich greifenden Realitätsverlust. Die Mandate-Pipelines der Investmentbanken, die sich mit der Finanzierung von Windparks und anderen „grünen“ Großprojekten befassen, leeren sich, wie man hört, wegen der sich verschärfenden Kreditklemme zusehends. Kein Wunder, dass die Lobbyisten der „Erneuerbaren“, deren Geschäftsmodelle ohnehin weitestgehend auf Fiktionen und Subventionen beruhen, nun nach zusätzlicher Staatsknete rufen.

Ohne eine Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln Europas werden demgegenüber wahrheitsbasierte Geschäftsmodelle aber kaum Chancen haben. Denn un- wenn nicht antichristlicher Liberalismus ist auch nur eine Form von Nihilismus. Nicht zufällig wurde die ökologistische Ersatzreligion, auf die sich heute die Nihilisten aller Parteien berufen, hauptsächlich über (links-)liberale Netzwerke verbreitet. Freilich wird es dem säkularen Europa nicht leicht fallen, zum christlichen Glauben zurückzufinden. Wer nicht glauben kann, der soll zumindest so tun, „als ob es Christus gebe“, rät deshalb der italienische Popper-Schüler Marcello Mera. Mit diesem Thema werde ich mich im angebrochenen Krisenjahr öfter beschäftigen.

Internet

http://www.welt.de/wams_print/article3005669/Die-Freude-der-Gazprom-am-deutschen-Klimaschutz.html

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