André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Die Piusbrüder, Richard Williamson und die politische Korrektheit II.: Papst Benedikt unter schwerem Beschuss

von André F. Lichtschlag

Die tieferen Hintergründe zur Medienkampagne

Die zunehmende Empörungswelle war vorauszusehen. Sie nimmt für den Papst nun bedrohliche Ausmaße an. Der Zentralrat der Juden in Deutschland brach den Kontakt mit der Kirche ab, Israel droht mit dem Ende der diplomatischen Beziehungen, und auf dem Cover des BRD-Zentralorgans „Der Spiegel“ am kommenden Montag wird einmal nicht Adolf Hitler zu finden sein, sondern ein Bild Benedikts mit der Schlagzeile: „Der Entrückte: Ein deutscher Papst blamiert die katholische Kirche“.

Auch andere Massenmedien, allen voran die, denen die katholische Kirche von jeher ein Dorn in ihrem fortschrittlichen Auge ist, sind sich seit Tagen einig: Der Papst hat einen schweren Fehler gemacht. Er müsse ihn zurücknehmen und sich entschuldigen. Das obligatorische Unterwerfungsritual – von Kerner in seinem Tribunal gegen Eva Herman einst vor Millionenpublikum bis über jede Peinlichkeitsgrenze und abermalige Wiederholungsschleife hinweg verlangt – wird jetzt vom Oberhaupt der katholischen Kirche eingefordert. Der Papst „muss“ sich beugen und öffentlich Abbitte leisten, hören wir auf allen Kanälen. Ohnehin und endgültig, so wird schlau vom „Tagesspiegel“ eingestreut, habe sich nun das Unfehlbarkeitsdogma als „Irrtum“ erwiesen. Womit wir beim Thema sind.

Es geht offenbar um Religion. Und um Tabus. Seit Menschengedenken hat es keine Gesellschaft ohne Tabuzonen gegeben. Ausgesprochene Ge- und Verbote sowie unausgesprochene Tabus sind die Abzäunungen, die offenbar nötig sind, um ein einigermaßen reibungsloses und vorausschaubares Leben für den Einzelnen zu ermöglichen.  Die biblischen Zehn Gebote sind ein Beispiel für diese Grenzziehung. Jahrhundertelang galten sie, heute wirken sie auf viele eher lachhaft als sinnstiftend: „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben.“ Totalitäres Christentum! „Du sollst Vater und Mutter ehren!“ Autoritär und altertümlich! „Du sollst nicht ehebrechen.“ Ein guter Witz beim nächsten Besuch des Christopher Street Day! „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.“ Der Neid ist das Fundament, auf dem der moderne Sozialstaat gebaut wurde.

Nicht einmal mehr in der geplanten EU-Verfassung sollte der christliche Gottesbezug zu finden sein. Die noch vor wenigen Jahrzehnten überall in Europa unumstößlichen Gebote gelten offenbar nicht mehr, die christliche Vorherrschaft ist gebrochen. Was ist an seine Stelle getreten? Eine tabu- und regelfreie Gesellschaft des „anything goes“? Gerade Liberale bezweifeln, dass so etwas überhaupt möglich ist. Die klassisch liberalen Ökonomen und Sozialphilosophen Friedrich August von Hayek etwa oder Ludwig von Mises wiesen immer wieder darauf hin, dass Menschen ohne gewachsene Traditionen „sozial blind“ seien, ja gar nicht lebensfähig. Hayek führt das Beispiel eines auf einer völlig fremden und abgelegenen Insel Gestrandeten an. Die Einheimischen nähern sich ihm argwöhnisch. Wie soll er sich verhalten? Werden sie ein Lächeln als freundlich oder bedrohlich werten? Ist ein Handschlag angebracht oder lebensgefährlich? Offenbar ist ein Überleben ohne Regeln, Traditionen und Tabus kaum möglich.

Das sehen auch die neuen Hohepriester der „Political Correctness“ so. Sie schufen deshalb neue Ge-und Verbote, deren Infragestellung keinem Menschen wirklich zu empfehlen ist. Heilig ist nun vor allem anderen die „Demokratie“. Auch wenn jeder etwas anderes darunter verstehen kann, und viele immer wieder anmahnen, dass die „wirkliche Demokratie“ erst verwirklicht werden müsse. Als solche Infragestellen wird man sie jedenfalls so wenig wie den Sozialismus zur Endzeit der DDR. Selbst wer das System damals verändern wollte, tat dies bis unmittelbar nach dem Mauerfall im aufrichtigen Bestreben für einen besseren Sozialismus. Wer in der Endphase der realexistierenden BRD heute die Demokratie als solche kritisieren wollte, würde nicht einmal zur Kenntnis, geschweige denn ernst genommen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Der Ökonom und Sozialphilosoph Hans-Hermann Hoppe schreib gleich ein ganzes Buch zum Thema: „Demokratie – Der Gott, der keiner ist“. Am Ende musste er seine Universität verlassen. Er wird heute von vielen gerne gemieden.

Dabei waren so ziemlich alle griechischen Philosophen und selbst alle Gründerväter der USA sich noch einig darin, dass demokratische Staaten dem Untergang geweiht sind.

Mit der Demokratie glauben wir heute an die Gleichheit des Menschen. Weshalb zum Beispiel die IQ-Forschung tabuisiert wird. Rassen, ja selbst Geschlechter, so wird uns nun gesagt, gibt es nicht (mehr). Männlichkeit und Weiblichkeit werden bereits im Kindergarten verfolgt und ausgetrieben wie einst allenfalls der Teufel.

Als wäre dies nicht genug, hat ein höchst diesseitiger Schuldkult die christliche Ursünde abgelöst. In den USA ist es die Schuld des weißen Mannes, die heute eine messiasähnliche Rolle Barack Obamas – und in Deutschland Liveübertragungen seiner Amtseinführung auf allen Kanälen gleichzeitig – ermöglichen. Auch hierzulande wird diesseitig Schuld zelebriert – die „spezifisch deutsche Schuld“. Der deutsch-amerikanische Historiker Paul Gottfried erklärt den Wandel so: Die metaphysische individuelle Schuld sei vor allem im protestantischen Nordeuropa, in den USA und Kanada in eine gesellschaftliche Schuld umwandelt worden. Manche säkularen Intellektuellen und einige protestantische Theologen sähen in dieser Schuldannäherung die Erfüllung der in der Bibel nur angedeuteten sozialen Gerechtigkeit sowie der christlichen Pietät. Die frühere christliche Verpflichtung zur Nächstenliebe werde, so Gottfried, heute in einen gesellschaftlichen Zwang umgewandelt. Der Umfang des zu bekämpfenden menschlichen Verhaltens – Stichwort: Antidiskriminierungsgesetze – werde dabei ständig erweitert.

Das jüngste Tabu betrifft die unhinterfragbar menschlich gemacht zu habende Erderwärmung. Klimatologen, die dem widersprechen, dürfen sich als „Klimaleugner“ besonders warm anziehen.

In der gewaltigen Medienkampagne, die nun gegen den Papst geführt wird, ist ihre Hemmungs- und Erbarmungslosigkeit auffallend. Widerspruch, und sei es auch nur am Rande der Debatte, wird nicht mehr geduldet. In die Fernseh-Talkshows zum Thema wurde schlicht kein einziger Gast eingeladen, der auch nur ansatzweise der Anklage widersprochen hätte. Dabei wäre es doch naheliegend gewesen, etwa auch einen Piusbruder selbst mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Offenbar fällt inzwischen selbst ein Gespräch mit dem Angeklagten in die Tabuzone. Eva Herman ist, seitdem sie einfach nicht abschwören wollte, nicht wieder im Fernsehen zu sehen gewesen.

Nun kann man einige Übertreibungen der heutigen Political Correctness sicherlich kritisieren. Aber sind nicht die eigentlichen Anliegen gut, richtig und edel? Auch früher gab es doch Übertreibungen, die katholische Kirche selbst hat einst Andersdenkende verfolgt. Und wenn Ge- und Verbote für den gesellschaftlichen Zusammenhalt nötig sind, ist es dann nicht relativ gleichgültig, was gerade zum Tabu erhoben wird? Ob Ehebruch oder das Wort Autobahn (das geht gar nicht)? Ob die Leugnung des Jesus Christus oder des Holocaust? Ist es nicht ein großer Fortschritt, dass gerade die Leugnung des furchtbaren millionenfachen Mordes an Juden im Dritten Reich in Deutschland heute unter schwerer Strafandrohung steht?

Vor einigen Jahren erschien ein geschichtsrevisionistisches Buch, in dem behauptet wurde, dass es Jesus Christus in Wirklichkeit nie gegeben habe. Tatsächlich, so der Autor Francesco Carotta, sei Jesus Caesar gewesen! Carotta verweist dabei auf einige in der Tat interessante Parallelen und Merkwürdigkeiten. Ist Galiläa eine Anspielung auf Gallien? War Judas Brutus? Ein solches Buch hätte unter päpstlicher Zensur kaum erscheinen können.

Vermutlich ist der Jesus-Revisionismus ein schlechter Witz, eine Spinnerei, so abseitig wie der 09/11-Revisionismus, die Mondlandungs-Leugnung oder eben das, was Bischof Williamson über den Holocaust sagte. Interessant und nur tabutypisch ist aber, dass die Wiederholung dessen, was er im Interview mit dem schwedischen TV-Sender äußerte, selbst zur reinen Dokumentation kaum vorstellbar ist. Williamson ist, so erfährt der deutsche Leser, schlicht „der Holocaust-Leugner“. Und das, obwohl er durchaus Hunderttausendfache Ermordung von Juden durch die Nazis einräumte.

Vielleicht ist es für den Frieden im Land dennoch gut, dass Carottas Bücher heute veröffentlicht werden dürfen, während Williamson kurz nach Betreten deutschen Bodens verhaftet werden würde.

Nun gibt es aber zwischen den Ge- und Verboten der modernen Politischen Korrektheit und den biblischen Zehn Geboten einen grundlegenden Unterschied. Handelte es sich früher vor allem um tabuisierte Handlungen (Ehebruch, Diebstahl, Mord) oder Verbote handlungsanfälliger Gefühle (Neid, Untreue, auch gegenüber Gott), so tabuisieren Politiker und Medien heute alleine unbotmäßige Gedanken, das Suchen nach wissenschaftlicher Wahrheit (Genderideologie, Klimahysterie) oder geschichtlichen Zusammenhängen (Feminismus, Schuldkult). Die Moderne, die sich vordergründig die Vergötterung der Ratio auf die Fahnen schrieb, ist damit „hinten rum“ bei der Verteufelung selbstständigen Denkens angekommen.

Und es gibt noch einen Gegensatz zwischen den alten und neuen Dogmen: Die Zehn Gebote haben ihren Praxis-Test als Leitfaden für einige Jahrhunderte bestanden. Heutige westliche Gesellschaften unter dem Diktat der Political Correctness müssen ihre Überlebensfähigkeit erst noch beweisen. Ein Blick auf die demographischen Daten zeigt, dass die durchgehende Politisierung und Sexualisierung des Zusammenlebens und das Ersetzen der Familie durch den anonymen Sozialstaat möglicherweise ein Ein-Generationen-Experiment ist, das mangels Nachwuchs in massenhaft mental vereinsamten wie materiell verarmten Altengesellschaften sein Ende findet könnte.

Dennoch scheint die Herrschaft der ökosozifemiantifapolitischen Korrektheit heute unumschränkt. Beinahe jedenfalls. Denn wieder einmal existiert ein kleines Dorf in Gallien. Asterix heißt heute Benedikt! Die Katholische Kirche als Sinn- und Gebotsstifter der Vergangenheit ist der naturgemäß größte Feind der heutigen Ersatzreligion Political Correctness. Es geht um nicht weniger als einen Kulturkampf zwischen altem und neuen gesellschaftlichen Überbau, zwischen Religion und Pseudoreligion, ja auch zwischen alten, konservativen, rechten und oft marktwirtschaftlichen Vorgaben hier und neuen, progressiven, linken und staatsvergottenden Diktaten dort. Deshalb – und nicht wegen einiger wirrer Aussagen eines Mitbruders, die mit den Interessen und Aufgaben der Kirche so wenig zu tun haben wie der Lieblingsfußballverein des Pfarrers von Gelsenkirchen – wird nun auch der Papst von den üblichen Verdächtigen so bösartig angegangen wie in der deutschen Presse seit 1945 nicht mehr.

Der konservative Katholizismus, für den jetzt immer mehr Papst Benedikt, vor allem aber auch die nun rehabilitierten Piusbrüder stehen, ist nicht nur implizit, sondern Explizit der natürliche Gegenspieler zur Gleichheitsphilosophie der politisch korrekten Hohepriester. In Schriften der Piusbrüder – das ist für viele so dermaßen unverstellbar, dass die Medien diesen Aspekt noch gar nicht aufgegriffen haben – wird tatsächlich die Demokratie als solche in Frage gestellt und die Monarchie als natürliche Staatsform bevorzugt. Der dieser Tage unvermeidliche Heiner Geißler giftet gegen Benedikt, dieser schotte sich „gegen Geschiedene und Homosexuelle theologisch ab“. Wie würde Heiner Geißler erst die Ansichten der Piusbrüder theologisch bewerten, würde er sie kennen?

Dabei sei hier der ausgebrochene Kulturkampf gar nicht bewertet, jedenfalls nicht durchgehend. Selbst notorische Blindflieger wie Heiner Geißler oder Claudia Roth mögen in Fragen bestimmter persönlicher Freiheiten, der Zulassung von religiösem Pluralismus oder der Verdammung von vermeintlichem Satanismus in Harry-Potter-Romanen gegenüber den zuweilen auch wunderlichen Ansichten der Piusbrüder einmal schlauer sein. Aber möglicherweise geht es um viel mehr als das.

Papst Benedikt XVI. jedenfalls scheint sich seiner Rolle bewusst zu sein. Heute Morgen sorgte er für eine neue Schlagzeile: Neuer Linzer Weihbischof wird entgegen der Empfehlung einiger „fortschrittlicher“ Kirchenoberer vor Ort durch direkte Anweisung aus Rom ein „Erzkonservativer“ sein, meldet der „Spiegel“ erschrocken.

Es bleibt also interessant. Denn der Papst und die ihm folgenden Teile der katholischen Kirche stehen keineswegs alleine. In vielen Fragen wird er unterstützt von der (hier gesamten) russisch-orthodoxen Kirche im Osten wie von amerikanischen Evangelikalen im Westen. Dabei – und nun wird es richtig spannend – ist der Muselman als möglicher Partner noch gar nicht genannt.

Sollte also der Papst in diesen schwierigen Tagen standhaft bleiben, könnte der Kampf um gesellschaftliche Tabuzonen kurz vor einem Umschlagen unserer politisch korrekten Demokratie ins Totalitäre noch einmal dramatisch werden. Nicht wegen, sondern trotz der unmöglichen Aussagen von Bischof Richard Williamson.

Internet

Die Piusbrüder, Richard Williamson und die politische Korrektheit: Auf Papst Benedikt XVI. wird gezielt

31. Januar 2009

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Kommentare

Gandalf , am 31. Januar 2009 um 20:40 ( Link )

Ich wünsche dem Papst sowie der Priesterbruderschaft alles Gute!

Und: Die Wahrheit kommt eines Tages sowieso raus!

Sphairon , am 31. Januar 2009 um 21:50 ( Link )

Wo setzt sich denn die katholische Kirche für Marktwirtschaft ein?

Waren es nicht in den frühen Tagen der Industrialisierung gerade die Kirchen, die die Fabriken wegen der Sonntagsarbeit zum Teufelswerk erhoben?

Cicero , am 31. Januar 2009 um 21:53 ( Link )

Ja ist doch logisch das die Gründerväter gegen die Demokratie waren, warum hätten sie auch sonst eine republikanische Verfassung erschaffen und verabschieden sollen. Ist doch geradezu zwingend logisch.

Und ja, ich trauere natürlich auch der Zeit nach, als Alleinerziehende Mütter noch der Abschaum der Gesellschaft waren und sich jeder bei ihnen bedienen konnte und überhaupt warum ist den Vergewaltigung innerhalb einer Ehe heute verboten, geradezu ein Skandal und ein zerreißen von Traditionen. Und wo wir schon dabei sind, ich finde es wirklich verwerflich das Homosexuelle und Wissenschaftler nicht mehr mit Mistgabeln und Fackeln durch die Straßen gejagt werden und das auf unseren Marktplätzen die ketzerischen Harry Potter Romane noch nicht in Flammen aufgegangen sind.

Wir sollten uns wirklich mit den Muselmanen und mit den erzkonservativen Polonium Russen zusammen tun und ein für allemal diese neumodische Freiheit aus der Welt schaffen, zusammen mit der Vernunft versteht sich - dann sollten wir uns ausziehen, uns mit Dreck beschmieren und jeden Touristen der zufällig bei uns strandet verspeisen wenn er uns die Hand reichen will, anstatt auf den Boden zu starren und zu grunzen.

Das wäre in der Tat eine eigentümlich freie Welt.

Shuca , am 31. Januar 2009 um 23:10 ( Link )

@Cicero
Glauben sie wirklich das ihre geliebte Welt dem offenbaren Geist des Allmächtigen in der Stunde der Entscheidung was entgegenzusetzen hat . Alle diese Menschen die sie angeführt haben , hat doch ihre Welt geschaffen . Und jetzt beschimpfen sie die Kirche das sie mit ihnen nicht konform ist . Wer den Potterschwachsinn gerne liest , kann es doch tun . Aber er sollte sich nicht beschweren wenn es eigentümlich freie Menschen gibt , die diesen Hokuspokus nicht über den Weg trauen . Ich gehöre nicht zu den Jugendlichen die sich schon vor Mitternacht bei den Büchereien anstellen und dort gleich anfangen zu lesen . Sind die klug ?

Jürgen Hodler , am 31. Januar 2009 um 23:25 ( Link )

@Cicero

Die Vereinigten Staaten waren weder nach der Unabhänigkeitserklärung von 1776 noch nach der Verfassung von 1787 eine Republik, geschweige denn eine Demokratie. In keinem dieser Dokumente finden sich die Größen Republik und Demokratie.

Dann lesen Sie sowohl die Unabhängigkeitserklärung von 1776 als auch die Verfassung von 1787 sorgfältig durch und anschließend lassen Sie die werte Runde wissen, wie oft Sie die Größen Republik und Demokratie vorfanden. Sie werden gewiß nicht fündig werden. Von einer republikanischen oder zu allem Überdruß gar demokratischen Bundesverfassung kann keine Rede sein. Es war lediglich vorgesehen, daß sich die einzelnen Bundesstaaten eine republikanische Verfassung geben. Dies sagt aber noch nichts über die zugehörige Regierungsform aus - hier sei an die christlichen Republiken des Mittelalters erinnert, welche allesamt aristokratisch regiert wurden - und ich darf Ihnen versichern, daß aber auch wirklich keiner der Gründerväter jemals der Scheußlichkeit Demokratie den Vorzug gegeben hätte. Die Gründerväter haßten die Demokratie nämlich noch weitaus mehr als die Erbsünde und Alexander Hamilton, George Washington, John Adams, Fisher Ames und Gouverneur Morris waren in der Tat mit ganzem Herzen Antidemokraten. Selbst in den Schriften Thomas Jefferson, der bekanntlich stets die Vorzüge der "natural aristoi" pries, findet sich die Floskel Demokratie nur einmal, und zwar - sofern ich mich recht entsinne - in einem Briefwechsel mit Dupont de Nemours. Außerdem darf ich Ihnen versichern, daß nicht wenige Gründerväter streng monarchisch gesinnt waren und hier sei stellvertretend nur an John Adams erinnert, der stets von den Vorzügen der Geburt überzeugt war. Nun, diese aristokratisch-elitäre Epoche fand mit dem Amtantritt von Andrew Jackson anno 1828 ein unrühmliches Ende. Er war bekanntlich der erste Schwachmat, der sich in aller Öffentlichkeit als Demokrat schimpfte und somit war - einer aus Frankreich eingeschleppten Pestseuche sei Dank - das zukünftige Schicksal der Vereinigten Staaten besiegelt.

Wobei hier durchaus zu ergänzen ist, daß dieses Ende in der Verfassung von 1787 bedingt durch den fehlenden Bezug zur Monarchie vorprogrammiert war. Nur das familiäre Prinzip der Monarchie, d. h. die väterliche Erfassung der obersten Staatsgewalt, vermag die edlen Eigenschaften des Menschen anzusprechen und zur Entfaltung zu bringen. Der Herrschaftscharakter der Monarchie ist rein geistiger Natur, in der Verfassung von 1787 verfolgte man dagegen bloße Nützlichkeitserwägungen. Aber eben diese bloßen Nützlichkeitserwägungen folgen, sobald sie zum Hebel in der Geschichte gemacht werden, stets einer gewissen Eigendynamik und aus diesem Grunde mußte auch die Mär "Minimalstaat" stets scheitern.

Und nun? Vielleicht sollte man sich mit vorschnellen Behauptungen auch einmmal zurückhalten, wenn man mit einem bestimmten Sachverhalt nicht vertraut ist. Aber es ist ja bekanntlich gut demokratisch, daß man zu allem und jedem seinen Senf dazugeben muß.

Cicero , am 01. Februar 2009 um 0:08 ( Link )

http://usa.usembassy.de/etexts/gov/gov-constitutiond.pdf

Jürgen Hodler , am 01. Februar 2009 um 0:53 ( Link )

@Cicero

Es war ja vorauszusehen, daß jetzt wieder einer mit seinen Google-Recherchen daherkommt. Ist Ihnen ein derartiges Gebahren denn nicht peinlich? Was hätten Sie mir nun in einem persönlichen Vier-Augen-Gespräch geantwortet? Da wäre dann wohl augenblicklich Funkstille gewesen.

Ich wiederhole meine obigen Fragen nochmals:

Wo finden sich in der Unabhängigkeitserklärung und in der Verfassung die beiden Termini Republik und Demokratie? Und wo finden sich bei den Gründervätern Anhaltspunkte, welche Ihre Thesen auch nur im Ansatz untermauern? Mit den Geschichtsklitterungen einiger dem Geschichtsrelativismus anheimgefallenen us-amerikanischen Demokraten brauchen Sie mir da nicht zu kommen. Die sind bekanntlich auch nicht besser als das Demokratengeschmeiß in der alten Welt.

Jens Christian Heuer , am 01. Februar 2009 um 1:19 ( Link )

Hallo André,

Die Kirche ist und war nun nicht gerade immer ein Förderer der Freiheit unter den Menschen, sondern als Institution oft ihr erbitterster Feind!
Das zeigte sich nicht nur in der (fernen) Vergangenheit mit der Verfolgung und oft auch Ausrottung Andersdenkender oder Andersgläubiger als Ketzer(ein besonders trauriges und wenig bekanntes Beispiel sind die Katharer, von denen praktisch niemand überlebte http://de.wikipedia.org/wiki/Katharer), sondern bis in die jüngste Zeit etwa bei der Behandlung von Heimkindern in kirchlicher Obhut
(http://www.heimkinder-ueberlebende.info/
SPIEGEL-Artikel_-_19.05.2003_-_KIRCHE_-_
Unbarmherzige_Schwestern.html
,Das wäre doch einmal ein wichtiges Thema auch in eigentümlich frei!).

In Deinem Artikel schreibst Du u.a. "Mit der Demokratie glauben wir heute an die Gleichheit des Menschen. Weshalb zum Beispiel die IQ-Forschung tabuisiert wird. Rassen, ja selbst Geschlechter, so wird uns nun gesagt, gibt es nicht (mehr). Männlichkeit und Weiblichkeit werden bereits im Kindergarten verfolgt und ausgetrieben wie einst allenfalls der Teufel."

Die Gleichheit der Menschen ist die Grundlage des Liberalismus schlechthin. Unter Gleichheit ist natürlich nicht eine Gleichheit der Charakterzüge oder Begabungen gemeint, sondern die Gleichheit der persönlichen Freiheits- und Menschenrechte kraft Geburt oder durch Vertrag (Jeder kann von sich behaupten ihm stünden besondere Privilegien zu. Die vernünftige Lösung, um endlose und fruchtlose Auseinandersetzungen zu vermeiden: Jeder hat dieselben Privilegien!).

Die IQ-Forschung wurde nie tabuisiert, sondern immer wieder darüber berichtet; besonders gerne über die angebliche Allmacht der Gene (Stern, GEO, SPIEGEL usw.)! Wenn schon, dann wurde über Studien die auf erhebliche Umwelteinflüsse auf die Intelligenzentwicklung hindeuten eher selten berichtet (z.B. diese hier:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/
10411954?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.
Pubmed_RVAbstractPlusDrugs1). Eine sehr abgewogene und wie ich finde zutreffende Einschätzung der Intelligenzforschung findet sich bei dem ef-Autoren Stefan Blankertz hier http://www.technox.de/
manifest/Erbe-Umwelt-Diskussion.pdf

Gegen den überragenden Einfluß der Gene auf die Intelligenz spricht übrigens schon allein der Flynn-Effekt http://wulv.uni-(greifswald.de/2004_intelligenzdiagnostik/userdata/Flynn-Effekt.pdf).

Demokratie und Liberalismus stehen für mich nicht im Widerspruch zueinander, sondern gehören zusammen, denn wie sonst sollen in einer Gesellschaft der Freien gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, wo diese nötig sind? Auch die Ergebnisse demokratisch getroffener Entscheidungen (der vermeintlich dummen Masse) können sich sehen lassen und sind oft klüger als die von (mehr oder wenig einseitig ausgerichteten) Eliten oder Expertengremien (mehr dazu z.B. bei James Surowiecki "Die Weisheit der Vielen" und in Kurzform hier: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,379714,00.html). Voraussetzung ist allerdings die freie und voneinander möglichst unabhängige Entscheidungsfindung der Gruppenmitglieder; tendenziell begünstigt etwa durch geheime Abstimmungen und Meinungsvielfalt also durch die Einhaltung liberaler Prinzipien!

Auch die Überlegenheit des freien Marktes gegenüber der Planwirtschaft ist ein Beispiel für die Weisheit der Vielen, die zu besseren Ergebnissen als das Expertenwissen einer Planungsbürokratie führt.

Viele Grüße
Jens Christian Heuer

Jürgen Hodler , am 01. Februar 2009 um 1:32 ( Link )

Werter Herr Lichtschlag, ein herzliches Vergelltsgott für Ihren doch recht unvoreingenommenen Beitrag. Eine kleine Kritik muß ich aber dennoch anbringen: Es gibt keinen konservativen Katholiz“ismus“. Dies wäre lediglich ein dem „katholischen Traditionalismus“ entsprechender Pleonasmus. Entweder ich bin katholisch und stehe fest auf dem Boden einer nun zweitausendjährigen Tradition oder ich bin es eben nicht. Es gibt dagegen einen „Liberalkatholizismus“ und hier hat man es fürwahr auch mit einem „ismus“ zu tun. Da finden sich dann jene schizophrenen Gestalten, welche auch die derzeitige Kirchenkrise in vollem Umfange zu verantworten haben. Man weiß nicht so recht, ob man Ehebruch, Fötalmord, Liberalisierung der Euthanasie, Feminismus, Unzüchtigenemanzipation etc. nun tadeln oder in den Himmel loben soll. Den Demos- und den Menschenrechtskult brauche ich in diesem Kontext ja eh nicht explizit zu erwähnen, denn diese Götzenkulte haben diese Herrschaften eh schon längst verinnerlicht. Freilich stets jenen roten Faden vergessend, der sich durch die gesamte Heilige Schrift zieht: Gleicht euch nicht dem Aion an! Nun, das wundert ja auch nicht, denn in politischer Hinsicht sieht der Liberalkatholizismus in den revolutionären Prinzipien von 1789 doch irgendwie christliche Wahrheiten. Freilich bedarf es hier zuerst einer „geschichtsrelativistischen Reinigung“ (wenn man den Liberalkatholen auf die Greuel der bourgeoisen Revolutionen anspricht, dann duckt er sich in aller Regel ein wenig verschämt weg), aber nach dieser Reinigung sind die revolutionären Ideale summa summarum alle für die Kirche doch irgendwie assimilierbar: die schrankenlose Freiheit und die Emanzipation des lieben „Individuums“ von allen sittlichen Fesseln, die Gleichheit, die Brüderlichkeit und schlußendlich – als entzückendes Sahnehäubchen – noch eine gehörige Portion Demokratismus und Pluralismus. Da haben wir wieder jene monströse Irrlehre, welche von Papst Pius IX. im Syllabus mit aller Schärfe verurteilt wurde:

“Der römische Papst kann und soll sich versöhnen und sich vergleichen mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und der modernen Zivilisation.“

Cicero , am 01. Februar 2009 um 2:23 ( Link )

ARTIKEL 1
Abschnitt l
Alle in dieser Verfassung verliehene gesetzgebende Gewalt ruht im Kongreß der Vereinigten Staaten, der aus einem
Senat und einem Repräsentantenhaus besteht.
Abschnitt 2
Das Repräsentantenhaus besteht aus Abgeordneten, die alle zwei Jahre in den Einzelstaaten vom Volke gewählt
werden. Die Wähler in jedem Staate müssen den gleichen Bedingungen genügen, die für die Wähler der zahlenmäßig
stärksten Kammer der gesetzgebenden Körperschaft des Einzelstaats vorgeschrieben sind.
Niemand kann Abgeordneter werden, der nicht das Alter von 25 Jahren erreicht hat, sieben Jahre Bürger der
Vereinigten Staaten gewesen und zur Zeit seiner Wahl Einwohner desjenigen Staates ist, in dem er gewählt wird.

Ist eine Gegenfrage erlaubt? Was ist den bitte hier nicht völlig klar und ersichtlich? Repräsentantenhaus, vom Volk gewählt etc. .

Ich verstehe sie nicht!

Peter Janowitz , am 01. Februar 2009 um 9:02 ( Link )

@Jens Christian Heuer:

Das dunkle gnostisch-manichäische Katharer-Weltbild würde ich mir als Ursprung meines "Liberalismus" besser nicht zu eigen machen. "Andersgläubig" und "Ketzer" zu sein, reicht leider nicht aus, um einen Freiheitsbegriff zu generieren. Katharisch muten heute Öko-Ersatzreligionen, -Ismen aller Colour und die Art von Radikalsäkularismus an, die der Autor m.E. scharfsinnig als den tieferen Hintergrund der Medienkampagne entlarvt hat. Eine politisch-korrekte mediale "Tyrannei der Werte" kennt so wenig Gnade wie sie die Katharer, unseren "religiösen Extremisten" von Heute durchaus vergleichbar, gekannt haben. Die Kirche bewahrte diesen Freiheitsbegriff in weiten Teilen,in steter Ablehnung der "Sekte", selbst wenn dieser später auf vielfältige Weise auch gegen sie selbst durchgesetzt worden ist.

Legt man die säkularen "Freiheitsversuche" des 20.Jahrhunderts zugrunde, würde ich heute von einem interessanten post-säkularen Patt von Säkularität und judäo-christlich generierter Freiheitsauffassung sprechen. Diesen Diskurs können sogar Pius-Bruderschaften bereichern.

In den USA enwickelt sich gerade auch so ein "kleiner Kulturkampf" zwischen Christlich-Libertärem und einer left-wing-progressive-agenda, die ähnlich erbarmungslos auf Gesinnungen aller Art losgeht : Hate-speech-laws, Fairness-Doktrinen und Human-Rights-Tribunale sind leider zunehmend im Kommen.

Mein Vater war ein glückliches katholisches Heimkind der 50er Jahre, die vielleicht grau, aber nicht schwarz und weiß waren.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 01. Februar 2009 um 9:28 ( Link )

Sehr geehrter Herr Lichtschlag,

ein hervorrragender Artikel. Danke! Obwohl ich mich selbst als konservativen lutherischen Christen verstehe, bewundere ich, mit welcher Standfestigkeit die Päpste unserer Zeit den Zeitgeistidiotien (Genderwahnsinn, Abtreibung, Zerstörung der Familie, Homoehe etc) entgegentreten.

Der Bischof, der den Judenmord leugnet, wenn er es denn getan ist, ist einfach dumm. Aber: Wer will sich darüber aufregen, dass es in einer Kirche von über einer Milliarde Menschen auch Idioten und Verbrecher gibt?

Ein Hinweis noch zur mangelnden Toleranz z.B. in Talkshows im Fernsehen: Als ehemaliger 68er Student kann ich mich gut daran erinnern, dass die Zerstörung der Toleranz ein Programm des amerikanischen Agitators Herbert Marcuse war. In seiner Schrift von der "repressiven" Toleranz, damals als Suhrkamp-Heft zu kaufen und gewissermaßen eine "Bibel" aller Anführer der Studentenbewegung, hat er die damals bisherige Toleranz, dass nämlich z.B. bei Podiumsdiskussionen im Audimax Vertreter aller relevanten Meinungen zu Wort kommen sollten, als "repressiv" denunziert. Er hat sich dafür eingesetzt, dass nur noch die Stimmen Gehör finden sollten, die fortschrittlich waren.

Dieses Konzept ist in unserer Medienlandschaft, insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Medien inzwischen zur Herrschaft gelangt. Ich schaue mir daher schon lange keine politischen Talkshows im Fernsehen an. Sie langweilen mich, weil dort ohnehin immer dieselben Figuren und Meinungen zu Gehör kommen.

Was das Fernsehen betrifft, so wird diese Tendenz noch dadurch verstärkt, dass das zwangsgebührenfinanzierte Fernsehen heute die Plattform der etablierten Parteien ist. Die Parteien sorgen dafür, dass das Fernsehen reichlich mit Geld ausgestattet wird, und das Fernsehen räumt den Parteien dafür im Gegenzug das Recht ein, jederzeit zu Wort zu kommen.

Bauer , am 01. Februar 2009 um 9:46 ( Link )

Williamson hat nicht den Mord an Juden geleugnet sondern die Ermordung in Gaskammern angezweifelt und die Höhe der Zahl in Frage gestellt.
Dafür kommt man in Deutschland ins Gefängnis, ich bin gespannt, wie die Angelegenheit weiter geht. Es gibt ja den europäischen Haftbefehl. Mit einer Anklage des Bischofs, würde in aller Öffentlichkeit deutlich, wie weit es in diesem Land mit der Meinungsfreiheit gekommen ist.

Selbst Adolf Hitler war Katholik, bis heute hat sich niemand daran gestoßen.

Wenn Israel die dipl. Beziehungen abbrechen will, sollen sie es nur tun.

Fatal , am 01. Februar 2009 um 10:00 ( Link )

Selbstverständlich ist es absolut dämlich, Denkverbote über die Geschehnisse der NS-Zeit auszusprechen. Aber, um beim Gedankenexperiment Herrn Lichtschlags zu bleiben, ist mir eine Welt, in der das größte Tabu ist, sich eine eigene Meinung über längst vergangene Geschehnisse zu bilden deutlich lieber als eine Welt (die hier von vielen scheinbar favorisiert wird), in der das komplette Privatleben bis hinter die Schlafzimmertür von Tabus durchkreuzt ist.

Fatal , am 01. Februar 2009 um 10:02 ( Link )

@ Bauer: Adolf Hitler war kein Katholik, sonst wären wohl nicht so viele katholische Geistliche in den Ermordungslagern gestorben.

dickbrettbohrer , am 01. Februar 2009 um 10:06 ( Link )

Jürgen Hodler:

„Nur das familiäre Prinzip der Monarchie, d. h. die väterliche Erfassung der obersten Staatsgewalt, vermag die edlen Eigenschaften des Menschen anzusprechen und zur Entfaltung zu bringen. Der Herrschaftscharakter der Monarchie ist rein geistiger Natur ...“

Dieser Gedanke verdient es, hervorgehoben zu werden! Mir erscheint das Geifern gegen Autoritäten jeglicher Genese als Ausfluß pubertären gesellschaftlichen Denkens. Gesellschaften machen ja, wie der einzelne Mensch, Entwicklungsstufen durch. Während der Reifung erlebt der Heranwachsende eine Phase destruktiver Verneinung, in der Eltern und andere Leitfiguren seines persönlichen Umfeldes verunglimpft und für alles Elend der Welt verantwortlich gemacht werden. Vergleichsweise glimpflich verläuft diese notwendige Entwicklung, wenn sie nicht von außen zusätzlich geschürt wird, wie das leider oft der Fall ist. Dann findet der junge Mensch unter Umständen seine Balance nicht wieder. Mit zunehmenden persönlichen (mehr oder weniger leidvollen) Erfahrungen wird im Normalfall jeder junge Mensch erkennen, daß Autoritäten notwendig sind, und daß die oberste aller Autoritäten das Gesetz der Schöpfung ist (Lichtschlag: der Dekalog!) und die Eltern sozusagen als Stellvertreter des Unumstößlichen agieren (sollten!), so lange deren Kinder unmündig sind.

Unmündigkeit ist jenen demokratisch verführten Massen unterstellen, die wie eine Horde pubertierender Schüler über Tisch und Bänke gehen, sobald die Lehrperson in die Flucht geschlagen ist. Ein Haufen wild gewordener Einzelteile ist (kennt man das nicht aus der Physik?) aus sich selbst heraus unfähig, sich einer Richtung zuzuwenden (und dadurch eine Ordnung zu finden), sofern nicht Lenkung stattfindet. Chaos ist das Ergebnis. Ohne Ordnung nach dem Prinzip der Schöpfung – und diese ist nun einmal vertikal aufgebaut – ist kein auf Dauer friedliches Zusammenleben möglich, diese Erfahrung hat der Mensch in seiner Geschichte doch immer wieder leidvoll und erfahren müssen. Rot ist die Farbe des Blutes! Wenn in der Anfangszeit nach einem gewaltsamen Umsturz dennoch Wirtschaft und Zusammenleben für einige Zeit lang funktionieren, so deshalb, weil noch ein gewisses „Guthaben“ an geistiger Führung und Wirtschaftskraft zurückgeblieben ist. Dieses wird nach Verschwinden der Autoritätsperson allmählich aufgezehrt. Wer sich für dieses Phänomen interessiert, sollte William Goldings „Herr der Fliegen“ lesen.

Der Vergleich „individuelle Pubertät“ und „gesellschaftliche Pubertät“ mag zwar hinken, ich finde ihn dennoch hilfreich, um über den Tellerrand der demokratischen Verklärung hinwegschauen zu können. Während die menschliche Entwicklung vom Aufständischen weg zum Einsichtigen hin innerhalb weniger Jahre abgeschlossen ist bzw. sein sollte, dauern gesellschaftliche Abläufe entsprechend länger. Ein Menschenleben reicht dazu bei weitem nicht aus. Man muß den Bogen weiter spannen. Niemand kann sicher sein, ob nicht die (junge) Demokratie eine Erscheinung pubertärer Befreiungsillusionen ist, und ob nicht doch ein „väterliches“ Oberhaupt in Form eines Monarchen tatsächlich das Bessere im Menschen zur Entfaltung bringen kann. Nun höre ich sie schon, die Einwände dagegen: mit schierer Regelmäßigkeit werden genüßlich Schwächen und Unmoral von Herrscherfiguren zitiert, deretwegen man sie doch gottseidank verjagt habe. Nun, solcherart Argumentation ist fadenscheinig, wenn nicht intellektuell unredlich, denn sie wirft zwei grundverschiedene Dinge durcheinander:
Die Wahl der Organisationsform ist praktischer Natur, welche Rücksicht nimmt auf die naturgegebenen, mentalen und wirtschaftlichen Bedingungen des Menschseins. Die Frage nach der Sittlichkeit des Einzelnen wird von dieser Frage überhaupt nicht berührt. Tatsache ist, daß es immer und in allen Schichten und Zeiten gute wie böse Menschen gegeben hat und gibt. Daß ein Monarch viel Böses anrichten kann, ist kein Argument gegen die Monarchie. Wäre dieser Schluß erlaubt, dann müßte man auch die Familien auflösen, denn böse Väter und böse Mütter gibt es ebenfalls überall. Böse Kinder übrigens auch. Doch noch nie hat man aus diesem Umstand die Auslöschung der Institution Familie für die beste Lösung gehalten. Man sollte also Funktion und Moral nicht miteinander verwechseln. Eine zwingende Notwendigkeit anzuerkennen ist das eine, sie sittlich zu bewerten ist etwas ganz anderes.

Deshalb gebe ich Herrn Hodler recht: „Nur das familäre Prinzip der Monarchie vermag die edlen Eigenschaften des Menschen anzusprechen.“ Wir sind eine vater- und führungslose Gesellschaft, in der gerade jene Personen bevorzugt das Wort ergreifen, die sittlich und intellektuell doch im Grunde nichts zu sagen haben dürften. Die Zeit haben für Sophistik, weil sie schöpferisch nicht tätig sind. Die daraus ihren persönlichen und wirtschaftlichen Gewinn ziehen. Dies ist, so meine ich, geradewegs ein Argument gegen die Demokratie. Wer einmal als Lehrer gewirkt hat, weiß, daß eine Schulklasse die Gesellschaft in verkleinerter Form widerspiegelt. Eine schwache oder gar keine Lenkung einer Schulklasse durch die Lehrperson ist der ideale Nährboden für unerträglich arrogantes Geschwätz, Ellenbogenkunst und Schmarotzertum. Und dies auf Kosten jener stillen und fleißigen Kinder, die in dieser Atmosphäre gedemütigt, verhänselt und unterdrückt werden. Die dann nicht zu leisten vermögen, wozu sie imstande wären, nämlich zu kulturellen, intellektuellen und mitmenschlichen Anstrengungen. Dies aber gelingt nur in einer wohlgeordneten und deshalb von Ruhe geprägten geistigen Atmosphäre der Führung

Diese und ähnliche Gedanken ganz als unnütz von sich weisen zu wollen, wie das leider mangels Denkanstrengung üblich ist, zeugt schon von unverzeihlicher Stupidität.

Carl , am 01. Februar 2009 um 10:47 ( Link )

Cicero: Das Sie sich mit Cicero assoziieren zeugt entweder von großer Unkenntnis oder soll eine grotesque Übertreibung von humoristischem Charakter sein. Vielleicht lesen Sie einfach mal "de officiis" selbst und beziehen ihr Wissen nicht aus vorgefilterten Wikipedia-Artikeln. Mir fällt überhaupt kein einziger großer Geist ein, der die Pflichten stärker herausgestellt hätte als Cicero. Wovon aber reden Sie? Ein Recht jagt das nächste. Von Pflichten und Verantwortung haben Sie, nichtmal im positiven Sinne, ein einziges Wort verloren.

Hören Sie auf Cicero mit ihrer abenteuerlichen Interpretation zu beleidigen.

Martin Möller , am 01. Februar 2009 um 10:49 ( Link )

@Dickbrettbohrer: Dem ist vollinhaltlich zuzutsimmen!

Edgar L. Gärtner , am 01. Februar 2009 um 11:01 ( Link )

@Peter Janowitz: Ich kann Ihnen da nur zustimmen. Die Bekämpfung und Überwindung des Manicheismus war eine der größten Leistungen des Kirchenvaters Augustinus, der zunächst eine Zeit land selbst davon angesteckt war. (Hätte sich der Manicheismus durchgesetzt, gäbe es schon lange kein christliches Menschenbild und keinen Begriff von Freiheit mehr.) Vor allem deshalb sehe ich in Augustinus den ersten großen europäischen Aufklärer. Die Lehre der Katharer war demgegenüber ein schlimmer Rückfall und musste bekämpft werden. Ob das nur auf militärischem Wege möglich war, ist heute eine müßige Frage. War es doch bis in die frühe Neuzeit durchaus üblich, geistige Auseinandersetzungen auch mit Waffengewalt auszutragen. Man darf da nicht nur an den 30-jährigen Krieg denken, der das (vorläufige) Ende dieser Praxis markiert. Auch der große Humanist (und kleine Ritter) Ulrich von Hutten zögerte nicht, gegen seinen Lieblingsfeind, den Fürstbischof von Mainz, stählerne "Argumente" einzusetzen.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 01. Februar 2009 um 11:36 ( Link )

@Edgar L. Gärtner

Sehr geehrter Herr Gärtner,

ich bin ein großer Verehrer von Augustinus, und hinsichtlich Ihrer Einschätzung des Manichäismus stimme ich Ihnen natürlich zu.

Die Frage ist nur, ob Augstinus wirklich vollständig das manichäistische Denken überwunden hat. Da habe ich meine Zweifel. Seine Identifizierung von concupiscentia (böser Trieb)einseitig mit dem Sexuellen war ein verhängnisvoller Fehler, der die Kirche ein Jahrtausend lang auf eine falsche Spur geführt hat. Meines Wissens hat es erst Luther vermocht, dies zu überwinden und zu einer positiven geistlichen (!) Beurteilung von Ehe und der damit verbundenen Sexualität zu gelangen.

Jens Christian Heuer , am 01. Februar 2009 um 12:09 ( Link )

@Peter Janowitz

Sie schreiben: "Das dunkle gnostisch-manichäische Katharer-Weltbild würde ich mir als Ursprung meines "Liberalismus" besser nicht zu eigen machen. "Andersgläubig" und "Ketzer" zu sein, reicht leider nicht aus, um einen Freiheitsbegriff zu generieren."

Stimmt! Das habe ich aber auch nicht behauptet! Es ging mir überhaupt nicht um die Frage, ob die Katharer richtig lagen und ob sie liberal dachten oder nicht (mehr darüber hier: http://www.katharer.de/. Das tragische Schicksal der Katharer ist lediglich ein Beispiel wie die damalige Kirche auf höchst unchristliche Weise mit Andersgläubigen umgesprungen ist! Ich hätte genauso gut die Mithras-Religion während der Römerzeit nennen können oder noch viele andere Beispiele mehr.
Die Kirche war nur für Toleranz und predigte den Pazifismus (im römischen Reich)solange sie ohne Macht war. Als sich das änderte wurden alle konkurrierenden Weltanschauungen und Religionen verboten und wenn möglich vernichtet.

Natürlich gibt und gab es in der Kirche auch viele sehr ehrenwerte, ja bewundernswerte Personen und sicher gab es in den fünfziger und sechziger Jahren in Deutschland auch gut geführte Kinderheime der Kirche. Das ändert aber nichts an an der Tatsache ungeheurer Verbrechen durch die Institution Kirche und auch nichts an der Tatsache, daß in viel zu vielen Kinderheimen die Insassen sehr schlecht behandelt wurden (http://www.freistatt.de.vu/ und http://heimkinderopfer.blogspot.com/).

Ich teile übrigens ausdrücklich das grundsätzliche Anliegen von André Lichtschlag für die Redefreiheit. Das gilt auch für die Feinde der Freiheit , ja selbst für Leugner des Holocaust. Das ändert aber nichts daran, daß mir derartige Änsichten mehr als unsympathisch sind!

Viele Grüße
Jens Christian Heuer

Peter Janowitz , am 01. Februar 2009 um 12:50 ( Link )

@Jens Christian Heuer:

Möchte Ihnen da durchaus Recht geben, hoffe aber, Sie betrachten es nicht als Totschlagsargument, wenn ich anmerke, daß es ein höchst europäisches Phänomen ist, mit einem Moralempfinden, das sich selbst aus christlichen Quellen speist, diese christliche Geschichte selbst wieder ohne Berücksichtigung der Zeitumstände einseitig in einen Schuldzusammenhang zu stellen. Nehmen sie den Gedanken an Caritas und den damit verbundenen kategorischen Blick auf das Opfer.Versuchen Sie mal aus rein ! hellenistischem Denken heraus, Sympathie für ein einzelnes missbrauchtes Heimkind herzuleiten.
Notwendige Aufklärung auf die Freiheit des Individuums hin, die uns heute alles zu bedeuten scheint und typisch selbstkritische europäische Schuldgeschichte birgt dann die Gefahr, in der Pose der Empörung und Anklage steckenzubleiben, was im Extrem kulturell selbstzerstörerisch und auch selbstgerecht sein kann.
Nebenbei gratuliere ich uns beiden, wenn wir in den Unwägbarkeiten der Geschichte immer auf der richtigen Seite gestanden hätten.
Trotzdem stimmen Ihre Beispiele aus heutiger Sicht.

Viele Grüsse,

Peter Janowitz

Reiner Vogels Fördermitglied , am 01. Februar 2009 um 12:58 ( Link )

@Jens Christin Heuer,

es stimmt einfach nicht, dass die Kirche immer intolerant war, wenn sie Macht hatte. Im Augsburgischen Bekenntnis von 1530 bereits befindet sich in Art. 28 der bemerkenswerte Grundsatz: "sine vi sed verbo" - ohne Gewalt, sondern mit dem Wort.

Und was den Grundsatz der Caritas betrifft: Erst die christliche Kunst hat es vermocht, leidende Menschen und menschliches Elend darzustellen, während die antike heidnische Kunst nur schöne, gesunde, junge Menschen dargestellt hat (bis auf den "Sterbenden Gallier" in den Vatikanischen Museen). Das Christentum hat immer die tätige Nächstenliebe für die Leidenden gepredigt und praktiziert. Das war so, und das wird auch so bleiben.

eo , am 01. Februar 2009 um 13:57 ( Link )

Ein dickes
Kompliment an
den Dickbrettbohrer.
Nur wer organisch und analog
denkt, vermag auch die Natur zu verstehen.
Denn die Natur ist hierarchisch strukturiert und
in Ebenen, die aufeinander aufbauen,
organisiert. Jedes Organ zB.
ist für sich stets eine
Ganzheit bzw.
Einheit
und ebenso
wiederum 'nur' ein
Teil in eim größeren
(Funktions)Zusammenhang.
Über diesen Doppelaspekt des
Lebens wußte man im Mittelalter
instinktiv mehr als heute, da die Natur
damals einfach viel unmittelbarer
in das alltägliche Leben der
Menschen hineinragte
und jede Form von
Auswüchsen und
Verirrungen
schnell
korrigierte.

Jens Christian Heuer , am 01. Februar 2009 um 14:31 ( Link )

@Peter Janowitz

Sie schreiben: "...daß es ein höchst europäisches Phänomen ist, mit einem Moralempfinden, das sich selbst aus christlichen Quellen speist, diese christliche Geschichte selbst wieder ohne Berücksichtigung der Zeitumstände einseitig in einen Schuldzusammenhang zu stellen. Nehmen sie den Gedanken an Caritas und den damit verbundenen kategorischen Blick auf das Opfer.Versuchen Sie mal aus rein ! hellenistischem Denken heraus, Sympathie für ein einzelnes missbrauchtes Heimkind herzuleiten."

Die Unterdrückung oder gar Tötung Andersgläubiger wurde meines Erachtens auch zu früheren Zeiten schon als Unrecht empfunden, auch und gerade zurzeit des Christentums, das Barmherzigkeit, ja sogar Feindesliebe predigte. Das beruht wie Sie richtig schreiben auf der Fähigkeit zum Mitleid. Dieses galt z.T. auch in der Antike schon als Tugend und kommt sogar (incl. einem Gefühl für Fairness)im Tierreich vor (http://www.emory.edu/LIVING_LINKS/dewaal.html). Grundlage dafür ist wahrscheinlich die Evolution der sog. Spiegelneuronen.

und dann schreiben Sie u.a.noch:
"Nebenbei gratuliere ich uns beiden, wenn wir in den Unwägbarkeiten der Geschichte immer auf der richtigen Seite gestanden hätten. Trotzdem stimmen Ihre Beispiele aus heutiger Sicht."

Da könnten wir in der Tat froh sein! Ja mehr noch, selbst bei Erkenntnis der richtigen Seite gehört oft unerhörter (heldenhafter)Mut dazu, auch die notwendigen praktischen Konsequenzen zu ziehen! In minder gefährlichen Fällen erfordert es zumindest Zivilcourage. Ob man selbst dazu in der Lage ist, zeigt sich erst, wenn sich eine entsprechende Situation ergibt. Prognosen über das eigene Verhalten wären da wirklich vermessen!

Die Piusbrüder tendieren nun aber eindeutig in Richtung Freiheitseinschränkung wie man ja auch auf ihrer Website nachlesen kann. Danach behält man es sich durchaus vor ggf. wieder mit staatlicher Gewalt gegen Andersgläubige vorzugehen:

"Kardinal Ottaviani hat als Mitglied der Vorbereitenden Konzilskommission ein Schema verfaßt mit dem Titel "Über die religiöse Toleranz", in dem er die überlieferte katholische Lehre zu diesem Gegenstand darlegte.Nach dieser Lehre hat nicht nur der einzelne Mensch, sondern auch jeder Staat die Pflicht, die katholische Religion als die einzig wahre anzuerkennen und ihr entsprechende Rechte einzuräumen. Für einen Staat mit katholischer Mehrheit würde das bedeuten, daß der Staat sich zum Katholizismus als Staatsreligion bekennt und dieser Religion allein alle Rechte zuerkennt. Andere Religionen kann der Staat dulden - insbesondere dann, wenn ihre Anhänger zahlreich sind -, aber er kann sie nicht in gleicher Weise anerkennen wie die katholische. Kardinal Bea, der derselben Kommission angehörte, legte ebenfalls ein Schema vor, das den Titel trug: "Über die Religionsfreiheit". Darin heißt es, daß der Staat in religiösen Dingen seinen Bürgern jede Freiheit lassen muß, daß er keine Religion bevorzugen oder als Staatsreligion bekennen darf. Dieses Dokument widerspricht vollkommen dem von Kardinal Ottaviani und damit der ganzen katholischen Tradition. Trotzdem hat das II. Vatikanum dieses Schema von Kardinal Bea aufgegriffen und in "Dignitatis Humanae" diese neue Form der liberalen "Religionsfreiheit" verkündet."

Viele Grüße
Jens Christian Heuer

Edgar L. Gärtner , am 01. Februar 2009 um 15:18 ( Link )

@Reiner Vogels: Was die Sexualität anbelangt, bin ich persönlich meinem (geistigen) Vorbild Augustinus nie gefolgt. Wer mich kennt, kann das bezeugen. Das wäre ein schönes Thema für einen meinen nächsten Blogs...

Satanas , am 01. Februar 2009 um 15:33 ( Link )

@Andre Lichtschlag
@Reiner Vogels

Toller Artikel Herr Lichtschlag, sehr guter Kommentar Herr Vogels. Allerdings denke ich man sollte von liberaler Seite vor allem Denkfreiheit einfordern. Heute sind die Lehren der Bibel nicht mehr das Fundament unserer Gesellschaft, deshalb sind die Caesar=Jesus Bücher weder ein Skandal noch von öffentlichem Interesse.

Die Frage ist eher:

Kann Auschwitz das Fundament unserer Gesellschaft sein? Liberal heisst für mich, dass man selbst das Fundament seiner Moral bestimmen darf (solange man das nicht aus Kosten anderer tut). Ich persönlich will nämlich nach dem alten christlichen Wertefundament leben, weil es für mich das Beste ist. Wer das nicht will, kann es lassen. Ich bin fest davon überzeugt das dieses Fundament aufgrund der ihm innewohnen Eigenschaften (oder für Christen: Wahrheiten) eine lebensfähige Gesellschaft hervorbringt. Weil das Betreten der Titanic des heutigen Zeitgeistes auf eigene Gefahr erfolgt, muss es auch freiwillig sein. Sonst sind wir wieder bei den noyages der Jakobiner.

Ansonsten empfielt sich wieder einmal die Lektüre der entsprechenden Bücherreihe des Erzchristen (und Erzrussen) Solschenizyn. Man kann auch auch seine Lehren aus dem letzten Jahrhundert ziehen, ohne gleich neue Tabus und Dogmen aufzustellen.

Und da wir bei den Russen sind, noch eine "altrussische" Skytenwertefundament:

Reiten, schiessen und die Wahrheit sagen! Weiter so, Herr Lichtschlag!

Fatal , am 01. Februar 2009 um 15:47 ( Link )

Ich persönlich will nämlich nach dem alten christlichen Wertefundament leben, weil es für mich das Beste ist. Wer das nicht will, kann es lassen.
Sehr richtig, ich will nämlich nicht nach dem christlichen Wertfundament leben und befürchte, wenn die Betbrüder das Sagen hätten, sie nicht so liberal wie unser Satanas wären, sondern ihre Moralvorstellungen zum Gesetz erklären würden.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 01. Februar 2009 um 16:42 ( Link )

@ Satanas

"Ich persönlich will nämlich nach dem alten christlichen Wertefundament leben, weil es für mich das Beste ist. Wer das nicht will, kann es lassen. Ich bin fest davon überzeugt das dieses Fundament aufgrund der ihm innewohnen Eigenschaften (oder für Christen: Wahrheiten) eine lebensfähige Gesellschaft hervorbringt."

Da sind wir uns ja einig! Das freut mich.

Meine Frage allerdings ist, ob es ausreicht, dies einfach liberal oder auch persönlich voluntaristisch/dezisionistisch zu begründen. Braucht eine Geselschaft darüber hinaus nicht doch einige fundamentale und für alle verbindliche Prinzipien, die dann auch einen gewissen Wahrheitsanspruch für sich reklamieren?

Das Beispiel des prinzipiellen Antimoralismus eines Nietzsche ist für mich erschreckend. Solange ich nicht den Mut habe, mit objektivem Wahrheitsanspruch, wie auch immer er religiös oder philosphisch begründet sein mag, das "Ich lehre euch den Übermenschen" (mit allem, mit allem, was daraus folgt) als falsch und verwerflich zurückzuweisen, bin ich dagegen machtlos.

Da wird es dann zum Recht des Starken, dem Schwachen seinen Willen aufzuzwingen, ja - siehe "Zur Genealogie der Moral" - selbstherrlich zu definieren, was gut und böse ist. Um noch einmal den großen Augustinus zu zitieren: "Remota itaque iustitia, quod sunt regna nisi magna latrocinia?" - "Ohne Gerechigkeit also - was sind Staaten, wenn nicht große Räuberbanden?"

Die geistige Freiheit ist in meinen Augen eines der höchsten irdischen Güter. Daraus folgt, dass auch Idioten und sog. Holocaustleugner offen ihre Meinung sagen dürfen sollten. Aber für das Zusammenleben in einer Gesellschaft müssen verbindliche Normen gelten und nicht nur die Hackordnung der Hühner, nach der jedes Huhn in seinem Umkreis tun und lassen kann, was es will.

Eine liberale Gesellschaft ist eine der größten Kulturleistungen der Menschheitsgeschichte, aber sie sollte zumindest durch das Prinzip der Solidariät mit den Schwachen (Nietzsche in genialer Bosheit: "jüdisch-christlicher Sklavenaufstand in der Moral") und der Gerechtigkeit moderiert sein.

Thomas Schäfer , am 01. Februar 2009 um 16:53 ( Link )

Da muss ich Fatal und Satanas zustimmen, ich würde mir auch das Recht vorbehalten wollen, mir ohne Beeinträchtigung durch monotheistische Intoleranz mein Wertefundament selbst auszusuchen. Aber abgesehen von allem Prinzipiellen, wie würde das in Deutschland aussehen? Ich glaube, etwa 30% der Bevölkerung sind katholisch, das heißt gemäß Pius-Kategorisierung wäre die RK-Kirche also eine Minderheitenreligion mit "zahlreicher Anhängerschaft", somit also bestenfalls staatlich geduldet. Wie auch immer so eine Duldung dann aussehen würde. Oder würde man eine plötzlich Liebe zu den Evangelen entdecken? Dann wären es zusammen ja immerhin (noch) mehr als 50%.

Shuca , am 01. Februar 2009 um 16:58 ( Link )

Bischof Williamson braucht gar nicht zu wissen was er ausgelöst hat . Ein Stein ist losgelöst und rollt bergab . Der Papst kann die aufgehobene Exkommunikation nicht mehr rückgängig machen . Und dafür muß er sich nun verprügeln lassen . Es geht doch gar nicht um Williamson . Eine katholische Kirche in der Tradition ist für die mächtigen dieser Welt der blanke Horror . Sie wollen eine Kirche die immer dasselbe Lied singt . Piep ,piep ,piep , der Herr hat euch alle lieb . Pro Multis heißt für viele und nicht für alle .

LePenseur , am 01. Februar 2009 um 18:55 ( Link )

@Edgar L. Gärtner:

Augustinus hat den Manichäismus vielmehr via Erbsündenlehre und dergleichen mehr in die christliche Kirche hineingetragen! Das war auch der Grund, weshalb ein konservativer, sittenstrenger Mönch wie Pelagius sich gegen diese neue Erbsündenlehre wandte.

@Satanas:

D'accord! "Reiten, schießen und die Wahrheit sagen!" Damit kann ich was anfangen — wenngleich meine Schießkenntnisse nur höchst rudimentär sind und nicht einmal ausreichen, allzuviele Böcke zu schließen ;-)

Shuca , am 01. Februar 2009 um 21:14 ( Link )

Wertefundament?
Beliebigkeit ist das Fundament . Na gut das Bankgeheimnis ist kein Fundament mehr . Jeder kann seine Meinung sagen so heißt es . Keiner traut sich mehr öffentlich durchzuziehen . Wer glaubt das die Piusbruderschaft seine Freiheit beraubt , der hat Schäuble nicht begriffen . Also ich gehe mal davon aus das die Werte des ehemals christlichen Abendlandes komplett zusammenbrechen werden . Was dann für Werte herrschen werden überlasse ich der Phantasie jedes einzelnen . Hans Werner Sinn hat es gut gemeint , am nächsten Tage lag er auf dem Bauche und hat sich entschuldigt . Der Ministerpräsident von Niedersachsen hat ein falsches Wort gesagt und schon war es soweit . Der Neokonservative Bischof von Köln hat irgendetwas vom Holocaust geredet und schon hat er sich entschuldigt . Der in der Tradition stehende Bischof Williamson hat auch verkehrt gesprochen . Mag sein das ihm das nicht gut bekommt . Aber entschuldigen tut der sich nicht .
Per Mariam ad Christum .

Satanas , am 01. Februar 2009 um 21:20 ( Link )

@Fatal


ich will nämlich nicht nach dem christlichen Wertfundament leben und befürchte, wenn die Betbrüder das Sagen hätten, sie nicht so liberal wie unser Satanas wären, sondern ihre Moralvorstellungen zum Gesetz erklären würden.

Da sollte es doch eigentlich reichen die Trennung von Staat und Kirche anzuerkennen. Außerdem ist ein Glaube, der nicht aus freien Stücken kommt wenig wert, er führt zu Entwicklungs- und Reformunfähigkeit, damit würde eine Staatsreligion letztlich ausgehölt und absterben. Aber ihre Betbrüder stehen ja auch nicht gerade vor der Machtübername.

Max , am 01. Februar 2009 um 21:50 ( Link )

Aber ihre Betbrüder stehen ja auch nicht gerade vor der Machtübername.

Was auf die lächerliche Underground-Freakszene des Libertarismus wohl doppelt und dreifach zutrifft.

Shuca , am 01. Februar 2009 um 21:53 ( Link )

Die Trennung von Staat und Kirche ist das Produkt der Jakobiner . Jetzt weiß ich warum Lenin und Stalin glühende Anhänger dieser Revolution waren . In der Radikalität haben sie sich gegenseitig überboten . Wieviele Millionen unschuldiger Menschen haben sie auf ihrem Konto . Ach so die Hexen die größten Teils von weltlichen Gerichten verbrannt worden sind heben das natürlich auf .
Per Mariam ad Christum .

Satanas , am 01. Februar 2009 um 21:53 ( Link )

@Reiner Vogels


Braucht eine Geselschaft darüber hinaus nicht doch einige fundamentale und für alle verbindliche Prinzipien, die dann auch einen gewissen Wahrheitsanspruch für sich reklamieren?

Da wird es dann zum Recht des Starken, dem Schwachen seinen Willen aufzuzwingen, ja - siehe "Zur Genealogie der Moral" - selbstherrlich zu definieren, was gut und böse ist.

"Ohne Gerechigkeit also - was sind Staaten, wenn nicht große Räuberbanden?"

Natürlich braucht eine Gesellschaft Regeln und Gesetze - sonst löst sie sich in Stammesteritorien auf. Aber wo soll man die Grenze ziehen? Wer etwa eine Schwulenbar betreibt, ist für die Gesellschaft nicht gefährlich. Wenn ein Starker jemand anders seinen Willen aufzwingt, sei es nun weil die Schwulenbar geschlossen werden soll oder weil der Betreiber in der Staatsschule Vorträge halten will, verletzt zunächst einmal die persönliche Freiheit des Einzelnen und den Anspruch die Erziehung der eigenen Kinder nach Gutdünken zu gestalten.

Dies ist das erste und fundamentale Prinzip, auf dem ein Staat aufgebaut sein sollte. Dann sind auch letztlich alle Nietsches (ich machte mir übrigens sehr ähnliche Gedanken wie sie als de Sade's Justine las, er saß übrigens auch für die Jakobiner in der Nationalversammlung) machtlos. Sie dürfen ja gern in ihren Türmen auf die Ankunft des Übermenschen warten (oder sich selbst für einen halten, so wie Sade), erst sobald sie ihren Mitmenschen aktiv schaden werden sie gefährlich und damit strafbar.


aber sie [die Gesellschaft] sollte zumindest durch das Prinzip der Solidariät mit den Schwachen und der Gerechtigkeit moderiert sein.

Hier stellt sich die Frage ob man mit kleinen Sozialgemeinschaften auf freiwilliger Basis nicht besser fährt. Wie viele Türken (eine nicht generell wohlhabende Gruppe) betteln etwa auf der Strasse? Die Solidarität unter Freunden und Verwandten ist eben nicht bedingungslos, man lässt sich eben nicht ausnutzen, aber einen nahestehenden Menschen auszunutzen ist schwerer als eine Sozialbehörde zu hintergehen. Der Sozialstaat schwächt solche freiwilligen Bindungen (indem er sie ihrer Funktion beraubt), und macht den Menschen somit hilflos. Daher sollte den Schwachen nur in akuten Notfällen oder passiv (etwa Kommunale Bibliotheken, Sport- und Spielplätze, Bildungsgutscheine etc.) geholfen werden.


Das Beispiel des prinzipiellen Antimoralismus eines Nietzsche ist für mich erschreckend. Solange ich nicht den Mut habe, mit objektivem Wahrheitsanspruch, wie auch immer er religiös oder philosphisch begründet sein mag, das "Ich lehre euch den Übermenschen" (mit allem, mit allem, was daraus folgt) als falsch und verwerflich zurückzuweisen, bin ich dagegen machtlos.

Womit eben auch auf diesen Einwand eine Anwort möglich wird. Denn freiwillige Sozialgemeinschaften leben vor allem von wechselseitigem Vertrauen. Das sollte asoziales Verhalten und Denken im Vorhinein erschweren.


Aber für das Zusammenleben in einer Gesellschaft müssen verbindliche Normen gelten und nicht nur die Hackordnung der Hühner, nach der jedes Huhn in seinem Umkreis tun und lassen kann, was es will.

Auch hier sollte wechelseitige Abhängigkeit der Menschen voneinander (anstatt Abhängigkeit von staatlichen Behörden) schon ein paar pragmatische Ansätze liefern. Das fängt natürlich mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und dem Rechtsstaat an.


Die geistige Freiheit ist in meinen Augen eines der höchsten irdischen Güter. Daraus folgt, dass auch Idioten und sog. Holocaustleugner offen ihre Meinung sagen dürfen sollten.

Mal abgesehen davon daß ich es etwas obszön finde, daß unsere Poliker das Lügen verbieten wollen (natürlich nur manchmal), so gibt es eben immer Türöffner, das sind zur Zeit die Rechten. Aber auf ein Meinungsverbot folgen immer weitere.

Fatal , am 01. Februar 2009 um 21:57 ( Link )

Aber ihre Betbrüder stehen ja auch nicht gerade vor der Machtübername.
Stimmt und das lässt sie auch so sympathisch wirken. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich der ein oder andere Kommentator hier so etwas durchaus wünscht.
Da sollte es doch eigentlich reichen die Trennung von Staat und Kirche anzuerkennen.
Wie ich hier schon öfters angemerkt habe, favorisiere ich Kleinstaaterei gegenüber großen Nationalstaaten oder, noch schlimmer, globalen Supranationalstaaten.
Würde sich der ein oder andere dieser Kleinstaaten zur Theokratie oder Monarchie erklären, oder versuchen, das kommunistische Experiment zu wiederholen, dann dürfte er das gerne machen. Ich würde aber in keinem dieser Staaten wohnen wollen.

Solange wir aber in großen Nationalstaaten leben, in denen eine Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Lebensgewohnheiten ihren Lebensraum teilen, ist es tatsächlich besser, einen Minimalkonsens zu bewahren, der die Säkularisation miteinschließt.

Satanas , am 01. Februar 2009 um 21:58 ( Link )

@LePenseur


wenngleich meine Schießkenntnisse nur höchst rudimentär sind und nicht einmal ausreichen, allzuviele Böcke zu schließen ;-)

Da hilft nur eins: üben, üben, üben.

Satanas , am 01. Februar 2009 um 22:03 ( Link )

@Fatal


Wie ich hier schon öfters angemerkt habe, favorisiere ich Kleinstaaterei gegenüber großen Nationalstaaten oder, noch schlimmer, globalen Supranationalstaaten.

Da sind wir uns ja fast einig, denn ich bin für Nationalstaaten (mit lockerer Zentralregierung), die auf der Basis von Kantonen organisiert sind. Dies sollte möglichst viel direkte Demokratie und Steuerwettbewerb beinhalten. Ich denke, daß die Schweiz auch als Vorbild für größere Länder wie Frankreich und Deutschland taugt.

Da würden sie vielleicht Zürich oder Genf bevorzugen und ich eher eine halbe Stunde entfernt im Umland leben.

Satanas , am 01. Februar 2009 um 22:06 ( Link )

@Max


Aber ihre Betbrüder stehen ja auch nicht gerade vor der Machtübername.
Was auf die lächerliche Underground-Freakszene des Libertarismus wohl doppelt und dreifach zutrifft.

Was auch ein Widerspruch in sich wäre. Wir wollen keine Macht, wir wollen unsere Freiheit.

Shuca , am 01. Februar 2009 um 22:09 ( Link )

Machtübernahme ?
Der gläubige Katholik hat kein primäres Interesse an diese Welt . Diese Welt können die behalten die nichts anderes haben . Es geht um die Seele die durch diese Welt gefährdet wird . Und das betrifft auch insbesondere seine Kinder die gefährdet sind .
Ich habe den Kommunismus im Glauben überstanden und sehe wie meine Kinder von diesem Karnevalssystem gefährdet werden . Und jetzt habe ich mich wirklich diplomatisch ausgedrückt .

Fatal , am 01. Februar 2009 um 22:35 ( Link )

Da sind wir uns ja fast einig, denn ich bin für Nationalstaaten (mit lockerer Zentralregierung), die auf der Basis von Kantonen organisiert sind. Dies sollte möglichst viel direkte Demokratie und Steuerwettbewerb beinhalten. Ich denke, daß die Schweiz auch als Vorbild für größere Länder wie Frankreich und Deutschland taugt.
Die Kantone dürften zwar gerne noch dezentraler und autonomer regiert sein als es in der Schweiz der Fall ist, aber insgesamt stimmen wir beide hier völlig überein. Bis auf die Sache mit der direkten Demokratie. Solange mir meine Rechte sicher gewährt werden, hab ich eigentlich nicht das Bedürfnis wählen zu gehen. Es sei denn, jeder Beteiligte kann sich selbst vor dem Wahlergebnis ausschließen, was ich als "friedliche Demokratie" bezeichnen würde.

Hanna Thiele , am 01. Februar 2009 um 22:35 ( Link )

Unabhängig von den Details der Papst-Diskussion muß man sich freuen über jeden, der dem Popanz „political correctness“ die Ehrerbietung verweigert.

Das Grundmuster dahinter ist doch immer das Gleiche: Die theokratische Fusion von Macht und Ideologie will sich nicht stören lassen, also verhängt sie Tabus.

Nicht einmal eine freiheitlich-wortreich daherkommende Institution wie das „Institut für die Freiheit“ gibt Antwort, wenn man die falschen Fragen stellt. Ich meine konkret die Frage, warum die Friedrich-Naumann-Stiftung (oder die FDP?) die entscheidende Aussage zur deutschen Kriegsschuld in einer Rede des großen Thomas Dehler aus dem Jahre 1950 gefälscht hat.

Wie Jesus sich über die Amtskirche von heute wundern würde, so würde sich wohl auch Thomas Dehler über die heutigen Hausherren im Thomas-Dehler-Haus wundern.

Satanas , am 01. Februar 2009 um 22:42 ( Link )

@Fatal

Klar, die Schweiz ist noch nicht perfekt, aber Schweizer Zustände wären ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die direkte Demokratie halte ich für einen Faktor, der Stabilität solcher Zustände (Erfahrungstatsache) und Pragmatismus sichert- wenn sie was Besseres wissen, nur heraus damit.

Jürgen Hodler , am 01. Februar 2009 um 23:56 ( Link )

"Ich hätte es gerne so", "ich bevorzuge dies und das", "ich wiederum will dies", "ich bin für das", ich bin für jenes", "ich will jenes nicht", "so aber will ich es dann doch nicht haben" etc. Für diese in aller Regel der Langeweile auf der Studentenbude geschuldeten Privatideologien, allesamt wenig originell, interessiert sich mit Verlaub nicht einmal eine Blindschleiche. Vielleicht sollten die Herrschaften ihren Spieltrieb mit einem simplen Videospiel befriedigen. Es wäre zwar nicht weniger stumpfsinnig, aber man muß den Rest der Welt ja nicht unbedingt an der eigenen Sinnleere teilhaben lassen.

Dabei verbirgt sich hinter diesem infantilen Spieltrieb ledigilich jener Atomismus, welcher für eine zivilisatorische Endzeit doch so kennzeichnend ist. Da finden sich dann unzählige quecksilberne "Ichs", welche ohne Bestand und Einheit unentwegt zusammen- und auseinanderfliehen und schlußendlich sitzt der dem Ichkult anheimgefallene Gottlose wie ein einsamer Wächter vor einer gestaltlosen Ewigkeit. Findet sich in den zahllos ins Kraut geschossenen Splitterguppen wie beispielsweise der neolibertären Sekte dann doch noch etwas Einendes, dann wirkt dies so erkünstelt, seelenlos und halbwahr, so daß es gewiß nicht einmal die primitivste Krämerseele befriedigen mag. Freilich, es müssen jene Regeln des Seins gefunden werden, welche für den Kulturmenschen eine Selbstverständlichkeit, für den Zivilisationsmenschen dagegen instinktiv nicht mehr zu erfühlen sind. Da findet sich dann eine sog. "libertäre Ethik", welche nicht mehr der Reflex des Lebens auf die Erkenntnis, sondern ein bloßer Reflex der Erkenntnis auf das Leben darstellt. Abschließend bleibt diesen verwirrten Seelen dann nur die Weltenflucht ins "libertäre Nirwana", wo sich der libertäre Fasnetsnarr mit den Schlagworten Freiheit, Kapitalismus und Brüderlichkeit kleidet. Nun, bei diesen "Speerspitzen der Freiheit" hat die Freiheit in der Tat von vornherein ausgespielt. Möge der Herr diese verwirrten Schafe wieder auf den rechten Pfade leiten.

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 0:10 ( Link )

Werter Dickbrettbohrer, Ihre Abhandlung kann nur noch als herausragend bezeichnet werden. Da kann man wirklich nichts mehr hinzufügen.

okzident , am 02. Februar 2009 um 6:36 ( Link )

"Dabei – und nun wird es richtig spannend – ist der Muselman als möglicher Partner noch gar nicht genannt."

Der "mögliche Partner" "Muselman" vernichtet gerade die letzten christlichen Traditionen und Menschen im Nahen Osten, im Mittleren Osten und in Nordafrika.

Der "mögliche Partner" "Muselman" wird, wenn man wirklich so hohl ist und ihn weiter protegiert, Europa zerstören, den Papst zum Teufel jagen und die komischen libertären Spinner am Straßenrand kreuzigen.

Eventuell ist man ja in Zukunft so aufgeschlossen, sich nicht nur mit einer Österreichischen Schule der Nationalökonomie nach Ludwig von Mises zu beschäftigen.
Vielleicht nimmt man sich einmal die Zeit und sieht sich an, woran die möglichen Musel-Partner gerade fröhlich arbeiten.
Wie wäre es zum Beispiel mit Undercover-Mosque mit deutschen Untertiteln auf "spitze-mondsichel.blogspot.com"

Die Linken im Iran hielten die Mullahs für ihre Partner und wurden an Baukränen aufgeknüpft.
Sprecht mit Koptischen Christen und mit Christen aus dem Libanon...

Der Papst wird sich hüten, die Musels als Partner zu betrachten. Dann könnte er sich auch gleich selbst abschaffen.

Schleusener , am 02. Februar 2009 um 6:45 ( Link )

AFL - super!

dickbrettbohrer , am 02. Februar 2009 um 6:57 ( Link )

Shuca:
mal was ganz anderes, und zwar bezüglich der Lesbarkeit. Bitte keine Leerzeichen hinter den Buchstaben manchen, sofern ein Satzzeichen folgt, ein Punkt oder ein Komma. Dann kann man Ihre interessanten Beiträge besser lesen. Danke.

dickbrettbohrer , am 02. Februar 2009 um 7:15 ( Link )

Sehr geehrter Herr Hodler, ich danke für Ihr Lob und darf es durchaus zurückgeben. Wir machen es wie die Tauben im Aschenputtel-Märchen. Auch das muß man als Gegebenheit akzeptieren. Ich lese - langsam wie eine Schnecke - die Tagebücher Klemperers. Nachdem ich die Bände über die Zeit des Nationalsozialismus gelesen hatte, interessierte ich mich auch für die übrigen. Zur Zeit befinde ich mich mit Klemperer im Jahre 1924. Was ich aber sagen will: es gab damals mangels Fernsehen ein reicheres Gesellschaftsleben. Man traf sich gern abends und führte Gespräche, die gewiß nicht nur dem Wetter oder dem Klatsch gewidmet waren. Nun ist Klemperer Akademiker. Aber auch das gemeine Volk wird sich die Abende mit Geselligkeit vertrieben haben. Das formt Geist und Umgangsformen. Sicher, mir fehlt der Vergleich zwischen heute und damals, da ich nun mal in unserer Zeit lebe, was solche Sichtweise immer spekulativ werden läßt. Doch scheint der "infantile Spieltrieb" charakteristisch zu sein für den modernen Menschen, dem das Denken schon von klein an in den Schulen - und bald auch in den Kindergärten - ausgetrieben wird. Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Aber man kann sich doch den Geschmack eines Kuchens vorstellen, für dessen Zubereitung verdorbene Zutaten genommen werden.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 10:37 ( Link )

@okzident:

Die Linken im Iran hielten die Mullahs für ihre Partner und wurden an Baukränen aufgeknüpft.
Sprecht mit Koptischen Christen und mit Christen aus dem Libanon...

Völlig zutreffend! Lichtschlags (zugegeben noch moderate, doch vorhandene) Begeisterung für ein Bündnis mit "moderaten" Moslems halte ich für äußerst blauäugig!

Es gibt nur entweder säkularisierte "Personen moslemischer Herkunft, die sich aber nicht mehr als Moslems fühlen" (wenngleich sie oft noch eine Reihe von Idiosynkrasien aus ihrer Herkunft mitschleppen), oder "Moslems" (die dann in sich noch eine Bandbreite von "Überzeugungsgraden" aufweisen können, zugegeben, aber prinzipiell doch von "derselben Sorte" sind).

Erstere in ein säkulares westliches System zu integrieren, ist weitgehend problemlos (ich weiß zwei Beispiele aus meiner näheren Bekanntschaft). Letztere werden immer zuerst "Moslem" und erst dann "XY" (welches Kriterium auch immer) sein — und das ist und bleibt ein gravierendes Problem, außer man begrüßt bzw. akzeptiert die (ohnedies längst nicht mehr) schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft.

Diesfalls allerdings sollte sich Herr Lichtschlag rechtzeitig einen anderen Mittelpunkt seiner Lebensinteressen aussuchen, sofern er weiterhin ein libertär-kritisches Magazin herausgeben will ...

Satanas , am 02. Februar 2009 um 11:07 ( Link )

@LePenseur


Die Linken im Iran hielten die Mullahs für ihre Partner

..und halten die Moslems auch heute für ihre Partner, auch wenn ihnen allmählich (wieder)die Kontrolle entgleitet. Wer für unsere Kultur eintritt (ob Christ oder Atheist), muss dies um seiner selbst willen tun und nicht radikale Linke oder Muslime um Erlaubnis bitten. Was man nicht im eigenen Namen zu fordern wagt, soll man auch nicht im fremden Namen fordern. Es ist sicher wichtig, den Muslimen gegenüber wachsam zu sein.

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 11:40 ( Link )

@LePenseur

Ihre "wertekonservativen" Geistesblitze sind in der Tat ein wirkliches Vergnügen. Da propagiert man gut liberalistisch den "säkularen Staat", dessen Indifferentismus den religiösen Bekenntnissen gegenüber diese schleichende Islamisierung ja erst ermöglichte, und im gleichen Atemzuge wird das Resultat des säkularen Wirkens dann zum gravierenden Problem. Dabei offenbart Ihr Wertekonservatismus lediglich dieses "gravierende Problem": Man kann die Wurst nicht von beiden Zipfeln her gleichzeitig verspeisen. Dieses Kunststück wird nicht einmal dem "Aufklärungsapostel" gelingen.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 02. Februar 2009 um 11:51 ( Link )

Zum Verhältnis von Islam und demokratisch-pluralistischer Gesellschaft eine möglicherweise provozierende These:

Es hängt am Gottesverständnis!

Das trinitarische Gottesverständnis des Christentums ist sehr viel eher kompatibel mit der pluralistischen Demokratie als das absolutistisch monotheistische des Islam.

Neben dem einen absoluten Gott des Islam ist im Grunde nichts anderes denkbar, hat im Grunde nichts anderes eine Existenzberechtigung. Vom islamischen Denken her ist es sogar schwierig zu erklären, warum es überhaupt eine Schöpfung gibt. Jedenfalls kann die Übereinstimmung mit dem einen absoluten Gott letztlich nur durch kompromisslose Unterwerfung des anderen, nämlich der Schöpfung, hergestellt werden.

Das hat Konsequenzen für die Prinzipien, nach denen die Gesellschaftsordnung zu gestalten ist: Eine pluralistische Gesellschaft, in der unterschiedliche Ansichten um den richtigen Weg streiten (friedlich streiten, wohlgemerkt) widerspricht eigentlich dem Gedanken der einheitlichen Unterwerfung aller und von allem unter Allah. Die ideale Gesellschaft des Islam ist die Ummah, die Einheit aller Gläubigen in der Unterwerfung unter Allah.

Das trinitarische Gottesverständnis des Christentums dagegen, das vom Grundverständnis herkommt, das Gott die Liebe ist, hat andere gesellschaftliche Konsequenzen: Liebe versucht die Versöhnung des Verschiedenen nicht durch Unterwerfung, sondern durch Annäherung, Selbsthingabe und Vergebung. Deshalb ist Liebe prinzipiell zum Kompromiss mit dem Andersdenkenden bereit.

Ohne solche Kompromissbereitschaft kann es keine pluralistische Demokratie geben.

Ich gebe zu, dass die Kirche lange gebraucht hat, um dies zu lernen, dass sie in der Folge der Konstantinischen Wende oft genug gegen diese Grundsätze gehandelt hat, aber heute hat sie es gelernt. Das gilt nicht nur für die evangelische, sondern vorbehaltlos auch für die römisch-katholische Kirche nach dem 2. Vatikanum und ganz gewiss auch für den heutigen Papst, der ja immer wieder den Dialog mit der Vernunft (Regensburger Vorlesung) gesucht hat und sucht.

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 12:07 ( Link )

"Wer für unsere Kultur eintritt (ob Christ oder Atheist), muss dies um seiner selbst willen tun und nicht radikale Linke oder Muslime um Erlaubnis bitten."

Hier wird ja gar der Eindruck erweckt, als säße der Christ mit dem Gottlosen in einem Boot. Und von welcher Kultur ist hier eigentlich die Rede? Die Gottlosigkeit vermochte doch nie etwas hervorzubringen, was sich aus den Tiefen der völkischen Tradition speist. Hier kann allerhöchstens noch von einer Zivilisation die Rede sein und die wiederum kann nur als ein kulturelles Endstadium verstanden werden.

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 12:39 ( Link )

Der liebe Herr Vogels scheint wohl der schlagende Beweis dafür zu sein, daß sich ein angepaßtes und selbstentwaffnendes "Neochristentum" in der Tat im angloamerikanischen Kompromisslertum und schlußendlich in einem inhaltsleeren Liebesgedöns verliert. So kann man sich freilich ganz elegant dem demokratischen Zeitgeist anbiedern und es kann kein Zweifel bestehen, daß dieses Anbiedern von den demokratischen Fortschrittlern auch mit einem Wohlwollen zur Kenntnis genommen wird. Ein solches Christentum ist in der Tat ein zahnloser Tiger, der sich in der selbst gestellten Falle zu allem Überdruß gar noch selbst erwürgen wird.

Nun, nach einem ausgiebigen Mittagsmahl werde ich vielleicht noch mehr dazu schreiben. Insbesondere die altliberale Ersünde "Pluralismus", also die prinzipielle Beliebigkeit der Meinungen der Vielen, wäre einer tiefergehenden Betrachtung durchaus würdig.

Fatal , am 02. Februar 2009 um 13:26 ( Link )

Wenn die christliche, bzw. katholische Morallehre jeder anderen doch so haushoch überlegen ist, wieso geht sie dann in einem säkularen Staat unter wie die Titanic? Weshalb laufen denn dem Papst seine Schäfchen in Scharen davon, wieso muss der Glaube mit dem Gesetz verwoben sein, um nicht zu sterben?

Noack , am 02. Februar 2009 um 13:32 ( Link )

Noch ein Kompliment für diesen Artikel, Herr Lichtschlag. Habe gerade keine Zeit, mir all die Kommentare durchzulesen. Mein erster Gedanke nach dem Holocaust-Leugnungs-Skandal der Pius-Brüderschaft war der, dass nach gewisser Zeit (wahrscheinlich mit dem Aussterben der letzten Augenzeugen) auch jede geschichtliche Tatsache zur reinen Glaubenssache zu werden scheint und sich damit in alle möglichen Vorstellungen, Übertreibungen, Lügen etc. einzureihen hat. Von da an geht es im Grunde gar nicht mehr um die Tatsache selbst sondern vielmehr um einen Wahrheitsanspruch, der mit immer wieder denselben Mitteln verteidigt wird. Die ethisch-moralische Stärke einer Zivilisation (oder Religion) besteht m.E. darin, wie sie mit den Gegnern der vorherrschenden Tabus umgeht. Und diesbezüglich kann einem heutzutage ganz schön bange werden.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 14:20 ( Link )

@Jürgen Hodler:

Da propagiert man gut liberalistisch den "säkularen Staat", dessen Indifferentismus den religiösen Bekenntnissen gegenüber diese schleichende Islamisierung ja erst ermöglichte ...

Nein. Der säkulare Staat ermöglicht die an sich nicht, sondern der von linken Ideologen mit gutmenschlichen und (verdeckt oder offen) antichristlichen Überzeugungen deformierte säkulare Staat. Man stelle sich bloß vor, ein katholischer (oder protestantischer) Religionslehrer oder Pfarrer erlaubte sich Aussagen, wie sie bei moslemischenReligionslehrern und Geistlichen handelsüblich sind — ein Aufschrei ginge durch die Medien (dieser Thread behandelt ja genau so einen Aufschrei) ...

@Rainer Vogels:

Ihre Begeisterung für die Trinitätslehre in Ehren, aber — ich kann sie nicht teilen!

Und schon gar nicht teile ich Ihre Ansicht, daß diese Lehre dem "demokratischen Pluralismus" förderlicher wäre, als ein nicht-trinitarischer Monotheismus, sonst müßten Sie dasselbe Verdikt wie über den Islam auch über die Juden sprechen. Umgekehrt gibt es m.W. kaum eine "demokratischere" Religionsgemeinschaft als die Unitarier (welche die Trinität ebenso ablehnen).

@Noak:

Mein erster Gedanke nach dem Holocaust-Leugnungs-Skandal der Pius-Brüderschaft war der, dass nach gewisser Zeit (wahrscheinlich mit dem Aussterben der letzten Augenzeugen) auch jede geschichtliche Tatsache zur reinen Glaubenssache zu werden scheint und sich damit in alle möglichen Vorstellungen, Übertreibungen, Lügen etc. einzureihen hat.

Ja. Und das beste Beispiel hiefür bieten die Religionen — und zwar praktisch alle. Das wird Kollege Hodler zwar zum Aufschrei veranlassen, beim Christentum sei es anders (im Gegensatz zu allen anderen Religionen, die natürlich bloß Lügengespinste seien) — doch diese überaus unwahrscheinliche Thesa für wahr zu halten, bin ich nicht bereit.

Wir sehen ja schon in den Ereignissen um Williamson, wie schnell eine Legendenbildung erfolgen kann: obwohl noch vor wenigen Tagen das Interview im Volltext zu lesen war (und wohl noch immer ist), ist bereits die Legende, er sei ein "Holocaustleugner" bereits in den Medien ein stehender Topos geworden. Wer das Interview gelesen hat, sieht eindeutig, daß er nicht den Holocaust insgesamt leugnete, sondern bloß die offiziellen Opferzahlen für weitaus übertrieben ansieht, und daß er bezweifelt, daß die Opfer durch Giftgas getötet wurden. Beides Aussagen, die historisch widerlegbar sind, keine Frage — aber eben keine "Holocaustleugnung".

Cicero , am 02. Februar 2009 um 15:34 ( Link )

Herr Hodler,

sie scheinen auf meine Frage ja keine Antwort zu haben, was mich auch nicht verwundert, denn ich habe wirklich selten so ein sinnloses und kitschiges Geschwätz wie ihres gehört.

Diese überintellektualisierten Christen sind beinahe so schlimm wie die tumben Evangelikalen.

Männer der Tat sind sie bestimmt nicht, eher runzlige alte ehemalige Lehrer, die über Tagebüchern und Abhandlungen der Vergangenheit onanieren.

Noack , am 02. Februar 2009 um 15:37 ( Link )

Ich würde das Interview wirklich gern mal im Wortlaut lesen. Kann mir jemand hierzu einen Link nennen?

Bauer , am 02. Februar 2009 um 15:58 ( Link )

@noack
http://de.youtube.com/watch?v=l0_H_Apgqdg

Reiner Vogels Fördermitglied , am 02. Februar 2009 um 16:27 ( Link )

@LePenseur

Liebe Herr LePenseur,

zunächst zur Logik: Wenn die Straße nass ist, kann es daran liegen, dass es geregnet hat, es kann aber auch sein, dass ein Sprengwagen darüber gefahren ist. Auf meinen Beitrag angewandt: Wenn eine Theologie offen ist für eine liberale Demokratie, kann es daran liegen, dass sie trinitarisch strukturiert ist, es können aber auch andere Theologien diese Brücke bauen, möglicherweise auch die der Unitarier.

Ich muss aber gestehen, dass ich über den Unitarismus nicht detailliert informiert bin. Ich habe mich dafür deshalb nicht interessiert, weil das Christentum in meinen Augen nicht in erster Linie eine Basis für diesseitige gesellschaftspolitische Strukturen (das ist nur ein Nebenprodukt der Theologie) sein will, sondern die Lehre, dass der Mensch in Christus erlöst wird von Sünde und Tod. Zu einer solchen Erlösungslehre jedoch scheint mir nach meiner persönlichen Einschätzung eine Theologie, die Abstriche an der Gottheit Christi macht, wie sie bei den Unitariern wohl vorliegt, nicht sehr geeignet zu sein.

Was das Judentum betrifft, so treffen meine Zweifel an der Demokratiekompatibilität des Islam das Judentum gerade nicht. Juden glauben an denselben Gott wie die Christen. Und schon im Alten Testament ist an vielen Stellen zu erkennen, dass Gott nicht einfach der ist, der Unterwerfung fordert, sondern dass er die Liebe ist. Dass Israel die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist, ist vor diesem Hintergrund in meinen Augen keineswegs ein historischer Zufall.

Minarchist , am 02. Februar 2009 um 16:59 ( Link )

@Hanna Thiele ...

Sie hatten geschrieben:
"Nicht einmal eine freiheitlich-wortreich daherkommende Institution wie das „Institut für die Freiheit“ gibt Antwort, wenn man die falschen Fragen stellt. Ich meine konkret die Frage, warum die Friedrich-Naumann-Stiftung (oder die FDP?) die entscheidende Aussage zur deutschen Kriegsschuld in einer Rede des großen Thomas Dehler aus dem Jahre 1950 gefälscht hat."

Können Sie dazu etwas mehr sagen? Diese Angelegenheit interessiert mich sehr. Oder weiß noch jemand anders etwas davon und kann dazu etwas sagen?

Fatal , am 02. Februar 2009 um 17:21 ( Link )

Der Papst wird übrigens nicht nur von Kirchengegnern kritisiert:

Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen nannte die Rücknahme der Exkommunikation des britischen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson im «Hamburger Abendblatt» (Montag) «eine schlechte Entscheidung».

Dass diese Äußerungen mit der Rehabilitation durch den Vatikan zusammenfielen, sei «furchtbar», meinte Thissen. Das Verhältnis zu den Juden und zur Ökumene habe durch die Entscheidung des Papstes «faktisch Schaden erlitten». «Dass in Hinblick auf Williamson nachgearbeitet werden muss, halte ich für sicher», forderte der Erzbischof.

Das hier finde ich auch noch interessant:
Inzwischen machte der rehabilitierte Traditionalistenbischof Bernard Tissier de Mallerais deutlich, dass er und seine Anhänger sich nicht mit der Wiederaufnahme in die Kirche Roms zufriedengeben wollen. «Wir werden unsere Positionen nicht ändern, sondern Rom bekehren», sagte er der Turiner Tageszeitung «La Stampa».

Ich bin gespannt, was für ein Ei sich Herr Ratzinger da ins Nest geholt hat.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 17:27 ( Link )

@Reiner Vogels:

Auf meinen Beitrag angewandt: Wenn eine Theologie offen ist für eine liberale Demokratie, kann es daran liegen, dass sie trinitarisch strukturiert ist, es können aber auch andere Theologien diese Brücke bauen, möglicherweise auch die der Unitarier.

Nun, das klingt natürlich schon anders als weiter oben, als Sie schrieben:

Es hängt am Gottesverständnis!
Das trinitarische Gottesverständnis des Christentums ist sehr viel eher kompatibel mit der pluralistischen Demokratie als das absolutistisch monotheistische des Islam.

Ich erkenne nun durchaus den Grund Ihrer Ansicht, wenngleich ich ihn nicht teile, denn allen schönfärberischen Versuchen zeitgenössischer Theologen zum Trotz will mir dieser "Gott Abrahams und Isaaks" noch immer nicht viel besser gefallen als der Gott dieses muselmanischen "Propheten" ...

Die Gleichung Monotheismus=Absolutismus kann so nicht gezogen werden! Eher sind Korrelationen mit dem Dogmatismus einer Gemeinschaft feststellbar. Je dogmatischer, desto intoleranter — aber das ist ohnehin fast selbstverständlich ...

Querdenker , am 02. Februar 2009 um 17:33 ( Link )

A. F. Lichtschlag hat mit seinem Kommentar ein Wespennest berührt. Es ist bemerkenswert, wie offenkundig auch dieses Thema die Seelen berührt.
Kann es nicht sein, das Benedikt gerade mit diesen Handlungen die Einheit der orthodoxen Kirche vorantreiben will?
Könnte Weihbischof Williamson nun auch gezwungen werden, seine unsäglichen Aussagen zu beweisen oder zu schweigen?
Die Deutsche Bischofskonferenz gehört nicht zu den Folgsamsten (Abtreibungsschein, Königssteiner Erklärung) Das zweite Vatikanische Konzil wird oft strapaziert.
Auch einer möglichen Freimaurerei in der katholischen Kirche könnte damit eine Botschaft signalisiert sein?
Nach der Besuchsabsage im Dezember 2008 durch Patriach Alexij ergibt sich nun auch eine neue Hoffnung für den Papst, die orthodoxen Kirchen anzunähern und die Kräfte im Sinne des Friedens zu bündeln.
Siehe dazu:
http//de.rian.ru/society/20090202/119924389.html

Der Papst hat sicher einer extremen Reaktion seine Abwägung gegeben.
Es müssen tiefe Gründe vorliegen.

“Panta Rei”

Hanna Thiele , am 02. Februar 2009 um 17:35 ( Link )

Der damalige FDP-Bundesjustizminister Dr. Thomas Dehler sagte am 22. Januar 1950 in Hamburg anlässlich des 3. FDP-Landesparteitages in seiner Rede:

"Es ist an der Zeit, einmal zu sagen, daß an diesen schauerlichen Untaten nicht Hitler-Deutschland allein die Schuld trägt".

In den Archiven der FDP (gesammelt archiviert bei der Friedrich-Naumannn-Stiftung) befindet sich eine Niederschrift, in der zu lesen ist:

"Es ist an der Zeit, einmal zu sagen, daß an diesen schauerlichen Phänomen Hitler-Deutschland allein die Schuld trägt."

Eindeutig ist in der Niederschrift zu erkennen, wie anstelle „Untaten nicht“ das Wort „Phänomen“ mit anderer Schreibmaschinentype nachträglich eingesetzt wurde, ohne Rücksicht auf die Grammatik.
Daß die erste Version den gesprochenen Worten Dehlers entspricht, hat ein Zeuge überliefert.
Die vollständige Rede liegt mir vor. Sie enthält weitere interessante Sätze zu den historischen Zusammenhängen.

A. Lehmann , am 02. Februar 2009 um 17:40 ( Link )

@Fatal

"Ich bin gespannt, was für ein Ei sich Herr Ratzinger da ins Nest geholt hat."

Das Ei das er wollte.

Edgar L. Gärtner , am 02. Februar 2009 um 17:48 ( Link )

@okzident: Es gibt in der Tat ganz offene Versuche, muslimische Organisationen in der Bevölkerungspolitik zu Bündnispartnern des Vatikans zu machen. Bislang konnte sich die römisch-katholische Kirche darauf verlassen, dass aus dem US-Etat keine Mittel für Abtreibungskampagnen in armen Ländern zur Verfügung gestellt werden. Der neue US-Präsident Obama hat in einer seiner ersten Amtshandlungen das Gesetz, das dieses verbot, aufgehoben. Er hat sich schon im Wahlkampf als großer Abtreibungsbefürworter profiliert.

Die Bevölkerungspolitik wird wohl nicht das einzige Terrain einer katholisch-muslimischen Zusammenarbeit bleiben. In Frankreich z.B. gibt es im Erziehungswesen ein solches Zusammengehen. Meines Erachtens zeigen diese Beispiele, dass die Führung der katholischen Kirche die Gefahr einer weltpolitischen Isolierung durch zeitgeistgetriebene, d.h. antichristliche Regierungs- und UN-Initiativen als so groß einschätzt, dass sie es sich nicht mehr leisten kann, bei der Auswahl von Bündnispartnern besonders zimperlich zu sein.

Fatal , am 02. Februar 2009 um 17:52 ( Link )

@ A. Lehmann: Wollte Herr Ratzinger ein Ei, das ihn bekehren möchte?

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 18:44 ( Link )

Werter Herr Gärtner, mit dem liberalistisch-humanitaristischen Hegemonialanspruch, welcher sich explizit im Menschenrechtskult offenbart, sieht man sich auch einem gemeinsamen Feind gegenüber und so gibt es selbstredend auch Berührungspunkte. Zumal dieser Feind nun aber auch wirklich vor keiner Schandtat zurückschreckt. Da findet sich der Orbis Catholicus im Prinzip in derselben Zwickmühle wieder wie der Dar al-Islam. Man vergesse in diesem Kontext auch nicht, daß an der Seite Francisco Francos muselmanische Einheiten aus Marokko mit einem geradezu sagenhaften Heldenmut kämpften. Eine Unterwanderung Spaniens hatten die gewiß nicht im Sinn, denn deren Triebfeder war ausschließlich der Kampf gegen die demokratische, kommunistische und vor allem libertäre Gottlosigkeit.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich hege selbst Kontakte zu tiefgläubigen Muselmanen und ich habe dahingehend auch keinerlei Berührungsängste. Die sind mir naturgemäß um Längen sympathischer als unsere ach so „aufgeklärten“ Gottlosen. Man unterlasse dabei aber einen ganz fatalen Fehler: Man vertrete den eigenen katholischen Standpunkt mit aller Konsequenz und biedere sich niemals an. Diese Untugend der „aufgeklärten“ Wichtigtuer – ein gläubiger Muslim würde vor dem sich stets anbiedernden Ketzer und Weltethosquacksalber Hans Küng nicht einmal auf den Boden spucken - würde augenblicklich durchschaut. Und – ganz wichtig – man zeige ihnen auch jene Grenzen auf, welchen sie im Orbis Catholicus naturgemäß unterworfen sind. Sind diese Punkte erfüllt, dann ergibt sich wie von selbst ein Klima des gegenseitigen Respekts und darauf läßt sich in der Tat aufbauen. Man behalte aber folgenden Aspekt stets im Hinterkopf: Der Islam war neben dem antichristlichen Altliberalismus stets der ärgste Feind der Braut Christi.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 18:56 ( Link )

@Jürgen Hodler:

Ich hege selbst Kontakte zu tiefgläubigen Muselmanen und ich habe dahingehend auch keinerlei Berührungsängste. Die sind mir naturgemäß um Längen sympathischer als unsere ach so „aufgeklärten“ Gottlosen.

Sehen Sie, da geht es mir genau umgekehrt. Ein abendländischer atheistischer Humanist (z.B. Bundespräsident Heinz Fischer) wird mir immer noch weniger unsympatisch sein, als ein tiefgläubiger Moslem, nicht deshalb, weil mir die atheistischen Humanisten so sympatisch sind (das sind sie mir, da fast durchwegs Linke, nun wirklich nicht!), sondern weil ich sie immer mentalitätsmäßig noch für näher empfinde, als irgendeinen Muselmanen, der einem alten Beduinen-Stammesgott, der jetzt zu Weltgeltung gelangen möchte, huldigt. Das ist mir einerseits zu primitiv, andererseits zu fanatisch. Und beides mag ich nicht besonders ...

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 19:16 ( Link )

@LePenseur

"Sehen Sie, da geht es mir genau umgekehrt."

Dies sei Ihnen auch von Herzen gegönnt. Sie dürfen sich von der Linken in vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft auch gerne an die Wand stellen lassen. Ich darf Ihnen bereits vorab versichern, daß Ihnen eben diese Mentalitätsnähe nichts nutzen wird. Diese Herren werden nämlich kreischend danebenstehen.

Sollte mich aus muselmanischer Hand ein ähnliches Schicksal erwarten, dann hat der Mythos „Aufklärung“ in der Tat jenes Werk vollbracht, was den Muselmanenstürmen über viele Jahrhunderte nicht gelungen ist. Und dann? Dann ist es – um mit Leontjew zu sprechen -gewiß nicht Schad’ ums Abendland, denn es hat sich dieses Schicksal – Gott läßt sich nicht spotten - redlich verdient.

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 19:31 ( Link )

@LePenseur

"Das ist mir einerseits zu primitiv, andererseits zu fanatisch. Und beides mag ich nicht besonders ..."

Dann sollte Ihnen der "Aufklärungsglaube" und die daraus resultierende Menschenrechtsreligion aber aus tiefstem Herzen zuwider sein. Diese Ausdünstungen, bekanntlich den modrigen Katakomben der Häresie entwichen, sind an Primitivität und Fanatismus ja nun wirklich nicht zu überbieten. Im Gegensatz zum Menschenrechtsgläubigen ist einem einfältigen Waschzuberanbeter ja gar noch Respekt zu zollen.

A. Lehmann , am 02. Februar 2009 um 19:31 ( Link )

@ Fatal

Wissen wir denn ob der heilige Vater nicht längst von den Irrtümern des II. Vatikanischen Konzils "bekehrt" ist?

Schließlich ist die Pius-Bruderschaft nicht die einzige "traditionelle" Gemeinschaft die vom heiligen Stuhl gefördert wird.

Jedenfalls soll keiner glauben der Papst hätte derzeit die allumgreifende Verfügungsmacht über die katholische Kirche. Ein Blick auf die deutsche Bischofskonferenz genügt...

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 19:38 ( Link )

@Jürgen Hodler:

Sie dürfen sich von der Linken in vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft auch gerne an die Wand stellen lassen [...]
Sollte mich aus muselmanischer Hand ein ähnliches Schicksal erwarten, dann hat der Mythos „Aufklärung“ in der Tat jenes Werk vollbracht ...

Na klar! Wenn LePenseur von Linken abgemurkst wird, ist natürlich er selbst schuld, wenn Sie hingegen von den Museln abgemurkst werden, dann sind die pöhsen, pöhsen Aufklärer schuld. Warum haben sie denn aufgeklärt, statt die Heilige Mutter Kirche ihre schützenden Arme um sie legen zu lassen, bis ihnen die Luft wegbleibt ...

Warum sind sie nicht willig und dumm geblieben "... und folgsam ihren Lehren", haben keine Bücher gelesen, die auf dem Index stehen, sind Leibeigene geblieben und haben dem Kaiser gegeben, was des Kaisers ist (natürlich auch ihr Leben, wenn wieder einmal eine dynastische Verwicklung einen Krieg erforderlich gemacht hat), und GOtt, was GOttes ist — nämlich recht namhafte Zehentleistungen an die Kirche.

Ja, so schön hätt' ma's haben können, und dann kommen diese pöhsen Aufklärer und machen alles hin! Und jetzt hamma die Türken da ...

Aufwachen, bitte! Wer alles nur vom Krähwinkel-Standpunkt seines Konfessionalismus betrachtet, verliert die Perspektiven! "Gott läßt seiner nicht spotten", schrieben Sie mit dramatischem Aplomb in Ihr obiges Posting. Ganz recht! Deshalb verspotten Sie nicht Gott, indem Sie ihn zu einem nörgelnden Gerichtsvollzieher, nein: unbarmherzigen Henker der Geschichte machen!

Man soll von Gott einfach nicht so niedrig denken, als daß man annähme, er würde als Vergeltung für die pöhse Aufklärung die moslemischen Progrome schicken! Mit so einem Gottesbild unterscheiden Sie sich in der Tat recht wenig von islamischen Fundamentalisten, die ihren Stammesgott nach wie vor als brutalen, verschlagenen und rachsüchtigen Kriegsherrn betrachten. Und es würde auch Ihr Nähe-Gefühl zu "tiefgläubigen Moslems" erklären. Nur, bitteschön, kommen Sie mir dann nicht mit "christlichen Werten" und ähnlichem — den Schmus nehme ich Ihnen dann nämlich nicht ab!

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 19:47 ( Link )

@Jürgen Hodler:

Dann sollte Ihnen der "Aufklärungsglaube" und die daraus resultierende Menschenrechtsreligion aber aus tiefstem Herzen zuwider sein. Diese Ausdünstungen, bekanntlich den modrigen Katakomben der Häresie entwichen, sind an Primitivität und Fanatismus ja nun wirklich nicht zu überbieten.

Haben Sie eine Ahnung! Christliche und islamische Fundamentalisten schaffen das mit links (die Linken sowieso).

Aber bitte — ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie lesen einmal etwas, von dem ich (bis auf ein paar gutmenschliche Übertreibungen, die ich nicht teile) durchaus sagen kann "Okay, das trifft meinen Standpunkt weitgehend". Und dann bitteschön erklären Sie uns doch, was daran "Ausdünstungen ... an Primitivität und Fanatismus ja nun wirklich nicht zu überbieten" sein soll. "Erklären" meint: argumentieren, nicht bloß 'rummotzen.

Und dann reden wir weiter.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 19:51 ( Link )

Oops, habe ich doch glatt den Link vergessen! Hier ist er:

D.R.Miano: "An Explanation of Unitarian Christianity"

Fatal , am 02. Februar 2009 um 20:01 ( Link )

Man vergleiche doch nur islamisch geprägte Rechtssysteme mit den "fanatischen Menschenrechtlern, die an Fanatismus und Primitivität nicht zu überbieten sind": Wo werden Frauen von begeisterten Massen zu Tode gesteinigt, um sie dafür zu bestrafen, dass sie sich vergewaltigen ließen? Wo werden Menschen in Psychiatrien gesteckt, wenn sie zu einer anderen Religion konvertieren? Wo gelten Jungen ab 15 und Mädchen ab 9 Jahren schon als voll straffähig? Wo werden Menschen für Bagatelldelikte mit einer Schlinge um den Hals von einem Kran geworfen oder geköpft, unter dem Jubel des Volkes?

Nein, der Islam ist durchaus eine gefährliche Ideologie, begründet von einem massenmordenden Kriegstreiber. Diejenigen Muslime, die man als gemäßigt oder aufgeklärt bezeichnen kann, halten sich schlicht nicht an die eigene Religion, oder haben sie ihren Bedürfnissen angepasst.

Die Münteferings, Obamas und Merkels sind dagegen richtig harmlose und sympathisch anmutende Zeitgenossen.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 20:08 ( Link )

@Fatal:

Die Münteferings, Obamas und Merkels sind dagegen richtig harmlose und sympathisch anmutende Zeitgenossen

Also jetzt übertreiben S' aber! ;-)

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 20:14 ( Link )

@LePenseur

"Warum sind sie nicht willig und dumm geblieben "... und folgsam ihren Lehren", haben keine Bücher gelesen, die auf dem Index stehen, sind Leibeigene geblieben und haben dem Kaiser gegeben, was des Kaisers ist (natürlich auch ihr Leben, wenn wieder einmal eine dynastische Verwicklung einen Krieg erforderlich gemacht hat), und GOtt, was GOttes ist — nämlich recht namhafte Zehentleistungen an die Kirche."

Hoppla, er hat bereits geantwortet. Dennoch, ab diesen Klischees lohnt sich das Weiterlesen doch nicht mehr. Sie können von Ihrem eigenen Weltbild nicht überzeugt sein, wenn Sie stets auf einen derartigen Schabernack zurückgreifen müssen. Präsentiert mir der Gute hier Aspekte, welche bereits im Anfangsstadium der sog. "Aufklärung" nun wahrlich bis ins Absurde übersteigert wurden.

LePenseur , am 02. Februar 2009 um 20:23 ( Link )

@Jürgen Hodler:

Na, ich hab's ja befürchtet. Bevor Sie Gefahr laufen, in Ihrem katholischen Glauben wankend zu werden, machen Sie die Augen gaaanz fest zu — und dann immer feste drauflospolemisieren!

"Tolle, lege!" möchte ich Ihnen am liebsten zurufen — aber ich weiß: nur der liest, der auch wirklich lesen will. Und ich habe halt irgendwie das Gefühl: Sie wollen nicht ...

Und ich lasse dahingestellt: warum?

Max , am 02. Februar 2009 um 20:36 ( Link )

@LePenseur:
Ich kann nicht verstehen, weshalb Sie dem schändlichen Verbrechen namens "Aufklärung" soviele Sympathien entgegenbringen.

Warum sind sie nicht willig und dumm geblieben "... und folgsam ihren Lehren", haben keine Bücher gelesen, die auf dem Index stehen, sind Leibeigene geblieben und haben dem Kaiser gegeben, was des Kaisers ist (natürlich auch ihr Leben, wenn wieder einmal eine dynastische Verwicklung einen Krieg erforderlich gemacht hat), und GOtt, was GOttes ist — nämlich recht namhafte Zehentleistungen an die Kirche.

Ich bin auch sehr froh darüber, dass wir, die gottgleichen und übervernünftigen Menschen, diesen unsäglichen Zehnten endlich abgeschafft haben und ihn mit einem sozial gerechteren "Zweiten" ersetzt haben.

Und jetzt hamma die Türken da ...

Nun, Multi-Kulti und eine demokratisch-unverantwortliche Einwanderungspolitik sind sicherlich keine Erfindungen der katholischen Kirche sondern einzig und allein dem "nach-mir-die-Sintflut"-Staatswesen der Aufklärung geschuldet. Die selbstzerstörerische Einwanderungspolitik ist übrigens eines von vielen Paradebeispielen für die Begrenztheit der menschlichen Vernunft. Jene Vernunft, die von den "Aufklärern" verherrlicht wird/wurde und die Menschheit regelmäßig von einem Unglück in das nächste stürzt.

Aber träumen Sie ruhig weiterhin vom pubertären Mises'schen Wunderland der ewigen Vernunft, mit gaaanz viel Privateigentum und gaaaanz viel "politischer und wirtschaftlicher Freiheit". Mit dieser "freien Gesellschaft" als Maßstab muß man zwangsläufig jede vergangene und bestehende Ordnung als "rückständig" verurteilen.

Diese Art des Gedankenspiels ist jedoch wirklich mehr als lächerlich. Da bastelt man sich in seinem Hirn eine Traumwelt des guten und vernünftigen Menschen sowie des ewigen moralischen, geistigen und materiellen Fortschritts zusammen und verurteilt daraufhin alles, was diesem Paradies nicht entspricht bzw. gar nicht zu entsprechen versucht. Aber sich dann selbst als "nicht religiös" oder "vernünftig" bezeichnen....

Jürgen Hodler , am 02. Februar 2009 um 20:56 ( Link )

@LePenseur

In der Tat, nur der liest, der auch lesen will. Daraus wird auch Ihr unentwegter Rückgriff auf billige Klischees und Ihre unentwegte Polemik resultieren. Als ob mich dergleichen auch nur im Geringsten beeindrucken würde. Im Gegenteil, Ihr recht einfallsloser Rückgriff auf bereits geschichtlich gerichtete Größen wie "Minimalstaat" und Gewaltenteilung sprich in dieser Hinsicht ja auch für sich. Mehr haben sie ja nun wahrlich nicht zu bieten. Allerdings ist diese Ablenkung von den Unzulänglichkeiten der eigenen "Glaubenswahrheiten" ja auch leicht durchschaubar.

Aber man muß dafür ja auch ein gewisses Verständnis aufbringen, denn der moderne Mensch hat, bevor er überhaupt Fragen stellt, ja bereits eine gehörige Portion revolutionärer Dialektik abbekommen und so gilt es insbesondere jene Vergangenheitsbewätligung, welche gerade in bürgerlichen Kreisen unentwegt zu vernehmen ist, ganz besonders unter die Lupe zu nehmen. Nun, da hört man dann, daß der aus gewissen Strömungen der sog. "Aufklärung" (ja welche denn?)resultierende Terror schrecklich war. Aber war das schlußendlich nicht ein verzehliches Nebenprodukt einer dennoch großen Entwicklung? Das eigentlich Erbe der Revolution sind ja bekanntlich die Menschenrechte. Die haben ihren Weg gemacht und haben zwischenzeitlich ihren Eingang in alle Papierverfassungen der westlichen Hemisphäre genommen. Das ist der Sieg der Revolution, wie er heute auch gefeiert wird: die sog. "Erklärung der Menschenrechte". Man wird sich doch nicht so reaktinär zeigen und etwas dagegen haben?

Aber jetzt kommt der springende Punkt. Diese Herangehensweise verwischt nämlich einen ganz gewichtigen Aspekt: Waren für die bourgeoisen Revolutionen Terror und Menschenrecht nicht zwei Seiten ein und derselben Medaille? Und eben dieser Frage kann sich Ihr beschränkter Horizont nur auf folgende Weise nähern: Ja, der Zweck heiligt die Mittel freilich nicht, aber irren ist nun mal menschlich. Dieses Irren findet sich in den besten Familien. Haben nicht auch die Christen zum Schwert gegriffen? Was dem einen recht, kann dem anderen nur billig sein. Der Terror ist natürlich zu verurteilen, die Menschenrechte dagegen sind ein Gewinn. Nun, diese Herangehensweise verfängt natürlich bei den Bequemen und Schläfrigen und folglich bleiben Sie auch stets an diesem Punkte im "aufklärerischen" Morast stecken. Da verschließt man dann konsequent die Augen, denn das eigene Weltbild könnte recht schnell ins Wanken geraten.

Leider bin ich momentan ein wenig kurz angebunden. Aber zu einer späteren Stunde werden wir dies am Beispiel "säkularer Staat" in aller Deutlichkeit vorführen.

Satanas , am 02. Februar 2009 um 21:53 ( Link )

@Jürgen Hodler


Hier wird ja gar der Eindruck erweckt, als säße der Christ mit dem Gottlosen in einem Boot.

Ich tue es jedenfalls. Mir ist ein Atheist der nach dem Motto leben und leben lassen handelt erheblich lieber als ein Fanatiker, gleich welcher Coleur. Noch eine Anmerkung von Philip Longman (the empty cradle): Er schreibt das säkulare Gemeinschaften möglicherweise durch eine Demographische Implosion zerstört werden. Pat Buchanan merkt hierzu an, daß er selbst in dem dann kommenden "dunklen Jahrhunderten" (einem religiösen, antiaufklärerischen Zeitalter) als liberal gelten könnte, da er versucht hätte unserer Gesellschaft beim Überleben zu helfen. Ich will die heutigen lockeren Lebenswelten keineswegs abgeschafft sehen, sie sollen nur nicht von konservativer Seite her querfinaziert werden. Sie haben aber durchaus auch positive Seiten.


Und von welcher Kultur ist hier eigentlich die Rede? Die Gottlosigkeit vermochte doch nie etwas hervorzubringen, was sich aus den Tiefen der völkischen Tradition speist.

Ob sie für die völkische Tradition mit den Türken die richtigen Partner haben ist wohl nicht so sicher..


Hier kann allerhöchstens noch von einer Zivilisation die Rede sein und die wiederum kann nur als ein kulturelles Endstadium verstanden werden.

Aha, da hat also jemand seinen Spengler gelesen. Ich zitiere hier einmal die entsprechenden Auszüge aus Der Untergang des Abendlandes .

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Spengler,+Oswald
/Der+Untergang+des+Abendlandes/Zweiter+Band%3A
+Welthistorische+Perspektiven/2.+Kapitel%
3A+St%C3%A4dte+und+V%C3%B6lker/1.+
Die+Seele+der+Stadt/5.

Der Steinkoloss Weltstadt steht am Ende des Lebenslaufes einer jeden großen Kultur. Der von Lande seelisch gestaltete Kulturmensch wird von seiner eigenen Schöpfung, der Stadt in Bestiz genommen, besessen zu ihrem Geschöpf, ihrem ausführenden Orga, endlich zu ihrem Opfer gemacht

(..)
Ihre Häuser sind nicht mehr wie noch die der ionischen und Barockstädte Abkömmlinge des alten Bauernhauses, von dem einst die Kultur ihren Anfang nahm. Sie sind nicht mehr Häuser, in denen Vesta und Janus, die Penaten und Laren irgendeine Stätte besitzen..

Und nun geht aus der Tatsache, daß das Dasein immer wurzelloser, das Wachsein immer angespannter wird, endlich jene Erscheinung [679] hervor, die im stillen längst vorbereitet war und jetzt plötzlich in das helle Licht der Geschichte rückt, um dem ganzen Schauspiel ein Ende zu bereiten: die Unfruchtbarkeit des zivilisierten Menschen. Es handelt sich hier nicht um etwas, das sich mit alltäglicher Kausalität, etwa physiologisch, begreifen ließe, wie es die moderne Wissenschaft selbstverständlich versucht hat. Hier liegt eine durchaus metaphysische Wendung zum Tode vor. Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge; in diesem Gesamtwesen erlischt die Furcht vor dem Tode. Das, was den echten Bauern mit einer tiefen und unerklärlichen Angst befällt, der Gedanke an das Aussterben der Familie und des Namens, hat seinen Sinn verloren. Die Fortdauer des verwandten Blutes innerhalb der sichtbaren Welt wird nicht mehr als Pflicht dieses Blutes, das Los, der Letzte zu sein, nicht mehr als Verhängnis empfunden. Nicht nur weil Kinder unmöglich geworden sind, sondern vor allem weil die bis zum äußersten gesteigerte Intelligenz keine Gründe für ihr Vorhandensein mehr findet, bleiben sie aus. Man versenke sich in die Seele eines Bauern, der von Urzeiten her auf seiner Scholle sitzt oder von ihr Besitz ergriffen hat, um dort mit seinem Blute zu haften. Er wurzelt hier als der Enkel von Ahnen und der Ahn von künftigen Enkeln. Sein Haus, sein Eigentum: das bedeutet hier nicht ein flüchtiges Zusammengehören von Leib und Gut für eine kurze Spanne von Jahren, sondern ein dauerndes und inniges Verbundensein von ewigem Land und ewigem Blute: erst damit, erst aus dem Seßhaftwerden im mystischen Sinne erhalten die großen Epochen des Kreislaufs, Zeugung, Geburt und Tod jenen metaphysischen Zauber, der seinen sinnbildlichen Niederschlag in Sitte und Religion aller landfesten Bevölkerungen findet . Das alles ist für den »letzten Menschen« nicht mehr vorhanden. Intelligenz und Unfruchtbarkeit sind in alten Familien, alten Völkern, alten Kulturen nicht nur deshalb verbunden, weil innerhalb jedes einzelnen Mikrokosmos die über alles Maß angespannte tierhafte Lebensseite die pflanzenhafte aufzehrt, sondern weil das Wachsein die Gewohnheit einer kausalen Regelung des Daseins annimmt. Was der Verstandesmensch mit einem äußerst [680] bezeichnenden Ausdruck Naturtrieb nennt, wird von ihm nicht nur »kausal« erkannt, sondern auch gewertet und findet im Kreise seiner übrigen Bedürfnisse den angemessenen Platz

Die große Wendung tritt ein, sobald es im alltäglichen Denken einer hochkultivierten Bevölkerung für das Vorhandensein von Kindern „Gründe” gibt. Die Natur kennt keine Gründe. Überall, wo es wirkliches Leben gibt, herrscht eine innere organische Logik, ein „es”, ein Trieb, die vom Wachsein und dessen kausalen Verkettungen durchaus unabhängig sind und von ihm gar nicht bemerkt werden. Der Geburtenreichtum ursprünglicher Bevölkerungen ist eine Naturerscheinung, über deren Vorhandensein niemand nachdenkt, geschweige denn über ihren Nutzen oder Schaden.

Wo Gründe für Lebensfragen überhaupt ins Bewußtsein treten, da ist das Leben schon fragwürdig geworden. Da beginnt eine weise Beschränkung der Geburtenzahl — die bereits Polybios als das Verhängnis von Griechenland beklagt, die aber schon lange vor ihm in den großen Städten üblich war und in römischer Zeit einen erschreckenden Umfang angenommen hat —, die zuerst mit der materiellen Not und sehr bald überhaupt nicht mehr begründet wird. Da beginnt denn auch, und zwar im buddhistischen Indien so gut wie in Babylon, in Rom wie in den Städten der Gegenwart, die Wahl der „Lebensgefährtin” — der Bauer und jeder ursprüngliche Mensch wählt die Mutter seiner Kinder — ein geistiges Problem zu werden.

Die Ibsenehe , die „höhere geistige Gemeinschaft” erscheint, in welcher beide Teile „frei” sind, frei nämlich als Intelligenzen, und zwar vom pflanzenhaften Drange des Blutes, das sich fortpflanzen will; und Shaw darf den Satz aussprechen, „daß die Frau sich nicht emanzipieren kann, wenn sie nicht ihre Weiblichkeit, ihre Pflicht gegen ihren Mann, gegen ihre Kinder, gegen die Gesellschaft, gegen das Gesetz und gegen jeden, außer gegen sich selbst, von sich wirft”.

Das Urweib, das Bauernweib ist Mutter. Seine ganze von Kindheit an ersehnte Bestimmung liegt in diesem Worte beschlossen. Jetzt aber taucht das Ibsenweib auf,... .. oder eine Ibsenheldin, weil sie „sich selbst gehört”. Sie gehören alle sich selbst und sie sind alle unfruchtbar.

Der kinderreiche Vater ist in Großstädten eine Karikatur — Ibsen hat sie nicht vergessen; sie steht in seiner „Komödie der Liebe”.
[Das andere Werk von Ibsen, auf das hier angespielt wird heisst "Nora oder ein Puppenheim"]

Auf dieser Stufe beginnt in allen Zivilisationen das mehrhundertjährige Stadium einer entsetzlichen Entvölkerung...

Wenn irgend etwas, so beweist der allbekannte „Untergang der Antike”, der sich lange vor dem Einbruch der germanischen Wandervölker vollendete, daß Kausalität mit Geschichte nichts zu tun hat. Das Imperium genießt den vollkommensten Frieden; es ist reich, es ist hochgebildet; es ist gut organisiert; es besaß von Nerva bis Marc Aurel eine Herrscherreihe, wie sie der Cäsarismus keiner zweiten Zivilisation aufzuweisen hat. Und trotzdem schwindet die Bevölkerung rasch und in Masse hin , trotz der verzweifelten Ehe-und Kindergesetzgebung des Augustus, dessen lex de maritandis ordinibus auf die römische Gesellschaft bestürzender wirkte als die Niederlage des Varus,...

Das Edikt des Pertinax von 193 enthüllt endlich den erschreckenden Stand der Dinge: In Italien und den Provinzen wird jedem gestattet, verödetes Land in Besitz zu nehmen. Wenn er es bebaut, soll er Eigentumsrecht darüber erhalten. Die Geschichtsforscher brauchten sich den übrigen Zivilisationen nur ernsthaft zuzuwenden, um die gleiche Erscheinung überall festzustellen…

Gerade die Überlegungen in dieser Zeitschrift könnten ihnen helfen, zu einer tieferen Erkenntnis zu gelangen. Warum braucht man Gründe für Kinder? Weil man sie nicht für sich selbst, sondern für den Staat bekommen soll. Spenglers Urmensch bekommt seine Kinder für sich, nicht für seinen Gott und nicht für seinen Staat. Die Bewahrung der Tradition hält Spengler in der Stadt ja durchaus für möglich, nur eben in der Weltstadt nicht. In der Stadt gibt es für andersdenkende aber immer auch Ausweichmöglichkeiten. Man muss Tradition zuweilen auch an die Gegebenheiten anpassen (natürlich muss man den eigentlichen Kern erhalten), aber jemanden, der etwa bei der Religion nicht mehr mitmachen will, einfach auszustossen, würde die Gesellschaft viel Intelligenz kosten. Intelligenz kann man nicht einsperren, man muss lediglich dafür sorgen, daß genug Intelligenz für die Tradition arbeitet. Das geht aber nicht durch Zwang.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 02. Februar 2009 um 22:15 ( Link )

"Man soll von Gott einfach nicht so niedrig denken, als daß man annähme, er würde als Vergeltung für die pöhse Aufklärung die moslemischen Progrome schicken!" (Zitat von LaPenseur)

Da stimme ich Ihnen zu. Ich halte es statt dessen für möglich, dass Gott uns die vielen Muslime nach Europa geschickt hat, damit wir Christen eine Gelegenheit haben, auch Muslime mit unserer Mission zu erreichen. Christliche Mission ist in islamischen Länder ja nun einmal kaum möglich und steht häufig unter Strafe. Vielleicht hat Gott uns die Muslime vor die Haustür geschickt, um es uns leichter zu machen, unseren Misionsauftrag an ihnen gerecht zu werden.

Leider ist es aber so, das die christlichen Kirchen in diesem Punkt jämmerlich versagen, sowohl die römisch-katholische als auch meine evangelische. Man hat den Eindruck, dass sie noch nicht einmal begriffen haben, dass Gott ihnen diese Aufgabe gegeben hat. Sie träumen sich in Dialoge hinein, die es von Seiten der Muslime so nie geben wird. Im Gegenteil, Muslime werden Christen, die nur von Dialog reden und nicht wenigstens den Versuch unternehmen, ihnen von Christus zu erzählen, immer als Feiglinge verachten. Mit einem gewissen Recht!

Insofern halte ich die liberale Einwanderungspolitik Europas nicht zwangsläufig für das Ende des christlichen Abendlandes. Sie wird erst dann dazu werden, wenn die Christen Europas weiter versagen. Das Problem ist nicht der Islam, sondern der geistliche Bankrott des Christentums in Europa (in beiden großen Konfessionen).

K_Kurz , am 02. Februar 2009 um 22:34 ( Link )

"Jetzt haben wir die Türken da"
Also viele Türken, die ich kenne, sind sehr gläubige Moslems. Sie zahlen auch fleißig ihre Steuern und fahren neue deutsche Autos (wechseln diese auch ziemlich oft). Die brauchen auch nicht die 2500 Euro Verschrottungsprämie! Nein, keinen Dacia und auch keine Renaults usw. wie auch immer die anderen Hersteller heißen (das machen dann eher die Deutschen Staatsbürger um die lieben Franzosen und Japanern usw. zu unterstützen). Gegen Ungläubige kämpft ein (richtiger!)Moslem, wenn ihm durch die Ungläubigen Krieg erklärt wurde.
Terroristen sind keine richtigen Moslems, weil sie alleine durch Selbstmorde die größte Sünde begehen!
Jedenfalls kann man eine Religion nicht ändern und ich finde z.B. dass sich Homosexuelle (ich habe nichts gegen diese Menschen) sich auch nicht in der Kirche trauen können, außer man legt sich die Religion so aus, wie sie dem Volk passt, das ist aber nicht der Sinn vom Christentum. Ach ja, was die Bestrafung bei den Moslems betrifft... Vielleicht hätten wir in Deutschland auch weniger missbrauchte Kinder, wenn die Taten strenger bestraft werden würden. Diese Straftäter sind meißt katholisch (natürlich keine gläubigen Katholiken :-) oder Atheisten die so zu sagen an garnichts glauben aber bestimmt keine Moslems. Ich glaube ein Jude auch nicht so weit ich weiß. Den Islam kann man natürlich auch nicht ändern, er ist so wie er ist. Welche Religion die Wahre ist, schauma mal... soll doch jeder für sich selbst entscheiden...

freulein , am 02. Februar 2009 um 22:49 ( Link )

Leider entspricht unser Bild von der Verbreitung von Ideen, die der Political Correctness widersprechen, aber auch der Ideen, die ihr konform sind, nicht der tatsächlichen jeweiligen Verbreitung dieser Ideen.

Wer erstere hegt, hat ganz einfach mehr und mehr Angst, dies zu bekunden, je hysterischer die Reaktionen werden (Es gibt einen eindeutigen Trend in Richtung zu mehr Hysterie in den letzten Jahren/Jahrzehnten). Wer letztere bekundet, ist vielleicht nur jemand, der den einfachen Applaus erheischen möchte, sich einschmeicheln will aus (Polit-)Karrieregründen, selber aber womöglich ganz Anderes glaubt.

Wenn es eine Klimakatastrophe gibt, dann diese. Sie vergiftet die Diskussionskultur des Landes, Diskussion ist nicht mehr möglich, nur Schweigen auf der einen, nicht-PC konformen Seite (man braucht sich also nicht zu wundern, wenn Talkshows dann recht einseitig werden), sowie das endlose Wiederkäuen ewiggleicher Floskeln auf der andern Seite.

okzident , am 02. Februar 2009 um 23:22 ( Link )

Der Islam ist nicht nur Religion, sondern auch vor allem eine Ideologie, die Ungläubige zu Untermenschen degradiert und die Herrschaft verlangt.
LePenseur hat mit seinen Ansichten leider recht und ein Holzkopf wie Jürgen Hodler leistet dem muslimischen Vormachtanspruch ebenso gute Dienste wie ein unaufmerksamer Dhimmi K_Kurz oder die von ihm so misstrauisch beäugten aufgeklärten atheistischen Gutmenschen. Normalerweise werde ich nicht so direkt und nassforsch, aber ein Herr J.Hodler teilt ja auch aus und wird daher auch einzustecken bereit sein. Außerdem ist die Naivität der Europäer in Bezug auf den POLITISCHEN (und der Islam ist durch und durch politisch!!!) Islam absolut unerträglich und lachhaft.

Der Europäer beliebt nicht zur Kenntnis zu nehmen, was sich weltweit an Radikalisierung aufbaut und was sich demographisch vor seiner Haustür tut und damit wird er Europa in absehbarer Zeit in bürgerkriegsähnliche, immer wieder aufflackernde Bürgerkriege treiben und zersplittern. Integrieren kann man nur einen Integrationswilligen!

Schon mal das von mir oben verlinkte Video gesehen oder keine Zeit für solch einen Quatsch? Schade...

Ich bin Atheist und arbeite aktiv mit Christen, Juden, Frauen, Männern, sog. Linken und sog. Rechten (huch, nein keine Angst: NPD und Neonazis sind nicht dabei - das sind auch eigendlich eher Linke, also Sozialisten), Deutschen und Ausländern gegen die Islamisierung unseres Landes.
Dieses ständige auseinanderdifferenzieren ist furchtbar und bescheuert.
Bei allen Differenzen, gilt es für die Europäer heute zusammenzustehen.

Hier noch ein paar Schmankerl aus Mein Kampf, ach pardon, aus dem Koran natürlich:

Sure 2,178
Pa: Ihr Gläubigen! Bei Totschlag ist euch die Wiedervergeltung vorgeschrieben: ein Freier für einen Freien, ein Sklave für einen Sklaven und ein weibliches Wesen für ein weibliches Wesen.
Sure 2,191
Pa: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben!
Sure 2,193
Pa: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!
Sure 2,216
Pa: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist.
Sure 2,244
Pa: Und kämpft um Allahs willen!
Sure 4,74
Pa: Und wenn einer um Allahs willen kämpft, und er wird getötet - oder er siegt -, werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn geben.
Sure 4,76
Pa: Diejenigen, die gläubig sind, kämpfen um Allahs willen, diejenigen, die ungläubig sind, um der Götzen willen. Kämpft nun gegen die Freunde des Satans!
Sure 4,104
Pa: Und lasst nicht nach in eurer Bereitschaft, den Feind aufzusuchen und zum Kampf zu stellen.
Sure 5,35
Pa: Ihr Gläubigen! Fürchtet Allah und trachtet danach, ihm nahe zu kommen, und führet um seinetwillen Krieg.
Sure 8,12
Pa: Haut (ihnen [ den Ungläubigen ] mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden Finger von ihnen!
Sure 8,39 [textgleich mit Sure 2,193]
Pa: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!
Sure 9,5
Pa: Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf.
Sure 9,36
Pa: Und kämpft allesamt gegen die Heiden, so wie sie allesamt gegen euch kämpfen.
Sure 9,111
Pa: Nun müssen sie (die Gläubigen) um Allahs willen kämpfen und dabei töten oder den Tod erleiden.
Sure 9,123
Pa: Ihr Gläubigen! Kämpft gegen diejenigen von den Ungläubigen, die euch nahe sind! Sie sollen merken, dass ihr hart sein könnt.
Sure 47,35
Pa: Lasst nun (in eurem Kampfeswillen) nicht nach und ruft (die Gegner) nicht (vorzeitig) zum Frieden, wo ihr doch (letzten Endes) die Oberhand haben werdet!

8, 55
Pa: Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden (?).
Pa: Die Ungläubigen aber genießen (ihr kurz befristetes Dasein) und verleiben sich (gedankenlos) ihre Nahrung ein (wörtlich: essen), wie das Vieh es tut. Sie werden ihr Quartier im Höllenfeuer haben.
Pa: Sie [die zuerst gläubig waren, dann aber wieder abgefallen sind] sind die (wahren) Feinde. Darum nimm dich vor ihnen in acht! Diese allahverfluchten (Leute) (wörtlich: Allah bekämpfe sie)!

Sure 5,38
Pa: Wenn ein Mann oder eine Frau einen Diebstahl begangen hat, dann haut ihnen die Hand ab.
Sure 24,2
Pa: Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann verabreicht jedem von ihnen 100 Hiebe!
Sure 24,4
Pa: Und wenn welche ehrbare Frauen in Verruf bringen und hierauf keine vier Zeugen beibringen, dann verabreicht ihnen 80 Hiebe …
Sure 4,34
Pa: Die Männer stehen über den Frauen … Und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie.

Sure 24,29
Pa: Es ist (aber) keine Sünde für euch, Häuser zu betreten, die nicht (eigentlich) bewohnt sind, und in denen etwas ist, das ihr benötigt.

Sure 2,228
Pa: Und die Männer stehen (bei alledem) eine Stufe über ihnen [den Frauen]
Sure 4,11
Pa: Auf (ein Kind) männlichen Geschlechts kommt (bei der Erbteilung) gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts.
Sure 9,29
Pa: Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Allah und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben - (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand (?) Tribut entrichten!

Sure 2,223
Pa: Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. Geht zu (diesem) eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt.
Sure 4,15
Pa: Und wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches begehen, so verlangt, daß vier von euch (Männern) gegen sie zeugen! Wenn sie (tatsächlich) zeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Allah ihnen eine Möglichkeit schafft, (ins normale Leben zurückzukehren)!
Sure 33,36

Pa: Und weder ein gläubiger Mann noch eine gläubige Frau dürfen, wenn Allah und sein Gesandter eine Angelegenheit (die sie betrifft) entschieden haben, in (dieser) ihrer Angelegenheit (frei) wählen.
Sure 33,50
Pa: Prophet! Wir haben dir zur Ehe erlaubt: deine Gattinnen, denen du ihren Lohn gegeben hast; was du (an Sklavinnen) besitzt, (ein Besitz, der) dir von Allah (als Beute) zugewiesen (worden ist); die Töchter deines Onkels und deiner Tanten väterlicherseits und deines Onkels und deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir ausgewandert sind; (weiter) eine (jede) gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten schenkt und er (seinerseits) sie heiraten will. Das (letztere?) gilt in Sonderheit für dich im Gegensatz zu den (anderen) Gläubigen.
Sure 60,10
Pa: Die gläubigen Frauen (wörtlich: Sie) sind diesen (wörtlich: ihnen, d.h.den ungläubigen Männern) nicht (zur Ehe) erlaubt, und umgekehrt.

Sure 2,191
Pa: Der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, ist schlimmer als Töten.
Sure 2,217
Pa: Und der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, wiegt schwerer als Töten.
Sure 47,8
Pa: Diejenigen aber, die ungläubig sind, - nieder mit ihnen!

Sure 5,89
Pa: Allah belangt euch (beim Gericht?) nicht wegen des (leeren) Geredes in euren Eiden. Er belangt euch vielmehr, wenn ihr eine (regelrechte) eidliche Bindung eingeht (und diese dann nicht haltet). Die Sühne dafür besteht darin, daß man zehn Arme beköstigt, so wie ihr gewöhnlich (wörtlich: im Durchschnitt) eure (eigenen) Angehörigen beköstigt, oder sie kleidet oder einen Sklaven in Freiheit setzt. Und wenn einer keine Möglichkeit (zu derartigen Sühneleistungen) findet, hat er (dafür) drei Tage zu fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr schwört (und hierauf eidbrüchig werdet).
Sure 66,2
Pa: Allah hat für euch angeordnet, ihr sollt eure (unbedachten?) Eide (durch eine Sühneleistung?) annullieren (wörtlich: lösen).

Sure 47, 4-5: “Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande!“
Sure 48, 28: “Er ist es, der seinen Gesandten (Mohammed) geschickt hat mit der Führung und der Religion der Wahrheit, daß er sie siegreich mache über jede andere Religion. Und Allah genügt als Bezeuger.” (siehe auch 5.34)
Sure 66, 9: “Prophet! Führe Krieg gegen die Ungläubigen und die Heuchler (munaafiqien) und sei hart gegen sie! Die Hölle wird sie (dereinst) aufnehmen - ein schlimmes Ende!“
Sure 9, 123: “O die ihr glaubt, kämpfet wider jene der Ungläubigen, die euch benachbart sind, und laßt sie in euch Härte finden; und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.“
Sure 8, 39: „Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt..“
Sure 98, 6: „Siehe die Ungläubigen vom Volk der Schrift (d.h. Juden und Christen) … Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.“
Sure 61„Die Schlachtordnung“, Vers 3 u. 4 :„Großen Hass erzeugt es bei Allah, dass ihr sprecht, was ihr nicht tut. Siehe Allah liebt die, welche in seinem Weg in Schlachtordnung kämpfen, als wären sie ein gefestigter Bau.“
Sure 4, 89: “Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich seiet. Nehmet euch daher keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern auf Allahs Weg. Und wenn sie sich abkehren (vom Glauben), dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer.“

okzident , am 02. Februar 2009 um 23:23 ( Link )

Fortsetzung:

Sure 2, 216: “Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.” Gemeint ist der Kampf mit Waffen.“
Sure 4, 74: “Und so soll kämpfen in Allahs Weg, wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle er oder siege er, wahrlich dem geben wir gewaltigen Lohn.”
Hadit 14, Von ibn Mas’ud: “Allahs Gesandter salla Allah u alihi wa sallamhat gesagt: Das Blut eines Moslim ist nicht erlaubt, außer in einem dieser drei Fälle: der verheiratete Ehebrecher, Leben um Leben (Blutrache), und der seinen Glauben Verlassende, von seiner Gemeinschaft Getrennte. Dies berichteten Buhari und Moslim.“
Sure 9, 5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.“
Sure 9: „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! …“
Sure 9, 52: “Erwartet ihr (die Ungläubigen) etwa, dass uns nicht eins der beiden schönsten Dinge treffen wird (Sieg oder Märtyrertod)?’ Und wir erwarten von euch (den Ungläubigen), dass euch Allah mit einer Strafe treffen wird, sei es von Ihm oder durch unsere Hand. Und so wartet; siehe wir warten mit euch.“
Sure 2,193: ´Und bekämpfet sie, bis die Verführung [zum Unglauben] aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist….´
Sure 9, 111: „Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. … Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist die große Glückseligkeit.“
Sure 4, 76: „Wer da glaubt, kämpft in Allahs Weg, und wer da nicht glaubt, kämpft im Weg des Tagut. So bekämpfet des Satans Freunde. Siehe, des Satans List ist schwach.“
Sure 4, 84: „So kämpfe in Allahs Weg; nur du sollst (dazu) gezwungen werden; und sporne die Gläubigen an. …“
Sure 5,17: „Ungläubig sind gewiß diejenigen, die sagen: Christus, der Sohn Marias, ist Gott!“
Sure 9, 41: ´Ziehet aus, leicht und schwer (bewaffnet), und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg.´
Sure 4, 104: „Und erlahmet nicht in der Verfolgung des Volkes (der Ungläubigen); leidet ihr, so leiden sie, wie ihr leidet. …“
Sure 47, 35: „Werdet daher nicht matt und ladet (sie) nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt; …“
Sure 5, 38 (42): „Und der Dieb und die Diebin, schneidet ihnen ihre Hände ab als Lohn für ihre Taten. (Dies ist) ein Exempel von Allah, und Allah ist mächtig und weise.“
Sure4, 89: “Wenn sie sich abkehren, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.”
Die 85. Sure des Korans droht jedem, der „die Gläubigen herausfordert“, die „Strafe der Verbrennung“ an.
etc etc”

Dies hier ist eine kleine Auswahl, die ich mal bei PI, glaube ich, entdeckt habe. Ich habe noch andere Sammlungen und auch das Hassbuch Koran selbst zur Hand.
Ach ja: Nein, ich bin nicht von PI indoktriniert :-) und PI liegt auch nicht auf NPD-Linie, sondern arbeitet, wie jeder Islamkritiker sowohl gegen diese Braun-Sozialisten, wie auch gegen die Rot-Grün-Sozialisten, die ja alle eher Islamophil sind :-(

Ach, und noch etwas zum Schluss:
Anders, als den Christen die Bibel, gilt der Koran den Moslems als das direkte Wort Allahs und nicht als von Menschen niedergeschrieben.

Entschuldigt die Länge des Beitrages.

Fatal , am 02. Februar 2009 um 23:54 ( Link )

@ Satanas: Guter und sehr interessanter Beitrag. Auch wenn ich es für falsch halte, ein Schema im geschichtlichen Ablauf erkennen zu wollen, sollte ich mir Herrn Spenglers Werk mal zu Gemüte führen.

@ Max:

Ich bin auch sehr froh darüber, dass wir, die gottgleichen und übervernünftigen Menschen, diesen unsäglichen Zehnten endlich abgeschafft haben und ihn mit einem sozial gerechteren "Zweiten" ersetzt haben.
Und ich bin froh darüber, dass derzeitige Glaubensabweichler nur den Rauswurf bei Kerner zu befürchten haben und nicht das Schicksal eines Giordano Bruno.

Nun, Multi-Kulti und eine demokratisch-unverantwortliche Einwanderungspolitik sind sicherlich keine Erfindungen der katholischen Kirche sondern einzig und allein dem "nach-mir-die-Sintflut"-Staatswesen der Aufklärung geschuldet. Die selbstzerstörerische Einwanderungspolitik ist übrigens eines von vielen Paradebeispielen für die Begrenztheit der menschlichen Vernunft. Jene Vernunft, die von den "Aufklärern" verherrlicht wird/wurde und die Menschheit regelmäßig von einem Unglück in das nächste stürzt.
Freie Einwanderung ist etwas wunderbares, es gibt jeder Zivilisation neue Kraft. Der Fehler besteht nur darin, dass durch falsche Anreize (Sozialstaat) eine Art Negativauslese betrieben wird.
Diese Art des Gedankenspiels ist jedoch wirklich mehr als lächerlich. Da bastelt man sich in seinem Hirn eine Traumwelt des guten und vernünftigen Menschen sowie des ewigen moralischen, geistigen und materiellen Fortschritts zusammen
Sie haben sich wohl vor Ihrer Mises-Kritik genauso sehr mit ihm beschäftigt, wie es Paul Krugman getan hat: gar nicht. Kernidee von Mises, sowie des gesamten Liberalismus, ist es, dass der Mensch an sich nicht vernünftig ist, die klassischen Ökonomen hätten sich niemals das Hirngespinst "Homo Oeconomicus" erträumt. Eben dadurch, dass man jedem Menschen die alleinige Verantwortung für sich und sein Eigentum überträgt, sorgt man dafür, dass er erstens seine Entscheidungen mit Bedacht trifft, da er sonst nur sich selbst schadet und zweitens ist jeder bei einer falschen Entscheidung selbst der Hauptbetroffene.
Dadurch unterscheidet sich der Liberalismus von ausnahmslos allen anderen Ideologien, die sich darin einig sind, dass gewisse Menschen mit ausreichend Macht ausgestattet sein sollten, um Entscheidungen für ihre Mitmenschen zu treffen.

Aber hört ein Mensch denn auf, dem Menschen ein Wolf zu sein, wenn man ihm ein Krönchen aufs Haupt setzt oder ihm sonstige Machtinsignien verleiht? Keineswegs, er wird erst dadurch richtig gefährlich.

Mit dieser "freien Gesellschaft" als Maßstab muß man zwangsläufig jede vergangene und bestehende Ordnung als "rückständig" verurteilen.
Ich nehme von Begriffen wie "rückständig" oder "progressiv" Abstand, da sie schon oft missbraucht wurden, ich würde es eher als "verbesserungswürdig" bezeichnen.

Jürgen Hodler , am 03. Februar 2009 um 1:16 ( Link )

Hier gilt es ja noch einige Hünchen zu rupfen, aber beim schnellen Überfliegen stach mir folgender Punkt augenblicklich ins Auge:

„Sie haben sich wohl vor Ihrer Mises-Kritik genauso sehr mit ihm beschäftigt, wie es Paul Krugman getan hat: gar nicht. Kernidee von Mises, sowie des gesamten Liberalismus, ist es, dass der Mensch an sich nicht vernünftig ist, die klassischen Ökonomen hätten sich niemals das Hirngespinst "Homo Oeconomicus" erträumt. Eben dadurch, dass man jedem Menschen die alleinige Verantwortung für sich und sein Eigentum überträgt, sorgt man dafür, dass er erstens seine Entscheidungen mit Bedacht trifft, da er sonst nur sich selbst schadet und zweitens ist jeder bei einer falschen Entscheidung selbst der Hauptbetroffene.“

So so, der Liberalismus tut dies, er tut das, er tut jenes etc. Das sind zunächst einmal lediglich ideologische Positionierungen, welche eben diesen Liberalismus gegenüber jedweder Kritik immunisieren sollen und darüber hinausgehend einer historischen Bewertung entziehen. Somit sind Ihre Liberalismuslobhudeleien für den Außenstehenden auch recht belanglos.

So weit, so gut! Aber jetzt wird’s richtig interessant:

Sie schreiben: „…sorgt man dafür, daß er….“ Nun, wer ist Herr „Man“ und - noch wichtiger – wie wird dieses „sorgt man“ bewerkstelligt? Dieser Frage ging der gute Ludwig v. Mises, der ja bekanntlich nicht nur Ökonom, sondern auch Sozialwissenschaftler war, aus gutem Grund stets aus dem Wege. Wenn ich beispielsweise die Kampfschrift „Liberalismus“ zur Hand nehme, dann darf ich zwar viel darüber lesen, wie der Staat den Schutze des Privateigentums zu bewerkstelligen hat, aber ich erfahre mit keiner Silbe, wie eine derartige Rechtsordnung zu inthronisieren sei. Wobei man hier eh wieder mit dem grundsätzlichen Problem konfrontiert wird, daß der staatliche Eigentumsschutz, sobald zum höchsten Ziel erklärt, über kurz oder lang unweigerlich in einem utilitaristischen „Effizienzrecht“ versanden wird. Auch dies hat die Geschichte zur Genüge bewiesen, denn das von den bourgeoisen Revolutionen in den heiligen Verfassungsstand erhobene Eigentumsrecht hatte stets nur einen flüchtigen Charakter. Nun gut, wenn ich mich recht entsinne, finden sich lediglich in den beiden Schlußparagraphen der Nationalökonomie einige Andeutungen, welche aber ohne Übertreibung in die Kategorie „intellektuelle Arroganz“ einsortiert werden dürfen. Entweder erkennt der Mensch die Segnungen seiner Nationalökonomie, oder er wird sang und klanglos untergehen. Arroganter geht’s nun wirklich nimmer.

Aber nochmals zurück zu Ihnen: Wie wird das „sorgt man“ bewerkstellig? Hier bleibt Ihnen eigentlich nur ein Ausweg: Der schlußendlich nur metaphysisch zu deutende Vernunft- bzw. Fortschrittsglaube, welcher sich stets mit der verräterischen Floskel „aufklären“ tarnt. Wobei ich mich – insbesondere beim LePenseur - unentwegt frage, wie dieser mit dem christlichen Erlösungsglauben wirklich eng verwandte Fortschrittsglaube den „aufgeklärten“ Rationalisten auf Dauer überhaupt befriedigen kann. Der Mensch ist entsprechend C. G. Jung anscheinend doch ein "homo religiosus".:) Also die Kritik von Max ist in vollem Umfange berechtigt.

Bauer , am 03. Februar 2009 um 7:46 ( Link )

Umfrage
Papst Benedikt XVI. hat mit seinen jüngsten Entscheidungen viel Kritik hervorgerufen. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?
Sehr gut, er zieht seine Linie durch und macht alles richtig.
Er ist ein gutes Kirchenoberhaupt, auch wenn nicht jede Entscheidung glücklich ist.
Skandalös. Ein Papst darf Holocaust-Leugner nicht in seiner Kirche dulden.
abstimmen
Ergebnis
66% Sehr gut, er zieht seine Linie durch und macht alles richtig.
11% Er ist ein gutes Kirchenoberhaupt, auch wenn nicht jede Entscheidung glücklich ist.
23% Skandalös. Ein Papst darf Holocaust-Leugner nicht in seiner Kirche dulden.
22569 abgegebene Stimmen
http://www.welt.de/politik/article3135060/Sinistre-Abweichler-Vatikan-muss-jetzt-handeln.html#vote_3129668

Fatal , am 03. Februar 2009 um 9:30 ( Link )

[...]einige Andeutungen, welche aber ohne Übertreibung in die Kategorie „intellektuelle Arroganz“ einsortiert werden dürfen. Entweder erkennt der Mensch die Segnungen seiner Nationalökonomie, oder er wird sang und klanglos untergehen. Arroganter geht’s nun wirklich nimmer.
Na, das erinnert mich doch an irgendwen hier im Forum, nur unter anderen Vorzeichen :)

Ob der von mir erwähnte "man" nun Hans Graf zu Rantzau oder Deng Xiaoping heißt, ist für den von mir erwähnten Zusammenhang zwischen Eigentum und Verantwortung absolut unerheblich. Fest steht, und dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele, dass je besser die Eigentumsfrage geklärt ist und je autonomer die Bevölkerung über ihr Schicksal entscheiden darf, ihr Wohlstand umso größer ist.

Von Mises, seine Vorgänger und seine Nachfolger haben diesen Zusammenhang klar erkannt und auch wissenschaftlich formuliert. Ihm ist es nicht nur zu verdanken, dass der Sowjetunion noch vor ihrer Gründung der intellektuelle Boden entzogen wurde, er hat sogar die Folgen der Enteignung über die Gelddruckpresse haargenau vorhergesehen.

Damit ist er auch noch 35 Jahre nach seinem Tod seinen derzeitigen Kollegen allen voran dem ein oder anderem Nobelpreisträger meilenweit überlegen.

Querdenker , am 03. Februar 2009 um 11:39 ( Link )

„Wir sind Papst“ dröhnte es noch nicht vor all zu langer Zeit aus den Lautsprechern des Mainstreams.
Der Papst hat nun den Denkern und Lenkern der deutschen Erziehungsbehörden das Rückgrat seines christlichen Weltbildes entgegengesetzt.
Dürfen wir nun nicht mehr Papst sein oder kein Rückgrat haben?
Vielleicht auch beides?
Die Qualität unseres Denkens schafft die Umstände, die wir antreffen.

Satanas , am 03. Februar 2009 um 13:51 ( Link )

@Fatal


Man vergleiche doch nur islamisch geprägte Rechtssysteme mit den "fanatischen Menschenrechtlern, die an Fanatismus und Primitivität nicht zu überbieten sind":


Wo werden Menschen in Psychiatrien gesteckt, wenn sie zu einer anderen Religion konvertieren?

Nichts für ungut fatal, aber mich erinnert so etwas vor allem an die Sowjetunion. Neulich hat Bökenkamp in einem seiner Artikel erwähnt, dass eine Berliner Zeitung habe Schönbohm einst geraten sich das Gehirn untersuchen zu lassen, weil er auf Probleme in der Ausländerpolitik hinwies.

http://www.ef-magazin.de/2008/12/29/868-zum
-tode-von-samuel-huntington-kultur-als-faktor
-im-21-jahrhundert

Es wird hier zwar niemand zwangseingewiesen, aber auf niedrigem Niveau ist das für-verrückt-erklären des Gegner (man denke etwa an den "verwirrten General" Günzel) auch bei uns schon, wieder oder noch gang und gäbe.

Es ist nötig darauf hinzuweisen, von das führt, und zwar eben auch von selbsternannten "Aufklären". (Die Kant aber höchtwahrscheinlich für ein Ikaearegal oder die neuste Brotsorte halten).

Natürlich sind Gottesstaaten keine Alternative, sie sind aber auch nicht die Voraussetzung solcher Zustände.

Max , am 03. Februar 2009 um 14:19 ( Link )

@ Fatal:

Fest steht, und dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele, dass je besser die Eigentumsfrage geklärt ist und je autonomer die Bevölkerung über ihr Schicksal entscheiden darf, ihr Wohlstand umso größer ist.

Sie können in ihrer Eigenschaft als Fortschrittsanbeter ja vieles tun, aber bitte bemühen sie nicht die Weltgeschichte und damit vergangene Generationen und Kulturen. Da dreht es mir ja den Magen um! Nennen Sie mir doch eine einzige gottlose, individualistische und materialistische Gesellschaft, die auch nur ansatzweise etwas zustande gebracht hat?!

Von Mises, seine Vorgänger und seine Nachfolger haben diesen Zusammenhang klar erkannt und auch wissenschaftlich formuliert. Ihm ist es nicht nur zu verdanken, dass der Sowjetunion noch vor ihrer Gründung der intellektuelle Boden entzogen wurde, er hat sogar die Folgen der Enteignung über die Gelddruckpresse haargenau vorhergesehen.

Sie drehen sich im Kreis. Die Sowjetunion hat trotzdem 70 Jahre lang ihr Unwesen getrieben, und 15 Jahre nach der Oktoberrevolution fand in Deutschland eine noch viel schlimmere Revolution statt. Und auch jetzt bewegen wir uns wieder in Richtung Kommunismus. Warum ist das so, warum wählen die Massen seit 1789 in regelmäßigen Abschnitten den Untergang, wenn doch die Mises’sche Wunderwelt so einfach und logisch ist? Mises konnte diese Frage bekanntlich nie richtig beantworten und selbst im Jahre 2009 ist von Ihnen und ihrer Zunft zu diesem Thema nicht viel mehr zu vernehmen als ein paar lächerliche Fortschrittsbekenntnisse und die verzweifelte Durchhalteparole, dass es der Mensch (mit seinem unendlichen Verstand) doch schon irgendwie und irgendwann richten wird.

Von Mises, seine Vorgänger und seine Nachfolger haben diesen Zusammenhang klar erkannt und auch wissenschaftlich formuliert .

Schön und gut (und auch fast alles richtig), das beantwortet aber die Grundfrage nicht: Wer ist dieser „man“, der die Mises’sche Privateigentumswelt („freie Gesellschaft“) etabliert? Doch sicherlich nicht die „befreite“ und „selbstbestimmte“ Vernunft. Letztere hat die Menschheit nur allzu oft im Stich gelassen.

K_Kurz , am 03. Februar 2009 um 14:44 ( Link )

Ich habe als (für Sie Okzident ich als gläubiger Moslem)nicht im Geringsten ein Problem mit Papst seinen Handlungen. Er zieht seine Linie durch. Seine Aussage in Regensburg finde ich auch nicht schlimm, ich bin nämlich selbst gebürtiger Regensburger und ich glaube, dass er das nicht so gemeint hat, wie es viele (leider) aufgefasst haben. Sie brauchen für keine Suras hier mit STRG+c und STRG+v in deutscher Übersetzung einfügen. Atheisten suchen sich immer einen Halt bei einer Gemeinschaft. Ob es Juden, Moslems oder Christen sind. Alleine können sie nichts bewegen. Sie reduzieren den Islam auf Kriege und Terroristen, gut könnte ich auch bei den Katholiken machen, nämlich auf Nazis und Kinderschänder oder solche wie z.B. in Bosnien Massenmord an unschuldigen Moslems in Srebrenica ausgeübt haben. Mache ich aber nicht. Ich als gläubiger Moslem hatte noch nie Probleme mit gläubigen Chirsten, die auch natürlich ihre Kirchensteuer bezahlen. Viel mehr sind es Menschen die entweder aus der Kirche ausgetreten sind also die eigentlich nichts mehr mit der Kirche zu tun haben oder verwirrte, die sich Stückchen aus verschiedenen Religionen holen und Streit suchen (so wie Sie Okzident). Okzident, Sie können mich als gläubigen Moslem auch nicht mit Ihren Aussagen provozieren, viel mehr merke ich dur Ihre Kommentare wie sehr Angst Sie vor dem Islam haben. Sie brauchen aber keine Angst zu haben so lange Sie nicht den Held spielen und einen Moslem physikalisch angreifen.

Siechtum , am 03. Februar 2009 um 15:39 ( Link )

101!

A. Lehmann , am 03. Februar 2009 um 16:53 ( Link )

Die große Schmierenkomödie geht nun offensichtlich richtig los, die ganz dicken Kaliber werden ausgepackt:

Die Kanzlerin schreitet ein und Spiegel online ist praktisch dem Papst und den Pius-Brüdern gewidmet. Ein paar Schlagzeilen:

- "Holocaust-Debatte: Merkel fordert Papst zur Klarstellung heraus"
- "Päpstliches PR-Desaster"
- "Kardinal Lehmann: Papst-Entscheidung Katastrophe"
- "Hells bells. Papst erschüttert Katholiken"
- "Piusbrüder verlangen mehr Macht im Vatikan"
- "Wie die Piusbrüder gegen Juden, Schwule und Muslime hetzen"

Welche Mittel werden als nächstes eingesetzt werden?

Hanna Thiele , am 03. Februar 2009 um 18:29 ( Link )

@ A. Lehmann

Das ist keine Schmierenkomödie, eher eiskalter Machtkampf.

So, wie der polnische Papst nicht unwesentlich zum Scheitern des Sowjet-Kommunismus beigetragen hat, fürchtet die Kanzlerin wohl, dass der deutsche Papst den Euro-Sozialismus gefährden könnte, der ihr doch so sehr am Herzen liegt, weil sich DDR-Verhältnisse einfach so schön mutti-warm anfühlen, dass alle begeistert „ja“ schreien – und natürlich Mutti Merkel wählen.

Satanas , am 03. Februar 2009 um 18:53 ( Link )

@Hanna Thiele

Gut erkannt. Hoffen wir daß die Analogie greift. Das wäre doch mal ein schönes Stück deutsch-polnisch-tschechische Zusammenarbeit.

A. Lehmann , am 03. Februar 2009 um 20:21 ( Link )

In der Tat kann der Papst dem EU-Sozialismus nur feindlich gesinnt sein, denn er ist ein Mann von Ehre und überragt alleine dadurch alle EU-Eunuchen um Haupteslänge!

eo , am 03. Februar 2009 um 23:12 ( Link )

"Holocaust-Debatte:
Merkel fordert Papst zur Klarstellung heraus"

Sieht fast
so aus, als ob
unsere Kanzlerin einen
Anruf von Frau Sp. bekommen
hätte. Zudem hat sich ihr Statthalter
heute mit eim vorwitzigen
Kommentar unters
Volk begeben.

Bauer , am 04. Februar 2009 um 6:14 ( Link )

Ich bin kein gläubiger Christ aber ich hoffe, in unser aller Interesse, dass der Papst standhaft bleibt.
Merkel soll sich um ihre Angelegenheiten kümmern.

Jesus Christus , am 09. Februar 2009 um 1:02 ( Link )

Wen interessiert eigentlich das Geschwätz von "André F. Lichtschlag"?

Jesus Christus , am 09. Februar 2009 um 1:06 ( Link )

Herr Lichtenschlag - danke!

pius bruder , am 19. Februar 2009 um 2:40 ( Link )

Ich habe eine Community eingerichtet
http://www.piusbruder.de/
Dort sollen Informationen gebündelt und kommuniziert werden- über alle Ansichten hinweg soll dies geschehen.


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