Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Feuerkatastrophe in Australien: Umweltschutz tötet – schon jetzt

von Robert Grözinger

Der Kern der Umweltschutzideologie ist ihr Menschenhass

Kurz bevor in Südaustralien am vorvergangenen Wochenende die jüngsten verheerenden Buschfeuer ausbrachen, die fast zweihundert Menschen das Leben kosteten und unzählige Grundstücke vernichteten, lag die dortige Lufttemperatur bei selbst auf dem sonnigen Kontinent sehr ungewöhnlichen 46 Grad Celsius. Umweltschützer hatten sich beeilt, die hohen Temperaturen, dann auch die Buschbrände, dem Klimawandel zuzuschreiben. Wie auch nach der Überflutung New Orleans' nach dem Hurrikan Katrina im August 2005 deuteten Umweltschutzaktivisten und -politiker an, die Natur schlage zurück und bestrafe den Menschen für frevelhaftes Verhalten.

Es mag sein, dass die Extremtemperaturen vor dem Feuer zum Teil einer Klimaerwärmung geschuldet sind. Sie wird zwar heutzutage in den Medien eher Klimawandel genannt, weil man sich mit dem Wort „Erwärmung“ seit zwei Jahren in vielen Teilen der Welt nur noch lächerlich machen würde. Aber, nehmen wir das mal an. Nehmen wir ferner an, dass ein Teil dieser Erwärmung auf von Menschen zusätzlich freigesetzte Klimagase wie CO2 und Methan zurückzuführen ist. Würde ein vernünftiger Mensch den Ausstoß von Klimagasen in Europa, Amerika und Asien drastisch senken, und Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen die Lebensgrundlage entziehen, um Buschfeuer in Südaustralien oder Überflutungen küstennaher Großstädte zu verhindern?

Wahrscheinlich nicht. Nicht, weil ihm die von den Katastrophen betroffenen Menschen egal wären, sondern weil es unmöglich ist, mit hinreichender Sicherheit zu sagen, ob eine drastische Senkung des Ausstoßes der Klimagase die gewünschte Wirkung hätte – die Senkung der Anzahl von Naturkatastrophen. Wir könnten bis zum Geht-nicht-mehr, also bis zur Ruinierung der Lebensgrundlage von 90 Prozent der Menschheit, den Ausstoß von Klimagasen vermindern – und trotzdem eine Klimakatastrophe bekommen. Zum Beispiel eine neue Eiszeit oder eine Erhöhung der Temperaturen mit Ausdehnung der Wüsten und Erhöhung des Meeresspiegels. Dann sähen wir nicht nur ziemlich düpiert aus, wir hätten vor allem dramatisch weniger Möglichkeiten, uns vor der Unbill der Natur zu schützen als zuvor.

Und das genau ist der relevante Punkt. Die Brandkatastrophe in Australien forderte diesmal deswegen so viele Opfer und verursachte deswegen so viel Sachschaden, weil die Politik und die örtlichen Behörden, angetrieben durch Umweltschützer, den Bürgern jahrelang verboten hatten, auf ihren eigenen Grundstücken Bäume zu fällen und Flurbereinigungen vorzunehmen. Nur in einem schmalen Streifen von bis zu sechs Metern von ihren Häusern war das den Einwohnern erlaubt. Viele protestierten, dass dies zum Schutz vor den häufig auftretenden Buschfeuern nicht ausreichen würde. Wer sich aber über die Anweisungen der Behörden hinwegsetzte, wie Liam Sheahan, bekam Geldstrafen aufgebrummt, in seinem Fall 50.000 australische Dollar – wobei für ihn nochmals 50.000 an Gerichtskosten hinzukamen. Er hatte vor sieben Jahren auf einer Breite von bis zu hundert Metern vor seinem Haus die Flur bereinigt, berichtete der „Sydney Morning Herald“ am 12. Februar. Während die Häuser seiner Nachbarn abfackelten, konnte Sheahan mit Hilfe seines Sohnes die Vernichtung seines Eigentums mit Ach und Krach gerade noch verhindern.

Jetzt hagelt es natürlich Anschuldigungen gegen Regierung und Behörden, weshalb diese bemüht sind, schnell mutmaßliche Brandstifter als Verursacher anzuklagen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Doch nur eine Minderheit der Feuer ist, wenn überhaupt, durch Brandstiftung entstanden. Aber zur Fütterung der zornigen Massen reicht diese Ablenkung womöglich zunächst.

In den 1980er Jahren formulierten westdeutsche Rüstungsgegner den Spruch: „Rüstung tötet – schon jetzt“. Die Steuergelder, die in die militärische Rüstung flossen, fehlten bei der Bekämpfung der Armut in der Dritten Welt, so die Begründung. Mit noch mehr Berechtigung kann daher jetzt gesagt werden: „Umweltschutz tötet – schon jetzt“. Denn hier geht es nicht um die vermeintlich richtige oder falsche Verteilung von schon enteignetem Geld, sondern darum, dass durch Quasi-Enteignung den Menschen die Möglichkeit genommen wird, sich in adäquater Weise vor der Natur zu schützen. Auch in New Orleans übrigens, wo Umweltschützer jahrzehntelang eine Erneuerung der Deiche aus Sorge um das vorgelagerte Wattenmeer verhinderten.

Viele Umweltschützer haben ja eine gewisse Affinität für die ursprüngliche, erdverbundene Lebensweise der Ureinwohner. Doch im Fall des Schutzes vor Feuersbrünsten wollten Umweltschützer es den Aborigines nicht nachmachen. Diese legen seit Jahrtausenden kontrollierte Feuer, um ihre Jagdgründe vor solch verheerenden Bränden zu schützen. Doch der Kern der heutigen Umweltschutzideologie ist nicht der Schutz der Lebensgrundlage des Menschen, sondern ein Hass auf den Menschen, der ihre Vorgängerideologie, den Sozialismus, in Bausch und Bogen abgelehnt hat. Die wahre Geburtsstunde der Ökologiebewegung war der 13. August 1961, als die Berliner Mauer errichtet wurde und der Sozialismus damit vor der ganzen Welt seinen Offenbarungseid ablegte. Da der Mensch für den angeblich rationalen Sozialismus offenbar nicht vernünftig genug ist, besitzt er in den Augen dieser Ideologen auch keine wirkliche Vernunft, ist er also nichts weiter als ein unbehaarter Affe. Welche Rechte hat er, zu überleben, während andere Lebewesen wie Bäume und Insekten aufgrund seiner Handlungen sterben müssen? So gesehen natürlich keine.

Es ist diese Geisteshaltung, gegen die sich die Menschen wehren müssen, wenn sie in Zukunft weniger und nicht mehr unter Naturkatastrophen leiden wollen.

Internet

"afp": Australian wildfire ferocity linked to climate change: experts 

"Sydney Morning Herald": Green ideas must take blame for deaths

"Sydney Morning Herald": Fined for illegal clearing, family now feel vindicated

16. Februar 2009

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Kommentare

Satanas , am 16. Februar 2009 um 13:40 ( Link )

Etwas überspitzt (solche Menschenhaß-Fälle sind doch eher selten, auch wenn sie vorkommen), ansonten traurig aber wahr. Allerdings glaube ich doch, daß viele von diesen Ökos sich nicht der Konsequenzen ihres Tuns bewußt sind (und sei es, weil sie es nicht wahrhaben wollen). Aufklärung tut Not!

Philipp Heinsch , am 16. Februar 2009 um 13:58 ( Link )

Sie werden zu hören bekommen, wie herz- und gefühlskalt Sie sind...

Der Autor spricht glaube ich auch eher von einem allgemeinen Menschenhass vieler Ökos, der sich äussert in Kommentaren Marke "Es gibt sowieso zu viele Menschen auf der Welt." Insofern kann ich ihm nur beherzt zustimmen - eine der geistigen Grundlagen der Ökologiebewegung ist Menschenhass.

Satanas , am 16. Februar 2009 um 14:47 ( Link )

@Philipp Heinsch

Ich weiß was sie meinen - ich habe solche Fälle ja auch gesehen und gelesen. Aber glauben sie tatsächlich, daß die Mehrzahl der Ökos sich wirklich der Konsequenzen ihrer Ideologie bzw. ihrer politischen Forderungen bewußt sind?

Ich glaube das nicht. Ich glaube eher - der Artikel deutet es ja an - daß dann etwa der Klimawandel für die Katastrophen verantwortlich gemacht wird. Natürlich bleiben die Ökos sehr bedenklich - aber es kommt eben drauf an, wie man gegen sie argumentieren will.

Freewheelin Fördermitglied , am 16. Februar 2009 um 15:20 ( Link )

Die Mehrzahl der Ökos lebt in Großstädten. Und hat es gerne gemütlich warm im Winter. Konsequenzen kennen die nicht, ebensowenig wie Natur.
Allesamt Schönschwätzer, die nach einem Monat Dschungel oder Outback sicher GANZ anders über Natur denken.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Philipp Heinsch , am 16. Februar 2009 um 15:35 ( Link )

@Satanas: Nein, das glaube ich tatsächlich auch nicht. Ich glaube aber, dass eine geistige Grundlage für eine wie auch immer geartete Ansicht durchaus nicht bewusst sein muss. Ich würde den immanenten Menschenhass viele Ökos auch nur im Notfalle argumentativ heranziehen, da der Vorwurf tatsächlich sehr stark ist. Die meisten Ökos, mit denen ich bisher argumentieren durfte, sind sich, genau wie Sie es schreiben, der Konsequenzen ihrer Ideen eben nicht bewusst.

Goldelse , am 16. Februar 2009 um 16:37 ( Link )

@ Freewheelin
völlig richtig, die wohnen in Großstädten und kennen keine Natur, sie hassen Hunde wegen dem Dreck und gehen Ökofleisch einkaufen, sie spenden an die Armen in aller Herren Länder, und fühlen sich gut, aber gleichzeitig sehen sie das Hartz IV Kind in ihrer Nachbarschaft nicht.
Sie bilden Lichterketten gegen Rechts und lassen das Schächten zu.
Eigentlich sind die Ökos die größten Egoisten, die diesen in eine Ideologie gepackt haben, die fortschrittlich aussieht, aber gegen Mensch und Tier gerichtet ist.

bernardo , am 16. Februar 2009 um 17:02 ( Link )

Schuld ist keine Trockenzeit und keine Brandstiftung, sondern natürlich der Staat.

Mittlerweile wird die ef so langweilig, so vorhersehbar und so überflüssig wie die JF.

Philipp Heinsch , am 16. Februar 2009 um 17:12 ( Link )

Wir scheinen verschiedene Artikel gelesen zu haben. Schuld sind nach Meinung des Artikel-Autors die Umweltschutzideologie und ihre Verfechter, deren Aktivitäten bestimmte staatliche Un-Gesetze hervorgebracht haben.

Und von einer Zeitschrift, die sich ausdrücklich einer bestimmten Denkrichtung verschreibt, sollten Sie keine "Dauer-Abwechslung" im Sinne von Beliebigkeit erwarten. Lesen Sie doch einfach mal eine Weile andere Medien! Das habe ich auch so gemacht. Sie werden feststellen: ohne ef-Lektüre fehlt irgend etwas. Ging mir jedenfalls so... Und so haben ich nach einem Jahr ef-Abstinenz die Lektüre (zumindest der Online-Ausgabe) wieder aufgenommen.

Fatal , am 16. Februar 2009 um 17:23 ( Link )

und gehen Ökofleisch einkaufen
Na, was hat man denn gegen Ökofleisch?

freischwimmer , am 16. Februar 2009 um 17:54 ( Link )

klar, schuld ist nicht eine verordnung oder eine fehleinschätzung, aus der man lernen kann. nein, verantwortlich für die australischen waldbrände ist mindestens die öko-bewegung, eher noch der staat! (drunter machen es die libertären nicht...!)

meine einschätzung ist dennoch viel plausibler: schuld sind eigentlich die bäume. gäbe es keine wälder, gäbe es auch keine waldbrände. so einfach, so logisch! deshalb: alles abholzen und zubetonieren...

Fatal , am 16. Februar 2009 um 18:04 ( Link )

@ freischwimmer: Du scheinst die Intention des Verfassers nicht zu verstehen.
Die Eigentümer von Grundstücken sind logischerweise am besten dafür geeignet, zu entscheiden, wie damit verfahren werden sollte.
1. Weil sie sich am besten mit ihrem eigenen Grundstück auskennen.
2. Weil sie als einzige Wissen, was in ihrem eigenen Interesse ist.

Und im Interesse der Eigentümer war es, zwar einerseits eine möglichst idyllische und ungestörte Natursituation vorzufinden - sie haben sich wohl kein Haus am Wald gekauft, weil sie Betonparkplätze lieben - während gleichzeitig die Baumgrenze einen sicheren Abstand zu ihrem Haus aufweisen sollte, da sie (siehe Punkt 1) sich mit ihrem Grundstück und der damit einhergehenden Waldbrandgefahr auskennen.

Die australische Regierung hat diese beiden Punkte, die die Überlegenheit eines marktwirtschaftlichen Systems gegenüber jeder Form der Planwirtschaft begründen, ignoriert und damit die Bewohner in unnötige Gefahr gebracht.

Goldelse , am 16. Februar 2009 um 19:04 ( Link )

@ Fatal
gegen Ökofleisch habe ich eigentlich absolut gar nichts einzuwenden, die Schizophrenie liegt aber darin, dass diese Ökos gleichzeitig die Globalisierung/den Internationalismus beschleunigen, in der die Verantwortung des Herstellers an irgendjemand Anonymes abgegeben wird. So fördern sie mit ihrem Globalisierungswahn Massentierhaltung und Massentiertransporte über lange tierquälerische Strecken, aber selber fressen sie Ökofleisch. Scheinheilig ist sowas.
Zum Thema: Wenn der Staat den Eigentümern mit Gesetzen reinredet, wie sie ihre Gärten zu gestalten haben, grenzt das an Enteignung. Jahrhundertelang haben die Menschen selber entschieden, was gut für sie ist, die letzten 100 Jahre mischt sich der Staat ein, fast immer kurzsichtig und fast immer zum Nachteil der Bürger. In letzter Zeit werden durch gezielte Propaganda die Fehler der letzten Jahre kaschiert.

freiheitistunteilbar , am 16. Februar 2009 um 19:06 ( Link )

@Fatal:



und gehen Ökofleisch einkaufen

Na, was hat man denn gegen Ökofleisch?

Ist doch logisch. Zitieren Sie doch den ganzen Absatz.

völlig richtig, die wohnen in Großstädten und kennen keine Natur, sie hassen Hunde wegen dem Dreck und gehen Ökofleisch einkaufen,

Ökofleisch gilt als besonders tierfreundlich, da die Ökologisten unterstellen, dass die Tiere ganz besonders glücklich gestorben sind.

Durch den Hass auf Hunde wird daraus ein Widerspruch.

Fatal , am 16. Februar 2009 um 19:54 ( Link )

Also wir beziehen unser Fleisch von Bio-Bauern aus der Region. Und wir haben auch nichts gegen Hunde, haben selber einen. Aber vielleicht wollen wir einfach in kein Klischee passen.

bernardo , am 16. Februar 2009 um 19:57 ( Link )

@Ph. Heinsch

Keine Sorge, ich lese eine große Zahl verschiedener Medien, die weniger holzschnittartig sind als die Genannten.

Wenn das mal in der Form angefangen hat, hört es nicht mehr auf, siehe z.B. die seit 20 Jahren unerträgliche "Zeit", was sich mit jedem dann und wann dort reingeworfenen Bick sofort wieder bestätigt.

chrisv , am 16. Februar 2009 um 21:15 ( Link )

Zum Thema Ökofleisch und Tierschutz: http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article3094503/Bio-Schweine-Nein-danke.html

Zu "bernardo" und "freischwimmer": Ich verfolge Ihre Kommentare jetzt seit längerer Zeit und bekomme bei Ihnen beiden so langsam den Eindruck, dass es Ihnen nicht um inhaltliche Kritik geht, sondern lediglich um sinnloses Herumstänkern. Wenn Sie an praktisch jedem Artikel -egal zu welchem Thema- etwas auszusetzen haben, stellt sich die Frage warum Sie dann überhaupt hier lesen. Vielleicht können Sie Ihre offenbar im Überfluß vorhandene Zeit ja anderweitig sinnvoller nutzen?

Kreuzweis , am 16. Februar 2009 um 22:22 ( Link )

Bravo, chrisv!

> Ich verfolge Ihre Kommentare jetzt seit längerer Zeit und bekomme
> bei Ihnen beiden so langsam den Eindruck, dass es Ihnen nicht um
> inhaltliche Kritik geht, sondern lediglich um sinnloses Herumstänkern.

Nicht nur Sie. Ich würde zudem noch einige Namen anfügen.
Was der Antieb sein mag, Geltungssucht, Langeweile, Auftrag ist letztlich egal.
Ich finde es zermürbend, hier derart inflationär ähnlich 'geistreiche' Kommentare vorzufinden, wie in den zahlreichen Quasselsendungen im TV.

Philipp Heinsch , am 16. Februar 2009 um 22:23 ( Link )

Gute Artikelempfehlung, chrisv! Der war direkt mal interessant - fast noch spannender ab finde ich den Kommentarverlauf dazu... Internet ist ein geniales Medium!

bernardo , am 16. Februar 2009 um 22:28 ( Link )

@chrisv

Na, dann verfolgen Sie unsere Kommentare mal brav weiter, dann blicken Sie vielleicht irgendwann mal was.

Was war sonst noch Ihr Beitrag in diesem Strang?

Kreuzweis , am 16. Februar 2009 um 22:35 ( Link )

Ich vergaß: Ich möchte jenen, die gerne viel 'posten', das freiheitsforum.com anempfehlen. Dort werden sie viele Gleichgesinnte finden.

Daddeldu , am 16. Februar 2009 um 22:37 ( Link )

Fatal, am 16. Februar 2009 um 17:23:

Na, was hat man denn gegen Ökofleisch?

Ökofleisch ist Tierquälerei:

http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article3094503/Bio-Schweine-Nein-danke.html

http://www.oekologismus.de/?p=1120

Fatal , am 16. Februar 2009 um 23:02 ( Link )

Der Beitrag ist von Michael Miersch, einem Journalisten, der aus ideologischen Gründen, die ich nicht ganz nachvollziehen kann, eine Abneigung gegen alles was Bio oder Öko ist hat.

Die Behauptung, der Bauer wolle lediglich seinen Namen nicht nennen, entlarvt ihn. Diesen Bauern gibt es wahrscheinlich gar nicht.

Al_Bore , am 16. Februar 2009 um 23:55 ( Link )

@Fatal

Der Beitrag ist von Michael Miersch, einem Journalisten, der aus ideologischen Gründen, die ich nicht ganz nachvollziehen kann, eine Abneigung gegen alles was Bio oder Öko ist hat.

Entkräftet die in seinem Artikel ellenlang aufgeführten Argumente nicht die Bohne, oder?

Die Behauptung, der Bauer wolle lediglich seinen Namen nicht nennen, entlarvt ihn. Diesen Bauern gibt es wahrscheinlich gar nicht.

Auch nicht entlarvender als Ihre Unterstellung.

freischwimmer , am 16. Februar 2009 um 23:57 ( Link )

@ chrisv & kreuzweis

das ist wie bei den kaffeefahrten, bei denen kritische zuschauer auch den heizkissenverkäufer nerven.
denken sie nicht, dass ein paar kritische kommentare diese seite vertragen kann? oder sind nur die üblichen jubel-perser erwünscht?

(by the way: ich bin der festen überzeugung, dass diejenigen, die hier in jedem kommentar die vermeintlichen "mainstreammedien" kritisieren, wahrscheinlich als erstes eine meinungsvielfalt verhindern würden, säßen sie an den hebeln der medienformate...schon lustig!)

@ Fatal
das wäre nicht der erste artikel vom kollegen miersch, in dem er sich auf anonyme quellen bezieht.

freiheitistunteilbar , am 17. Februar 2009 um 0:18 ( Link )

@fatal:

Also wir beziehen unser Fleisch von Bio-Bauern aus der Region. Und wir haben auch nichts gegen Hunde, haben selber einen. Aber vielleicht wollen wir einfach in kein Klischee passen.

Oder vielleicht waren Sie gar nicht gemeint und haben sich einfach nur angesprochen gefühlt, weil Sie Gourmetfood Marke Bio konsumieren - who cares? Ein Latte Macchiato-Linker scheinen Sie zumindest nicht zu sein, von denen gibt es genug, da brauch es keine Klischees.

freiheitistunteilbar , am 17. Februar 2009 um 0:21 ( Link )

@freischwimmer:

(by the way: ich bin der festen überzeugung, dass diejenigen, die hier in jedem kommentar die vermeintlichen "mainstreammedien" kritisieren, wahrscheinlich als erstes eine meinungsvielfalt verhindern würden, säßen sie an den hebeln der medienformate...schon lustig!)

Wenn man zu fest von etwas überzeugt ist, sollte man sich einen Tag lang das Gegenteil davon vorstellen, entspannt die Denkmuskulatur.

Daddeldu , am 17. Februar 2009 um 0:39 ( Link )

Diesen Bauern gibt es wahrscheinlich gar nicht.

Na, wenn sie meinen. Aber Sie müssen doch zugeben, eine gut gemachte Fälschung von Miersch. Zum Beispiel lässt er in den Kommentaren den erfundenen Biobauern ausführlich auf Kommentare anderer Leser antworten. Zitate:

28.01.2009,
13:14 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

Und da wundern sich einige Leser warum ich meinen Namen nicht preisgeben wollte. Wenn ich die Kommentare so lese, bin ich in meiner Meinung bestätigt das es richtig war, den O-Ton mit Herrn Mirsch nur anonym zu machen. Heute abend nach der Stallarbeit werde ich mir die Mühe machen und auf fachliche Fragen noch Antworten/Erklärungen zu geben.

29.01.2009,
11:26 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

Ich bin schockiert mit welcher Respektlosigkeit Menschen mit unterschiedlichen Meinungen aufeinander losgehen. Herr Miersch hat mich nicht erfunden, ich bin real.
Meine Erfahrungen sind kein Einzelfall, ausser des staatlichen Versuchsgutes Haus Düsse haben mir auch andere Ex-Biobauern gleiches berichtet. Keiner wollte sich outen, was ich angesichts dieser Beschimpfungen und Verleumdungen wirklich verstehen kann. Ich verstehe, wenn man in einer Ideologie gefangen ist, dass man es schwer erträgt, wenn daran gerüttelt wird. Wenn man aber so wie meine Frau und ich in der Praxis das erlebt haben, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
1. Man verschließt die Augen (was nicht sein darf, kann auch nicht sein…)
2. oder man stellt sich der Realiät, versucht die Zusammenhänge zu verstehen, zieht seine Schlüsse daraus und ist nicht zu stolz einzugestehen, dass man auf einem falschen Weg war.

29.01.2009,
14:08 Uhr

Ex-Biobauer sagt:
Es gibt Katzen und Hunde in Wohnungen in Großstädte, Fische in Aquarien, Hamster und Vögel in Käfigen und Pferde mit “Glücksbringern” an den Hufen, und all diese arme Kreaturen werden nicht zum Lebensunterhalt gehalten, sondern nur um seine persönlichen Sehnsüchte nach sozialen Kontakten zu befriedigen. Wo bleibt der Aufschrei all dieser vermeindlichen Tierschützer, dieser Gutmenschen.
Es gibt Heime in denen alte und pflegebedürftige Menschen versteckt werden, von Ihren Angehörigen verlassen und vergessen. Wer kämpft für die Bedürfnisse dieser
Menschen. Es gibt Mädchen und Frauen die aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ihre Kinder vor und nach der Geburt töten. Wo sind engagierte Menschen die Ihnen helfen. Wo sind die wahren “Gutmenschen” dieser Welt. Und wir verbrauchen hier Zeit und Energie um uns darüber zu streiten ob es meinen Tieren jetzt schlechter oder besser geht. Wie schizophren ist diese Welt!

29.01.2009,
14:18 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

Aber jetzt fachlich:
Massentierhaltung: Wann erlebt ein Tier das es sich in einem Stall mit Massentierhaltung befindet? Wir haben 1200 Ferkel in einem Stall - nach Definition stellt dies Massentierhaltung dar, sie wissen aber nicht, dass der Stall in 6 Räume unterteilt ist, und jeder Raum in 8 Buchten. Somit befindet sich in jeder Bucht 25 Tiere mit ausreichendem Platzangebot (gesetzlich vorgeschrieben sowohl für öko als auch konventionell geltend). Die Buchtentrennwände sind so hoch, das die Schweine nicht drüber springen können, und somit auch nicht sehen können wie groß der Raum sonst noch ist. Sie nehmen also nur die 24 Artgenossen in der Bucht war. Sie werden alle mit Frischluft, Futter und Wasser versorgt, müssen sich nicht drängeln. Für das einzelne Ferkel macht es also keinen Unterschied ob ausser den 24 Artgenossen keine oder 1175 weiter vorhanden sind. Das Einzeltier wird dadurch nicht beeinträchtigt, hat genauso viel Platz, Futter, Wärmen, Luft usw.

31.01.2009,
11:23 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

@Agrarstudent Lukas
Was in dem Artikel von Herrn Miersch zu kurz kommt, was ich aber im Interview deutlich hervor hob ist, das der absolute Großteil der Pilztoxine die Gefunden wurden nicht Feld- sondern Lagerpilze waren. Lagerpilze sind zum großem Teil Schimmelpilze die durch Einlagern von feuchtem Getreide entstehen. In einer über Naturland zugekauften Gerstenpartie (es handelte sich um eine aberkannte Braugerstenparie der Eiweißgehalt zu hoch war, sonst wäre sie von einer großen Ökobrauerei verarbeitet worden) enthielt nach Untersuchung des Tiergsundheitsdienstes eien Gesamtkeimgehalt von 10000000 Keimen pro Gramm und speziell vom Schimmelpilz (Aspergillus glaucus) 660000 Keime pro Gramm.
Diese Gerste wurde von mir damals von einer ehemaligen Mühle, die als Zwischenlager von Naturland genutzt wurde abgeholt. Bei der Reklamation bei Naturland erfuhr ich, dass ein anderer Teil der Wahre an schweizer Biobauern verkauft wurde, die ebenfalls reklamierten. Bei Zukäufen von Getreide bei Biobauern aus der Region mußte ich immer wier feststellen, das dies kein Einzelfall ist. Die meist kleinen Biohöfe in Süddeutschland (die von dem Verbraucher ja gewünscht sind) haben leider keine eigene Getreidereinigung oder Trocknung und lagern das Getreide mit dem in Bioanbau mehr vorhandenen Unkrautsamen mit ein. Der Unkrautsamen hat aber noch nicht den Reifegrad und ist somit feucht. Die Feuchte und Wärme führt im Getreidehaufen zu ideale Bedingungen für Pilze und Bakterien.

31.01.2009,
19:38 Uhr
Ex-Biobauer sagt:
@Ralf

Nein, keine pauschale Verurteilung von Naturland!
Der Fehler liegt im System. Im Ökogetreidebau sind einige Dinge eben schwieriger. Neben den erwähnten Unkräuter ist auch das Problem mit unkontrollierter Stickstoffzufuhr, weil diese auschließlich über Mineralisierung des Humus stattfindet. Diese führt zur ungleichen Abreife des Getreides. Außerdem ist im Ökolandbau die Untersaat (hierbei wird Klee beim Unkrautstriegeln unter das Getreide gesät) sehr verbreitet. Dieser Klee wächst eine Etage tiefer zwischen den Getreide und soll nach der Getreideernte als Gesundungsfrucht und Stickstoffsamler als Zwischenfrucht dienen. Wenn bei der Ernte der Mähdrescherfahrer nicht exakt in der Höhe fährt nimmt er einen Teil des Klees, der sehr naß ist mit auf. Dies führt beim Dreschvorgang zusammen mit dem Getreide noch zusätzlich zur höheren Feuchte bei. Die eigentlich dadurch notwendige anschließende Reinigung und Trocknung kostet Geld. Für einen kleinen Biobetrieb als Eigentechnik nicht erschwinglich. Sollte das Getreide grenzwertig und zudem als Verkaufsfuttergetreide geplant sein, ist die Versuchung noch größer das Getreide einfach so einzulagern. Wenn dann noch nicht einmal belüftet wird, ist die Misere vorprogrammiert.

08.02.2009,
14:50 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

Egal was ich Dir für eine Beschreibung von unseren Stall geben würde, es würde für Dich immer ein Grund zu finden geben um Deine Ideologie zu rechtfertigen. Sogar der Ökostall im Versuchsgut Haus Düsse. der ja durch intensive Planung und Empfehlungen der Ökoverbände (auch von Bioland und Demeter) entstanden ist, bestätigt meine Erfahrungen. Wenn also deine Anbauverbände selbst versagt haben, wie sollte ich da noch besser sein?
Aber über die fachliche Fähigkeit schüttle ich seit ein paar Jahren nur noch den Kopf. In Bayern z.B. gab es vor ein paar Jahren einen Wettbewerb für besonders tiergerechten Stallbau. Im Ökobereich wurde eine Zuchtsauenstall prämiert der als Vorzeigestall vom Ökoanbauverband empfohlen wurde. Dieser Stall erüllte peinlicherweise aber nicht einmal die hygienischen Voraussetzungen der geltenden Schweinehaltunghygieneverordnung. Wird also Hygiene im Ökobereich ausgeklammert?
Ebenso steht es mit deinem Vorschlag des Auslaufes. Erkläre mir doch bitte mal, wie du die SalmonellenschutzVO einhalten möchtest, bei Vogelkot und Rattendreck? Aber vielleicht reagiert hier der Gesetzgeber ebenso wie bei Freilandeiern - da wurden einfach die Grenzwerte nach oben gesetzt.
Zum Futtertausch ist einfach festzustellen, das es üblich ist besten Backweizen für den Menschen zu verkaufen, und dafür Futterweizen mit hoher Fallzahl einzukaufen. Das ist der Futterhygiene nicht abträglich, außer man befürchtet vom Kollegen immer nur die verdorbene Ware zu bekommen.

08.02.2009,
15:05 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

Außerdem bin ich etwas überrascht, wie stark du eine Eigenversorgung betonst und einen Futterzukauf (wohlgemerkt auch aus Ökoproduktion) ablehnst. Mit dieser Aussage unterstreichst du selbst wie unsicher die Qualtiät der Ökoprodukte sind, denn sonst wäre es doch für mich kein Problem auf die Qualitätssicherung der Anbauverbände zu vertrauen.
Märchenprinz, mache dir doch mal die Mühe und sieh in der Futterwerttabelle Kartoffeleiweiß nach dem Gehalt von Rohproteein nach. Du wirst feststellen, das es laut Analyse ein hervorragendes Futtermittel zur Eiweißversorgung darstellt. Leider ist die Verfügbarkeit dieses Eiweißes für das Tier ganz schlecht, denn gerade für Absatzferkel ist es nur Dickdarmverdaulich und kann somit nicht / gering vom Körper resorbiert werden. Bei Mastschweinen stellt sich dies schon wieder anders dar. Steht dies irgendwo in der Futterwerttabelle, oder wude dies vom Anbauverband (der Kartoffeleiweiß statt Soja propagiert) gesagt? Mein eigener Fütterungsversuch, den du mir nahelegst, wude doch vom Anbauverband sofort als Richtlinienverstoß angezeigt. Auch hier gilt, nicht selbst Erfahrungen sammeln und Denken, sondern Öko-Glauben und Ausführen!

Daddeldu , am 17. Februar 2009 um 0:40 ( Link )

09.02.2009,
15:16 Uhr
Ex-Biobauer sagt:

@Heike
Zur Info, es klappt auch nicht in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Bei einem Betriebsbesuch habe ich einmal gezählt wieviele Ferkel mit den Sauen mitlaufen, das war unter dem Durchschnitt der Bioferkelerzeuger. Also entweder haben die Sauen schon von Anfang an deutlich weniger Ferkel auf die Welt gebracht (was für eine schlechte Haltung und Ernährung sprechen würde), oder die Ferkel sind nach der Geburt an Glückseligkeit gestorben (weil es ihnen im Biobereich so gut geht)!
Und hier zitiere ich Deinen Schlußsatz: “Sterben müssen wir alle irgendwann……..es kommt nur darauf an wie wir gelebt haben”. In diesem Falle wurden die Ferkel nicht lange gefragt ob sie sterben wollen. Sieh dir mal realistisch die Fruchtbarkeit, Aufzuchtleistung und Mastleistung von bio- und konventionellen Schweinen an. Schon äußerlich wirst du feststellen wie gesund und wohl genährt die konventionellen Schweine sind, nur durch bessere Haltung und Fütterung. Deine Idee der Freilandhaltung von Ferkel würde ich fallen lassen, denn es wird schwierig werden die gesetzlichen Bestimmungen (NutztierhaltungVO/Schwein, SchweinehaltungsHygieneVO usw.) mit dieser Haltungsform zu erfüllen. Herrmansdorfer als gut gehend zu bezeichnen ist naiv, nach einem Konkurs und einer Dauerbezuschussung des Begründers ist es nach wie vor von einer langfristigen, tragfähigen und rentablen Bewirtschaftung weit entfernt.

Zitate Ende

Kreuzweis , am 17. Februar 2009 um 11:49 ( Link )

Werter Daddeldu!
Hat Ihnen schon mal jemand den Sinn eines "Link" (Verknüpfung, Zeiger) erklärt?

Wer sich ernsthaft für gesunde Ernährung interessiert, dem empfehle ich die Lektüre bei www.das-eule.de.

Siechtum , am 17. Februar 2009 um 22:04 ( Link )

Diesen Text kann doch unmöglich ein Mensch verfasst haben, so gut ist er!

Siechtum , am 17. Februar 2009 um 22:04 ( Link )

Diesen Text kann doch unmöglich ein Mensch verfasst haben, so gut ist er!

Daddeldu , am 18. Februar 2009 um 8:26 ( Link )

Kreuzweis, am 17. Februar 2009 um 11:49:

Hat Ihnen schon mal jemand den Sinn eines "Link" (Verknüpfung, Zeiger) erklärt?

Nein. Das musste ich mir alles selbst erarbeiten, durch ausprobieren. Leider kann man in diesem Fall, auf Welt.de, ohnehin nicht zu einem einzelnen Kommentar verlinken.

Im Übrigen wissen wir beide -
www.das-eule.de
- nicht wie man hier einen Link setzt.


Gruß, Daddeldu

Stefan Sedlaczek , am 18. Februar 2009 um 18:51 ( Link )

Einen Link setzt man, in dem man die entsprechende HTML-Syntax verwendet: HTML-Verweise
Das klappt auch hier im Kommentar-Editor. Weiteres Beispiel: Wunschdomaine

Daddeldu , am 18. Februar 2009 um 23:28 ( Link )


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