Gérard Bökenkamp

Jahrgang 1980, Historiker.

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Französische Deutschlandpolitik: Die Deutsche Mark ist gewissermaßen ihre Atomstreitmacht

von Gérard Bökenkamp

Warum die deutsche Währung dem Euro weichen musste

„Die deutschen Beamten besprachen die Notwendigkeit zur Konzertierung mit den Franzosen über deren nukleare Kurzstreckenwaffen, die nur auf deutschem Boden explodieren konnten. Dann sagte (Mitterands außenpolitischer Berater) Attali: 'Um eine Balance zu erhalten, möchten wir über die deutsche Atombombe reden.' Die Deutschen konterten erstaunt: 'Sie wissen doch, wir besitzen gar keine Atombombe.' Daraufhin sagte Attali: 'Ich meine die D-Mark.'“

Die Begebenheit berichtete der langjährige Spitzenbeamte im Auswärtigen Amt Wilhelm Schönfelder dem britischen Journalisten David Marsh. Der Wirtschaftsjournalist, der schon ein sehr lesenswertes Buch über die Geschichte der Bundesbank geschrieben hat, hat nun eine Darstellung der Ereignisse vorgelegt, die zur europäischen Währungsunion und zum Euro führten. Das Buch ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche mit Spitzenpolitikern und Beteiligten. Das Buch bestätigt, dass der wichtigste Impuls für die europäische Währungsunion von Frankreich ausging.

Für die Franzosen und insbesondere für den sozialistischen Staatspräsidenten Francois Mitterand war die Dominanz der D-Mark und ihre Beseitigung zu einer fixen Idee geworden. Das Handeln der politisch Verantwortlichen in Paris kann man nur verstehen, wenn man ihr ökonomisches Denken begreift. Aus liberaler Sicht ist es die Aufgabe einer Währung, einen möglichst reibungslosen Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu ermöglichen und als stabiles Mittel der Wertaufbewahrung zu dienen. Diese Auffassung unterscheidet sich von der Sicht der französischen Spitzenpolitiker erheblich.

Ludwig von Mises schrieb über die „Geldpolitik des Etatismus“: „Der Etatist sieht im Geld ein Geschöpf des Staates; in der Bewertung des Geldes gelangt das Ansehen, das der Staat genießt, sein Prestige, zum wirtschaftlichen Ausdruck.“ Genau diese Vorstellung war bei maßgeblichen Kreisen in Frankreich und Europa, die eine Währungsunion anstrebten, vorherrschend. Sie sahen in der nationalen Währung primär ein Instrument der Machtpolitik, das darüber mit entschied, wer in Europa in Zukunft auch politisch das sagen haben würde. Deshalb strebte die französische Führung um Staatspräsident Mitterand eine Währungsunion in Europa und die Abschaffung der D-Mark an, um das große Machtinstrument der Deutschen zu neutralisieren.

Gegenüber dem spanischen Ministerpräsidenten Filipe Gonzalez erklärte Mitterand am 25. August 1987: „Natürlich wehren sich die Deutschen dagegen. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass sie, weil sie keine ihrer Wirtschaft entsprechende diplomatische Macht besitzen, ihre Dominanz in die Wirtschaft verlagern, deren offenkundiger Ausdruck die Währung ist. In der Mark spiegelt sich die Macht der Deutschen wider. Das ist eine sehr starke Triebkraft, weit stärker als die Reflexe der Banker und sogar als die der Politik.“ Vor dem Ministerrat erklärte der französische Staatspräsident am 17. August 1988: „Die Deutschen sind ein großes Volk, das gewisser Attribute der Souveränität entbehrt und einen verminderten diplomatischen Status genießt. Deutschland gleicht seine Schwäche durch seine ökonomische Stärke aus. Die Deutsche Mark ist gewissermaßen ihre Atomstreitmacht.“

Auf deutscher Seite stießen die Bestrebungen, die D-Mark abzuschaffen, jedoch auf wenig Gegenliebe. Besonders die Bundesbank stand der Währungsunion mit großer Skepsis gegenüber. Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl sah für die europäische Währungsunion eher einen Zeithorizont von hundert Jahren als eine Verwirklichung im kommenden Jahrzehnt. Mitterand grübelte darüber nach, wie trotz der ablehnenden Haltung der Bundesbank und der deutschen Bevölkerung das Ziel erreicht werden konnte. Am 30. März 1989 fragte Mitterand im Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsident Ciriaco de Mita: „Wie können wir die Deutschen dazu bringen, Fortschritte auf dem Weg zur Währungsunion zu akzeptieren? Ich habe den Eindruck, dass sie, wenn sie die Garantie hätten, dass die Währungsunion ihre gesunde wirtschaftliche Verfassung nicht gefährdet, bereit wären, sich zu bewegen. Ich zögere aber, dieses Zugeständnis zu machen.“

Der Prozess der Wiedervereinigung beschleunigte die Debatte und die Aufgabe der D-Mark rapide. Gegenüber der britischen Premierministerin Thatcher erklärte der französische Präsident: „Deutschland wird, nachdem die Schwierigkeiten der Vereinigung überwunden sind, wahrscheinlich stärker werden, aber ich denke, dass diese Macht durch die Europäische Union und nur durch sie eingedämmt werden kann. Ich sehe daher anders als Sie in den Unruhen im Osten einen Grund mehr, die Union zu verwirklichen. Ohne eine gemeinsame Währung sind wir alle – Sie und wir – dem Willen der Deutschen unterworfen. Wenn sie ihre Zinssätze anheben, müssen wir ihnen folgen, und Sie, die sie nicht dem Währungssystem angehören, tun dasselbe. Mitreden können wir nur, wenn es eine europäische Zentralbank gibt, wo gemeinsam entschieden wird.“

Die unübersichtliche geopolitische Lage nach dem Umbruch im Osten nutzte die französische Führung, um den Druck zur Durchsetzung der Währungsunion auf die Bundesregierung massiv zu erhöhen. Mitterand forderte die Bundesregierung auf, sich zu Verhandlungen bereit zu finden, die zur Währungsunion führen sollten. Andernfalls drohte er mit einer „Trippelallianz“ zwischen Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion, um Deutschland in Europa so zu isolieren wie vor dem Ersten Weltkrieg. Gegenüber Außenminister Genscher bemerkte er: „Wir werden in die Welt von 1913 zurückfallen.“ In Gesprächen mit Thatcher bekräftigte Mitterand seine Absicht, dass Deutschland sich auf die „Einkreisung“ in Europa gefasst machen müsste.

Diese Drohung veranlasste die Bundesregierung zum Einlenken und dazu, die Geschwindigkeit zu akzeptieren, die die französische Führung vorgab. Auf dem Straßburger Gipfel am 8. Dezember 1989 wurde der Durchbruch auf dem Weg zur Währungsunion erreicht. Damit waren die Weichen zum Maastricht-Vertrag gestellt. Selbst der von Europa begeisterte Bundeskanzler Kohl hatte angesichts der zu erwartenden Widerstände in Deutschland mit einem langsameren Prozess gerechnet. Gegenüber dem amerikanischen Außenminister James Baker erklärte Kohl einige Tage nach dem Gipfel, er unterstütze die Wirtschafts- und Währungsunion, obwohl sie „gegen deutsche Interessen“ arbeite. Die Bundesbank sei zwar dagegen, der Schritt sei aber politisch wichtig. „Denn Deutschland braucht Freunde.“

In der Politik ist es eben manchmal gar nicht so einfach, zwischen Freunden und Feinden zu unterscheiden. Oder um mit dem US-Präsident Lyndon B. Johnson zu sprechen: „In der Politik musst du lernen, dass sich Hühnerkacke über Nacht in Hühnersalat verwandeln kann.“

Literatur

David Marsh: Der Euro. Die geheime Geschichte der neuen Weltwährung, Hamburg 2009.

06. März 2009

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Kommentare

Freewheelin Fördermitglied, am 06. März 2009 um 20:03 ( Link )

"Gegenüber dem amerikanischen Außenminister James Baker erklärte Kohl einige Tage nach dem Gipfel, er unterstütze die Wirtschafts- und Währungsunion, obwohl sie „gegen deutsche Interessen“ arbeite."

Ab in die Untersuchungshaft wegen Landesverrats, James Baker als Zeugen vorladen.
SO müsste man nun verfahren. Aber wir wissen ja, der Ehrenmann ist "unantastbar".

Querdenker, am 06. März 2009 um 22:09 ( Link )

Danke Freewheelin.
Punkttreffer.

Ehre und Souveränität gegen verkauften Scheinwohlstand.

BRD-GmbH?

Wenn sich heute die FDP über die Verstaatlichung von Banken aufregt, was hat sie zur Verhinderung dieses Zustandes beigetragen?

Ich kann nichts finden.

Höchstens eine neue EU-GmbH?

Cicero, am 06. März 2009 um 22:41 ( Link )

Das schlimme bei der FDP ist ja, dass sie einerseits die einzige Partei ist die man noch nicht als sozialistisch beschreiben kann (wenn auch na dran), was sie zur einzigen Wahl für Liberale im Moment macht, das, sie aber andererseits so europhil ist wie Claudia Roth und dabei nicht erkennt ,oder nicht erkennen will, in welche Richtung sich die Eu bewegt.

Michael Schlenger, am 06. März 2009 um 23:51 ( Link )

Das sind ja wirklich spektakuläre Enthüllungen, Herr Bökenkamp! Sollten unsere französischen "Freunde" seit anno '45 letztlich nur strategische Ziele verfolgt haben? - Natürlich. Denn unter abstrakten Kollektiven wie Völkern gibt es keine freundschaftliche Neigung, nur unter Individuen. Auf staatlicher Ebene dagegen geht es - aller Propaganda zum Trotz - letzlich immer um Hegemonie. Das war zu Zeiten von großmannssüchtigen Figuren wie Napoleon oder Hitler der Fall und ist es in vermeintlich harmloseren Zeiten wie denen von Sarkozy und Merkel nicht anders. Von Kohl und Mitterand ganz zu schweigen, die ihre historische Lektion sehr wohl verinnerlicht haben.
Wer glaubt denn, dass es auf internationaler Ebene um etwas anderes gehe als die Hackordnung, die Hierarchie im Wolfsrudel, hallo! Der Mensch wäre gerne ethisch besonders sauber und korrekt, ist aber dummerweise nur eine besonders leistungsfähige Variation geltungssüchtiger Primaten, die nichts anderes im Kopf haben als der Nachbarsippe eins auszuwischen.
Das reicht um das ach so feine dipomatische Treiben seit Jahrtausenden zu verstehen.
Wir sollten verfeinerte Methoden - heute braucht es keinen Blitzkrieg mehr - nicht als Überwindung des ewigen Kampfs um Vorherrschaft von Indivuduen und ihnen ergebenen Kollektiven interpretieren, ganz im Gegenteil...
aristodemos

Kokospalme, am 07. März 2009 um 0:00 ( Link )

Cicero schrieb:


Das schlimme bei der FDP ist ja, dass sie einerseits die einzige Partei ist die man noch nicht als sozialistisch beschreiben kann (wenn auch na dran), was sie zur einzigen Wahl für Liberale im Moment macht, das, sie aber andererseits so europhil ist wie Claudia Roth und dabei nicht erkennt ,oder nicht erkennen will, in welche Richtung sich die Eu bewegt.

Wählen Sie Libertas!

Goldelse, am 07. März 2009 um 7:57 ( Link )

Man liest es, ist erschlagen und hat eigentlich immer gewusst, dass der Euro etwas Künstliches ist, das nicht von Deutschland ausgehen konnte, ebenso wie die ungefilterte Einwanderung. Da kann man nur konstatieren, dass Deutschlands Außenpolitik grottenschlecht gemacht worden ist, wenn Mitterand Kohl erpressen konnte, uns zu isolieren. „Denn Deutschland braucht Freunde.“ Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Welche Konsequenzen hat das eigentlich jetzt? Die Kohl Regierung übte offensichtlichen Landesverrat.

Klaus Müller, am 07. März 2009 um 10:30 ( Link )

Es wird dabei vergessen, daß wir seit 1945 immer
noch im Kriegszustand leben: wir haben Waffen-
stillstand und keinen Friedensvertrag wie z.B Österreich. Heißt: Die Westmächte (die SU existiert nicht mehr) haben das Sagen; praktisch:
wenn es in der Bewältigung der Wirtschaftskrise
an das Eingemachte geht, können die z.B die Amis
deutsches? Eigentum (Neuschwanstein, unser Haus)
besetzen, als Pfand nehmen und verscherbeln. Einzig
allein Schröder hat als Politiker versucht über seine Männerfreundschaft mit Putin Deutschland
dagegen Rückendeckung zu verschaffen. Alle !!!
anderen Politiker sind dazu zu blöde oder wahl-
weise zu verlogen und zu feige, um über einen
Friedensvertrag die Wahrheit über den Zustand
Deutschlands ans Licht zu bringen. Wir sind und
bleiben die Melkkühe.

Nur einen Tip: warum wohl muß jeder Kanzlerkandi-
dat, der neu auftritt, in Washington antreten, bevor er zur Wahl steht? Früher reiste er dann
nach Washington auch nach Moskau.

Übrigens, keiner unserer Politiker wird gegen diesen Zustand was unternehmen, weil er dann seine
Pfründe verlieren könnte, auch nicht die hier so
hochgelobte FdP; das sind alles keine "Deutschen"
sondern Arschkriecher oder Blöde wie die Grünen: sie trauen sich dem Volk nicht die Wahrheit zu präsentieren.

Fatal, am 07. März 2009 um 10:41 ( Link )

1. Der Euro hat - auch wenn er nationale Gefühle (auch die der Franzosen) verletzt haben mag - den Güterverkehr innerhalb Europas unterstützt, da nicht mehr zwischen Währungen gerechnet werden musste und das Währungsrisiko ausblieb.
2. war die D-Mark auch nicht das gelbe vom Ei. Schließlich war auch sie nur beliebig nachdruckbares Papier. Wer sich die Inflationsraten der 70er ansieht, kann das klar erkennen.
3. ist die EZB von den Strukturen der Bundesbank bei weitem ähnlicher als allen anderen nationalen Zentralbanken der EU.
Man erkennt das auch daran, dass Duisenberg und Trichet bei weitem verantwortungsbewusster gehandelt haben als ihre Kollegen Greenspan und Bernanke - jüngste Ausnahmen bestätigen die Regel.

Carl, am 07. März 2009 um 11:02 ( Link )

Fatal: Die D-Mark war nur in sehr engen Grenzen "nachdruckbares Papier", da die Bundesbank eine POlitik der Geldmengensteuerung betrieben hat.

Klaus Müller: Ich bin kein Anhänger dieser Friedensvertrag Mythologie, aber was die Alliierten uns sicherlich als Kontrollinstrument zurückgelassen haben, ist unsere Presse, die sich quasi ausschließlich aus den damals lizensierten Verlagshäusern zusammensetzt. Kein einziges neues Verlagshaus nennenswerter Größe ist seitdem hinzugekommen.

Bernhard Holub, am 07. März 2009 um 11:17 ( Link )

Ich hatte mich immer gefragt, was das Gegenstück, bzw. was unsere moderne neudeutsche "Religion" verbirgt. Nun scheint ziemlich viel Licht ins Dunkel zu kommen.

Achim Emmenegger, am 07. März 2009 um 11:18 ( Link )

Alles eine grosse Show,Deutschland muss unten bleiben,unsere Goldreserven sind bei den Amis als Faustpfand, über den Holocaust sollte man keine Nachforschungen anstellen,da ist die Staatsanwaltschaft schneller als bei betrügenden Bänkern und Politikern da.
Lest mal unter Silberjunge.de die aktuelle Studie(kostenlose Info)und die dortigen Aussagen der Politiker und Bänker,dann googelt mal über Bilderberger und Ihr wisst was Sie mit uns vorhaben.
Der grösste Betrug und die geplante Versklavung der Menscheit läuft gerade und nur wenige merken es.
Man frage sich immer wer die Nutzniesser sind und wo unser Geld jetzt ist,ich darf es nicht so deutlich schreiben sonst muss ich mir bald einen neuen Computer kaufen-die Antwort ist den meisten jetzt klar,ansonsten findet man sie in der deutschen Geschichte vor etwa 60 Jahren,Geschichte wiederholt sich ,die Akteure haben aber dazugelernt.
Jeder muss jetzt mit allen Mittel helfen das Geplante zu verhindern und die Verantwortlichen und Volksverkäufer zur Rechenschaft zu ziehen.#
Wir sind das abgezockte Volk,so friedlich wie 1989 wird es diesmal leider nicht abgehen.
Drum haben unsere Peiniger auch das Grundgesetz geändert und die Bundeswehr im Inneren zur Abwehr von Terror freigegeben,ratet mal wer dann die Terroristen sind?
Falls es wirklich so kommt sagt Euren Freunden und Kindern bei der BW ,Polizei,Zoll etc. was gespielt wird und sie diese Leute nicht gegen das eigene Volk unterstützen sollen.
Dienstunfähig,Fuss verstaucht,Pistole runtergefallen,Munition vergessen u.s.w.

Lest Hartgeld.com, Michael Winkler.de, Was die Welt bewegt,
Homepage RA Lutz Schäfer,Telepolis,Kopp Verlag News und vergesst das Brot und Spiele Theater aus TV und Tagespresse,schaut mal wem die grössten Medien gehören,da sind wir wieder bei dem was man im freien Deutschland nicht ergründen sollte

Satanas, am 07. März 2009 um 13:00 ( Link )

@Michael Schlenger

Köstlich. Das bringt es auf den Punkt.


Ich habe den Eindruck, dass sie [die Deutschen], wenn sie die Garantie hätten, dass die Währungsunion ihre gesunde wirtschaftliche Verfassung nicht gefährdet, bereit wären, sich zu bewegen. Ich zögere aber, dieses Zugeständnis zu machen.

Der Wunsch war offenbar vermessen.

Aber der Euro schadet allen. Er bläst eine klassische künstliche Blase auf, die in den "Nutzniesserländern" nicht benötigte Strukturen aufbaut, die am Ende pleitegeht. Letztlich begeht Europa einen "papiernen Selbstmord" (Deutschland aber nicht freiwillig).

@Freewheelin
@Goldelse


Welche Konsequenzen hat das eigentlich jetzt? Die Kohl Regierung übte offensichtlichen Landesverrat.

Ab in die Untersuchungshaft wegen Landesverrats,

Das hängt davon ab, wie glaubwürdig die Drohkulisse damals war.


Übrigens - was ist eigentlich mit der Allianz des Nordens? Ich könnte einem Golddinar vor diesem Hintergrund einiges abgewinnen.

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr - welche Konsequenz sollten wir nun ziehen?

Carl, am 07. März 2009 um 13:12 ( Link )

An die Goldfraktion:

Nehmt es doch BITTE endlich zur Kenntnis, daß auch das Versprechen, die Währung mit Gold zu unterfüttern, nicht mehr als ein Versprechen ist, welches in der Geschichte der Währungen bereits hundert-, wenn nicht tausendfach gebrochen wurde. Das monetäre Fundament, wenn man so will, ist völlig irrelevant, denn sowohl die abstrakte Deckung mit Wirtschaftskraft wie auch die Deckung mit einem diffusen Goldschatz bringt nichts, wenn die Währung, welche diesen (mehr oder weniger) realen Wert abbildet, aufgrund "moderner" Ansichten über die Geldmengensteuerung ins Uferlose vermehrt wird.

Gold schützt da keinen Jota vor und dennoch liest man, gerade im Umfeld der Liberalen, immer wieder dieses Märchen.

Schutz bietet nur eine Geldmengenpolitik, die in der Hauptsache die Produktivitätsfortschritte abbildet. Dann ist das Fundament der Währung völlig irrelevant. Genau das hat die gute alte Bundesbank seinerzeit getan, weswegen die D-Mark solide war, und genau das tut die schlechte neue EZB eben nur noch auf dem Papier, weswegen wir auf kurz oder lang noch viel Spaß mit der Gemeisnchaftswährung bekommen werden müssen, was dann aber auch keine Golddeckung oder eine Deckung mit Mondgestein oder was weiß ich verhindern kann.

Satanas, am 07. März 2009 um 13:17 ( Link )

@Carl

Möglich ist aber auch Privatgeld. Eine solche Firma die vom Vertrauen lebt, kann nicht unbegrenzt drucken.

Ich empfehle dazu das Buch "Good Money" von George Selgin.

robert holub, am 07. März 2009 um 13:33 ( Link )

Freiheit und Demokratie scheint wohl nur dem zu nutzen der sie vorrausetzt.
Hr.Klaus Müller und Hr.Achim Emmenegger, ihr Kommentar spricht nicht nur mir aus der Seele, es ist dem nichts hinzuzufügen.

Fatal, am 07. März 2009 um 19:00 ( Link )

@ Carl:

Schutz bietet nur eine Geldmengenpolitik, die in der Hauptsache die Produktivitätsfortschritte abbildet. Dann ist das Fundament der Währung völlig irrelevant.

Ich sehe hier Milton Friedman im Grabe heftig nicken. Doch es gibt mit dieser Sichtweise enorme Probleme:
- Es gibt nicht "die" Wirtschaft mit einer messbaren Leistung. Es ist durchaus möglich, dass einige Branchen hervorragend laufen, andere miserabel.
- Wächst die Geldmenge an, kann sich das Preisgefüge nicht sofort darauf einstellen. Das heißt, wird die Geldmenge um 5% erhöht, bleiben die Preise noch einige Wochen auf dem alten Niveau. In dieser Zeit kann dieses neue Geld einen künstlichen Boom erzeugen, der genau so lange anhält, bis sich die Preise der Geldmenge angepasst haben (so etwas konnten wir gerade im großen Maßstab beobachten).
- Wer soll das neue Geld bekommen? Denn wer Erstbesitzer des neuen Geldes ist, kann es auf Kosten späterer Besitzer ausgeben. Geldpolitik ist heimliche Umverteilungspolitik (Cantillon-Effekt).

Es gibt noch weitere Probleme, z.B. dass die Funktion von Geld als Recheneinheit verwässert wird, wenn sich die umlaufende Geldmenge verändert.
Mir wäre am liebsten eine Verpflichtung der Zentralbank, die Geldmenge immer exakt gleich zu lassen und höchstens kaputte oder verlorengegangene Scheine zu ersetzen oder noch besser private Geldproduktion.

Philipp Heinsch, am 07. März 2009 um 21:27 ( Link )

@Carl:

Sie schreiben:

Schutz bietet nur eine Geldmengenpolitik, die in der Hauptsache die Produktivitätsfortschritte abbildet. Dann ist das Fundament der Währung völlig irrelevant. Genau das hat die gute alte Bundesbank seinerzeit getan, weswegen die D-Mark solide war [...]

Wikipedia schreibt:

Ende 1950 – anderthalb Jahre nach der Einführung der Mark – betrug die ausgegebene Bargeldmenge 8 Mrd. DM. Im Jahr 2000 waren es 250 Mrd. DM. Die Bargeldmenge war innerhalb von fünfzig Jahren auf das 31-fache ausgeweitet worden. Das reale Bruttosozialprodukt war in dieser Zeit aber „nur“ um das 8-fache angewachsen. Aus dieser Differenz lässt sich der Kaufkraftverlust der Mark innerhalb dieser fünfzig Jahre ableiten.

Was Wikipedia leider nicht schreibt, ist wie hoch genau dieser Kaufkraftverlust der D-Mark war. Ich erinnere mich, in einem Baader-Roman gelesen zu haben, dass der Schweizer Franken im gleichen Zeitraum etwa 75% seiner Kaufkraft eingebüsst hat.

Relative Stabilität hat eben nichts mit Stabilität zu tun!

Fakt ist (hier haben Sie recht): solange der Staat das Währungsmonopol hat, gibt es keinen Schutz vor dem Währungsmissbrauch... Einzige Lösung: private Währungsausgabe. Es wäre dann ziemlich wahrscheinlich, dass sich wieder eine Edelmetall-Währung durchsetzen würde. Auch diese Lösung wäre aber letztlich nur provisorisch - denn solange es Staaten gibt, werden sie Unfug treiben (bzw. wird mit ihrer Hilfe Unfug getrieben). Darauf kann man sich verlassen.

Philipp Heinsch, am 07. März 2009 um 21:33 ( Link )

AH, habe gerade entdeckt, wie hoch der Kaufkraftverlust der D-Mark war:

Die D-Mark verlor 1948 – 1998 im Jahresdurchschnitt 2,8 % ihrer Kaufkraft; nach Ablauf der preisstabilen 1950er Jahre gelang es der Bundesbank nur in wenigen Jahren, die Inflationsrate von 2 %, die sie mit Preisstabilität für vereinbar hielt, nicht zu überschreiten. Aber der Kaufkraftverlust in Deutschland war damit deutlich geringer als in den meisten anderen Industrieländern.

Quelle: http://www.bundesbank.de/50jahre/50jahre_schnitt.php

Da sag' ich doch nur:

Rauchen ist weniger ungesund als Heroin spritzen. -> Rauchen ist gesund. Und zünde mir fröhlich eine an ;)

FritzLiberal, am 07. März 2009 um 22:16 ( Link )

@Carl: aha. Dem Gold als Wöhrungsbasis soll man nicht vertrauen, weil das Versprechen der Golddeckung gebrochen werden kann. Aber einer "Geldmengenpolitik, die in der Hauptsache die Produktivitätsfortschritte abbildet", der ist zu vertrauen, und das diesbezügliche Versprechen wird selbstverständlich nicht gebrochen. Das nenne ich schlüssig argumentiert.

Carl, am 08. März 2009 um 9:43 ( Link )

Philip Heinsch: Ich habe geschrieben "Schutz bietet nur eine Geldmengenpolitik, die in der Hauptsache die Produktivitätsfortschritte abbildet." Tatsächlich hat die Bundesbank Produktivität und Steigerung der Lebenshaltungskosten abgebildet, was dann, wenn ich mich recht an meine Studienzeit erinnere, einem Geldmengenwachstum von durchschnittlich ~5% entsprach. Werden aber das WW oder Preissteigerungen nicht berücksichtigt, kommt es zu deflationären Tendenzen, die das WW widerum hemmen.

Fatal: Das würde geradewegs in die Deflation führen.

Fritzliberal: Wie Sie eigentlich schon richtig erkannt haben, bietet das Versprechen auf abstrakte Wirtschaftskraft ebenso wenig eine Garantie wie das Versprechen auf Gold. Wieso sollte man dann Gold vorziehen, obwohl es, in der Praxis wenigstens, die Anpassung der Geldmenge fast unmöglich macht und de facto nur Nachteile bringt?

Fatal, am 08. März 2009 um 10:14 ( Link )

@ Carl: Darf ich also annehmen, dass Du mit Deflation ein Absinken des Preisniveaus meinst?

Gut, die selbe Diskussion hatte ich hier vor ein paar Wochen mit einem Gesellianer: Stell Dir vor, die Computerindustrie schafft es jedes Jahr, die Kapazität ihrer Computer zu verdoppeln. Dies hätte, bei gleichbleibender Geldmenge etwa eine jährliche Halbierung des Preises eines PCs mit gleich bleibender Kapazität zur Folge, sofern die Nachfrage etwa gleich bleibt, also eine partielle Deflation.

Möglich, dass Du nicht allzu viel Phantasie aufwenden musst, um Dir das vorzustellen? Klar, schließlich ist oben genanntes Szenario genau das, was wir die letzten Jahrzehnte erlebt haben: Eine galoppierende Deflation auf dem High-Tech-Markt. Und fällt Dir was auf? Der Branche geht es besser als je zuvor und bei weitem besser, als Branchen mit konstanten oder gar steigenden Preisen.

Nimmt man die Quantitätsgleichung M=kPY zu Hilfe, kommt heraus, dass bei konstanter Geldmenge und gleichbleibender Nachfrage der Preis nur bei den Branchen sinken müsste, die Outputsteigerungen aufweisen, kurz, die es sich mittels Produktivitätswachstum leisten können, die Preise zu senken. Würden gleichzeitig die Bauern wetterbedingt eine schlechte Ernte einfahren, würden sich die Preise für landwirtschaftliche Güter gleichzeitig erhöhen.

Das furchtbare Schreckgespenst Deflation ist schlicht eine Art "Schwarzer Mann" mit dem Inflationsgewinner der Bevölkerung Angst machen möchten.
Wenn Du in die Zeit vor den Zentralbanken blickst, wirst Du feststellen, dass langanhaltende deflationäre Phasen für die Bevölkerung mit erheblichem Wohlstandsgewinn einhergingen: Bei etwa konstantem Einkommen fielen die Preise, ergo mehr Wohlstand.

Diejenigen Deflationen, die mit wirtschaftlichen Krisen einhergingen, waren nur ein Symptom von zuvor extrem überhöhten Preisen, die sich dann der Realität angleichen mussten. Sie waren Symptome, nicht Ursachen der Krisen.

Carl, am 08. März 2009 um 10:55 ( Link )

Ein ziemlich konstruiertes Beispiel, welches im Angelsächsischen, wo man hedonische Preisindizes berechnet, möglicherweise Geltung haben könnte. Kann ich aber ehrlich gesagt mangels exakter Kenntnisse nicht beurteilen.

Ob eine Deflation nur Folge, nicht aber Ursache einer Krise sein kann, möchte ich dennoch mit Nachdruck bezweifeln. Es scheint vielmehr eine sowohl als auch Beziehung zu sein. Dies ist aber auch nicht der richtige Ort für solche Diskussionen.

Fatal, am 08. März 2009 um 12:13 ( Link )

Ich gebe zu, dass das Beispiel nicht optimal war, da hier ein Qualitäts- und kein Mengenzuwachs zu verzeichnen ist. Ich habe es aber wegen seiner Aktualität und Anschaulichkeit gewählt, bei einem angenommenen Mengenzuwachs auf dem PC-Markt wäre der Effekt aber der selbe.

Bordo / Filardo: "Deflation in a historical perspective" (2005) gibt aber noch weitere historische Beispiele für Deflationen, die mit starkem Wirtschaftswachstum einhergingen.

FritzLiberal, am 08. März 2009 um 13:19 ( Link )

@Carl: "Wie Sie eigentlich schon richtig erkannt haben, bietet das Versprechen auf abstrakte Wirtschaftskraft ebenso wenig eine Garantie wie das Versprechen auf Gold. Wieso sollte man dann Gold vorziehen, obwohl es, in der Praxis wenigstens, die Anpassung der Geldmenge fast unmöglich macht und de facto nur Nachteile bringt?"

Weil diese "Anpassung der Geldmenge" nur ein euphemestischer Ausdruck für die Manipulation der Währungsbasis durch die Nomenklatura darstellt. Dass Gold diese unmöglich macht, genau darin liegt dessen Vorteil. Und welche Nachteile soll Ihrer Meinung nach denn Gold als Währungsbasis bringen?

Fatal, am 08. März 2009 um 15:01 ( Link )

@ Fritz:

Und welche Nachteile soll Ihrer Meinung nach denn Gold als Währungsbasis bringen?

Die Kaufkraft von Gold würde sich vervielfachen, wodurch die Verwendung von Gold für andere Zwecke, z.B. Dentalmedizin, eingeschränkt würde.

FritzLiberal, am 10. März 2009 um 0:32 ( Link )

@Fatal: sonst gibt es kein Argument gegen einen 100%-Goldstandard? Für die Probleme bei der Zahnheilkunde u.ä. wird der Markt, wie immer in solchen Fällen, eine Lösung finden.

Martin Kreisel, am 10. März 2009 um 7:09 ( Link )

Das heißt im Klartext: Die Franzosen sind nichts anderes als dreckige Erpresser! Und Erpressung ist eine kriminelle Handlung!
„Rückfall in die Welt von 1913“, „Einkreisung“ Deutschlands in Europa“ sind der Beweis für die Richtigkeit des Buches von Gerd Schultze-Rhonhof „Der Krieg hatte viele Väter“! D. h. Diese Staa-ten wollten die Weltkriege, um Deutschland wirtschaftlich und politisch zu schaden! Und sie haben das geschafft!
Fazit heute:
Es hat sich nichts geändert: Frankreich, England und auch Polen waren, sind und werden ewig Feinde Deutschlands sein und damit immer darauf bedacht, Deutschland zu schaden und sich auf deutsche Kos-ten zu bereichern!
Die vielen Jahre nach der Maastrichter Erpressung Deutschlands, anders kann und darf man als Deut-scher, nicht als deutsche politische EU-Marionet-te, die Maastrichter Verträge nicht bezeichnen, haben das bewiesen!
Die Maastrichter Verträge sind, so ein französi-scher Journalist nach der Unterzeichnung, für Deutschland schlimmer als der Versailler Vertrag!
Der hätte ein Ende gehabt!
In die EU-Kassen wird Deutschland als Zahlmeister bis in die Ewigkeit zahlen!
Für mich steht jedenfalls fest: Ich betrachte Frankreich, England und Polen für immer als Erb-feinde und boykottiere sie, wo es mir nur möglich ist!
Und ich betrachte unsere Politiker als Hoch- und Landesverräter! Schade, dass es die früher dafür übliche Strafe nicht mehr gibt!
Kreisel, Celle

Philipp Heinsch, am 10. März 2009 um 23:34 ( Link )

Na, jetzt lassen Sie mal die Dolchstosslegende in der Scheide ;)

Staaten neigen nun einmal dazu, sich gegenseitig zu belauern und zu bekämpfen (eine Erklärung dafür bietet die Imperialismustheorie von H.H.Hoppe, die er z.B. in "Banking, Nation States and International Politics" ausführt).

Die Opfer sind aber nicht Staaten - sondern deren Untertanen, also wir. DAS ist ein Grund, sich darüber aufzuregen, nicht, dass jemand "Deutschland" nicht mag.

Die Bücher von Schultze-Rhonhof finde ich persönlich übrigens auch sehr interessant und ziemlich anregend; weiterempfehlenswert!

Satanas, am 11. März 2009 um 22:05 ( Link )

@Martin Kreisel
@Philipp Heinsch

Man sollte bedenken, daß die Leviatane in Paris und London, auch wenn sie mit unserem Geld gefüttert werden, doch nicht zuletzt die Gesellschaften in England und Frankreich belasten.

Im Wesentlichen muß es unser Ziel sein, unsere Gesellschaft wieder gesund zu kriegen (mit einer liberalen Wirtschaftspolitik könnte man den Engländern und Franzosen ziemlich große Ehrengeschenke machen) - und wenn sie sich dann überfressen haben machen wir einen Salzmarsch.

Philipp Heinsch, am 12. März 2009 um 18:32 ( Link )

;=)


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