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![]() Jg. 1948, Journalist, schreibt unter anderem für die "NZZ" ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Studie "Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt": Die Medien als Lachnummervon Heribert Seifert Wie sich eine politisch korrekte Branche selbst abwickelt Das Internet bringt den Tod der Glaubwürdigkeit der konventionellen Medien politisch-korrekter Observanz. Jeden Tag kann man beobachten, wie das Versprechen von Presse, Funk und Fernsehen, die gültige Lesart der Wirklichkeit zu präsentieren, im Feuer der Kritik von Bloggern und medienkritischen Netzseiten verbrennt. Die Konstruktionen der Torwächter unserer Aufmerksamkeit und Weltwahrnehmung erweisen sich als vorurteilsgesteuerte Fiktionen, die gerade in Deutschland nicht davon erzählen, was der Fall ist, sondern stattdessen versuchen, die politisch-korrekte volkspädagogische Wunschwelt von Journalisten und ihrer politischen Kumpane für Realität zu erklären. Auch dafür liefert der Umgang mit dem mittlerweile als Lachnummer kenntlich gemachten „Forschungsbericht“ über „Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt“ ein sehr anschauliches Beispiel. Vergleicht man nämlich die im Netz zugängliche Untersuchung mit dem Medienecho, so erhält man einen aufschlussreichen Einblick ins Funktionieren der journalistischen Vernunft. Man sieht, dass die Wahrnehmung der selbsterklärten Aufklärer der Reaktionsweise bedingter Reflexe folgt. So wie Pawlows Hunde nach hinreichender Konditionierung schon Speichel absonderten, wenn auch ohne Futtergabe das Glöckchen ertönte, so reichen unseren stets erregungsbereiten Alarmisten ein paar Reizworte zum „Rechtsextremismus“, um die Zeitungsseiten vollzumachen. Es genügen ein paar Zahlen (40,4 Prozent der Jugendlichen zeigen ausländerfeindliche Einstellungen, 14,2 Prozent sind sogar „sehr ausänderfeindlich“) , um eine neue Sedanfeier deutscher Schuld- und Schamkultur zu inszenieren. Keiner sieht genau zu, worauf sich solche Aussagen stützen, zieht in Zweifel, dass die Zustimmung zu Sätzen wie „in Deutschland leben zu viele Ausländer“, „die in Deutschland lebenden Ausländer sollen ihren Lebensstil besser an die Deutschen anpassen“ und „die in Deutschland lebenden Ausländer sind keine Bereicherung für die Kultur in Deutschland“ tatsächlich Belege für „Ausländerfeindlichkeit“ oder gar „Rechtsextremismus“ sein sollen. Der herrschende Tunnelblick ist nicht einmal mehr in der Lage, den Schwerpunkt des fragwürdigen Unternehmens korrekt wiederzugeben: Denn ganze 15 Seiten der insgesamt 132 Seiten umfassenden Studie handeln von „Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus“, während die Kernbotschaft verkündet, dass die Jugendgewalt insgesamt rückläufig sei. Vollkommen ausgeblendet bleibt bei solchem entschlossenen Willen, die herrschenden Gewissheiten zu bestätigen, dass im Hauptteil der Untersuchung ganz andere Zahlen Anlass zum Erschrecken bieten: So heißt es bei Pfeiffer & Co. auf der Seite 67 über die Täter-Opfer-Verteilung bei Fällen manifester Jugendgewalt: „Ein replizierter Befund ist, dass nicht-deutsche Jugendliche in höherem Maße zu Gewalt neigen als deutsche Jugendliche.“ In Zahlen (S.70): „Ähnliches zeigt sich für die mehrfache Gewalttäterschaft (mind. 5 Taten). Auch hier erreichen Jugendliche aus dem ehemaligen Jugoslawien mit 9,4 Prozent den höchsten Wert, gefolgt von jungen Türken mit 8,3 Prozent. Am anderen Ende der Skala stehen Jugendliche aus Asien mit 2,6 Prozent und deutsche Jugendliche mit 3,3 Prozent.“ Für die Erörterung der Verhältnisse an den Schulen dürften auch folgende Hinweise von Interesse sein, die sich mit der Häufigkeit befassen, mit der Jugendliche aus unterschiedlichen ethnischen Milieus zu Opfern werden: „Besonders niedrige Quoten werden von den Befragten aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, aus arabischen und nordafrikanischen Herkunftsländern berichtet. Türkische Jugendliche berichten darüber hinaus am seltensten über Mobbing durch andere Schüler. Da diese Jugendlichen auch durch hohe Täterraten gekennzeichnet sind, ist zu vermuten, dass die niedrigen Opferraten dadurch zustande kommen, dass sie bei anderen Jugendlichen als gewalttätig gelten.“ Bemerkenswert ist auch die folgende Aussage (S. 62), die man von Lehrern in Großstädten schon lange hören kann: „Wie Abbildung 4.26 verdeutlicht, steigen für deutsche Jugendliche sowohl das Gewalt- als auch das Mobbingrisiko mit steigendem Anteil von Migranten in der Klasse.“ Nun kann man angesichts der methodischen Fragwürdigkeit dieses „Forschungsberichts“ auch diese Zahlen anzweifeln. Hier geht es aber nur darum, dass solche Informationen im Medienecho gar nicht mehr zu hören sind. Aber vielleicht gilt ihre Erwähnung bei den verantwortlichen Redakteuren ja bereits als Zeichen von „Ausländerfeindlichkeit“, weshalb sie vorsorglich darüber schweigen. Und gar nicht daran zu denken ist, dass man solche Befunde zum Anlass nähme, einen „Aufstand der anständigen Migranten“ zu fordern, um die verwahrlosten jungen Barbaren wenigstens mit einem Mindestmaß an zivilisatorischen Umgangsformen vertraut zu machen. Klar ist, dass diese Form des Journalismus längst kein Interesse mehr hat, mit unverstellter Neugier sich auf die Untersuchung einer widersprüchlichen Wirklichkeit einzulassen. Das Urteil steht schon seit langem fest. Die im Takt der Jahreszeiten publizierten Horrorstudien über die unverbesserlich rechtsextremistischen Deutschen, mit denen Pfeiffer, Heitmeyer, die Friedrich-Ebert-Stiftung e tutti quanti das Perpetuum Mobile ihrer surrealen „Antifa“-Wissenschaft in Gang halten, haben nur den Zweck, immer neue Belege für das wohlbekannte Altböse zu liefern. Niklas Luhmann, der ironische Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse, hat einmal die Funktion des Mediensystems als Pflicht zur ständigen Irritation der umlaufenden Gewissheiten beschrieben. Den heute zu beobachtenden „Funktionswandel der Öffentlichkeit“ hat sich selbst dieser kluge Kopf wohl nicht vorstellen können. Er wird auf Dauer die jetzt noch dominierenden Medien aber mehr beschädigen als das die ökonomische Krise vermöchte. Internet 19. März 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentarequer , am 19. März 2009 um 14:27 ( Link ) Es wäre nur konsequent, angesichts solcher journalistischer Qualität die jeweilige Zeitung zu kündigen. Meine Kündigung bei der FAZ ist längst raus. Wer überhaupt nicht auf Lektüre beim Morgenkaffee verzichten mag, dem genügt auch ohne Qualitätsverlust ein x-beliebiges (billigeres) Provinzblatt. Man wird keinen gravierenden Unterschied bemerken. Das Internet bietet via Blogs weit mehr Hintergrundinformation. Auch zum Pfeiffen-Bericht. Urs Bleiker , am 19. März 2009 um 18:44 ( Link ) Ich bezahle für: Der Rest bekommt von mir aus Prinzip keinen müden Rappen. Den Sermon der Mainstreammedien lese ich, wenn ich überhaupt Lust dazu habe, umsonst im Internet. Für Verarsche was zu bezahlen fällt mir nicht im Traum ein! Lion Edler , am 19. März 2009 um 20:26 ( Link ) Zitat: WEIL ALLES ANDERE IHRE PFRÜNDE GEFÄHRDEN WÜRDE! PUNKT! Es ist doch naiv zu glauben, dass die wirklich so dämlich und geisteskrank sind, dass die auch noch an den Scheiß glauben den sie da schreiben! Sie haben einfach die nackte Angst vor der demokratischen Opposition! Wobei das Internet und die Bloggerei natürlich auch seine Nachteile hat und teilweise nicht die ,,seriösen" Journalisten, so es sie denn noch gibt, ersetzen kann. Aber die sogenannte ,,Qualitätspresse" ist so dermaßen verblödet und krank, da schreibt ein 12-jähriger Hauptschüler sinnvollere Blog-Beiträge. Widerliche Szene! Dingo Dingo , am 19. März 2009 um 23:41 ( Link ) Vor 50 Jahren war das anders. Da konnte ich noch glauben was ich morgens beim Kaffee trinken las. Heute ist ein Blick in die Zeitung und in die Glotze reine Zeitverschwendung. Es sei denn man will sich bewusst verarschen lassen und sucht den Lacheffekt. Waldmeister , am 20. März 2009 um 0:21 ( Link ) @Urs Bleiker: Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Walter Plade , am 19. März 2009 um 13:09 ( Link )
"Der herrschende Tunnelblick ist nicht einmal mehr in der Lage, den Schwerpunkt des fragwürdigen Unternehmens korrekt wiederzugeben: Denn ganze 15 Seiten der insgesamt 132 Seiten umfassenden Studie handeln von [...]"
Zur Beurteilung der Schwerpunkthaftigkeit ist es jedoch ebensowenig korrekt, auf den Umfang von 132 Seiten hinzuweisen. Beispielsweise sind die Seiten 2, 4 und 6 der Studie leer. Die dürfen (zur Beurteilung der Schwerpunkthaftigkeit) natürlich nicht mitgezählt werden. Oder Seite 5 mit dem Inhaltsverzeichnis. Usw. usf.
Nicht, dass mich interesieren würde, was Herr Pfeiffer sagt oder schreibt. Das ist seit eh und je nur Schrott. (Mit dem er allerdings Erfolg hat. Aber nicht bei mir.)
Gruß
Walter
([real:] Walter->Volker/P->G/d->v)