23. März 2009

Bundestagsvizepräsident ein Geschichtsrevisionist Wolfgang Thierse verteidigt Hitlers Autobahnen!

Auszüge aus dem Skandal-Interview mit dem „Stern“

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse steht unter schwerem Beschuss der Presse. Rücktrittsforderungen aus allen Parteien wurden erhoben. Die ARD plant einen Brennpunkt im Anschluss an die heutige Tagesschau. ef dokumentiert in Ausschnitten das Skandal-Interview!

Stern: Herr Thierse, das Dritte Reich ist „kein totaler Unrechtsstaat“ gewesen. Würden sie das unterschreiben?

Thierse: Es gab im Dritten Reich keine unabhängige Justiz, keine Verwaltungsgerichtsbarkeit. Man konnte den Staat und seine Akteure nicht rechtlich belangen. Aber das ist nicht das einzige, woran sich die Reichsbürger erinnern und was man vernünftigerweise über das Dritte Reich sagen muss. Das Dritte Reich war eine Notgemeinschaft der Bürger gegen ihren Staat, gegen die Misshelligkeiten des täglichen Lebens und die Zudringlichkeiten von oben.

Stern: Also war doch nicht alles schlecht?

Thierse: Natürlich gibt es auch die Lebenserinnerung von Menschen an die schönen Autobahnen und an die Betreuung der Kinder von der HJ an. Und daran, dass der nationalsozialistische Unterricht in der Volksschule nicht ganz unsympathisch war. Alles das muss erlaubt sein, ohne dass man irgendetwas an Unrecht relativiert.

Stern: Das klingt bisweilen, als könne man mit dem Hinweis auf eine gute Jungvolkbetreuung politisches Unrecht rechtfertigen.

Thierse: Überhaupt nicht. Ich sage nur: Wenn man nicht das Geschäft der NPD betreiben will, dann muss man über dieses Dritte Reich klar und differenziert sprechen. Man muss über das Unrecht sprechen, man muss darüber sprechen, dass das Dritte Reich eine Diktatur der NSDAP gewesen ist, man muss über die Notgemeinschaft der Bürger gegenüber dem Staat reden, über die alltäglichen Solidaritäten und die Erfahrungen des alltäglichen Lebens. Viele erinnern sich daran, dass die soziale Sicherung ganz sympathisch gewesen ist, an die Kinderversorgung, eine selbstverständlichere Beteiligung der Deutschen Frauen an vielen Dingen.

Stern: Warum ist dieser Hinweis auf die positiven Seiten des Dritten Reiches wichtig?

Thierse: Wenn man nur schwarz malt, dann werden die allermeisten älteren Deutschen sich dagegen wenden und sagen: Unsere Erinnerung ist anders. Es gab Alltagssolidarität, es gab ein paar ganz sympathische Regelungen im Dritten Reich, an die sich alle erinnern und die in mancherlei Hinsicht sogar Vorbild für andere Länder in Europa gewesen sind!

Information

I. Im vorstehenden Interview haben wir lediglich die beiden deutschen Diktaturen ausgetauscht. Entsprechend wurden etwa aus SED hier NSDAP, aus DDR-Bürgern Reichsbürger, aus DDR das Dritte Reich, aus der Linkspartei die NPD, aus der Lebenserinnerung an eine volle Kindergartenversorgung und an Kinderkrippen wurde die Lebenserinnerung an die schönen Autobahnen und an die Betreuung der Kinder von der HJ an.

II. Dass Wolfgang Thierse, protokollarisch war er immerhin einige Jahre der zweite Mann im Staate, die flächendeckende Abgabe bereits der kleinsten Kinder in staatliche Verwahranstalten (teilweise über die gesamte Woche hinweg) als für die Deutsche Diktatur positiv betrachtet (waren da nicht die Autobahnen tatsächlich eher löblich?), ist der zweite Skandal, der für eine entsprechende Sondersendung im ZDF sorgen wird. Oder doch nicht?

Internet

Das Skandal-Interview



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Kaspar Rosenbaum

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