27. März 2009

Wirtschaftlicher Schutz Gold als Schlüssel zur Freiheit

Über Währung und Eigenverantwortung

Mein erster Kontakt mit Gold liegt rund zweieinhalb Jahrzehnte zurück: Damals konnte ich mir die persönliche wie auch gesellschaftliche Dimension dieses Sonnenmetalls nicht einmal ansatzweise vorstellen. Auf der emotionalen Suche nach Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Seelenfrieden führte mich einmal mehr meine Intuition in die richtige Richtung: Nach 25 Jahren des Forschens und Nachdenkens komme ich zum Ergebnis: Gold ist ein wichtiger Schlüssel sowohl zur inneren als auch zur materiellen Freiheit.

Zerstörer am Werk

Die gefährlichsten Gegner einer freien und friedvollen Gemeinschaft sind Menschen, heute in Gestalt von Politikern oder Bürokraten, nationaler, überregionaler und besonders transnationaler Organisationen, welche der Verlockung nicht widerstehen können, ungedeckte Papierwährungen zur Finanzierung von Macht, Krieg, Weltverbesserertum, wohlgemeinten Utopien oder Versprechen zwecks Volksbeglückung, zum Beispiel sozialer Natur, einzusetzen. Denn nur mit einer ungedeckten Papierwährung können die riesigen Verluste ihrer allesamt unbezahlbaren und damit unwirtschaftlichen Handlungen via Kaufkraft-Diebstahl auf die oft ahnungslose, ökonomisch wenig gebildete, aber vertrauensgewährende Mehrheit der Gesellschaft nahezu unbemerkt verteilt werden. So sind die Weltkriege bezahlt worden, so der braune, so der rote, so der schwarze Terror! Doch leider ist die Versuchung mit dem Untergang der historischen Totalitarismen nicht aus der Welt gekommen.

Diese hinterhältige Finanzierungsform hat sich in der Geschichte traurigerweise auch seither immer wieder – für die Täter – bewährt, verstehen doch nicht alle Mitmenschen jeden wirtschaftlichen Zusammenhang. Kein Wunder, denn die hässlichen Folgen der Inflation werden den Betrogenen nicht sofort, sondern zeitlich stark verzögert und scheinbar ohne kausalen Zusammenhang präsentiert.

Respekt vor der Geschichte verloren

Menschen, welche sich ausschließlich auf ihre persönlichen Erfahrungen stützen, neigen dazu, diese einseitig gewonnenen Erfahrungen zum Maßstab ihres Urteils und zum Prinzip allen Handelns zu erheben. Aus Sicht des Einzelnen mögen solche Prinzipien hie und da erfolgreich sein. Müssen jedoch langfristige Entscheidungen zugunsten einer Gesellschaftsordnung getroffen werden, welche auch die nachfolgenden Generationen im Denkmuster mit einbeziehen, stellt sich eine völlig andere Ausgangslage: Es muss um jeden Preis verhindert werden, dass persönliche und dementsprechend kurzfristige Interessen vor die Interessen unserer Nachkommen gesetzt werden. Dabei helfen moralische und ethische Grundsätze, welche auf den Lebenserfahrungen unserer Vorväter fußen. Eine dieser wichtigen Lebenserfahrungen heißt Respekt vor der Geschichte und den großen zivilisatorischen Errungenschaften unserer Ahnen.

Sonderinteressen: Der Anfang vom Ende

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft wie wir sie in den heutigen Wirtschaftsformen kennen, sind alle Sonderinteressen letztlich dann antisozial, wenn durch die Wirkung der Gesetze Vorteile einzelner Gemeinschaftsmitglieder auf Kosten der anderen erzielt werden. Eine auf langfristiges Gedeihen ausgerichtete Gesellschaft wird daher alles daran setzen, Sonderinteressen keinen beherrschenden Einfluss auf die Gestaltung des Staates einzuräumen, denn sie sind am Ende fast immer fatal: die daraus entstandenen Ungerechtigkeiten führen über kurz oder lang zu sozialen Spannungen, Unruhen, Revolution, Krieg und somit zu Tod, Leid und Verfall natürlicher Ordnungen, oft sogar zu einer Auflösung der Gesellschaft.

Wirtschaftliche Eigenverantwortung

Aus welcher ideologischen Überzeugung heraus Sie auch urteilen mögen: Es kann, darf oder muss festgestellt werden, dass erst die wirtschaftliche Eigenverantwortung oder, wenn wir eine weniger exakte, aber verbreitete Terminologie wählen, der Kapitalismus in seiner (nahezu) reinen Form Wohlstand und Fortschritt über die große Masse der Menschheit gebracht hat. Die Produktivität lässt sich nun einmal durch die Aussicht auf Verbesserung der persönlichen Lebenssituation optimieren und in unerreichter Weise steigern. Gerade diese Kombination aus Eigeninteressen, bei gleichzeitiger Zufriedenstellung anderer Gemeinschaftsmitglieder, macht den echten Kapitalismus zu dem was er ist und immer sein sollte: Eine auf Frieden angewiesene und auf Gerechtigkeit gründende Wohlstandsmaschine! Alle braunen, roten oder schwarzen sozialistischen Experimente gründen auf Sonderinteressen einer gewöhnlich zahlenmäßig sehr kleinen politischen Kas- te, welche sich die Macht auf Kosten der breiten Masse der Bevölkerung sichert. Den Preis dafür kennen wir: Millionen von zerstörten Lebensträumen und nicht weniger Menschenleben. Doch glücklicherweise wirken diese Machtgruppierungen nicht in einem Vakuum. Der größte Gegner aller politischen Interessengruppen ist nämlich stets präsent und immer derselbe: der freie Markt.

Um die ungerechterweise gehaltenen Pfründe erst installieren und später verteidigen zu können, muss die Konkurrenz ausgeschaltet werden. Als Paradebeispiel für diesen Aspekt des Machttriebes gilt der freie Markt der Meinungen: Freie Länder zeichnen sich durch die Möglichkeit einer freien Meinungsäußerung aus. Faschistisch, sozialistisch oder – ganz allgemein – kollektivistisch unterdrückte Länder hingegen lassen sich durch das Beschneiden der freien Meinungsäußerung erst glasklar als das erkennen und definieren, was sie wirklich sind: Diktaturen.

Weniger glasklar erkennbar ist hingegen für die meisten Mitbürger die in einer Vielzahl existierende Einschränkung des freien Marktes oder gar dessen komplette Ausschaltung – von den katastrophalen Folgen dieser Machenschaften ganz zu schweigen.

Im Kapitalismus (der freien Marktwirtschaft) wird der Wert aller Güter durch Millionen verschiedener Präferenzen der Marktteilnehmer ermittelt. Der Preis eines Gutes ist immer neuen Einflüssen ausgesetzt und somit ständigen Änderungen unterworfen. Dabei gründen sich alle Vertragsabschlüsse (Preisbestimmungen) auf Freiwilligkeit. Gleichzeitig waltet der Markt über Gerechtigkeit. Der wahre König in Gestalt des Konsumenten wird lautlos, jedoch äußerst effizient dafür sorgen, dass der jeweils günstigste, beste oder fairste Anbieter überlebt, wirtschaftlich wächst und gedeiht. Finanziell ungesunde Marktteilnehmer werden von den Gesunden verdrängt. Heute sind wir Zeitzeugen, wie durch staatliche Eingriffe die gesunden Betriebe von kreditabhängigen und wirtschaftlich erfolglosen Betrieben verdrängt werden – mit verheerenden gesellschaftlichen Konsequenzen! Darwinismus wird auf den Kopf gestellt: Leistung und Anpassung werden bestraft, Versagen und Ignoranz werden belohnt – „the survival of the unfittest“.

Jegliche Beschränkungen oder gar Verbote von Märkten wirken immer wettbewerbsverzerrend oder eben – gerechtigkeitsverzerrend. Dass es besser wäre, wenn die Menschen in Zukunft mehr dem freien Markt als einem „staatlichen Gerechtigkeitsempfinden“ vertrauen würden, kann einfach erklärt werden: Eine von Machtmenschen per Gesetz definierte Gerechtigkeit gründet immer auf Ungerechtigkeit!

So kann nicht energisch genug auf die Tatsache hingewiesen werden, dass unser heutiges Geldsystem nicht von Freunden der freien Marktwirtschaft geschmiedet wurde, sondern von Sonderinteressenvertretern! Das heutige Geld ist ein unter Androhung von Staatsgewalt erzwungenerma- ßen akzeptiertes gesetzliches Zahlungsmittel, und wie wir wissen, wurden die heute gültigen Gesetze nicht vom lieben Gott in Kraft gesetzt. Diese Tatsache ist unglaublich wichtig, wenn Sie die wahren Zerstörer unserer Gesellschaft und ihrer natürlichen Ordnung erkennen möchten.

Notenbanken als Totengräber der Gesellschaft

Täglich liest, hört und sieht man Presseberichte vom gescheiterten Kapitalismus, ja sogar vom vielgeschmähten Turbokapitalismus ist die Rede. Mit „echtem“ Geld wäre jedoch dieser sogenannte Turbokapitalismus gar nicht möglich. Alle Notenbanken, welche sich Währungshüter nennen, manipulieren den Geldmarkt durch Drehen der Zinsschraube und durch Erhöhen der Geld- und Kreditmenge. Die heute sichtbaren Resultate solcher Manipulationen geben nun Kritikern recht, welche die Zentralbanken bereits lange als planwirtschaftlich agierende Inflationsmaschinen im Dienste selbstsüchtiger und antisozialer Interessenvertreter erkannt haben. Verfechter dieses Systems, notabene der allergrößte Teil der heutigen Ökonomen, können oder wollen sich nicht an das Manifest der Kommunistischen Partei aus dem Jahre 1847 erinnern, erkannten doch schon damals die Herren Karl Marx und Friedrich Engels, dass die Macht einzig über die Geldkontrolle abgesichert werden kann: „Für die fortgeschrittensten Länder werden die folgenden Maßregeln ziemlich allgemein in Anwendung kommen können: Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“.

Ebenfalls von Sonderinteressenvertretern wurde das unsäglich ungerechte Giralgeldschöpfungssystem (Fractional Reserve Banking) per Gesetz eingeführt, welches den Banken erlaubt, aus frischer Luft Kreditgeld zu erschaffen und erst noch dafür Zinsen einstreichen zu dürfen.

Diese wichtigsten Punkte bei der Beurteilung der heutigen Finanzkrise werden vom Modestrom der Mehrheit bislang kaum zur Kenntnis genommen. So bleibt es den meisten Menschen verborgen, dass es sich bei den heutigen Problemen nicht wirklich um eine Finanz-, sondern um eine hausgemachte Systemkrise handelt. Alle interessierten Mitmenschen, welche die wahren Gründe der Wirtschaftszusammenbrüche und der Geldentwertungen seit den Gründungen der Notenbanken hinterfragen, seien auf die Wiener Schule der Nationalökonomie verwiesen. Ihre Hauptvertreter wie Ludwig von Mises sowie der Nobelpreisträger Friedrich A. von Hayek haben die vergangenen und heutigen Krisen, basierend auf ihren wissenschaftlichen Forschungen, korrekt vorausgesagt, nicht als Propheten, sondern als brillante Sozialökonomen. Die Wiener Schule der National- ökonomie findet zwar immer mehr überzeugte Anhänger, die mit einem Bildungsmonopol agierenden Staaten verweigern sich jedoch dieser Lehre, da den diversen Ebenen der Bürokraten und Machtpolitiker anderenfalls massenhaft Pfründe verloren gingen.

Nochmals: Weder unser heutiges, schuldengedecktes Geld noch die Notenbanken sind ein Produkt des freien Marktes, sondern stellen nur Gewaltmonopole einer selbstsüchtigen und machtbesessenen Elite dar, welche die Privilegien der Geldschöpfung aufs Schändlichste missbrauchen. In einer freien Welt entscheiden Milliarden von Menschen auf Basis der Freiwilligkeit, was Geld und damit Freiheit oder Unfreiheit ist, und nicht eine Handvoll nicht gewählter Funktionäre, welche ihre Stellung nicht durch eine Leistung, respektive durch Befriedigung anderer Gesellschaftsmitglieder verdienten, sondern mit simplen Gesetzeseinführungen erschlichen. Die Finanzpresse unterstützt das Papiergeldsystem nahezu vorbehaltlos. Sie argumentiert gegen Gold, ja verteufelt das Metall. Kein Wunder, denn Freiheit für die Bürger bleibt für die Mächtigen eine für sie brandgefährliche Aussicht.

So ist Gold als einzig ehrliches Geld der Schlüssel zur Freiheit: Die parasitären, antisozialen Papiergeldkönige kennen ihren größten Feind, den freien Markt, genau. Noch stärker jedoch fürchten sie ihren Todfeind, das Gold. Mit der Manipulation des Geldes sowie der Edelmetalle zeigen diese selbsternannten Könige ihr wahres Gesicht. Gegen den menschlichen Drang nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit hatten jedoch alle Herrscher auf Dauer keine Chance, denn der Markt ist immer stärker. So wird auch dieses traurige Kapitel der Weltgeschichte enden, wann immer es enden muss: Nämlich dann, wenn den Notenbanken die Goldvorräte zur Neige gehen. Dann, erst dann werden die Menschen feststellen, dass der Kaiser wirklich und wahrhaftig keine Kleider hat und das unsäglich ungerechte Geld-System einer anderen, hoffentlich gerechteren Ordnung weichen muss. Auf dass sich möglichst viele Mitmenschen immer wieder daran erinnern mögen, dass der Friede allein durch Gerechtigkeit und ein faires Wirtschafts- und Finanzsystem geschmiedet  und erhalten werden kann.

Information

Der vorstehende Artikel erschien zuerst als Vorwort des Buches von Hans J. Bocker: „Zwanzig Totschlag-Argumente gegen Gold“ sowie in eigentümlich frei Nr. 91. Wir danken dem Verlag Johannes Müller für die freundliche Abdruckgenehmigung.


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Autor

Johannes Müller

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