Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

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Hintergründe und Perspektiven des Öko-Totalitarismus (Teil I): Der Kohlenstoff-Krieg

von Edgar L. Gärtner

Rockefeller, der Club of Rome und die katholische Kirche

„Es ist durchaus denkbar und liegt sogar im Bereich praktisch politischer Möglichkeiten, dass eines Tages ein bis ins letzte durchorganisiertes, mechanisiertes Menschengeschlecht auf höchst demokratische Weise, nämlich durch Majoritätsbeschluss, entscheidet, dass es für die Menschheit im ganzen besser ist, gewisse Teile derselben zu liquidieren“, so Hannah Arendt in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“.

Bei uns in Deutschland, aber leider nicht nur hier, glauben immer mehr Menschen an alles Mögliche – außer an die Wahrheit. Esoterische Verstiegenheiten werden allenthalben, in Bücher verpackt, zu Bestsellern. Die Ursachen und Hintergründe der durchaus realen Wirtschaftskrise wie der uns angeblich drohenden Klimakatastrophe bleiben so weitgehend im Dunkeln. An die Stelle nüchterner Ursachenforschung und darauf aufbauender Abhilfevorschläge, die vom gesunden Menschenverstand geleitet sind, treten Aberglaube und Versatzstücke von Ideologien aus dem 19. Jahrhundert beziehungsweise Verschwörungstheorien und die dadurch begründete Jagd auf vermeintliche Sündenböcke. Die Verwirrung wird komplett durch die von Grünen aller Parteien und Wirtschaftsverbände wiederholte Beschwörung, bei den hilflosen Versuchen, die wirtschaftliche Depression durch Papiergeldvermehrung zu bekämpfen, doch bitte nicht zu vergessen, dass der Klimawandel in Form der „globalen Erwärmung“ eine viel größere Herausforderung darstellt als die uns ins Haus stehende Hyperinflation mit Armut im Gefolge.

Hannah Arendt hat in ihrer oben zitierten wegweisenden Analyse der Ursprünge des Totalitarismus eine solche Konfusion als „prätotalitäres Meinungschaos“ charakterisiert, in dem jeder, der noch etwas für wahr hält, für einen Narren gehalten wird. Nach der politischen Philosophin ebnen der Verlust des gesunden Menschenverstandes und dessen Verdrängung durch Gedankenlosigkeit gekoppelt mit dem „Versagen der elementarsten Selbsterhaltungstriebe“ erst dann totaler Herrschaft den Weg, wenn eine „Bewegung“ in Gang kommt, die eine gängige Verschwörungstheorie aufgreift und vermeintliche Allheilmittel für die Lösung der anstehenden Krise propagiert. Sind bestimmte Prämissen erst einmal im Mainstream der öffentlichen Meinung akzeptiert, ergibt sich dann alles Weitere praktisch von selbst. Mit anderen Worten: Ist eine totalitäre Bewegung erst einmal ins Rollen gekommen, ist es kaum noch möglich, sie mit politischen Mitteln aufzuhalten. Zum Wesen totalitärer Bewegungen gehört nach Arendt, dass nichts um seiner selbst willen gesagt oder getan wird. Dem Konsequenzialismus der „Bewegung“ gilt auch die Liebe nicht mehr als Selbstzweck, als unbedingte, auf Unendlichkeit angelegte Lebensentscheidung und als Gefühl, das einen Vorgeschmack auf die ewige Glückseligkeit vermittelt, sondern lediglich als tierischer Trieb, als primär vom Hormonspiegel abhängiges Luststreben, das im Sinne des persönlichen Fortkommens in der sich ausbreitenden „Bewegung“ funktionalisiert werden kann. Auch Töten ist im Prinzip erlaubt, sofern es der „Sache“ dient.

Die totalitäre Propaganda, so Arendt weiter, beruht auf einer gegenüber der Wirklichkeit vollkommen abgedichteten Fiktion, die nicht durch Gegenpropaganda bekämpft werden kann. „Totalitäre Propaganda ist keine Propaganda im herkömmlichen Sinn und kann daher nicht durch Gegenpropaganda widerlegt oder bekämpft werden. Sie ist Teil der totalitären Welt und wird mit ihr untergehen“, schrieb Hannah Arendt. Es besteht danach wenig Grund zur Hoffnung, diese Fiktion könne durch Konfrontation mit der Realität ad absurdum geführt werden. Denn ihre geistige Grundlage ist der Nihilismus, eine in ihrem Wesen selbstmörderische und ansteckende Geisteskrankheit. Wirklich gemeingefährlich werde die krankhafte Realitätsverleugnung, wenn sie vom moralischen Nihilismus des „Alles ist erlaubt“ zur Hybris des „Alles ist möglich“ fortschreitet, erkannte Hannah Arendt. Die Frage nach Erfolg oder Misserfolg sei dann nicht mehr entscheidbar. „Denn es liegt im Wesen der totalitären Fiktion, dass sie nicht nur das Unmögliche möglich macht, sondern vor allem auch alles, was sie nach ihrem ideologisch geleiteten Schema ‚voraussieht’ – und Voraussehen heißt hier lediglich Berechnen –, bereits als wirklich in Rechnung stellt. Da die Geschichte in der totalitären Fiktion voraussehbar und berechenbar verläuft, muss jeder ihrer Möglichkeiten auch eine Wirklichkeit entsprechen. Diese ‚Wirklichkeit’ wird dann nicht anders fabriziert als andere ‚Tatsachen’ in dieser rein fiktiven Welt.“

Wer diese Zeilen heute liest, könnte leicht zum Eindruck gelangen, Hannah Arendt habe sich hier auseinandergesetzt mit der abenteuerlichen, aber inzwischen dennoch gängigen Vorstellung, das chaotische Wettergeschehen könne durch eine Rationierung des Ausstoßes des Spurengases Kohlenstoffdioxid (CO2) so „gemanagt“ werden, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad Celsius begrenzt bleibt. Denn die „Klimamodelle“, mit denen das Kyoto-Protokoll über die Reduktion so genannter Treibhausgase, das „Klima-Paket“ der EU, die Einstufung von CO2 als „gesundheitsgefährdender Schadstoff“ durch die US-Umweltbehörde EPA und der internationale CO2-Emissionshandel (eine massive indirekte Kohlenstoffsteuer) begründet werden, beruhen zum allergrößten Teil auf rein theoretischen Berechnungen und nur zum geringsten Teil auf Messwerten. Doch die mit vielen Milliarden Euros bzw. Dollars geförderten „erneuerbaren“ Energien haben unterm Strich bislang noch keine einzige Tonne CO2 eingespart. Die Kosten-Nutzen-Bilanz der „Klimapolitik“ ist jedenfalls eindeutig negativ, zumal von „globaler Erwärmung“ nun schon fast ein ganzes Jahrzehnt lang nicht mehr die Rede sein kann. Aber Fakten zählen in Berlin, Brüssel und Washington offenbar längst nicht mehr. 

Man könnte deshalb sogar zur Überzeugung kommen, die Urheber der „Klimapolitik“ hätten Hannah Arendts Totalitarismus-Theorie genauestens studiert – und zwar nicht um Totalitarismus zu verhindern, sondern um ganz bewusst eine besonders raffinierte totalitäre Fiktion in die Welt zu setzen. Immerhin geschähe es nicht das erste Mal in der Geschichte politischer Ideen, dass gut gemeinte Warnungen auf eine so perverse Weise beherzigt werden. Hannah Arendt würde damit also lediglich das Schicksal Niccolò Machiavellis teilen, dessen „Principe“ zur Begründung eines Politikstils, des Machiavellismus, wurde, den der große Florentiner in einer für seine Vaterstadt schweren Zeit mit seinem viel zitierten Fürstenspiegel gerade verhindern wollte. Darauf hat kein Geringerer als Carl Schmitt in seiner „Theorie des Politischen“ hingewiesen. „Wenn Machiavelli ein Machiavellist gewesen wäre“, bemerkte Schmitt, „hätte er statt des Principe ein erbauliches Buch geschrieben, am besten gleich einen Anti-Machiavell.“ (Was Preußen-König Friedrich II. bekanntlich auch tat.) Überflüssig darauf hinzuweisen, dass auch Schmitts Theorie des Politischen bis heute vor allem von Antisemiten missbraucht wird und dass Schmitt selbst daran nicht unschuldig war.

 Damit ist aber noch nicht gesagt, dass jene recht haben, die die „Klimapolitik“ in erster Linie als Ausfluss einer von langer Hand eingefädelten Verschwörung von Hochfinanz und Politik-Eliten sehen. Denn wenn sich der Nihilismus (frei nach Friedrich Nietzsche: die Negation des wirklichen Lebens durch krankhafte Religiosität beziehungsweise übertriebene Vorsorge, mit anderen Worten: höhere Dummheit) wie eine ansteckende Krankheit seuchenartig ausbreiten kann, bedarf es im Grunde gar keiner Verschwörung, um eine nihilistische Weltsicht zu verbreiten. Dass Dummheit ansteckend wirkt, ist schließlich nicht neu. Schließlich wäre Dummheit nicht Dummheit, könnte man auf ihrer Basis klare Ziele und Strategien formulieren. Deshalb gehe ich im Folgenden aus von der Hypothese, dass die Ausbreitung des grünen Weltbildes und der darauf aufbauenden parasitären Geschäftsmodelle im Wesentlichen naturwüchsig erfolgte, was nicht ausschließt, dass mächtige Akteure gelegentlich kräftig nachgeholfen haben, weil sie erkannt haben, dass es unter gewissen Umständen viel leichter ist, mit der Verbreitung eines krankhaften Aberglaubens Geschäfte zu machen als mit dessen Bekämpfung. Wie bestimmte Ideen sich auch ohne bewusste Strategie virenartig ausbreiten können, ist in den Sozialwissenschaften seit den bahnbrechenden Arbeiten von Elisabeth-Noelle-Neumann und Susan Blackmore über die „Schweigespirale“ und die „Macht der Meme“ längst kein Geheimnis mehr.

Seinem Wesen nach besteht das grüne Weltbild in der Annahme, die Erde sei ein geschlossenes Regelsystem in einem fragilen Gleichgewicht. Die Menschen erscheinen darin von vornherein als Störenfriede, wenn nicht als Schädlinge, weil sie streng begrenzte Rohstoff-Vorräte aufbrauchen, die Vielfalt der Organismenarten verringern und Wasser, Luft und Boden mit ihren Ausscheidungen und Abfällen belasten. Diese antichristliche Weltsicht kam in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in erster Linie in Form der Eugenik und der damit begründeten Zwangssterilisierungsprogramme, in der Zeit des Kalten Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg hingegen vornehmlich in der Propagierung der Geburtenkontrolle durch private Stiftungen und internationale Organisationen zum Ausdruck. Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm dieses Weltbild dann die heutige Gestalt an. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Weltsicht, die der schwedische Chemiker und spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius im Jahre 1895 skizzierte. Die Entwicklung des Planeten Erde wird danach in erster Linie vom Kohlenstoffkreislauf bestimmt. Arrhenius sah im schwankenden Kohlensäuregehalt der Atmosphäre die Hauptursache des Wechsels zwischen Eis- und Warmzeiten. Denn Kohlenstoffdioxid und andere Infrarot absorbierende Spurengase erzeugten in der Erdatmosphäre einen „Treibhauseffekt“, der Leben auf der Erde erst ermögliche. Verbrenne der Mensch fossile Kohlenstoffvorräte, erhöhe er durch die Freisetzung der Verbrennungsabgase jedoch künstlich den Kohlenstoffdioxidgehalt der Atmosphäre und verursache dadurch eine globale Erwärmung (worin Arrhenius allerdings noch etwas Positives sah).

Diese Annahme wurde im 20. Jahrhundert von mehreren Seiten widerlegt: Zunächst vom amerikanischen Strahlenphysiker Robert William Wood, der nachwies, dass nicht einmal richtige Gewächshäuser so funktionieren, wie nach Arrhenius’ Ansicht das „Treibhaus Erdatmosphäre“ funktionieren soll. Dann vom serbischen Astrophysiker Milutin Milankovic, der berechnete, dass Eis- und Warmzeiten auf Schwankungen der Erdachse zurückgehen. Den entscheidenden Schlag bekam das ökologistische Weltbild jedoch vom deutschen Geografen und Meteorologen Alfred Wegener, dem Urheber der Hypothese von der Kontinentalverschiebung und damit der Plattentektonik, des heute allgemein gültigen Paradigmas der Geologie. Die Plattentektonik macht deutlich, dass der Kohlenstoffkreislauf nicht primär biologischer, sondern geochemischer Natur ist. Er ist Teil weltumspannender Verschiebungen der Erdkruste, in deren Verlauf Milliarden von Tonnen schwere Stücke der nur scheinbar festgefügten Kruste tief in den Erdmantel geschoben und dort eingeschmolzen, recycelt werden. Dabei entstehen spontan Kohlenwasserstoffe, die in die Erdkruste aufsteigen und dort unter bestimmten Bedingungen als Erdgas oder Erdöl gefördert werden können. Eine absolute Verknappung von Kohlenwasserstoffen, die die Theorie von deren biotischer Entstehung postuliert, ist unter diesen Bedingungen unvorstellbar. Solange es in der Erdkruste genug Kohlenstoff gibt, wird es auch genug Kohlenwasserstoffe geben. Das bedeutet nicht, dass Kohlenwasserstoffe immer kostengünstig verfügbar sind. (Näheres dazu habe ich gegen Ende des vergangenen Jahres auf ef-online ausgeführt, in „Abschied vom grünen Weltbild“.)

Wie konnte es geschehen, dass die öffentliche Meinung demgegenüber an einem seit hundert Jahren widerlegten Weltbild festhielt und Vertretern alternativer Sichtweisen heute sowohl in den Massenmedien als auch in der großen Politik das Existenzrecht abgesprochen wird? Wie schon angedeutet, bin ich davon überzeugt, dass eine Erklärung dieser dem gesunden Menschenverstand Hohn sprechenden Entwicklung nur auf religiöser Ebene möglich ist. In religiösen Lehren kann viel gesunder Menschenverstand stecken. Aber er spielt darin in der Regel nicht die Hauptrolle. Das gilt übrigens nicht nur für Religionen, sondern auch für unverfälschte Wissenschaft. So widerspricht gerade die christliche Dreifaltigkeitslehre ebenso dem auf die fünf Sinne gestützten gesunden Menschenverstand wie das Prinzip der Verschränkung von Elementarteilchen. Aber die unanschauliche Quantenphysik kann – wie wir inzwischen wissen – beide Vorstellungen zur Übereinstimmung bringen. Der Widerspruch zum gesunden Menschenverstand kann also kein Kriterium für die Einschätzung der Lebenstauglichkeit einer Religion sein. Ohne Religion ist der Mensch nichts. Doch gibt es offenbar gesunde, die Fitness im Kampf ums Dasein steigernde und krankhafte, suizidäre Formen von Religiosität (auch christlicher!). Um die letztgenannte handelt es sich meines Erachtens beim totalitären Ökologismus. Schon Hannah Arendt hat übrigens darauf hingewiesen, dass hinter jeglicher Form von Totalitarismus auch Selbstmordmotive stehen. Bei Hitler war das unübersehbar.

Wer heute die Geschichte der Bevölkerungs-, Umwelt- und Klimapolitik als Form der inzwischen für verbindlich erklärten Zivilreligion Ökologismus aufarbeitet, stößt unweigerlich auf die Familie Rockefeller. Linksorientierte Publizisten haben sich denn auch die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einflussreiche Studien wie Paul und Anne Ehrlichs Buch „Die Bevölkerungsbombe“ oder die Computersimulation „Die Grenzen des Wachstums“ im Auftrag des Club of Rome als Machwerke im Auftrag der Rockefeller-Dynastie und ihrer Verbündeten in der US-Finanzaristokratie zu denunzieren. Auch einem Teil der deutschen Linken war es anfangs durchaus bewusst, dass „grüne“ Ideen nicht einer Graswurzelbewegung entstammten, sondern in den Denkfabriken der Superreichen ausgekocht wurden. So enthält die im Oktober 1973 erschienene Nr. 33 der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen führenden linken Zeitschrift „Kursbuch“ den informativen Aufsatz „Die Bevölkerungsbombe ist ein Rockefeller-Baby“ des linksliberalen US-Publizisten Steve Weissmann. Einige Seiten weiter findet sich im gleichen Heft übrigens auch eine deutsche Übersetzung von Martin Gellens historischem Artikel über den Öko-Industrie-Komplex. Schon vor 35 Jahren war also durchaus bekannt, worauf die damals gestartete „grüne Welle“ hinauslief.

Im genannten Artikel schildert Weissmann, wie der älteste Rockefeller-Enkel John D. Rockefeller III seit Beginn der 50er Jahre mithilfe seiner Rockefeller Foundation und der befreundeten Carnegie und Ford Foundations private Forschungsinstitute und Nichtregierungsorganisationen wie das Population Council oder der Planned Parenthood Campaign auf die Beine stellte. Diese Pressure Groups erreichten, dass die Förderung der Geburtenkontrolle schon in den 60er Jahren unter Präsident Lindon B. Johnson zum Bestandteil der US-Außenpolitik wurde. Weissmann und andere linksliberale Publizisten verschwiegen allerdings, dass die genannten, schon vor dem Ersten Weltkrieg gegründeten Stiftungen während der gesamten Zeit ihres Wirkens ausschließlich linkes Gedankengut und linke, ex- oder implizit sozialistische Weltverbesserungs-Projekte gefördert haben und kein einziges, das die Idee des freien Unternehmertums unterstützte. Darauf wies – ebenfalls in den 70er Jahren – der christlich und marktradikal orientierte „Verschwörungstheoretiker“ Gary Allen in seinen auch auf deutsch erschienen Bestsellern hin. Allen sah in der von den Rockefellers zur Schau gestellten Philanthropie nichts anderes als konsequenten Machiavellismus. Meines Erachtens überschätzte er allerdings, wie andere Autoren von „Verschwörungsliteratur“, den Einfluss und die Weitsicht der Rockefeller-Dynastie und unterschätzte auf der anderen Seite das Beharrungsvermögen der Kreml-Strategen. Außerdem verlor er aus dem Auge, dass in einer bunten und widersprüchlichen Welt selbst die Mächtigsten ihre Absichten kaum je ungebrochen umsetzen können – zumal, wenn sie vom Virus des Nihilismus infiziert sind. Auch in Kartellen leben Interessensunterschiede fort. Sonst hätten wir die von ihnen angestrebte Weltregierung längst.

Allen wies gleichzeitig darauf hin, dass auch die Umweltpolitik im heutigen Sinne insofern ein Rockefeller-Baby ist, als der später aus dem Amt gejagte US-Präsident Richard Nixon, der als „Erfinder“ der Umweltpolitik gilt, lediglich als Platzhalter des mittleren Standard-Oil-Enkels Nelson Rockefeller ins Weiße Haus gelangt war. Nelson Rockefeller hatte seinen Ehrgeiz, selbst Präsident zu werden, nie verborgen. Nach einigen schmerzhaften Niederlagen bei Vorwahlen hatte er jedoch einsehen müssen, dass er keine Chance hatte, selbst ins Weiße Haus gewählt zu werden, und hatte den bei einer zum Rockefeller-Imperium gehörenden Law Firm beschäftigten Nixon vorgeschickt. Nixon hob die Umweltpolitik offiziell im Jahre 1970 aus der Taufe. Es war sicher kein Zufall, dass derselbe Nixon, gedrängt durch massive Goldabflüsse aus den USA (den US-Bürgern war der Besitz von Gold seit 1934 untersagt), nur wenige Monate später die formelle Bindung des US-Dollar an den Goldpreis aufhob und durch eine Welt-Papiergeld-Reserve, die Sonderziehungsrechte, zu ersetzen versuchte. Denn damit vollendete er, was John D. Rockefeller zusammen mit Verbündeten wie Nelson Aldrich, J. P. Morgan, Colonel House, Jacob Schiff, Paul Warburg, Bernard Baruch, den Rothschilds und anderen schon vor dem Ersten Weltkrieg auf den Weg gebracht hatten: die Ablösung des Goldstandards durch politisch manipulierbares Papiergeld – mit dem Ziel, die politische Macht eines Tages in den Händen einer Weltregierung zu konzentrieren.

Die Geister scheiden sich bei der Interpretation der im Jahre 1910 bei einer geheimen Zusammenkunft auf der kleinen Jekyll-Insel verabredeten Gründung der US-Notenbank Federal Reserve. Noch immer sehen manche darin eine jüdische Weltverschwörung nach dem Muster des (erfundenen!)„Protokolls der Weißen von Sion“. Gary Allen wies demgegenüber richtig darauf hin, dass der Antisemitismus den „Verschwörern“ von Jekyll Island in die Hände arbeitete, indem er nicht unwesentlich dazu beitrug, deren wirkliche Ziele und Erfolge zu verschleiern. Denn es gerät dabei aus dem Blickfeld, dass der Hauptzweck der Zusammenkunft auf Jekyll Island nicht darin bestand, konkrete Geschäftsprojekte auszuhecken, sondern eine nihilistische Weltsicht beziehungsweise Problemdefinition so attraktiv zu machen, dass sie Chancen hatte, sich gegen den gesunden Menschenverstand und den Selbsterhaltungstrieb der kleinen Leute durchzusetzen. Die nach Ansicht Allens von J.P. Morgan inszenierte Finanzmarkt-Panik von 1907 diente als Vorwand, um eine angebliche sicherere staatsmonopolistische Kartellisierung der Finanzmärkte in Form der Papiergeldwährung der Fed zu fordern. Der Federal Reserve Act passierte am 22. Dezember 1913 mit einer überwältigenden Mehrheit von 298 zu 60 Stimmen den US-Kongress. John D. Rockefeller, der Wettebewerb bekanntlich fürchtete wie der Teufel das Weihwasser und dadurch groß geworden war, dass er Konkurrenten mit allen denkbaren erlaubten und unerlaubten Tricks vom Markt drängte, war damit seinem Ziel einer Weltregierung ein gutes Stück näher gekommen.

Wie Carl Schmitt in seiner viel zitierten Schrift über den Begriff des Politischen herausgearbeitet hat, legitimieren sich Staaten durch die Feindbildbestimmung. (Dabei wird der Feind nicht als Un- oder Untermensch definiert, sondern als jemand, der unter bestimmten Umständen in Teilfragen auch zum Bündnispartner auf gleicher Augenhöhe werden kann!) Solange es überhaupt noch Gründe für die Staatenbildung gibt, kann es also keinen die ganze Erde und die ganze Menschheit umfassenden Weltstaat geben. „Die politische Welt ist ein Pluriversum, kein Universum, “ erklärte Schmitt apodiktisch. Ein Weltfriede ist nur als idyllischer Endzustand der allgemeinen Entpolitisierung vorstellbar. Wer sich auf die „Menschheit“ beruft, bemäntelt damit nur imperialistische Expansionsgelüste, vermutete daher Schmitt. Und er zögerte nicht, in diesem Zusammenhang, sich auf den französischen Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon berufend, zu behaupten: „Wer Menschheit sagt, will betrügen.“ Denn die Rechtfertigung einer Politik durch angebliche Menschheitsprobleme führt zur fatalen Konsequenz, dass deren Gegnern die Qualität des Menschseins abgesprochen werden muss. „Der Gegner heißt nicht mehr Feind, aber dafür wird er als Friedensbrecher und Friedensstörer hors-la-loi und hors de l’humanité gesetzt, und ein zur Wahrung und Erweiterung ökonomischer Machtpositionen geführter Krieg muss mit einem Aufgebot von Propaganda zum ‚Kreuzzug’ und zum ‚letzten Krieg der Menschheit’ gemacht werden“, schrieb Schmitt.

So wird deutlich, dass Verschwörungstheorien die auch von Carl Schmitt klar erkannte Gefahr des Totalitarismus letztlich verniedlichen. Die „Verschwörung“ von Jekyll Island bestand, im Lichte von Schmitts Politiktheorie besehen, im Grunde nur in der Entscheidung, wer zur neuen Welt gehört und wer nicht. Die Parallele zur aktuellen „Klimapolitik“ liegt auf der Hand. (Dazu später) Von ganz anderen Voraussetzungen als Hannah Arendt ausgehend, erkannte also auch Schmitt, warum der Totalitarismus eine notwendige Begleiterscheinung der historischen Weichenstellung ist, die in den imperialistischen Kolonialsystemen schon angelegt war. Diese bestand in der Ablösung des Kapitalismus der freien Konkurrenz innerhalb einer Vielzahl mehr oder weniger kleiner Nachtwächterstaaten, für deren Funktionieren etwa fünf Prozent des BSP ausreichten, durch den korporatistischen Kartell- oder Monopolkapitalismus in „modernen“ Wohlfahrts- oder Interessengruppenstaaten, die in der Tendenz mehr als die Hälfte der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung beanspruchen. Nur Dank der engen Verzahnung mit interventionistischer Politik können sich Monopole und Kartelle bekanntlich halten.

Das von den Rockefellers und ihren Verbündeten immer offen vertretene utopische Ziel des Aufbaus eines Weltstaates mit einer Welt-Notenbank bedurfte aber einer eingängigen Begründung durch Ängste vor (mehr oder weniger fiktiven) globalen Bedrohungen. Bis dahin hatten die kleinen Leute nämlich eindeutig von der Kleinstaaterei und der Uneinigkeit der Mächtigen profitieren können. Denn notfalls konnten sie unter diesen Bedingungen mit den Füßen abstimmen. Außerdem wussten die Menschen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, selbst unmittelbar benachbarte und historisch verwandte Völker unter einen Hut zu bringen. Es gehörte bis 1914 zum Fundus des gesunden Menschenverstands, dass es besser ist, viele kleine Regierungen zu haben als eine große. Wenn die Mächtigen der Welt sich aber dauerhaft einig würden, hätte der kleine Mann überhaupt nichts mehr zu lachen, weil der dann erreichte Konsens gleichbedeutend wäre mit der Diktatur einer weltweit vernetzten Nomenklatura. Eine „gute“ Gelegenheit, dem gesunden Menschenverstand der kleinen Leute einen Schlag zu versetzen, bot der europäische Krieg von 1914 bis 1918, der erst durch die Intervention von US-Anhängern der Weltstaatsidee zum Weltkrieg geworden war. Große Teile der damals erstarkenden Friedensbewegung sahen im Aufbau eines Weltstaates den besten Weg zum Weltfrieden. Da brauchten Rockefellers Stiftungen kaum noch nachzuhelfen. Mit Bedacht wurde die UNO in New York auf einem von den Rockefellers kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstück angesiedelt.

Seit der US-Intervention im Ersten Weltkrieg ranken sich um das Finanzkartell der Rockefellers und Rothschilds, wie angedeutet, diverse antiamerikanisch und/oder antisemitisch eingefärbte Verschwörungs- beziehungsweise Dolchstoßlegenden. Deutsche Urheber und Multiplikatoren dieser Legenden glaubten (und glauben zum Teil noch immer), eine primär antideutsche Stoßrichtung der „Verschwörung der Hochfinanz“ ausmachen zu können. Dazu passt schlecht die inzwischen bekannt gewordene Tatsache, dass die Rockefellers und ihre Verbündeten in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht nur den Bolschewiki in Russland, sondern auch den deutschen Nazis – selbstverständlich nicht bedingungslos - finanziell und technologisch unter die Arme griffen und während des Kalten Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg den Handel mit dem Ostblock forcierten. (Ohne die Hilfestellung der Rockefellers bei Lenins kurzem Experiment einer „Neuen Ökonomischen Politik“ wäre dem zur Revolution hochstilisierten Putsch der Bolschewiki vermutlich schon bald der endgültige Zusammenbruch des Sozialismus gefolgt.) Dabei ging es selbst während des Korea- und des Vietnam-Krieges auch um die Lieferung von militärisch relevanten Geräten und Technologien. Vermutlich hat Gary Allen recht, wenn er darin Belege dafür sieht, dass Rockefellers Kartell immer in erster Linie das philanthropisch und/oder öko-pazifistisch begründete Ziel einer Weltregierung verfolgte (was Stiche gegen missliebige Konkurrenten im Westen nicht ausschloss). Aufgabe dieser Regierung sollte die globale Kontrolle der Energie- und Nahrungsmittelproduktion sowie des Bevölkerungswachstums durch eine globale Umverteilung von Reichtum und Wohlstand sein. Somit war die Stoßrichtung der Rockefellers nicht primär antideutsch, sondern antichristlich und speziell antikatholisch. Denn nach der reinen kirchlichen Lehre war schon das Ansinnen der Errichtung eines Weltstaates ein Ausdruck von Blasphemie, weil weder der Mensch noch das Geld, sondern Gott die Welt regiert – auch wenn das nicht immer spürbar ist. 

In der Tat widersetzte sich die katholische Kirche als einzige weltweit geistig einflussreiche Kraft den von den Rockefellers sowie roten und braunen Sozialdemokraten in aller Welt vorangetriebenen Eugenik-Programmen. Nachweislich finanzierte die Rockefeller-Stiftung noch bis 1939 eugenische Forschungsprogramme im Nazi-Deutschland. Diese Programme können, wie Michael Crichton in einem Anhang zu seinem Klima-Thriller „Welt in Angst“ (New York, 2004/München 2005) herausgearbeitet hat, als Vorläufer der heutigen „Klimapolitik“ betrachtet werden, denn bis heute ist der diesen Programmen zugrundeliegende Gen-Begriff ebenso wenig definierbar wie der Begriff „Weltklima“. Es kann nicht oft genug betont werden, dass die katholische Kirche sich gegenüber dieser ebenso irrationalen wie mörderischen Politik als die wahre Hüterin der europäischen Aufklärung erwies.

Desgleichen zeigte sich die katholische Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg als ernstzunehmendes Hindernis für die von den Rockefellers propagierte und gesponserte Politik der Geburtenkontrolle, die seit Fairfield Osborns Buch „Our Plundered Planet“ (Boston 1948) streng malthusianistisch begründet wurde. Dieses Buch wurde zum Vorbild sowohl von Paul und Anne Ehrlichs „Bevölkerungsbombe“ (New York, 1968) als auch für die vom „Club of Rome“ angeregte Computersimulationsstudie „Die Grenzen des Wachstums“ des MIT in Cambridge, Ma. (New York, 1972). Schon von daher, aber nicht nur deshalb, stand der Vatikan der UNO, die sich diese Bevölkerungspolitik zum Teil zu Eigen machte, längere Zeit mehr als reserviert gegenüber. Die erstmals medienwirksame 3. Weltbevölkerungskonferenz der UN, die 1974 in Bukarest stattfand – eine Mammutkonferenz, die zum Vorbild der späteren Erd- oder Klima-Gipfel wurde - gilt zu Recht als geistiges Kind von John D. Rockefeller III, der dort auch auftrat. Streckenweise bildete sich anlässlich dieser Konferenz eine oppositionelle Allianz zwischen der katholischen Kirche, Marxisten beziehungsweise Kommunisten und Vertretern der „dritten Welt“, die die Theorie von Thomas Robert Malthus (mit ganz anderer Begründung) von vornherein ebenso strikt ablehnten wie der Vatikan.

Es gab auch eine marxistisch inspirierte Fundamentalopposition gegen die Weltstaatsidee. Insbesondere DDR-Autoren taten sich noch bis in die 80er Jahre mit theoretischen Ableitungen und Demonstrationen des Klassencharakters der Ökologie hervor. (Zusammengefasst findet man diese Kritik bei Roland Meister: Ideen vom Weltstaat und der Weltgemeinschaft im Wandel imperialistischen Herrschaftsstrategien; sowie bei Jürgen  Kuczynski: Das Gleichgewicht der Null, beide Berlin (Ost) und Frankfurt am Main, 1973)  In der UdSSR hingegen schlossen sich nach der Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ nach und nach Wissenschaftler und führende Parteiideologen der Auffassung an, die ökologische Krise sei doch real und global. Die Rolle eines Katalysators spielte dabei der in West und Ost gleichermaßen gehätschelte und später mit dem Friedensnobelpreis bedachte „Dissident“ Andrej Sacharow, der schon Ende der 60er Jahre in seinem vielzitierten „Manifest“ eine sozialistische Weltregierung angeregt hatte. So gelang es Aurelio Peccei, dem ersten Vorsitzenden des 1968 gegründeten Club of Rome, im Zeichen der damals einsetzenden West-Ost-Entspannung, von Anfang an auch Vertreter der UdSSR in seinen elitären Zirkel aufzunehmen. Dazu zählten z.B. der kirgisische Literaturnobelpreisträger Tschingis Aitmatov, der auch im Westen nicht unbekannte Managementsystem-Theoretiker Gvishiani und vermutlich auch der weltbekannte russische Physik-Nobelpreisträger Pjotr L. Kapitza. Die „Grenzen des Wachstums“ wurden in Moskau vorgestellt, bevor sie in New York und anderen westlichen Metropolen publik gemacht wurden! Während der 70er Jahre gab es eine ganze Reihe von Ost-West-Konferenzen, auf denen die „Grenzen des Wachstums“ und einige Folgestudien sehr offen und kontrovers diskutiert wurden. (Ich habe ab 1973 selbst an einigen dieser Treffen teilgenommen und dabei über persönliche Bekanntschaften so viele Einblicke gewonnen, dass ich mich von „grünen“ Ideen angewidert abzuwenden begann.)

Schon zu Beginn der 80er Jahre bekamen in der UdSSR jene die Oberhand, die das „grüne“ beziehungsweise öko-pazifistische Weltbild im Wesentlichen akzeptierten, weil sie sahen, dass sie mit seiner Hilfe auf einem alternativen Weg zu der von ihnen nach wie vor angestrebten kommunistischen Weltherrschaft gelangen konnten. Dokumentiert wird das in dem 1981 in Moskau erschienen Buch „Globale Probleme der Gegenwart“ der hochrangigen Gorbatschow-Berater Wadim Sagladin und Iwan Frolow. (Sagladin hatte über Goethe promoviert, sprach fließend deutsch und war sehr oft im Westen.) Zu den Hauptgruppen der „globalen Probleme“ zählen die beiden: „das Problem von Krieg und Frieden; die Überwindung des Entwicklungsrückstandes der ehemals kolonialen Gebiete und der ehemals vom Imperialismus abhängigen Länder; Probleme, die mit der Energie- und Nahrungsmittelversorgung der Menschen verbunden sind; Probleme ökologischen Charakters; Probleme, die sich aus dem Wachstum der Erdbevölkerung ergeben.“ Als der Kalte Krieg sich unter US-Präsident Ronald Reagan zum globalen Show down zuspitzte, gab es in Moskau also bereits einflussreiche Vordenker, die die Angst schürten, die Welt werde untergehen, wenn es nicht zu einer globalen Zusammenarbeit komme.

1982 erschien im Ostberliner Dietz-Verlag eine deutsche Übersetzung dieses Buches, die jedoch im Buchhandel der DDR nicht zu finden war. Die SED verteilte das Buch diskret auf internationalen Kongressen anlässlich des 100. Todestages von Karl Marx im Jahre 1983 und an Besucher aus dem Westen. Liest man dieses Buch mit dem heutigen Wissen im Hinterkopf, wird einem sofort klar, dass die Führung der KPdSU die DDR damals im Grunde schon aufgegeben hatte. Mit Blick auf die vor allem von DDR-Philosophen und Ökonomen veröffentlichten scharfen Kritiken an den Studien des Club of Rome schrieben Sagladin und Frolow in ihrem Buch: „Als in Westeuropa und in Amerika rege Debatten über die globalen Probleme begannen, wurde in den sozialistischen Ländern (auch in einem gewissen Teil unserer sozialistischen Öffentlichkeit) zunächst so reagiert: Das alles sei unseriös, sei ein Versuch der Bourgeoisie, die Werktätigen von dringenden Klassenproblemen abzulenken. Glücklicherweise hielt sich dieser Standpunkt nur kurze Zeit. Die Partei hat in ihren Beschlüssen und mit ihren Initiativen diese Position rasch überwunden, und sie hat die sowjetische Wissenschaft auf die gründliche Analyse und praktische Lösung der globalen Probleme orientiert.“

In gewisser Weise schlossen sich die beiden damit der Kritik an, die der in der DDR in Ungnade gefallene marxistische Philosoph Wolfgang Harich in einem 1975 unter dem Titel „Kommunismus ohne Wachstum? Babeuf und der ‚Club of Rome’“ bei Rowohlt in Buchform erschienenen Interview mit Rowohlt-Herausgeber Freimut Duve an meiner eigenen Einschätzung des Club of Rome und Enzensbergers „Kursbuch“ übte. Das bedeutet: Sie schlossen sich (zumindest nach außen) dem „unbewussten“ Öko-Sozialismus der Rockefellers und des Club of Rome an, weil sie erkannt hatten, dass der „wissenschaftliche“ Sozialismus von Marx, Engels, Lenin und Stalin in eine Sackgasse führte. Einige Jahre später konnte Michail Gorbatschow seelenruhig den Zusammenbruch der kommunistischen „Planwirtschaft“ (nicht des Imperiums!) einleiten, weil er wusste, dass die Entwicklung zum Weltkommunismus in anderer Form weitergehen würde. Es bleibt offen, ob der Westen oder der Osten dabei den aktiven Part übernahm beziehungsweise wer wessen nützlicher Idiot war oder noch ist.

[Fortsetzung folgt.]

02. Juli 2009

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