Ronald Gläser

Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg.

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Antifa: Schweigen über Angriff auf Vera Lengsfeld

von Ronald Gläser

Gewalt gegen Andersdenkende ist in Berlin längst der nicht mehr berichtenswerte Normalfall

Neulich war Ralf Stegner im Frühstücksfernsehen. Er wurde nach Koalitionsmöglichkeiten nach der kommenden Landtagswahl gefragt. Seine Antwort: Grundsätzlich müssten demokratische Parteien immer miteinander koalieren können. Doch dann sagte er einschränkend: „Nur mit Nazis spricht man nicht.“

Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang lautet: Wer legt denn eigentlich fest, wer ein „Nazi“ ist? Wer bei dieser Frage die Definitionshoheit besitzt, der kann nach Belieben seine politischen Kontrahenten spalten und damit entmachten.

Das musste Vera Lengsfeld vor knapp zwei Wochen am eigenen Leibe erfahren, als sie einen Bekannten, der selbst ein „Opfer von Nazi-Gewalt“ war, auf eine linke Demo von Nazi-Gegnern begleitete. Die CDU-Politikerin mischte sich in einen Demonstrationszug, der durch Berlin-Friedrichshain zog. Vorausgegangen war eine Schlägerei zwischen „Rechten“ und „Linken“. Die „Linken“ haben zu zehnt vier „Rechte“ angegriffen. Die „Rechten“ haben später einen der „Linken“ übel zugerichtet, den sie zufälligerweise alleine trafen. So wurde der Fall jedenfalls in der Presse dargestellt.

Was folgte, waren Ausschreitungen der „Linken“ gegen ein angebliches „Szenelokal der Rechten“, die den Charakter einer  Straßenschlacht hatten. Bei der anschließenden Demo also gegen Nazi-Gewalt wollte die CDU-Bundestagskandidatin zeigen, dass auch sie gegen Gewalt ist. Aber nicht nur gegen Nazi-Gewalt. „Das wäre mir zu wenig“, sagt sie. Deswegen brachten sie und ihre Freunde Plakate mit, auf denen „keine Gewalt“ zu lesen war. Für die „linken“ Rollkommandos war das eine Provokation!

Lengsfeld schreibt in ihrem Tagebuch: „Wir blieben nicht lange unbehelligt. Auf ein kurzes Kommando stürzen ein paar schwarze Aktivisten auf uns zu und entrissen uns unsere Schilder, die sofort kurz und klein geschlagen wurden. Dabei bekam M. neben mir einige Knuffe ab. Wir fingen an zu rufen: Keine Gewalt, keine Gewalt!“ Später wurden sie noch bespuckt und als „Rassisten“ beschimpft. Im Internet wurden allerlei Beleidigungen in ihre Richtung abgefeuert.

Der Skandal ist, dass die Berliner Zeitungen mit keiner Silbe über diesen Vorfall berichtet haben, obwohl Lengsfeld sich mit einer Erklärung an diese gewandt hatte. Niemand hat das Thema aufgegriffen. Selbst die Springer-Presse, die nicht zimperlich ist, wenn es um den neuen roten Terror geht, hat keine Silbe veröffentlicht. Es ist gespenstisch, wie linke Straßengewalt selbst gegen bürgerliche Politiker inzwischen normal zu sein scheint.

Mit „Antifaschismus“ hat bereits die DDR-Führung die schlimmsten Verbrechen bemäntelt und gerechtfertigt. In Wirklichkeit war „Antifaschismus“ ein Mittel, um die bürgerlichen Parteien in ein „antifaschistisch-demokratisches“ Bündnis mit der SED zu zwängen, damit alles „demokratisch aussieht“ (Walter Ulbricht). Und die Mauer, die Millionen Deutsche eingesperrt hat, hieß nicht Mauer, sondern „antifaschistischer Schutzwall“. So diente der Begriff dazu, den Eingemauerten den politischen Willen aufzwängen zu können, was bei offenen Grenzen nicht möglich gewesen wäre. Die Leute wären scharenweise davongelaufen. Heute ist es nicht anders.

Es ist eine Schande für die demokratischen Organisationen, um das Wort von Herrn Stegner aufzugreifen, wenn sie sich auf diese antifaschistischen (in Wirklichkeit: antidemokratischen) Verhaltensweisen einlassen. Frau Lengsfeld gebührt Dank, weil sie – bewusst oder unbewusst – dieses System entlarvt hat. Die Blamage trifft am Ende weniger die politische „Linke“, deren Absichten leicht durchschaubar sind. Nein, es sind CDU/CSU und FDP, die sich fragen lassen müssen, warum sie dieses unwürdige Treiben überhaupt mitmachen.

30. Juli 2009

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Kommentare

Lalle, am 30. Juli 2009 um 14:19 ( Link )

Mittlerweile weiß doch jeder halbwegs informierte Mensch, dass man das Fernsehen vergessen kann. Auf freiewelt.net hat Frau Lengsfeld persönlich den Fall beschrieben und ein Diskussion ausgelöst
http://www.freiewelt.net/blog-569/opfer-eines-neonazi-%DCberfalls-von-der-antifa-bespuckt.html

Frank Martin, am 30. Juli 2009 um 15:53 ( Link )

@terzett:

Gehe ich recht in der Annahme, daß Frau Lengsfeld auch angegriffen worden wäre, wenn sie sich schwarz gekleidet und ein Schild mit der Aufschrift "Nazis verkloppen!" getragen hätte?

Soviel zu Ihren "Fakten".

Juergen , am 30. Juli 2009 um 17:43 ( Link )

@terzett

der erste link hat auch funktioniert. Die Anzeigen werden wohl von google anhand von Schlagworten in den Texten geschaltet. Deswegen liest man auf ef auch immer wieder Anzeigen von Klimaschutz-Kampagnen. Sehr lustig. Ich jedenfalls freue mich immer wieder das freundliche Gesicht der Dame von muslima.com, der Seite für heiratswillige Muslime bei ef zu sehen :)

Al_Bore, am 30. Juli 2009 um 22:12 ( Link )

@terzett

Wie albern, was ist denn an "Linksfaschismus" bitte suggestiv? Es ist eine Offenlegung der Wurzeln und die einzig sinnvolle Antwort auf die Fiktion vom lieben linken Antifaschismus. Schon Kollege Mussolini war gesellschaftsideologisch ein Sozialist erster Güte, auch wenn Sie das enttäuschen sollte.

Reaktionaer, am 31. Juli 2009 um 11:41 ( Link )

@ terzett

--- Aber ob Sozialismus, Stalinismus, Sozialdemokratie, Kommunismus, Anarchismus oder sonstwas: alles das selbe, wa?

Ja. Alles dieselbe Dummheit, Unbildung, Realitätsverweigerung und Menschenverachtung. Die Sie anscheinend noch hier verteidigen.

EEkat, am 02. August 2009 um 12:16 ( Link )

@terzett, @Jürgen, Wenn es stimmt, daß Google die Werbebanner aussucht, die hier eingestellt werden - und ich will dies nicht bezweifeln - dann ist deren Auswahl jedenfalls keineswegs zufällig. Dann kämpfen die verdeckten Meinungskrieger mittlerweile auch in den Meinungskritischen Foren. Das wir hier nicht mainstream sind, und damit auch gegen deren Strich bürtsen, das ist doch selbstverständlich.
Jede kleine Arsch sieht sich doch als das Zentrum des Universums. Warum soll das bei Google anders sein.

In dem frauenkritischen Thread über der Gebärstreik der Akademikerinnen taucht nun ein Werbebanner auf, welches Sharon Tate einen IQ von 154 zuweist. Die haben Humor bei goggle, aber sie sind längst, wie alle unterschwelligen selbsternannten Lenker, ein Teil des Problems geworden. War bei wallstreet-online auch nicht anders.

Zur Frage von Roland Gläser:

Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang lautet: Wer legt denn eigentlich fest, wer ein „Nazi“ ist?

Dier Linken legen das fest. Wer sonst.

Wer bei dieser Frage die Definitionshoheit besitzt, der kann nach Belieben seine politischen Kontrahenten spalten und damit entmachten.

Richtig.

Wenn man möglichst vorurteilsfrei untersuchen würde, aus welchen Regungen sich Nationalsozialismus speist, dann müßte man schon deswegen um die Linken einen großen Bogen machen. Es würde sich zeigen, daß an den Linken wenig links ist.

EEkat


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