Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

ef investigativ

Haben Sie Informationen oder Dokumente für uns? Hier können Sie unserem Investigativ-Team eine Nachricht schreiben.

investigativ@ef-magazin.de

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

Anzeige

Rezension: Kommunistische Ursprünge der Öko-Bewegung

von Edgar L. Gärtner

Über das Buch von Torsten Mann „Rote Lügen im grünen Gewand“

08. August 2009

Der aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen im Schwarzwald lebende junge Autor Torsten Mann wurde vor zwei Jahren mit dem im Kopp Verlag erschienen provokativen Buch „Weltoktober. Wer plant die sozialistische Weltregierung?“ bekannt. Er vertritt dort die These, das durch Michail Gorbatschows „Perstroika“ eingeleitete Ende des „realen Sozialismus“ sei planmäßiges Resultat einer nach dem Tod Stalins eingeleiteten Wende in der Strategie des Weltkommunismus mit dem Ziel, auf einem sanften Weg, durch eine Charmeoffensive zur Weltrevolution zu gelangen. Mann stützte sich dabei hauptsächlich auf die Schriften einer Reihe von Überläufern östlicher Geheimdienste wie Michail Goleniewski, Anatoliy Golitsyn, Jan Sejna, Ladislav Bittman, Ion Pacepa, Victor Suworow, Stanislav Lunev, Yuri Bezmenov und Kanatjan Alibekow, von denen einige allerdings im Verdacht stehen, Doppelagenten gewesen zu sein.

In seinem ebenfalls im Kopp Verlag erschienen neuen Buch behauptet Mann nun, auch die Öko-Bewegung sei Teil dieser kommunistischen Langzeit-Strategie. Er stützt sich dabei, außer auf die genannten Überläufer, hauptsächlich auf das vom angeblichen Dissidenten Andreij Sacharow 1968 im Westen unter dem Titel „Wie ich mir die Zukunft vorstelle“ veröffentlichte Manifest. Er zeigt auf, dass Gorbatschows „Perestroika“ Punkt für Punkt an dieser Zukunftsvision anknüpft. Neben anderen Umweltängsten führte Sacharow auch schon die Angst vor einer durch den industriellen CO2-Ausstoß verursachten „Klimakatastrophe“ als zentrales Argument für die Einsetzung einer sozialistischen Weltregierung an. Außerdem schlug Sacharow für die entwickelten Industrieländer eine Öko-Steuer in Höhe von 20 Prozent des Nationaleinkommens vor. „Selten wird so schön belegt, dass die Wurzeln der modernen Öko-Bewegung in Moskau gründen“, schließt Mann daraus. Er selbst weist aber an anderer Stelle darauf hin, dass schon vier Jahre zuvor der amerikanische Kommunist Murray Bookchin ähnliches publiziert hatte.

Überhaupt scheint Mann den auch im Westen (gerade auch in den USA) starken intrinsischen Trend zur Bürokratisierung und die damit verbundene Tendenz, kommunistische Problemdefinitionen zu übernehmen, zu unterschätzen. Meist bedurfte es wohl gar nicht der Wühlarbeit östlicher Geheimagenten, um im Westen bestimmte Entwicklungen in Gang zu setzen. Jedenfalls brauchte man dafür, wie es scheint, keine aus dem Osten ferngesteuerte grüne Bewegungen. Denn es lässt sich nachweisen, dass diese fast immer von Top-Bürokraten (in Deutschland von Staatssekretär Günter Hartkopf) initiiert wurden. In den USA war es ähnlich, denkt man nur einmal an einflussreiche Figuren wie William D. Ruckelshaus, William K. Reilly oder Richard E. Benedick. Ganz zu schweigen von den Machenschaften der Rockefellers und ihrer Stiftungen, auf die auch Mann hinweist. Das relativiert aber seine These, die grüne Bewegung stehe in direkter leninistischer Tradition. Außerdem scheint Mann leider nicht viel von Wirtschaft zu verstehen, denn er plädiert für die Abschaffung des Zinses. 

Dennoch ist lesenswert, was Mann an Originalzitaten zusammengetragen hat, die belegen, dass die Öko-Bewegung im Einklang mit kommunistischen Chef-Strategen in erster Linie darauf abzielt, das mittelständische Privatunternehmertum zu zerstören, den Westen im Namen sozialistischer Gleichheit zu verarmen und nicht nur volkspädagogisch gängelnd in das Konsumverhalten der Einzelnen einzugreifen, sondern das gesamte menschliche Leben total zu kollektivieren. Am deutlichsten werden diese Ziele in der von Michail Gorbatschow, Steven Rockefeller und Maurice Strong, dem Generalsekretär des Rio-Umweltgipfels von 1992, gemeinsam vorgelegten „Erd-Charta“ für eine „nachhaltige globale Gemeinschaft“, die bislang zum Glück nicht durchgekommen ist. Danach soll die UNO zur sozialistischen Weltregierung mit einem internationalen ökologischen Gerichtshof ausgebaut werden. Bei der „Erd-Charta“ handelt es sich um eine Art globaler Morgenthau-Plan. Mann vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass dieser letztlich wegen des Kalten Krieges nicht umgesetzte Plan zur Schwächung Deutschlands das Werk des später enttarnten Sowjet-Agenten Harry Dexter White war. Deshalb kann man nur wünschen, dass Manns Buch auch in die Hand ahnungsloser grüner Mitläufer gerät. So manchem von ihnen könnte ein Licht aufgehen.                      

Literatur

Torsten Mann: Rote Lügen im grünen Gewand. Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung. Kopp Verlag, Rottenburg 2009. € 19,95

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare


Der Kommentarbereich für diesen Artikel wurde geschlossen.

Anzeige