Stefan Blankertz

Jg. 1956, Soziologe, Pädagoge, Gestalttherapeut, Managementtrainer und Autor. Redaktionsbeirat der Zeitschrift eigentümlich frei.

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Staatsformen: Mona und Demo

von Stefan Blankertz

Demokratie oder Monarchie?

Hans-Hermann Hoppe hat in die Diskussion geworfen, Monarchie sei zwar nicht gut, aber besser als Demokratie: Der Monarch handelt wie ein Eigentümer, der sein Eigentum bewahrt, und hat dementsprechend eine längere Zeitpräferenz als demokratisch gewählte Staatsvertreter.

Allerdings:

Erstens: Ist eine lange Zeitpräferenz per se besser? Stalinistische und maoistische Entwicklungskonzeptionen setzten auf sehr lange Zeitpräferenzen (alles für den Aufbau zukünftigen Wohlstandes). Die gegenwärtigen Menschen sind darüber verhungert und dementsprechend wurde es nichts mit dem Aufbau.

Zweitens: Apropos Kommunismus. Nordkorea müsste es besser gehen. Was unterscheidet die Kim-Dynastie von einer Monarchie?

Drittens Oder theoretischer: Nach der Hoppe-These müsste sich eine Stufung bilden lassen, je nach Dauer einer Herrschaft. Siebenjährige Präsidentschaft ist besser als vierjährige Kanzlerschaft; lebenslängliche Präsidentschaft (strikte Erbfolge-Monarchie ist ein Konstrukt, über viele Jahrhunderte hinweg galt im Mittelalter die Wahlmonarchie) ist besser als siebenjährige usw. Spricht etwas dafür, dass es sich so verhält?

Viertens: Wie kommt es, dass Monarchen den Merkantilismus bevorzugt haben, der ökonomisch deutlich weniger effizient ist als die freie Marktwirtschaft? Warum haben die Liberalen im 18. Jahrhundert auf die Demokratie gesetzt? Weil der Monarch, wenn überhaupt, das Wohlergehen seines Landes und seiner Günstlinge im Blick hat, nicht das aller Menschen in „seinem“ Land.

Fünftens: Eigentum führt nicht zwangsläufig dazu, dass der Eigentümer es erhält. Mutwillige oder versehentliche Zerstörung sind möglich und gehören mit zur Freiheit, die das Eigentum einschließt. Die Geschichte ist voll von Monarchen, die ihr „Eigentum“ mehr oder minder brutal verschleudert haben.

Sechstens: Murray Rothbard hat die Analogie Monarch gleich Eigentümer zurückgewiesen, weil erstens das „Eigentum“ des Monarchen (beziehungsweise Staates) unrechtmäßig zustande gekommen ist und zweitens Menschen kein Eigentum sein können. Der Eigentümer, der sein Eigentum vernächlässigt oder misshandelt, schädigt niemanden; ganz anders der Monarch oder jeder andere Staatsvertreter.

Mein Fazit ist, dass die Hoppe-These eine nette Provokation an die Adresse der Demokratiegläubigen darstellt, aber weder theoretischer noch empirischer Überprüfung standhält.

12. August 2009

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