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![]() Jg. 1969, Journalist und Buchautor, www.alexander-kissler.de ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
27. September 2009: Wen ich wählen werdeUns allen eine ruhige Hand beim bewussten Wählen, Nichtwählen oder aber der Ungültigkeitsunabhängigkeitserklärung Wer in Bayern wählen will, der muss sich zuallererst die philosophische Frage stellen: Seehofer oder nicht Seehofer? Die CSU steht bekanntlich nicht zur Wahl, seit der Lebemann und Gefühlsdarsteller das Ruder übernommen hat. Was CSU war, ist Seehofer geworden, und was Seehofer ist, kann außer Seehofer niemand wissen – dieses und jenes, das eine und das andere, also auf jeden Fall das allgewaltig Ganze ist der Vorsitzende. Zu ihm kann man sich verhalten wie zum Wetter: schimpfend, jubelnd, achselzuckend. Aber das Wetter wählen? Nein, das geht schon aus ontologischen Gründen rein gar nicht. Bliebe die SPD. Ein Mitleidskreuz für die vermutlich bayernweit mit der 10-Prozent-Marke ringende Partei wäre eine noble Sache, ja ein Akt tätiger Nächstenliebe. Man könnte dann seinen Enkeln einmal erzählen, dass man Teil war des letzten Fähnleins, dass man die SPD wählte, als sie noch zu wählen war. Aber wählt man für die Geschichtsbücher? Nein, das geht schon aus historischen Gründen rein gar nicht. Wie wäre es mit der FDP? Auch da tut sich ein weites Feld auf für Nationalpsychologen. Handelt es sich um die Bürgerschützer oder die Großkapitalisten, um die Forschungseuphoriker oder die Staatsbegrenzer? Da fällt es schwer, den falschen Weg zu meiden. Auch die Grünen schlingern zwischen Tierrechtsbewegung und Haushaltskonsolidierung, Spaß am Unterleib und asketischer Griesgrämerei. Niemand konnte mir sagen, ob man Künast wählte und Trittin bekäme, oder ob das Gegenteil der Fall wäre. In dieser Partei stecken mehr Parteiungen, als in meinem Kopfe Platz haben. Was mein Hirn aber sprengt, kann in kein Wahlkreuz gezwungen werden. Blieben ferner die Splitterparteien, die keinen Balken ergeben. Im Wunderreich der Promille suchen die Rentner nach ihrem Auskommen, die professionellen Internetsurfer, die hauptberuflichen Frauen, die Bibelchristen und die Allgemeinspirituellen und die Tierschützer. Dort gälte die Stimme noch, dort wäre das einzelne Kreuz ungleich bedeutungsvoller als im uferlosen Votenmeer der Großkopfeten. Man sähe seine Entscheidung tags darauf bei den absoluten Stimmenzahlen wieder. Schau an, ich war einer von den dreien. Und so werde ich in die Kabine dann schreiten. Literatur Deutschlandtheater: Politik und Zeitvergehen 2008/09 - Alexander Kisslers Kolumnen jetzt als Buch 23. September 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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