Stefan Blankertz

Jg. 1956, Soziologe, Pädagoge, Gestalttherapeut, Managementtrainer und Autor. Redaktionsbeirat der Zeitschrift eigentümlich frei.

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Parallelgesellschaft: Keine Toleranz für die Intoleranz

von Stefan Blankertz

Wann wird der „Staat im Staat“ ein Problem?

Ob es „Parallelgesellschaft“, „Sub-“ oder „Gegenkultur“, „gesellschaftliche Minderheit“ oder „Staat im Staat“ genannt wird, es stellt sich unter politischem Blickwinkel immer die gleiche Frage: Was kann, soll und darf von der Kultur sowie von der Sozial- und Rechtsstruktur der Mehrheit auf die Minderheit übertragen werden („Integration“)? Und umgekehrt: Wieviel Eigentümlichkeit darf die Minderheit beibehalten? Besonders drängend wird die Frage, wenn tatsächlich (oder zumindest anscheinend) aus dem Umfeld der Parallelgesellschaft Kriminalität ausgeht.

In der Diskussion wird oft ein Zusammenhang übersehen: Viele der bedrängendsten Probleme gehen auf den Wohlfahrtsstaat zurück oder werden von ihm verstärkt. Auseinandersetzungen über Sprachen oder Bildungsinhalte sind ebenso klar hier zu verorten wie das Gefühl der steuerzahlenden Mehrheit, zur Unterstützung von Projekten oder Personen herangezogen zu werden, die ihr gegen den Strich gehen. Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik führen dazu, dass der Arbeitsmarkt die „Fremden“, „Migranten“ oder schlicht die schlechter ausgebildeten „Integrationsverweigerer“ nicht aufnehmen kann. Manchmal werden gut ausgebildete Migranten durch Nichtanerkennung ihrer Abschlüsse zu schlecht ausgebildeten. Oder umgekehrt: Schlecht ausgebildete Migranten werden durch die Anerkennung ihrer Abschlüsse zu Scheingleichen. Beides verschärft Probleme, die zweifellos auch ohne den Staat vorhanden, aber leichter lösbar wären.

Während der Staat also viele Dinge tut, um die wirkliche Integration zu verhindern und stattdessen mit Sozialhilfe von der Bürokratie abhängig macht, schützt er bemerkenswert lasch die individuelle Freiheit, wenn es um Probleme innerhalb der Parallelgesellschaften geht. Dies ist durchaus nachvollziehbar, denn dabei geht es um das Austrittsrecht: Genauso, wie es das Recht gibt, sich einer Gruppe, Religion oder Kultur, in die man hineingeboren wurde oder die man sich ausgewählt hat, zugehörig zu fühlen, muss es ein Recht geben, auszutreten. Das eine Recht bedingt das andere. Eine Gruppe, die das Austrittsrecht verweigert, darf (muss?) gezwungen werden, den Austrittswilligen gehen zu lassen. Ein türkisches Mädchen, das sich der Zwangsverheiratung widersetzt oder das sich den Umgang mit Freunden nicht untersagen lässt, tritt aus ihrer Parallelgesellschaft aus (wenn es keine andere, gütliche Einigung gibt). Da der Staat kein Austrittsrecht garantiert, kommt er in ideologische Bedrängnis, wenn er es von anderen Organisationen einfordert. Private Sicherheitsagenturen sind die bessere Lösung.

Die Behauptung, die Toleranz gegenüber anderen Kulturen oder Religionen sei zumindest indirekt an den sogenannten Ehrenmorden oder an Terroranschlägen schuld, entbehrt der Grundlage. Toleranz ist der einzige Wert, der universell aufgezwungen werden darf: Er gehört nicht zu einer speziellen „Kultur“, sondern ist die Bedingung der Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Wer gegen den Wert der Toleranz verstößt, provoziert Konflikt und Krieg. Die Toleranz ist insbesondere kein gleichsam natürlicher Ausfluss aus dem real existierenden Christentum, wie es manche Propagandisten mit schlecht funktionierendem historischem Gedächtnis in der Frontstellung gegen den Islam behaupten. Der Toleranzgedanke (und mit ihm das Austrittsrecht) ist dem Christentum durch Aufklärung und die nachfolgenden Auseinandersetzungen abgerungen worden. In gleicher Weise muss er dem Islam abgerungen werden (von dem die Minderheit der christlichen Theologen, die in der „ersten Aufklärung“ des 13. Jahrhunderts für Toleranz eintrat, den Gedanken übernahm). Das ist die notwendige Integration. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Mehr Integration zu verlangen, ist im Prinzip das gleiche Unrecht, das von den Islamisten ausgeht.

21. Oktober 2009

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Kommentare

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 9:30 ( Link )

au weia, das geht schief.

EEkat

Thomas Schäfer, am 21. Oktober 2009 um 9:32 ( Link )

@Stefan Blankertz

Knapp und präzise, man würde mehr solcher Beiträge wünschen. Ohne Umschweife auf den (richtigen) Punkt.
Auch ist es in der Tat wichtig, einmal die christliche Behauptung von der Urheberschaft von Freiheit und Toleranz drastisch in Frage zu stellen.

@ratloser

Deswegen ist ja auch die Intoleranz gegenüber der Intoleranz nötig. Vielleicht nochmal lesen??

Thomas Schäfer, am 21. Oktober 2009 um 9:59 ( Link )

@ratloser

Wollen wir uns nicht in Details verlieren.
Der wesentliche Punkt des Beitrags ist die Betonung des Austrittsrechts. Und das kann man gar nicht Überbetonen, ob es um die Moslems, die Christen oder sonstwen geht. Denn das ist das Selbstregulativ schlechthin. Deswegen auch DER Punkt, der Intoleranz von aussen auslösen muss. Denn wenn sich ein Mitglied den Ausflüssen der gruppeninternen Regeln und Gegebenheiten durch Austritt entziehen kann, ist jeglicher Missbrauch dadurch a priori begrenzt.

Sirko , am 21. Oktober 2009 um 10:26 ( Link )

Ich mag den Begriff der Toleranz nicht. Wenn ich jemanden toleriere bin ich in einer Position der Stärken, ich stehe über jemand Anderem und schaue auf ihn herab, nach der Methode: Warum lebst du nicht wie ich?

Viel mehr bin ich dafür über Akzeptanz zu reden. Da kommen plötzliche völlig neue Perspektiven auf.

Ich habe kein Recht, anderen Menschen vorzuschreiben wie sie leben wollen, niemand hat das. Es wird Zeit das dies die Menschen akzeptieren.

Jede Gruppe hat das Recht, sich eine eigene Parallelgesellschaft aufzubauen. Welches Recht habe ich, dagegen anzugehen?

Wichtig ist hierbei nur, das Menschen außerhalb dieser Parallelgesellschaft, diese nicht mitfinanzieren. Aber genau das passiert derzeit.

Frank Martin, am 21. Oktober 2009 um 10:30 ( Link )

So schön Toleranz heute klingen mag, als Duldung verliert sie einiges von ihrem unverdienten Glanz.
Mit einem Austrittrecht aus einer Ordnung ist sie auch nur unvollständig beschrieben. Selbstverständlich können die Bürger einer Gemeinde es nicht dulden, daß ein aus ihrer Eigentümergesellschaft Ausgetretener als Dieb und Betrüger weiter in dieser agiert. Auch kann ein Christ es auf Dauer nicht dulden, daß er lautstark, penetrant und immer wieder zum gebet in einer Moschee aufgerufen wird.
Wollen wir nun von den Islamisten Toleranz erhoffen oder gar erwarten? Auf welcher Grundlage? Wollen wir erhoffen oder erwarten, daß sie ihre Religion nicht mehr als den einzigen Weg der Erlösung ansehen, den alle Menschen zu suchen hätten? Warum?

Es gibt nicht nur einen Konflikt zwischen Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit, sondern offensichtlich auch einen Konflikt zwischen dem Islam und der Toleranz-Idee der Moderne. Das sind Probleme, von denen man nicht hoffen kann, daß sie sich eines Tages aufheben, etwa durch Integration von Toleranz in Intoleranz oder umgekehrt.

Wer eben die ausgestreckte Hand so lange reicht, bis sie ihm abgenagt wurde, der macht offensichtlich einen Fehler. Der umverteilende Sozialstaat zwingt zu solch einem unsinnigen Verhalten und potenziert so die beschriebenen unlösbaren, durch Abgrenzung aber beherrschbaren Probleme.

Thomas Schäfer, am 21. Oktober 2009 um 10:44 ( Link )

@ratloser

Darauf kann die Antwort natürlich nur heissen: mit rechtstaatlichen Mitteln. Eine Gewaltandrohung bei Austrittswillen entspricht natürlich 1:1 dem Straftatbestand der Nötigung. Das heißt, was fehlt, ist eine konsequente Umsetzung des Strafrechts, mehr kann und darf nicht sein.
Sehr treffend hier die Aussage des Autors bzgl. des Problems des Staates hier entschieden durchzugreifen, da das natürlich den Finger auf die Wunde des eigenen, fehlenden Separationsrechtes legt.
Aber da ist es halt auch die Frage, was das Ziel ist. Beim Erhalt des christlichen Abendlandes, also der Priviligierung von bestimmten kulturellen und religiösen Werten, da gehe ich nicht mit...

Zu Sicherheitsagenturen z.B.: http://ef-magazin.de/2007/10/23/terrorismus-ein-fall-fur-private-sicherheitsagenturen

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 10:53 ( Link )

Austrittsrecht, auf das weisen vor allem diejenigen hin, die nicht austreten wollen.

Und denen gegenüber, die nach dieser Art der Bescheidung doch einfach austreten könnten wird unterschlagen, daß ein Entschluß zum Austritt nicht nur eine rationale, sondern auch eine starke emotionale Komponente hat.

Ein tolles Recht.

Dies hingegen erscheint mir richtig:

Toleranz ist der einzige Wert, der universell aufgezwungen werden darf: Er gehört nicht zu einer speziellen „Kultur“, sondern ist die Bedingung der Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Wer gegen den Wert der Toleranz verstößt, provoziert Konflikt und Krieg.

Die Ausübung dieses Zwanges zur Toleranz muß jedoch vor der Option stehen, auszutreten. Sonst wäre da wohl kein Zwang zur Toleranz vorhanden.

Eine Option auszutreten greift erst, wenn die Zwänge durch Intoleranz überhand genommen haben, die es zu verhindern gilt.

Wäre, nebenbei, das Dritte Reich erträglicher gewesen, wenn man den Juden das Recht hätte einräumen wollen auszutreten?

>cite> In gleicher Weise muss er (der Toleranzgedanke) dem Islam abgerungen werden ........ Das ist die notwendige Integration. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

No way. Die Integrationsfähigkeit muß bereits vor der Integration bestehen, man kann und darf sie nicht erst nachträglich sicherzustellen versuchen, indem man die zu Integrierende nachträglich zu Toleranz zu zwingen versucht.

Wird dieser Widerspruch nicht verständlich?

Genau das Gegenteil wurde übrigens bei uns doch versucht. Eine Illusion, die wohl offensichtlich gescheitert ist.

Integriert haben sich bei uns diejenigen, die Toleranz uns gegenüber bereits mitbrachten.

(Welch ein grotesker Hinweis, weil dies doch eigentlich eine Selbstverständlichkeiten darstellen sollte).

Mehr Integration zu verlangen, ist im Prinzip das gleiche Unrecht, das von den Islamisten ausgeht

Dann fangen Sie jetzt halt mal damit an, Toleranz einzufordern. Von Integrationsverweigerern. Und von Islamisten. Sie haben ja immer noch, wie Sie sagen, die Option auszutreten. Falls es mit einer nachträglichen, auch zwangsweile eingeforderten Toleranz (und den dabei entstehenden auch wirtschaflichen Konsequenzen) nicht geklappt haben sollte.

Und lassen sich entgegnen, dieser ihr Zwang entspräche dem Unrecht, das auch von Islamisten ausginge.

E.Ekat

bernardo, am 21. Oktober 2009 um 11:06 ( Link )

"Ein türkisches Mädchen, das sich der Zwangsverheiratung widersetzt oder das sich den Umgang mit Freunden nicht untersagen lässt, tritt aus ihrer Parallelgesellschaft aus (wenn es keine andere, gütliche Einigung gibt). Da der Staat kein Austrittsrecht garantiert, kommt er in ideologische Bedrängnis, wenn er es von anderen Organisationen einfordert. Private Sicherheitsagenturen sind die bessere Lösung."

Ein türkisches Mädchen, das eine private Sicherheitsagentur beauftragt und bezahlt, um der Familie zu entkommen....

Dieser Artikel sollte ins Satireprogramm übernommen werden.

stereotyp Fördermitglied, am 21. Oktober 2009 um 11:09 ( Link )

Die Wahrheit wird (und wurde) auf dem Altar der Toleranz gerpfert.

Was ist denn Toleranz überhaupt? Das ist die zulässige Abweichung vom Idealwert (der Wahrheit).

Im heutigen Nihilismus allerdings hat man keine Werte mehr, an denen man so etwas wie einen 'Idealwert' oder eben Wahrheit festmachen könnte. Man redet Schwarmgeistig von Menschenrechten und Würde. Doch wie würdig ist es, die Werte solange zu zerreden, bis sie von uns egozentrischen Menschen endlich akzeptiert werden.

Ein friedliches Nebeneinander ist nicht Abhängig von Toleranz, sondern von Achtung. Man muss etwas nicht gutheißen, aber verurteilen darf man es genauso wenig.

MfG

eo, am 21. Oktober 2009 um 11:25 ( Link )

Die Vokabel
Toleranz ist doch
inzwischen so sehr entkernt
und so was von ausgelutscht, daß sie
bei vielen nur noch ein Gähnen
oder eine galgenhumorige
Heiterkeit auszulösen
vermag...
Und von daher
halte ich sie für
eine Art monströses modernes
Trojanisches Pferd ...
Und hier noch ein
Kalenderspruch:
Zu oft und
allzu heftig
eingeforderte Toleranz
wird schnell
tolleranzig.

(Aug. 09)

Eichsfelder, am 21. Oktober 2009 um 11:37 ( Link )

Der Toleranzgedanke (und mit ihm das Austrittsrecht) ist dem Christentum durch Aufklärung und die nachfolgenden Auseinandersetzungen abgerungen worden.

Die Freiheitsidee ist "das Kennzeichen" des christlichen Gottesglaubens. (vergl. Ratzinger, Einführung in das Christentum, S. 145).

Geglaubt wird ein Gott, der schöpferische Freiheit ist, die den Menschen in die _Freiheit eigenen Seins (ins Selber-sein, Selbsteigentum) hinein schafft. Die menschliche Freiheit geht hier aus der göttlichen Freiheit (schlechthin) hervor.

Zum Wesen dieser Freiheit gehört es nun, Gott annehmen (glauben, credere, cor-dare, sich zurückschenken) oder auch ablehnen zu können.

Die Freiheit ist so absolut, dass sie auch von der Gnade nicht aufgehoben wird. "Das endgültige Geschick des Menschen wird ihm nicht an seiner Lebensentscheidung vorbei aufgedrängt" (Ratzinger, aaO. S. 305).

Liebe braucht Freiheit. Auch die liebende Wiedervereinigung mit Gott. Jesus Christus ist das "Projekt" Gottes, welches uns, sofern wir das wollen, heimführt in das Reich Gottes - in Freiheit, Wahrheit und Liebe.

Bei aller berechtigter Kritik am "real existierenden Christentum" darf man das Christ(us)kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Es ist auch kein guter Stil, Praxis gegen Theorie auszuspielen. Der falsche Gebrauch der Gestalt Christi schließt den richtigen Gebrauch nicht aus.

Aber um Christus richtig zu "gebrauchen", muss man ihn selbst kennen, und nicht nur eine Karikatur von ihm.

linzer, am 21. Oktober 2009 um 11:38 ( Link )

Toleranz ist überhaupt kein "Wert", genausowenig wie Intoleranz. Es ist eine Haltung. Es gibt Werte und Rechte, die wir schützen sollten, zB. das Recht auf körperliche Unversehrtheit, freie Meinungsäußerung, das allgemeine Persönlichkeitsrecht, Eigentum. Man schaue ins Grundgesetz, so schlecht ist das nicht. Und gegenüber Verletzungen dieser Rechte, egal von welcher Seite, bin ich aus Überzeugung und mit gutem Gewissen intolerant. Wenn man in die Kriminalitätsstatistiken schaut, sieht man ziemlich deutlich, wo die Problemfelder liegen.

Oceans911, am 21. Oktober 2009 um 12:16 ( Link )

Stimme Linzer zu. Toleranz ist kein Wert, es bedeutet nichts anderes als "Ertragen" oder "Dulden". Dulden setzt begrifflich voraus, dass etwas vorhanden ist, das geduldet wird, und zwar der Umgang mit einem bestimmten Rechtsgut. Das (bewusste) Dulden eines Mordes oder eines Diebstahls ist also auch Toleranz.

Daher sind auch die Aussagen, Toleranz dürfe aufgezwungen werden, oder gegen den Wert der Toleranz könne verstoßen werden, Unsinn. Vielleicht meint der Autor mit Toleranz das, was Thomas Jefferson mit dem Begriff "Rightful liberty" beschrieben hat:

"Rightful liberty is unobstructed action according to our will within limits drawn around us by the equal rights of others."

karen m., am 21. Oktober 2009 um 12:50 ( Link )

Genauso, wie es das Recht gibt, sich einer Gruppe, Religion oder Kultur, in die man hineingeboren wurde oder die man sich ausgewählt hat, zugehörig zu fühlen, muss es ein Recht geben, auszutreten.

In sein Geschlecht wurde man auch hineingeboren, auch in seine Rolle als menschliches Wesen. Darf es wirklich überall ein Recht geben, auszutreten? Wer zieht die Grenze?

Das Argument mit dem Kopftuchmädchen geht nämlich auch andersherum: Sie ist aus der westlichen Gesellschaft ausgetreten, hinein in die Parallelgesellschaft. Wer will ihr das Recht verweigern? Der starke Staat?

Gibt es eine Verpflichtung zur Integration? Wurde der Befehl ausgegeben, daß sich das „gegen den erklärten Willen der Bevölkerungsmehrheit“ [Die Welt] angesiedelte Humankapital integrieren muß bzw. die Deutschen es zu integrieren haben? Steht die Verpflichtung im GG, im BGB oder im StGB?

Das gepredigte Ethnomainstreaming hat ebenso wie die zuvor vielgepriesene multikulturelle Gesellschaft keine gesetzliche Grundlage. Die Begriffe „multikulturelle Gesellschaft“ oder „Integration“ dienen hingegen nicht nur als Beruhigungstabletten, sondern auch als Bonbon, die Einwanderung schmackhaft zu machen. Sie verschleiern eine Ideologie, die scheitern wird.

Quelle

Sie sind ein wenig spät dran, wenn Sie über Integration debattieren wollen, wo es längst schon um Partizipation geht.

kfa, am 21. Oktober 2009 um 12:50 ( Link )

Ein Schritt zur Umsetzung des Austrittsrechts (d.h. des Rechts auf Freiheit der Assoziation), des Rechts auf Freiheit des Lebensentwurfs und des Rechts auf Unversehrtheit, wäre ja schon bestehende Gesetze überhaupt erst mal konsequent anzuwenden. Ich rede von der gewohnheitsmäßigen Durchführung der Beschneidung an Minderjährigen, die kaum Mittel haben diese zu verweigern. Jungen, meine ich. Das ist Körperverletzung, eine Straftat und von Amts wegen zu verfolgen. Oder liege ich hier falsch -- gibt es da wie beim Tierschutz (Schächten) Ausnahmen für gewisse Religionsgruppen? Es macht mich krank daß so etwas bei uns immer noch toleriert wird. Das Hauptproblem dürfte sein, daß sich dies nicht nur gegen Moslems richtet, sondern gegen eine Gruppe gegen die man hier bei uns GAR nix sagen darf...

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 12:50 ( Link )

was verstehen Sie unter Wert, @Linzer, und @Oceans911?

Das bewußte Dulden eines Mordes ist also Toleranz, schreiben Sie, weil dies den Umgang mit einem bestimmten Rechtsgut darstellt, wie Sie ebenfalls darlegen?

EEkat

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 12:58 ( Link )

@kfa, wer hindert Sie nun wieder daran, die Beschneidung von Juden zu problematisieren, weil dies in Ihren Augen Körperverletzung darstelle?

Oder das Schächten gem jüdischem Glaubens. Welche Religionsgruppe wird da ihrer Meinung gegenüber den Juden (ich denke mal, das ist die Gruppe, gegen die, so glauben Sie sagen zu müssen, "man hier bei uns GAR nix sagen darf")benachteiligt ?

Machen Sie doch nicht Ihre persönlichen Probleme zu Problemen der Gesellschaft.

E.Ekat

Oceans911, am 21. Oktober 2009 um 13:24 ( Link )

@EEkat:

was verstehen Sie unter Wert?

Unter Wert verstehe ich in diesem Zusammenhang etwas, was für sich genommen eine Substanz oder eine Bedeutung hat. Anders ausgedrückt, etwas, das man bewahren oder schädigen kann. Die Gesundheit eines Menschen oder sein Eigentum sind für sich genommen Werte. Toleranz ist dagegen kein Wert, weil sie für sich genommen keine Substanz hat. Erst im Zusammenhang mit dem Gegenstand, der toleriert wird, erhält der Begriff Toleranz eine Bedeutung und damit einen Wert.

kfa, am 21. Oktober 2009 um 13:34 ( Link )

@EEkat,
vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt, oder ziemlich sicher nicht, da es sarkastisch gemeint war. Ich habe persönlich kein Problem damit, Juden wie jede andere Gruppe zu benennen, in jedem Zusammenhang den ich beleuchten will. Ich wollte aber ausdrücken daß eine Mehrheit in Deutschland sehr wohl ein Problem damit hat. Es besteht eine reale, geradezu paralysierende Angst davor, irgendetwas unternehmen zu müssen das sich gegen Juden richten könnte, weil man die Reaktion sowohl der Betroffenen als auch aus dem eigenen Lager kennt.

Ich habe nicht gesagt daß die Beschneidung aus religiöser Tradition "in meinen Augen" Körperverletzung darstellt, sondern daß dies geltendes Recht ist. Allerdings bin ich mir über dieses Faktum nicht 100%ig sicher, daher die oben angehängte Frage mit der Bitte um evtl. Korrektur.

Unabhängig von der Rechtslage ist "krank" meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Ich habe keinerlei Hemmung das auszusprechen und finde, daß dies mit dem von Herrn Blankertz hier angesprochenen Komplex untrennbar verbunden ist. Nach einer irreversiblen chirurgischen Prozedur, der man auch noch ohne Möglichkeit zur freiwilligen Entscheidung unterworfen wurde, ist selbst ein wirksames Recht auf Austritt eine Farce.

Edgar L. Gärtner, am 21. Oktober 2009 um 13:46 ( Link )

Ich fühle mich durch Blankertz' Seitenhiebe gegen das Christentum zwar nicht direkt angesprochen, bin aber überzeugt, dass Toleranz, auch wenn die Christen disen Begriff nicht erfunden haben, sich auf das christliche Menschenbild bezieht. Anders als vor allem der Islam sprechen Christen Andersgläubigen die Eigennschaft des Menschseins nicht ab, sondern räumen sogar ein, dass auch diese der göttlichen Gnade teilhaftig werden können. Und was den Einfluss islamischer Gelehrter auf die spätmittelalterliche Aufklärung angeht, bitte ich zu bedenken, was Sylvain Gouguenheim 2008 in seinem Buch "Aristote au Mont Saint-Michel. Les raciones grecques de l'Europe chrétienne" herausgearbeitet hat.

Dr. Spiele, am 21. Oktober 2009 um 13:54 ( Link )

Als Muslim toleriere ich voll und ganz die Dekadenz der Toleranzkultur.

Christopher Street Days, Love Parade, Internetnutten, sklavisches Kriechen vor den Bankiers, Falschgeld überall, pseudointellektuelles Geschwafel als Schulbildung,
eine Bundeskanzlerin, ein Sparkassendirketor als Bundespräsident, ein schwuler Aussenminister, all das sind sichere Zeichen Allahs für das baldiges Ende dieses toleranten Sklavenhaltersystems, und wie könnte ich die Zeichen Allahs nicht tolerieren?

Was ich nicht tolerieren kann, sind die Leute die mir vorschreiben ob ich meinem minderjährigen Sohn die Vorhaut abschnippel,
Lämmern die Halsader durchschneide und meiner Tochter den Umgang mit Sperminatoren verbiete.

Austritt aus dem perfekten Islam ist selbstverständlich ein Zeichen höchster Verkommenheit, und nicht zu tolerieren, wegen des negativen Vorbildcharakters.
Auf Tötung kann aber zur Zeit noch verzichtet werden, solange wir noch nicht an der Macht sind, was nur noch eine Frage der Zeit ist.
Siehe oben.

Das ist der Wille Allahs, und wer sich gegen diesen auflehnt ist in einer schlechten Position.
Es wäre geradezu unmenschlich, jemandem eine solche Toleranz aufzuzwingen, und es wäre Feigheit sich nicht dagegen zu wehren.
Solche Toleranz ist die Liebe der Feigen.

Stefan Miller, am 21. Oktober 2009 um 13:57 ( Link )

EEkat
Mit Wert war vermutlich subjektive Präferenz gemeint.
Das ist unzureichend.

Werte sind abstrakte Entitäten aus vergleichender Verhaltensforschung. Es werden Regularitäten im Verhalten innerhalb einer Gruppe beobachtet, die Schlüsse auf Präferenzen und Erwartungen dieser Gruppe erlauben. Die Entität Wert kann ggf. eingeführt werden um Theorien zu stützen, die Voraussagen auf das zukünftige Verhalten der Gruppe ermöglichen.

Toleranz ist einfach der Bereich innerhalb dessen eine Größe das System nicht instabil macht. Hätten wir z.B. nur wenige Migranten, dann würden sie problemlos toleriert werden.

JS, am 21. Oktober 2009 um 13:59 ( Link )

"Auch ist es in der Tat wichtig, einmal die christliche Behauptung von der Urheberschaft von Freiheit und Toleranz drastisch in Frage zu stellen."

Als ob dieses nicht dauernd geschehen würde. Man braucht nur eine beliebige Tageszeitung aufzuschlagen oder zu einem beliebigen Tageszeitpunkt den Fernseher oder Radio einzuschalten, fast immer präsentiert sich gerade mal wieder ein mutiger Querdenker, der gerade mal wieder christliche Aussagen in Frage stellt.

Stefan Miller, am 21. Oktober 2009 um 14:16 ( Link )

Toleranz wurde auch erst notwendig als es das erste mal Intoleranz gab. Vorher gab es keinen Bedarf dafür.
In der Zeit bevor das alte Testament assembliert wurde gab es Toleranz der Religionen ohne den passenden Begriff weil niemand auf die Idee kam, eine Religion der anderen vorzuziehen.

Stefan Miller, am 21. Oktober 2009 um 14:29 ( Link )

@Edgar L. Gärtner
Sylvain Gouguenheim und seine "was wäre wenn" Theorien. Nur werden wir's nie erfahren, weil die Geschichte eben nur vorwärts geht. Darüber zu diskutieren ist reine Zeitverschwendung.
Und den islamsichen Einfluß gab es nunmal.

Im übrigen sollte man stets im Auge behalten, daß der Islam erst (über Nacht) nach dem 11.09.2001 gefährlich wurde. Vorher war das kein Problem. Und zufällig ist kurz vorher das alte Ostblock/Westblock Feindbild zusammengefallen.

kfa, am 21. Oktober 2009 um 14:30 ( Link )

@Dr. Spiele,
ich könnte mich über die kleine Satire sogar amüsieren, hätte ich nicht jene Worte fast unverändert (auf englisch), mit vollem Ernst und ruhiger, freundlicher Bestimmtheit ausgesprochen aus erster Hand gehört. Bei einem gemütlichen abendlichen Beisammensein mit Geschäftspartnern in Kuala Lumpur. Man tolerierte unser Bierchen und wir ihr Wasserpfeifchen mit Mohnextrakt, alle waren nette und studierte Leute, alles ganz locker und entspannt. Obiger Rede wurde dann nur noch angefügt, daß unser Experiment mit der Demokratie den Keim der Zerstörung ja bereits in sich trage. "Es spielt keine Rolle ob es 2, 3 oder 4 Generationen dauert. Wir werden einfach immer mehr und ihr immer weniger. Es braucht keinen Krieg. Wenn wir die Mehrheit beisammen haben, werden wir die Verfassung ändern und Gottes Recht wiederherstellen." Nur ein böser Traum im Pfeifendunst? Jetlag war eine willkommene Entschuldigung sich zurückzuziehen.

Es wird Regen geben.

JS, am 21. Oktober 2009 um 15:31 ( Link )

"Im übrigen sollte man stets im Auge behalten, daß der Islam erst (über Nacht) nach dem 11.09.2001 gefährlich wurde. "

Woher Sie auch immer diese Information haben, sie ist schlichtweg falsch. Es gab bereits lange zuvor islamistischen Terrorismus. Der Anschlag auf Mekka 1979 mit mehreren hundert Toten und über 600 Verletzten gilt als der Auftakt des weltweiten islamistischen Terror. Es gab seitdem immer wieder Anschläge. Man sollte sich vielleicht besser "vor Augen halten", dass 2001 die amerikanische Außenpolitik den massiven Rückbau aller militärischer Basen im Ausland verfolgte, also eine Minimierung der Interventionen zum Ziel hatte. Ich erinnere mich noch gut an das plötzliche Gejammer über Standortschließungen in der Westpfalz und den drohenden Verlust des ungeliebten Wirtschaftsfaktors Ramstein Airbase.

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 15:40 ( Link )

sorry, wieder sehr lang geworden. Ist zu komplex, um es kurz machen zu können.

Werte, was ist das ?

Oceans911, ich drücke es besonders vorsichtig aus:

Werte sind nicht an Substanz gebunden. Dieses ist ein Mißverständnis, das durch Marx und Co seinen Eingang in die Gesellschaft gefunden hat und zu großer Verwirrung geführt hat und weiterhin führt. Beispielsweise bei der Frage nach Geldwert, Warenwert etc.

Andernfalls könnten wir nämlich nicht von Wertegesellschaft sprechen, oder von Werte-Ordnungen, allesamt Vorstellungen, die an Substanz nicht gebunden sind.

Danke auch an @Stefan Miller, dessen Erklärung sehr nahe an dem liegt, wie auch ich Wert erklären würde.

Demnach ist all das ein Wert, an den das menschliche Bewußtsein eine Bindung entwickelt.

Wir halten fest: Wert ist an Mensch gebunden. An dessen Bewußtsein. Das Universum kennt keinen Wert.

Zu Wert ist nun eine Vorstellung notwendig, welche dieser Bewußtseins-Bindung eine Lenkungsfunktion verschafft.

Es gibt Werte, die gesellschaftlich relevant sind, und eine Allgemeinheit verpflichten können, es gibt aber auch Werte, die eher individuelle Bindung entwickeln.

Denken Sie an einen Fußball-Klub, oder meinetwegen eine Rockergruppe, oder eine Gewerkschaft, dessen Zugehörigkeit durchaus einen Wert für das Individuum oder Individuen darstellen kann. Ohne daß dies für eine gesamte Gesellschaft zu einem Leitwert erhoben wird.

Kirchen sind Werte-Gemeinschaften, so wie auch der Nationalsozialismus eine Wertegemeinschaft war.

Bindungen des Bewußtseins an eine (gemeinsame) Vorstellung. Das ist ein Wert.

Selbstverständlich kann auch Toleranz einen Wert darstellen. Wenn das Bewußtsein eine Bindung entwickelt an die Vorstellung, Toleranz sei unverzichtbar, (das muß ja nicht stimmen, Werten kommt keine wissenschaftliche Qualität zu) dann kommt diese Vorstellung einem Wert gleich.

Entwickelt das Bewußtsein keine Bindung an Toleranz, sondern im Gegenteil an Intoleranz, dann wäre Intoleranz zu einem Wert geworden. Nazitum. Wert hat also nicht notwendig etwas mit gut oder böse zu tun.

Zurück zum Thema Toleranz: die Regel ist jedoch, daß überhaupt keine Vorstellungen entwickelt werden hinsichtlich Toleranz, oder Intoleranz, mithin daran keine Bindung entstehen kann.

Dies wäre der Zustand, den ich unserer Gesellschaft zuweisen würde. Eine Wertelose Gesellschaft (nicht: eine wertlose G.), eine Gesellschaft, dessen gemeinsame Werte nicht entwickelt, nicht in das kollektive Bewußtsein Eingang gefunden haben.

Genau daran hat man übrigens die Eva Herman aufgehängt: die Unkenntnis des Wesens und der Wichtigkeit von Werten und, in ihrem Falle: des Mobbings all jener, die es wagen Werte einzufordern.

Genau dies ist dann auch das Problem im Umgang mit unseren Immigranten. Wir können denen keine Werte bieten, weil wir selber keine Werte vorhalten.

Das ist die Ursache der Verachtung, die uns von denen entgegenschlägt, und gleichzeitig der Grund, warum die aus Ihrer eigenen Werte-Orientierung garnicht aussteigen könnten, weil sie damit nicht in eine andere Werteordung einsteigen können. Diese existiert bei uns nicht. Sie würden damit haltlos werden. Wie übrigens wir es sind, was sich zeigen wird, wenn die Ersatz- Werte, der Konsum, bei uns tatsächlich zurückgefahren wird.

Wer darüber nachdenkt, dem wird klar, welche Zeitbombe die Merkel bei uns gelegt hat.,

Auf jeden Fall spielen richtige Werte nicht die Rolle, die sie für den Menschen eigentlich einnehmen.

Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, das ist also ein Wert. Es ist sogar ein überlebensnotwendiger Wert für uns.

Ich kann fast garantieren: in dem Moment, wo wir diesen Wert aushängen würden, also Werte geltend machen würden, wäre der größte Teil der Immigration gelöst. Diese würden sich entscheiden können, zu gehen, oder Anstrengungen unternehmen, sich zu integrieren. Den Zugewanderten ist auferlegt, sich hier ggfs wieder verabschieden zu müssen, und nicht den hier Ansässigen. Ein großer Schwachpunkt des hier diskutierten Artikels.

Übrigens: erst aus Wert heraus kann Würde entstehen. Ganz nebenbei.

E.Ekat

Stefan Miller, am 21. Oktober 2009 um 15:46 ( Link )

JS:
falsch ist nur Ihre Vorstellung davon.
Auch die Palestinenser haben schon früher Selbstmordanschläge verübt, nur niemand regte sich deswegen auf. Auch wurde es nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht.
Versuchen Sie Zeitungen von vor 911 in den Archiven zu durchstöbern, dann bekommen Sie einen Eindruck davon, wo die Gefahr damals gesehen wurde.
Dann war der Ostblock aber auf einmal Geschichte, es gab ein Vakuum, kein Feind vor dem man Angst haben mußte und dann passierte 911. Jetzt gibt es wieder einen Feind, über den die Medien ununterbrochen berichten, der Islam hat ein völlig neues Gesicht bekommen, die zivilisierte Welt hat wieder Angst.

Dr. Spiele, am 21. Oktober 2009 um 16:10 ( Link )

March 3, 1999: New Pearl Harbor Needed to Change US Military Policies, Says Expert

Andrew Krepinevich, Executive Director of the Center for Strategic and Budgetary Assessments, testifies before the Senate Armed Services Subcommittee on Emerging Threats and Capabilities: “There appears to be general agreement concerning the need to transform the US military into a significantly different kind of force from that which emerged victorious from the Cold and Gulf Wars. Yet this verbal support has not been translated into a defense program supporting transformation… the ‘critical mass’ needed to effect it has not yet been achieved. One may conclude that, in the absence of a strong external shock to the United States—a latter-day ‘Pearl Harbor’ of sorts—surmounting the barriers to transformation will likely prove a long, arduous process.” [US Congress, 3/5/1999]

Hat dann zwar noch 2 Jahre gedauert, aber der Wunsch ging wunderbarerweise mehr als in Erfüllung.

Johann Hartmann, am 21. Oktober 2009 um 16:23 ( Link )

>>Was kann, soll und darf von der Kultur sowie von der Sozial- und Rechtsstruktur der Mehrheit auf die Minderheit übertragen werden („Integration“)? Und umgekehrt: Wieviel Eigentümlichkeit darf die Minderheit beibehalten?<<

Ich vermisse einen dritten, äußerst wichtigen, heutzutage geradezu prekären Aspekt: Wieviel Eigentümlichkeit (sic!) wird der Minderheit erlaubt, der Mehrheit zu oktroyieren?

Edgar L. Gärtner, am 21. Oktober 2009 um 16:26 ( Link )

Hier läuft einiges schief: Das neue Ersatzfeindbild nach dem Ende des Kalten Krieges ist doch wohl eindeutig der Klimawandel und nicht der Islam. Der ebenso unnötige wie aussichtslose Kampf gegen den Klimawandel dient geleichzeitig der Rechtfertigung planwirtschaftlicher Ansätze (Emissionsquoten) und der damit verbundenen Einschränkung der individuellen Freiheit. Wer Freiheit für ein Problem hält, hat überhaupt keine Probleme mit dem Islam. Deshalb verstehen sich all jene, die das Konstanthalten eines (errechneten) Temperaturmittelwertes für wichtiger halten als die Verteidigung der Freiheit, auch prächtig mit islamischen Gelehrten und Machthabern, die ebenfalls nichts mehr fürchten als die Idee der individuellen Freiheit. Nach Barack Obamas Kairoer Rede ist ein Schulterschluss aller "Grünen" gegen den gesunden Menschenverstand sowie die individuelle Glaubens- und Entscheidungsfreiheit nicht mehr undenkbar.

Edgar L. Gärtner, am 21. Oktober 2009 um 16:26 ( Link )

Hier läuft einiges schief: Das neue Ersatzfeindbild nach dem Ende des Kalten Krieges ist doch wohl eindeutig der Klimawandel und nicht der Islam. Der ebenso unnötige wie aussichtslose Kampf gegen den Klimawandel dient geleichzeitig der Rechtfertigung planwirtschaftlicher Ansätze (Emissionsquoten) und der damit verbundenen Einschränkung der individuellen Freiheit. Wer Freiheit für ein Problem hält, hat überhaupt keine Probleme mit dem Islam. Deshalb verstehen sich all jene, die das Konstanthalten eines (errechneten) Temperaturmittelwertes für wichtiger halten als die Verteidigung der Freiheit, auch prächtig mit islamischen Gelehrten und Machthabern, die ebenfalls nichts mehr fürchten als die Idee der individuellen Freiheit. Nach Barack Obamas Kairoer Rede ist ein Schulterschluss aller "Grünen" gegen den gesunden Menschenverstand sowie die individuelle Glaubens- und Entscheidungsfreiheit nicht mehr undenkbar.

Oceans911, am 21. Oktober 2009 um 16:34 ( Link )

@EEkat:
Ich meine zu verstehen, worauf Sie hinauswollen, aber das Problem für mich ist, dass ich das Wort "Toleranz" begrifflich anders verstehe. Natürlich ist Toleranz dann, wenn sie sich auf bestimmbare Werte bezieht, ein Wert an sich. Die Frage ist aber, auf welche Werte. Alle Werte? Interessanterweise sprechen Sie ja in ihrem Posting irgendwann von den "richtigen" Werten:

Auf jeden Fall spielen richtige Werte nicht die Rolle, die sie für den Menschen eigentlich einnehmen.

Wenn man die Fahne der Toleranz hoch hängt, muss man also dazu sagen, welches die richtigen Werte sind, für die man Toleranz einfordert. Tolerieren Sie Ehrenmorde und die Unterdrückung von Frauen? Nein? Ich auch nicht. Es scheint aber Menschen zu geben, die diese Dinge zur Verteidigung von ihnen heiligen "Werten" für notwendig erachten. Solche Werte sind zwar von Ihner oben genannten Definition ("Wert, an den das menschliche Bewußtsein eine Bindung entwickelt") erfasst, sie sind aber sicher nicht diejenigen Werte, die Sie und ich als die "richtigen" Werte ansehen würden. Natürlich ist Ehre ein Wert, nur verstehen verschiedene Menschen verschiedene Dinge darunter.

Ich kann fast garantieren: in dem Moment, wo wir diesen Wert aushängen würden, also Werte geltend machen würden, wäre der größte Teil der Immigration gelöst.

Klingt gut, aber was wäre denn notwendig zur Geltendmachung? Staatlicher Zwang? Selbstjustiz?

Kristof , am 21. Oktober 2009 um 16:34 ( Link )

Die Toleranz fängt da an, wo mein Eigentum endet. Ich will und muss tolerieren, was ein anderer auf seinem Eigentum treibt. Darauf gründet die Freiheit. Dieser Fall kommt aber bei den in Deutschland gebildeten Parallelgesellschaften nicht zum Tragen. Denn hier handelt es sich um Fremde, die von einem Dritten (Staat) ohne Zustimmung der Eigentümer (Summe der Individuen) als Nutzer hereingelassen wurden.
Den durch Gewalt oder Gewaltandrohung flankierten Aufenthalt Fremder Personen auf seinem Eigentum muss keiner tolerieren. Toleranz, Solidarität, Nächstenliebe existieren nur in ihrer freiwilligen Form. Diese kann und wird es in einem Kollektiv nicht geben.

eo, am 21. Oktober 2009 um 18:28 ( Link )

------Toleranz ist einfach der Bereich innerhalb dessen eine Größe das System nicht instabil macht. Hätten wir z.B. nur wenige Migranten, dann würden sie problemlos toleriert werden.--------

Richtig, Stefan Miller.

Allzu viel
zerreißt den Sack !
(alte Müllerweisheit)

EEkat, am 21. Oktober 2009 um 19:05 ( Link )

Kristof, man muß verstehen, daß Wert sich nicht auf Gegenständliches bezieht, sondern auf die "Vorstellung" über/zu Gegenständlichem.

Keiner muß akzeptieren, daß Eigentum angetastet wird. Das ist die Spähre des Dinglichen, des Konkreten. Dafür haben wir eine Rechtsordnung, die freilich den Bach runterzugehen droht, eben weil diese Trennung zu Wert, zur eigentlichen Bedeutung von Wert nicht mehr geläufig ist.

Die Kenntnis dessen, waas Wert ist, die ist mit Adolf Hitler untergegangen, aufgrund des Mißbrauches der Werte und der Bindungen, die Wert entwickelt. Ich nenne nur mal den Eid. Oder Ehre, Treue usw usf. Alles diffamierte Begriffe, ohne die freilich eine Gesellschaft nur bedingten Zusammenhalt findet

Ich sagte schon, daß Marx den Begriff Wert verwendete ausschließlich in Zusammenhang mit Tauschwert, oder Warenwert etc. Genau daher haben wir heute die Konfusion darüber, was Wert eigentlich meinen müßte. Aus dieser Ecke ist das übergeschwappt im Zuge der zunehmenden Bedeutung der Sozialisten, die ihrerseits allesamt davon ausgehen, die Welt regulieren zu können, die Welt demnach also eine intelektuell erfaßbare Angelegenheit sei.

Die Welt der Werte hingegen entzieht sich dieser Ratio, Ursache des Scheiterns jeden sozialistischen Ansatzes.

Sozialismus kann nicht funktionieren, weil er die Werte-Gebundenheit menschlichen Wollens nicht kapiert. Sozialismus setzt auf Planung, auf vermeintlichen Intellekt, denn er weiß nicht, was Wert tatsächlich ist, dem Sozialisten ist die menschliche Spähre jenseits des Intellekts fremd. Der mensch agiert icht aufgrund seines Wissens. Er glaubt dies nur, ja er muß dies sogar glauben, um handlungsfähig zu bleiben. Tatsächlich ist das eine Illusion.

Entgegen weitverbreiteter (sozialistischer) Ansicht wird das Wollen des Menschen von Werten gespeist. Und nicht von Wissen.

Ich weiß, das kling verrückt.

Werte sind das, was menschliches Wollen vorgibt. Aber dabei eben nicht die materielle Bedeutung von Wert, sondern jene Bedeutung von Wert, in der das Bewußtsein des Menschen seine Bindungskraft entwickelt.

Nur für Werte sind Menschen bereit, ihr eigenes Blut zu opfern. Jede Kriegsführung weiß, und füchtet, solchen Soldaten gegenüberzustehen.

Je werteverlorener wir leben und agieren, desto mehr treten dabei zwangsläufig Ersatz-Werte in den Vordergrung. Die dann zwangsläufig materiell definiert sind. Die marxsche Werte-Vorstellung.

Wie gesagt, der Mann hatte keine Ahnung vom Menschen, und was ihn antreibt.

Beispiel: ein x-beliebiger Gegenstand hat einen Material-Wert, sowie einen Herstellungswert. Tatsächlich ist dies nicht alles.

Es erhält auch einen Bindungswert in dem Augenblick, wo irgendjemand mit diesem Gegenstand irgendeine persönliche Geschichte verknüpft, eine Vorstellung, damit eine besondere Wert-Schätzung dazu entwickelt.

Dieser Gegenstand erhält dadurch einen weiteren,(den eigentlichen) Wert, der den Material- und Handelswert bei weitem übersteigen kann.

Dies jedoch ist im Sozialismus nicht vorgesehen.

Im Kapitalismus versucht man, möglichst jeden Gegenstand in dieser Weise aufzuladen. Letzteres sind aber eindeutig Vorstellungen, Bewußtseins- Vorgänge, wie Moden, Trends, Hypes usw, dann die ganze Differenzierung von eigentlich identischen Waren aufgrund der Markennamen, die dann den eigentlichen Wert einer Sache ausmachen, und damit den Preis beeinflussen. Über das marxsche Verständnis von Wert hinaus. Wir sind damit in der Sphäre des Bewußtseins, und der Bewußtseins-Bindungen.

Ich hoffe, ich bin noch deutlich.

Die Spähre der Werte ist die des menschlichen Bewußtseins, die Höhe des Wertes ist durch die persönliche Bindung aufgrund einer Vorstellung bestimmt.

Das ist gleichzeitig die Sphäre der Religionen, der Wertegesellschaften, die dazu eigenen Werte gewichtet, festlegt.

Toleranz ist eine dieser Vorstellungen, allerdings wächst dieser Wert, je klarer abgegrenzt ist, worauf sich diese Toleranz beziehen soll. Ohne diese Festlegung kann man nicht von Toleranz sprechen, weil diese sich dann auf alles beziehen müßte. Das nennen wir dann vielleicht besser Gleichgültigkeit, oder Beliebigkeit.

E.Ekat

Molot, am 21. Oktober 2009 um 19:29 ( Link )

@ EEkat

Wäre, nebenbei, das Dritte Reich erträglicher gewesen, wenn man den Juden das Recht hätte einräumen wollen auszutreten?

Ja, und das vierte auch.
B.Ullmann

Radiergummi, am 22. Oktober 2009 um 3:10 ( Link )

Sollte man die Intoleranz der Intoleranz gegenüber tolerieren? Warum sollte man das tolerieren?
Egal.

Toleranz, die Duldsamkeit dessen, was einem zuwider läuft.
Ich sehe nicht, warum ich Dinge - insbesondere abstrakte Dinge wie Werte - dulden sollte, die den meinen zuwider laufen.
Dies setzt eine Gleichwertigkeit der Werte voraus die den Begriff des Wertes völlig ins Absurde führt.

Und abschließend noch ein Kommentar der sich direkt auf den Artikel bezieht:

In gleicher Weise muss er dem Islam abgerungen werden

Entschuldigung aber: Hahahaha!

Sie Herr Blankertz haben so überhaupt keine Ahnung davon von wem oder was sie da Toleranz verlangen.
Ich empfehle Ihnen - wie es der Kommentator Ratloser schon am Anfang tat - sich wirklich kritisch mit dem Islam zu befassen. Genauer gesagt mit seiner Entstehung und der daraus resultierenden Konzeption.

Als Tipp:
Die islamische Reformation hat schon längst stattgefunden. Sie äußert sich aber ausnahmslos in Personen (bzw. ihren Glaubensüberzeugungen), die Sie Herr Blankertz mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fälschlicherweise als "Islamisten" bezeichnen werden.
Bestes Beispiel hierfür ist die Muslimbruderschaft (und ihre zahlreichen Ableger - bspw. Hamas).

JS, am 22. Oktober 2009 um 7:56 ( Link )

@Miller

"falsch ist nur Ihre Vorstellung davon. "

Vorstellung von was? Dass es den islamistisch motivierten Terrorismus auch vor 2001 gab und dieser auch so gesehen wurde, ist keine Vorstellung, sondern eine Tatsache.

"Versuchen Sie Zeitungen von vor 911 in den Archiven zu durchstöbern, "

und ich komme zu dem bereits erwähnten Ergebnis, dass die Politik der USA gegen Ende der Neunziger bis 2001 die Minimierung ihrer Interventionspolitik zum Ziel hatte. Ich kenne etliche Militärbasen und Depots, die in dieser Zeit geschlossen wurden. Ramstein Airbase sollte ebenfalls geschlossen werden, es gab Entlassungen. Ich habe dies vor Ort erlebt, ich lebte damals in dieser Region. Das Gejammere darum war damals groß.

"Dann war der Ostblock aber auf einmal Geschichte,.."

Nicht auf einmal, sondern bereit 12 Jahre zuvor.

"es gab ein Vakuum, kein Feind vor dem man Angst haben mußte "

und das wurde vor allem Positiv gesehen, der Begriff Vakuum ist hier fehl am Platz. Sie haben seltsame Vorstellungen, oder ein verkorkstes, emotional begründetes Feindbild.

"dann passierte 911"

Es war nichts, was einfach so passierte, es war ein von langer Hand vorbereiteter Anschlag, einer von vielen, die auch während des kalten Krieges geplant und z.Teil auch verübt wurden.

"der Islam hat ein völlig neues Gesicht bekommen,"

Das hatte er schon lange zuvor, spätenstens seit der islamischen Revolution 1979.

Das soll's mal gewesen sein, im Grunde lasse ich mich nicht auf Anhänger der Verschwörungsreligion ein.

Stefan Miller, am 22. Oktober 2009 um 8:03 ( Link )

@Edgar L. Gärtner
dann fragen Sie mal in ihrem Bekanntenkreis nach, was sie mehr fürchten, den Klimawandel oder den Islam. Ich glaube der Klimawandel (wie vorher das Ozonloch, oder noch früher der saure Regen) ist nötig um Geld einzutreiben, und der "Islamismus" um es verschwinden zu lassen. Funktioniert gut im Sinne des Erfinders.

karen m., am 22. Oktober 2009 um 9:06 ( Link )

@Radiergummi
Sollte man die Intoleranz der Intoleranz gegenüber tolerieren? Warum sollte man das tolerieren?

Ja, es ist einer dieser dummdreisten Sprüche jener, welche die Wahrheit, die Schönheit und die Weisheit für sich ganz allein gepachtet haben:

Keine Toleranz der Intoleranz!

Mit dieser Aufforderung zeigen sie sich selbst intolerant und dürfen nicht toleriert werden. Wer aber findet sich, um die der Intoleranz gegenüber Intoleranten zu intolerieren, wenn er daraufhin doch selbst wieder intoleriert wird? Irrenhaus!

Ein weiterer Favorit ist: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!" Daß Verbrecher hart bestraft werden müssen, leuchtet jedem ein. Nun ist es für die Inhaber der Definitionshoheit nur noch eine Frage der Festlegung des Schwellenwertes, ab wann ein ihnen unangenehmer Zeitgenosse als Faschist und damit als Verbrecher stigmatisiert wird, dessen Liquidierung legitim ist.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 22. Oktober 2009 um 9:24 ( Link )

Der Toleranzgedanke (und mit ihm das Austrittsrecht) ist dem Christentum durch Aufklärung und die nachfolgenden Auseinandersetzungen abgerungen worden. In gleicher Weise muss er dem Islam abgerungen werden (von dem die Minderheit der christlichen Theologen, die in der „ersten Aufklärung“ des 13. Jahrhunderts für Toleranz eintrat, den Gedanken übernahm).

Warum nur immer wieder die unsachlichen Seitenhiebe gegen das Christentum? Der rein rational begründete Toleranzgedanke wird nicht genügend Kraft haben, um die intoleranten Bestrebungen des Islam effektiv Widerstand leisten zu können. Warum sehen die rationalistischen Humanisten nicht, dass das Christentum in Sachen Toleranz ihr natürlicher Verbündeter ist?

Nur zur Geschichte: In der grundlegenden Bekenntnisschrift der Lutherischen Reformation, in der Confessio Augustana von 1530, also lange vor Voltaire und Lessing, steht in Art 28 zu lesen, dass der christliche Glaube nicht durch Gewalt, sondern nur durch das Wort verbreitet werden dürfe. Zitat: sine vi humana, sed verbo., übersetzt: Ohne menschliche Gewalt, sondern durch das Wort..

Das ist ganz ohne Frage eine entscheidende geistige Wurzel für den Toleranzgedanken der Aufklärung gewesen, auch wenn im praktischen Vollzug dagegen verstoßen worden ist.

Im übrigen wüsste ich nicht, wie christliche Theologen im Mittelalter vom Islam Toleranz gelernt haben könnten. Toleranz hat es im Islam nie wirklich gegeben. Es gab und gibt die Duldung von Angehörigen der Buchreligionen nach dem Dhimmi-Status. Das bedeutete aber immer, dass Christen und Juden Bürger zweiter Klasse, nämlich Dhimmis, waren, die z.B. keine Waffen tragen durften und eine Sondersteuer zahlen mussten. Das war auch im hochgelobten Granada so. Toleranz sieht in meinen Augen anders aus.

TrebMelsa Fördermitglied, am 22. Oktober 2009 um 10:40 ( Link )

@ Reiner Vogels

>>>> Warum sehen die rationalistischen Humanisten nicht, dass das Christentum in Sachen Toleranz ihr natürlicher Verbündeter ist?<<<<

Auch bei Thomas von Aquin ist m. E. der Toleranzgedanke sehr tief verwurzelt, insbesondere Toleranz zu üben gegenüber Andersdenkenden. Toleranz zu üben, dies hat – falls man Thomas folgt – auch sehr viel mit christlicher Nächstenliebe und Demut zu tun. Als Mitglied der katholischen Kirche stimme ich Ihnen insoweit zu, dass die Toleranz in der Philosophie/Theologie großer Denker der Christenheit verankert ist.
Jedoch, wenn man sich die Kirchengeschichte anschaut, dann waren über viele Jahrhunderte weder die offiziellen Stellen der katholischen noch der protestantischen Kirchen tolerant gegenüber Andersdenkenden, sondern gnadenlos grausam.
Von daher stimme ich Herrn Blankertz zu, der Toleranzgedanke musste den Führern der Kirchen zunächst einmal abgerungen werden. Egal, wie groß die Anzahl der wunderschönen Texte ist, die Philosophen und Theologen der christlichen Glaubensgemeinschaften zum Thema Toleranz über die Jahrhunderte zu Papier gebracht hatten.
Daher kann ich nachempfinden, wenn z. B. ein Mann wie Karl Jaspers meinte, dass die Scheiterhaufen in den Köpfen der Prälaten noch rauchen. Dies hat nichts mit unsachlichen Seitenhieben zu tun.

EEkat, am 22. Oktober 2009 um 11:30 ( Link )

natürlich stimmt es nicht, daß es vor dem 11. Sept 2001, also 911, keine islamistischen Anschläge gegeben habe.

Das stimmt ja noch nicht einmal für das World Trade Center.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,156568,00.html

Bereits dieses Gebäude wurde schon 1993 zum Ziel eines sehr ernsten islamistischen Anschlages.

EEkat

TrebMelsa Fördermitglied, am 22. Oktober 2009 um 11:58 ( Link )

@ ratloser

Entschuldigung, Ihre Antwort auf meine Antwort an Herrn Vogels kann ich nicht einordnen. Zu Islam und Christentum hatte ich mich nicht geäußert!

TrebMelsa Fördermitglied, am 22. Oktober 2009 um 12:30 ( Link )

@ ratloser

Widerspruch!
Ich habe mich explizit nur auf die Geschichte der christlichen Kirchen bezogen. Und nur mit Blick auf die Kirchengeschichte Herrn Blankertz zugestimmt, dass die Menschen den Kirchenführern das Erdulden von Andersdenkenden abringen mussten. Nur in diesem Punkt habe ich mich geäußert – zu sonst nichts. Durch die Berufung auf die alte und umfangreiche christliche Literatur, habe ich auch keine Zustimmung zur „primären Intoleranz“ verkündet, sondern mich nur auf Handlungen und Taten der Kirchenführer ob langer Zeiten bezogen. Dies ist m. E. ein großer Unterschied zu dem, wie Sie in meinen Text verstanden haben.

Über den Islam habe ich zu wenig Kenntnis, also kann ich mich zum Islam nicht äußern und werde ich mich zum Islam nicht äußern, weil dies nicht redlich wäre.
Einzig kann ich anführen, dass Prof. i. R. Dr. Bassam Tibi als Muslim anscheinend, falls ich seine Aufsätze und Artikel (u. a. in der Zeit) richtig verstanden habe, sehr wohl für eine Art Reform eintritt. Dabei will und kann ich nicht beurteilen, inwieweit Prof. Tibis Position eine Zukunft hat oder ob Sie hier mit Ihrer Meinung im Recht sind. Eben, weil ich zum Islam nichts zu sagen weiß und demnach auch nichts zu sagen habe.

Regulativ, am 22. Oktober 2009 um 12:52 ( Link )

Wenn mehrere Menschen zusammenleben und keine Regeln zum Umgang miteinander existieren, kann es zu Dilemmata kommen.
Möchte man gut miteinander auskommen, dann ist die Bedingung, dass ALLE Regeln von ALLEN akzeptiert werden (Globalisierung). Da dies bei großen Menschenmengen nur theoretisch möglich ist, kann man froh sein, wenn wenigsten viele (und leider nicht alle) mit einem Großteil der (und nicht den gesamten) Regeln zufrieden sind.
Es handelt sich also um ein Optimierungsproblem: Welche Regeln müssen von wem eingehalten werden. Man könnte verschiedene Gruppen (Länder) einrichten, mit unterschiedlichen Regeln, dann benötigt man nur noch Regeln für den Umgang der Gruppen untereinander, aber dann müssten die Gruppen unter sich bleiben. Da noch nichtmal das Ziel klar ist (z. B. alle Menschen sollen glücklich sein, aber was heißt glücklich?), ist das Problem ohne Eingreifen einer höheren Instanz unlösbar. Die einen nennen diese Instanz Allah, die anderen wer weiss wie, aber die nahe Zukunft wird es zeigen, dass es Gott ist, der eingreifen wird. Es glaubt ja wohl keiner im Ernst, dass die vielen unterschiedlichen Menschen es selbst hinbekommen, wo sie angeblich alle gleiches Stimmrecht haben. Auf dem Weg zum Ziel werden jedoch die Minderheiten noch Unterdrückung durchmachen müssen, unter dem Vorwand, dass es zum Wohle der Majorität ist.

Veritas, am 22. Oktober 2009 um 13:04 ( Link )

Die einen nennen diese Instanz Allah, die anderen wer weiss wie, aber die nahe Zukunft wird es zeigen, dass es Gott ist, der eingreifen wird

Sie haben vergessen, die Quelle anzugeben.

TrebMelsa Fördermitglied, am 22. Oktober 2009 um 13:06 ( Link )

@ ratloser

Danke für den Literaturhinweis, damit setze ich mich gerne auseinander.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass Sie mich bewusst missverstehen wollen. Eine Islam-Apologie habe ich nicht abgedrückt und auch nicht behauptet, dass Prof. Tibi im Recht sei. Aus dem Bauchgefühl heraus bezweifele ich die Erfolgsaussichten des Tibi-Standpunktes sehr stark.
Und noch einmal, außer zum Christentum habe ich mich nicht geäußert. Und als Mitglied der katholischen Kirche nehme ich den "Doctor humanitatis", den Lehrer der Menschlichkeit, vielleicht oftmals wörtlicher als manches Mitglied der römischen Kurie.

Nonkonformist, am 22. Oktober 2009 um 13:50 ( Link )

Sieh da, warum ist man sich hier nicht einig über
den Mißbrauch des Begriffes "Toleranz" in unser
repressiven PC-Diktatur? Vielleicht, weil man sich
ohne Gegenwehr auch dem Irrbegriff "Migrant" ab=
statt Immigrant ergeben hat? Vielleicht weil man sich vor langer Zeit - ca. 20 Jahre - auch dem
dt.-philog. Unsinnswort "Tschechien" ergeben hat,
anstatt weiter von der richtigen Ausdrucksweise
Tschechei zu schreiben und zu reden? Vielleicht weil man sich freudig ergeben hat - Münchner Vertrag v. 1971 - in die Geschichtslüge von der
ununterbrochenen Staatlichkeit der CSR seit dem
12. Jahrhundert? Vielleicht weil man vergessen hat, daß das Königreich Böhmen und die Markgraf=
schaft Mähren bis 1866 dem Deutschen Bund ange=
hörte? Fragen über Fragen, ist das nicht toll -
kommt aber nicht von "tolerant", gelle!

Frank Martin, am 22. Oktober 2009 um 14:00 ( Link )

Radiergummi, am 22. Oktober 2009 um 14:02 ( Link )

Bassam Tibi behauptet die grundlegende Änderung des Islam in Richtung Kompabilität mit der westlichen Moderne, keine Reformation im Sinne einer Rückbesinnung auf die Ursprünge des Islam.

Die Grundlagen des Islam - Koran und Mohammed - zeigen einem, wie diese Reformation aussehen muss und zum anderen, warum eine grundlegende Änderung illusorisch ist.
Der Koran ist nach mohamedanischen Verständnis die Mutter aller Bücher, die letzte Prophezeiung (vorherige P.: Judentum und Christentum), die Gottes direktes Wort darstellen soll.
Das ist das erste Problem: Wer Gottes direktes und vom Menschen unverfälschtes Wort interpretiert oder einzelne Verse ignoriert, der stellt die Allmacht Allahs bzw. die Richtigkeit seiner Worte in Frage. Blasphemie.
Nicht umsonst steht darauf im Islam die Todesstrafe...

Zweites Problem: Die teilweise durchaus vorhandene Widersprüchlichkeit der im Koran enthaltenen Verse bzw. ihrer Aussagen.
Die Lösung dieses Problems liefert der Koran aber gleich mit und äußert sich im islamisch-theologischen Prinzip der Aufhebung und der Tradition des Propheten. Widersprüche innerhalb des Korans werden damit entweder anhand der angenommenen chronologischen Reihenfolge der einzelnen Suren oder am Beispiel des Propheten geklärt. Dies ist neben der Anwendung von Gottes Wort auf neu entstehende weltliche Gegebenheiten die Hauptaufgabe der vielen existierenden islamischen Rechtsschulen - nicht etwa die grundlegende Auslegung des Korans, wie von vielen vermutet wird und zu der falschen Annahme führen "Es gebe nicht DEN Islam".

Der Islam existiert, er ist ewig gültig und unabänderlich. Jede Abweichung - wie zum Beispiel die, die Bassam Tibi vorschwebt - verfälscht Gottes direktes und unverfälschtes Wort und entfernt sich zunehmend von der islamischen Lehre.

Soweit zur Änderung des Islam.
Zur Reformation ist nicht viel zu sagen: Man werfe einen Blick in dieses Buch, beachte bei auftretenden Widersprüchen die Chronologie der Suren, schaue sich das Leben und Wirken des Propheten an und adaptiere diese Konzeption in die Moderne.
Man erhält den "Islamismus".

Nebenbei erwähnt: Ich spreche bewusst nur vom Islam und nicht von Moslems. Die Anhänger dieser Ideologie haben per Definition nichts Wesentliches mit den Inhalten zu tun. Sie sind lediglich die Ausführenden. Die meisten offensichtlich mehr schlechte als rechte Ausführende... glücklicherweise.
Sie sind leider aber auch der Grund für das völlig am Kern der Sache vorbeigehende Islambild des Mainstreams.

PS: Schade, dass das Thema Islam keinen kritischen Eingang in ef-Artikel besitzt.

Radiergummi, am 22. Oktober 2009 um 14:13 ( Link )

Huch, Kompatibilität nicht "Kompabilität".

bernd_lessing, am 22. Oktober 2009 um 14:32 ( Link )

Mit Verlaub: Es ist unsinnig, sich zur Lösung bestehender Probleme in einer ganz und gar nicht freiheitlichen Welt SELEKTIV auf ein libertäres Prinzip (das des Sezessionsrechts) zu berufen und daraus eine Forderung nach Toleranz abzuleiten.

Die Wurzel des Übels besteht doch bereits in der undifferenzierten, keineswegs einvernehmlichen "Zwangsvereinigung" namens Zuwanderung. Will heißen: In einer libertären Gesellschaft definieren die betroffenen Menschen im Konsens selbst die Spielregeln für "neue Mitglieder". Integration entsteht dabei zwangsläufig. Da, wo dieser Konsens nicht besteht, leben diese Gesellschaften nebeneinander (auch räumlich) unter Einhaltung minimalster gemeinsamer Spielregeln. Das Sezessionsrecht passt dort konsequent ins Bild und erfordert keineswegs Toleranz, die oberhalb der eigenen Toleranzschwelle liegt.

Wo immer durch Zwang eine "unnatürliche" Situation entsteht, folgen Probleme und Regelungsversuche - die in einer freiheitlichen Gesellschaft unsinnig wären, in der staatlich vermurksten Realität aber (bedauerlicherweise) in sich konsequent sind.

EEkat, am 22. Oktober 2009 um 15:45 ( Link )

bernd-lessing

Entgegen dem was wir Palästina zu nennen gelernt haben war unser Land vor dem Einfall - und den nachfolgenden Ansprüchen - von Mulsimen in dieses unser armes Land definitiv bereits bevölkert.

Wir enden in denselben Zuständen, die auch Israel zu schaffen machen mit den Unterschied, daß wir die dortigen Anspruchssteller - die einzige Ethnie, die sich während ihres Lagerdaseins verfünffacht hat - über die Hilfsorganisationen indirekt ernähren, während wir hier die Leute direkt zu unterstützen haben.

Da wird es nichts zu regeln geben, von dem wir abschließend werden sagen können, es sei geregelt worden. Nicht nur das Momentum ist gegen uns. Und dies ist ja auch noch durch unsere Dressurelite so gewollt. Zuzug, aufgrund Bevölkerungsabnahme. Ha.

Es ist egal, wie wir die Begrenzung der Toleranz begründen, es kommt nur darauf an, diese solange begrenzen zu wollen, wie dies noch möglich ist.

Daher wurde hier nicht eine Forderung nach Toleranz erhoben, sondern die Intoleranz gegenüber der Toleranz in den Vordergrund gerückt.

So jedenfalls habe ich das bisherige verstanden.

EEkat

dickbrettbohrer, am 22. Oktober 2009 um 15:53 ( Link )

@Kristof

Die Toleranz fängt da an, wo mein Eigentum endet. Ich will und muss tolerieren, was ein anderer auf seinem Eigentum treibt. Darauf gründet die Freiheit. Dieser Fall kommt aber bei den in Deutschland gebildeten Parallelgesellschaften nicht zum Tragen. Denn hier handelt es sich um Fremde, die von einem Dritten (Staat) ohne Zustimmung der Eigentümer (Summe der Individuen) als Nutzer hereingelassen wurden.
Den durch Gewalt oder Gewaltandrohung flankierten Aufenthalt Fremder Personen auf seinem Eigentum muss keiner tolerieren. Toleranz, Solidarität, Nächstenliebe existieren nur in ihrer freiwilligen Form. Diese kann und wird es in einem Kollektiv nicht geben.

Ist so wichtig, daß ich es hier noch einmal aufgreife. Dies - die Störung des Eigentums bis hin zur Enteignung - ist die Wurzel der unheilvollen Entwicklung. Alle Mißstände, die sich darum ranken, sind die Symptome der Entrechtung von Eigentum und Eigentümer. Wenn jeder jeden achtet und in Ruhe läßt, ist das gelebte "Toleranz".

Reaktionaer, am 22. Oktober 2009 um 16:16 ( Link )

Oh wie schade, dieses Meisterstück ist mir jetzt erst aufgefallen.

"Toleranz ist der einzige Wert, der universell aufgezwungen werden darf: Er ... ist die Bedingung der Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Wer gegen den Wert der Toleranz verstößt, provoziert Konflikt und Krieg."

Das Schlimme sind hier die sattsam bekannten linken Parolen und die damit einhergehende Begriffverirrung. Zwar ist der Ansatz, daß eine Religionsgemeinschaft den freiwillig vollzogenen Austritt respektieren muß, an sich diskutabel. Allerdings hat dies mit "Toleranz" gar nichts zu tun. Man kann nämlich durchaus intolerant gegenüber dem Irrtum sein, so wie ich es gegenüber etatistischen und linken Parolen und auch gegenüber Linkslibertären wie Herrn Blankertz bin, ohne daß man deswegen gleich irgendwelche Mordgelüste hätte. Das Gegenteil soll hier offenbar subtil suggeriert werden, letztlich um alle auszugrenzen, die glauben, daß es eine absolute Wahrheit gibt.

Begriffe werden hier im Interesse des Relativismus unterschwellig umdefiniert. Auch die alte Parole "Keine Toleranz für die Intoleranz" darf nicht fehlen. Ihre Widersprüchlichkeit dürfte Blankertz nicht auffallen, denn wer gegenüber der Intoleranz nicht tolerant sein mag, der muß ihr gegenüber ja intolerant sein. Da er aber die Intoleranz bekämpfen will, müßte er folgerichtig gegen sich selbst kämpfen. Aber das ist natürlich wieder etwas anderes, wird er sagen.

Ähnlich schiefe Aussagen sind mir schon in seinem Monarchie-"Artikel" aufgefallen, ebenso in seinem libertären Manifest. In letzterem spricht er davon, daß man die "sexuelle Befreiung" nicht verachten sollte, da doch keiner eine Rückkehr zu den Ehehöllen der Vergangenheit wünschen könne. Man höre und staune: Vor den 68ern waren offenbar alle Ehen Höllen, während heute alles viel besser geworden ist. Ganz schön dreist und frech, wie hier viele Menschen in einem kleinen Nebensatz ganz nebenbei diffamiert werden.

Aber, wie ich bereits an anderer Stelle sagte: Wieviel gedankliche Konsequenz kann man von jemandem erwarten, der sich zum römischen Katholizismus bekennt, aber den Satanisten Bakunin offenbar als vorbildhaft empfindet? Damit soll Herr Blankertz freilich nicht beleidigt und auch nicht als Satanist bezeichnet werden, aber der himmelschreiende Widerspruch springt einem hier doch geradezu ins Auge.

Dr. Spiele, am 22. Oktober 2009 um 16:22 ( Link )

Der böse Islam diskriminiert.
Sogar Frauen! Pfui!
Diskriminieren dürfen nur Libertäre!
Hans Herrmann Hoppe lesen!

Wenn man als Muslim das ganze Geschwafel der widerstandslos bankenversklavten und von ihren luxussüchtigen Weibern und Kindern unterdrückten Ungläubigen hier so liesst, dann entwickelt man größtes Verständnis dafür, daß unsere Altvorderen, auch in Andalusien, solche gemeingefährlich verwirrten und paranoiden Seelen nicht auch noch mit Waffen herumlaufen liessen.

Und auch vom Führen von schnellen Verkehrsmitteln
(Pferden) wurden sie ferngehalten. Richtig so. Auf meiner Privatautobahn lasse ich auch keine Irren und Besoffenen rumfahren. Nur hätte man ihnen auch das Eselreiten verbieten sollen, denn das hat sie offensichtlich doch übermütig gemacht, und nun wollen diese Esel gar wieder die ganze Welt mit ihrer Toleranz beglücken.

Als wenn ihr Auschwitz und ihre Lager in Sibirien und in kleinerem Maßstab Guantanamo noch nicht Anschauungmaterial genug für die Ergebnisse ihrer sogenannten Toleranz lieferten.

Regulativ, am 22. Oktober 2009 um 16:35 ( Link )

Sie haben vergessen, die Quelle anzugeben.

Wer sagt denn, dass ich wasserdicht argumentieren wollte? Gehört das zu den allgemein akzeptierten Regeln? Sie sind ja intolerant, wenn Sie nichts anderes akzeptieren. :-)

Radiergummi, am 22. Oktober 2009 um 18:55 ( Link )

@ratloser
Ja, so kommt es mir auch vor. Es dürfte an Lichtschlag liegen, welcher selbst ein bestenfalls als oberflächlich zu bezeichnendes Islambild pflegt.
Aber man sollte schon daran erinnern, dass vor gut einem Jahr das Thema Islam wenigstens noch im Zusammenhang zur Meinungsfreiheit und PC öfter aufgegriffen wurde.
Erinnere mich auch an diesen Herre-Hoffmann-Streit, durch den ich ef überhaupt erst kennen und schätzen gelernt habe.

Nichtsdestotrotz ist es gut zumindest im Kommentarbereich auf dieses immer mal wieder beiläufig auftauchende Zerrbild aufmerksam zu machen.

Aber wem erzähl ich das...

Wie läuft es eigentlich bei PI? ;-)

Dr. Spiele, am 22. Oktober 2009 um 19:07 ( Link )

@ratloser

Guantanamo ist ein Gefangenenlager, Auschwitz diente der "Schutzhaft", und der Gulag war für die Volkspädagogik zuständig.

Sie dürfen Guantanamo aber auch gerne weglassen.
Die anderen beiden Toleranz-Errungenschaften sind ja auch noch nicht so lange her.

Wo wird übrigens kapituliert?
Im Irak? Am Hindukusch? In Pakistan? Somalia?

Ach, das sind da alles gar keine Söldner und Soldaten der freien toleranten Welt, die dort
Freuen,Kinder und tapfere Männer von der islamischen Unterdrückung erlösen, durch mutige Abwürfe von Splitterbomben aus sicherer Höhe und präventivem Beschuss von PKWs und Hochzeitsgesellschafte nmit Uranmunition, zum höheren Ruhme der bankeigenen Rüstungsindustrien und Rohstoffkonzerne und für die "internationale Sicherheit". Und nicht zuletzt den Opiumhandel, mit dem das liberale England ja seinerzeit schon die Chinesen beglückt hatte,
was diese so verblödete daß sie Kommunisten wurden.

Ja, Intoleranz, Unfreiheit, Ungleichheit, Unbrüderlichkeit mit Frauen, die rückständigerweise keine Brüder sind sondern Schwestern, wogegen nur tolerantes Gendermainstreaming hilft, darf man eben nicht tolerieren. Und das ist alles nur zu ihrem Guten, für die Menschen, zum Schutze vor sich Selbst.

Vielen Dank für die Aufklärung!

Leonard_Euler, am 22. Oktober 2009 um 21:30 ( Link )

Dem Islam Tolerenz gegen Ungläubige abzuverlangen ist genauso wie dem Kommunismus Toleranz gegen Kapitalisten abzuverlangen.

Der Islam ist auch primär keine Religion sondern ein totalitäres, politisches System. Es umfasst alles. Der Islam ist DIE totalitäre Ideologie: Wirtschaft, Politik, Lebensführung, ja sogar das DENKEN wird reglementiert.

Das religiöse ist dort nur mittel zum Zweck. Jedes totalitäre System braucht einen Kult. Das Religiöse ist dort nichts weiter als dieser Kult.

Der Islam erlaubt Sklaverei, unterdrückt die Frau, schlägt jede Wirtschaft zum Krüppel durch ein allgemeines Zinsverbot, Verurteilt Apostaten und Blasphemiker, muslimische oder nicht-muslimische, eindeutig und unmissverständlich zum Tode, plus als kleinen Bonus: ein totaler Weltmachtanspruch. Strenggläubige Moslems teilen die Welt in zwei Sphären: Das Haus des Friedens (dort wo die Sharia herrscht) und das Haus des Krieges (dort wo die Sharia nicht herrscht, z.B. HIER).

Ihnen ist es jedoch anbefohlen, Frieden zu halten, wenn sie in einer schwächeren Position sind. Sobald sie aber in einer stärkeren Position sind, müssen sie die Sharia durchsetzen, sei es mit Djihad oder legalistischen Mitteln (diese werden laut Verfassungsschutz auch jetzt schon eingesetzt).

Die Mohammedaner glauben, der Koran, wo alles das obengenannte befohlen ist, stehe bei Allah in Stein gemeißelt. Kein einziges Wort darf verändert werden. Man muss den Koran und die Hadith, aber ganz besonders den Koran, wortwörtlich befolgen. Für Reformation ist da kein Spielraum.

Wir haben uns da eine dunkle Macht in unsere Gesellschaft geholt. Der Islam war uns immer ein Feind gewesen, für 1400 Jahre schon. Das durch innereuropäische Probleme und durch die relative wnwichtigkeit der rückständigen mohammedanischen Länder bloß verdrängt. Die Konflikte und Spannungen, zwischen unseren fundamentalen Überzeugungen und deren Überzeugungen, wurden niemals beseitigt, sie wurden bloß vergessen.

Ich fürchte, wir werden in nicht allzulanger Zeit hautnah erleben, was uns aus unserer kollektiven Erinnerung eigentlich von vornherein klar gewesen sein sollte.

Man denke nur an den Kosovo, wo letztes Jahrhundert noch eine serbische Mehrheit gelebt hat, durch die hohe Geburtenrate überholte wurde, und um die Jahrhundertwende der Rest dann zum großteil ethnisch gesäubert wurde.

Wer die hier aufgestellten Behauptung über den Islam nicht glauben will, der Überlege sich doch mal ob die Gelehrten in den islamischen Ländern, die die dortigen Verhältnisse legetimieren, denn alle wirklich so falsch liegen. Haben die denn alle ihre Religion falsch verstanden?

Wenn interesse besteht, trage ich für jede einzelne Behauptung Primärquellen aus Koran und Hadith und deren Interpretation durch islamische Gelehrte nach.

EEkat, am 22. Oktober 2009 um 22:08 ( Link )

Leonard_Euler.

Wort für Wort unterschreibe ich.

Jetzt das Problem: es gibt da kaum Mitstreiter, die aus Überzeugung antreten würden.

Auf der einen Seite jene, die von ihren Phobien gefangen sind, ihrem kaum noch beherrschten antisemitischen Drängen nicht nachkommen dürfen, und denen jede Feindschaft zu Juden gelegen kommt, egal weil gegen Israel gerichtet, oder was immer sonst in das Schema hineinpaßt. Auch wenn sie am Ende dabei nochmals draufgehen werden.

Auf der anderen Seite die linken Spinner, an Anzahl mehr als uns lieb sein kann, die demgemäß aus einer tiefsitzenden Überzeugung heraus handeln, ausgerechnet sie wären es, die alles erklären würden, und demzufolge alles regeln könnten, also auch einen romantisch angelegten naiven, in Wirklichkeit destruktiven Zuzug fremder Kulturen, was ihnen nichts weiter bedeutet, als denen dennoch unseren Pass um den Hals hängen zu wollen.

Notorische Staatsplaner eben.

Dazwischen ein kleines Häuflein Liberaler, jedoch nur in dem Sinne, sich und uns die Kraft der Freiheit erhalten zu wollen. Ein Frendkörper in diesem Land, welches keine derartige Tradion kennt, und daher zwischen rechten und linken Stühlen sitzt, und den amtierenden Sozialisten zuschaut, wie sie, sich dabei als Mitte gebärdend, das Land zerlegen.

Die erreichen Sie nicht mehr durch Interpretationen des Koran. Auf der intelektuellen Ebene, auf der Schiene der Wissensvermittlung geht hier garnichts. Man muß sich etwas anderes einfallen lassen.

EEkat

Leonard_Euler, am 23. Oktober 2009 um 0:29 ( Link )

@EEkat

Sie zeichnen ein dunkles Bild noch dunkler als es ist. Vielleicht können wir auch ein paar hellere Farbtöne reinbringen.

Die Größenverhältnisse in der Politik sind ungüstig, das stimmt, und die dortigen Akteure werden sich von ihren Ideologien nur schwer abbringen lassen, auch das stimmt.

Aber aus der ideologischen Starrheit der politischen Akteure folgt nicht die Starrheit der politischen Größenverhältnisse.

Die meisten Menschen "auf der Strasse" sind ideologisch nämlich nicht gefestigt. Hier muss der Kampf ausgetragen werden. Denn die Größenverhältnisse der Poltik reflektieren ja bloß die Wählerverteilung.

Dieser Kampf aber, ist ein Kampf der Gedanken. Wessen Gedanken am eindringlichsten formuliert und am weitesten verbreitet sind, der wird diesen Kampf gewinnen und das politische Spektrum zu seinem Gunsten verändern.

Ich denke, dass hier auch mit geringen Mitteln etwas bewegt werden kann. Man muss die Leute überzeugen. Aus Überzeugungen fließen dann die entsprechenden Taten. Wer überzeugt ist, dass es brennt, der wird auch entsprechend handeln. Auch wenn er nur durch Worte überzeugt wurde und das Feuer selbst nie gesehen hat. Sobald er den Gedanken "Es brennt" als wahr aufgefasst hat, wird er unumgänglich handeln. So ähnlich auch in anderen Situationen.

Aber wenn wir nicht nur einzelne Schlachten sondern den gesamten Ideenkrieg entscheidend für uns gewinnen wollen, dann müssten wir schon große Geldmittel und Anstrengungen aufwenden.

Wir bräuchten Forschungsinstitute, die unsere Ideen zu aktuellen Themen wissenschaftlich ausformulieren und begründen, Medien, die diese Ideen durch verschiedene Stufen weiterverarbeiten und am Ende als Massenwaare aufbereitet zu der breiten Bevölkerung transportieren, überzeugte Evangelisten, die unsere Ideen persönlich an den Mann bringen, Parteiorganisationen,-funktionäre etc...

Hier hört jedoch die Kriegsanalogie auf. Denn sowas muss in einer freien Gesellschaft organisch wachsen und kann nicht zentral gesteuert werden.

Aber das führt schon ins Land der Zukunftsträume.

Dr. Spiele, am 23. Oktober 2009 um 0:33 ( Link )

@ratloser

wo stehen die muslimischen Armeen?
In Kreuzberg beim Sozialamt?

"und was für ein enormer Konformitätsdruck von denen ausgeübt wird, die sich angeblich gegen alle Formen von Repression wehren.."

wie gesagt. Sogar mit Waffengewalt.

Radiergummi, am 23. Oktober 2009 um 0:37 ( Link )

zwischen rechten und linken Stühlen sitzt, und den amtierenden Sozialisten zuschaut, wie sie, sich dabei als Mitte gebärdend, das Land zerlegen.

Das trifft den Nagel im Prinzip auf den Kopf.
Selbst unser Islamproblemchen gäbe es nicht, würden wir nicht alle live dieses erneute sozialistische Spektakel miterleben müssen.

Und Ablenkung darauf, dass mit unserem Wirtschaftssystem etwas nicht stimmt und Klimawandel, scheinen durchaus als Mittel gegen die sachliche Kapitulation der Islamapologeten zu wirken.

TrebMelsa Fördermitglied, am 23. Oktober 2009 um 6:48 ( Link )

@ Dr. Spiele

>>>>Wenn man als Muslim das ganze Geschwafel … Ungläubigen hier so liesst, dann entwickelt man größtes Verständnis dafür, daß unsere Altvorderen, auch in Andalusien, solche gemeingefährlich verwirrten und paranoiden Seelen nicht auch noch mit Waffen herumlaufen liessen.<<<<

Mit Verlaub, Dr. Spiele ich habe zwar wenig Kenntnis vom Islam, bis auf den Koran in deutscher Übertragung, einige Artikel von und zu Prof. Tibi, etwas über die Geschichte des Islam von Mohammed bis zu Ali und seinen Söhnen, plus einem Buch von dem Arabisten Prof. Gilles Kepel habe ich nichts zum Islam gelesen, d. h. ich zu wenig und werde deshalb ich kein Urteil zum Islam abgeben.

Aber als Mitglied der katholischen Kirche und als Christ kann ich ob Ihrer Kommentare nur fragen: „Woher nehmen Sie die Frechheit hier so generell von Ungläubigen zu sprechen!?“ Nach solchen Kommentaren zu urteilen sind Sie gemeingefährlich und nicht die anderen Teilnehmer dieser Plattform.

EEkat, am 23. Oktober 2009 um 11:58 ( Link )

Leonard_Euler,

----Sie zeichnen ein dunkles Bild noch dunkler als es ist. Vielleicht können wir auch ein paar hellere Farbtöne reinbringen.

Ich möchte mal die Unterschiede herauszuarbeiten versuchen, jedoch nicht zum Ist-Zustand, wie Sie meinen. Sondern lediglich zwischen Ihrer Auffassung, und der meinen.

---Die meisten Menschen "auf der Strasse" sind ideologisch nämlich nicht gefestigt. Hier muss der Kampf ausgetragen werden. Denn die Größenverhältnisse der Poltik reflektieren ja bloß die Wählerverteilung.

Stimmt

---Dieser Kampf aber, ist ein Kampf der Gedanken. Wessen Gedanken am eindringlichsten formuliert und am weitesten verbreitet sind, der wird diesen Kampf gewinnen und das politische Spektrum zu seinem Gunsten verändern.

Teils, Teils. Kommt ganz darauf an, was wir dabei unter "Gedanken" verstehen wollen. Wenn Sie damit " Vorstellungen" meinen könnten, dann würde ich das auch so sehen. Es wird noch klarwerden, warum ich diesen Unterschied machen möchte.

--Ich denke, dass hier auch mit geringen Mitteln etwas bewegt werden kann.

Hier werden Sie sich gleich selber widerlegen.

---Man muss die Leute überzeugen. Aus Überzeugungen fließen dann die entsprechenden Taten.

Richtig. Die Überzeugung macht es. Die Frage ist, wie dies geschieht, wie der Mensch an seine "Überzeugung" herangeführt wird.

---Wer überzeugt ist, dass es brennt, der wird auch entsprechend handeln.

Stimmt

---Auch wenn er nur durch Worte überzeugt wurde und das Feuer selbst nie gesehen hat.

Überzeugung findet immer nur durch Worte statt. Mit Gewalt können Sie niemanden überzeugen. Denken Sie an Hitler. Oder denken Sie an die Vorstellung, es müsse das Weltklima beeinflußt werden. Alles durch Worte, die das Bewußtsein der Menschen ergreifen.

---Sobald er den Gedanken "Es brennt" als wahr aufgefasst hat, wird er unumgänglich handeln.

Na, er wird vielleicht nicht selber handeln. Aber er wird dem Handeln anderer, die handeln wollen, keinen Widerstand mehr entgegenstellen.

Seine eigenen Vorstellungen, also ihre: "Gedanken", die sind gefangen.

--- So ähnlich auch in anderen Situationen.

Genau. Deswegen die Beispiele Hitler, bzw. die Erzeugung der Überzeugung von absoluten Laien, es könne Klimageschehen beeinflußt werden, durch Reduzierung menschlicher CO2- Emission. MIt dahinter verborgenen Zielem, nämlich zu einer anderen globalen Wirtschaftsform gelangen zu wollen.

---Aber wenn wir nicht nur einzelne Schlachten sondern den gesamten Ideenkrieg entscheidend für uns gewinnen wollen, dann müssten wir schon große Geldmittel und Anstrengungen aufwenden.

Hier also der Widerspruch. Nun sind doch große Anstrengungen und Geldmittel notwendig. Jetzt jedoch kommt der eigentliche, der wesentliche Unterschied zwischen uns:

Das eigentliche Wissen um tatsächliche oder vermeintliche Zusammenhänge, das spielt überhaupt keine Rolle.

Es muß nur das Wissen vorhanden sein, wie man Massen beeinflußt, wie man die "Vorstellung" der Menschen, also deren Gedanken ergreifen kann, wie man sie mit seinen eigenen Zielen aufladen kann.

Darum geht es.

Die Vermittlung des direkten Wissens an die Menschen bewirkt: garnichts. Direktem Wissen stehen die allermeisten Menschen völlig hilflos gegenüber.

GottseiDank ist dieses Lenkungs-Wissen mit Hitler untergegangen.

Leider jedoch nicht vollständig, wie wir beobachten müssen.

Die Klimalüge beispielsweise wurde der Welt von einem Bewunderer Ron Hubbards aufs Auge gedrückt, via UN: dem Ausrichter des Kyoto-Summits und Freund von Kofi Annan, ein gewisser Maurice Strong.

Wer weiß, von wem Hubbard seine Anleihen für seine Scientologie, also seine Wwissenschaftliche Religionslehre" genommen hat, der wundert sich nicht, daß sich hier nun ein Kreis schließt. Hubbard hielt ja auch die Deutschen als besonders anfällig gegenüber seinen Lehren.

Ich nehme an, ich habe die Unterschiede zwischen Ihrer und meiner Auffassung dazu, was derzeit geschieht, herausarbeiten können.

Erst daraus ließe sich u.U. ein Ansatz entwickeln, sich der im Gange befindlichen "Behandlung" der Gesellschaft erfolgreich entziehen zu können.

Es sind Dilettanten am Werke, aber sie sind deswegen nicht ungefährlich. Sie zerlegen gerade aus Dilettantismus unsere Republik.

E.Ekat

Webbaer, am 23. Oktober 2009 um 13:32 ( Link )

Mehr Integration zu verlangen, ist im Prinzip das gleiche Unrecht, das von den Islamisten ausgeht.

Wundervoll auf den Punkt gebracht!
Assimilation ist ein Verbrechen.
Dann mal viel Erfolg und Spass beim "Abringen", LOL.

kfa, am 23. Oktober 2009 um 13:52 ( Link )

Mehr Integration zu verlangen, ist im Prinzip das gleiche Unrecht, das von den Islamisten ausgeht.

Wundervoll auf den Punkt gebracht!
Assimilation ist ein Verbrechen.
Dann mal viel Erfolg und Spass beim "Abringen", LOL.

Es geht doch nicht um Assimilation. Es geht darum, daß bei uns niemand das Recht hat, seinen eigenen Kindern die Freiheit zu verweigern mit elterlichen Traditionen zu brechen wenn sie das möchten. Dies verträgt sich nicht mit dem Selbstverständnis vieler aus den genannten Einwanderergruppen, daher der Konflikt.

Webbaer, am 23. Oktober 2009 um 14:24 ( Link )

Schon klar, Zustimmung.

Blankertz hat nicht begriffen, dass wir es nicht mit Parallelgesellschaften zu tun haben, die es immer gegebenen hat und heute noch gibt, die völlig problemlos sind, sondern mit Gegengesellschaften.

Auch sowas hier:

Die Behauptung, die Toleranz gegenüber anderen Kulturen oder Religionen sei zumindest indirekt an den sogenannten Ehrenmorden oder an Terroranschlägen schuld, entbehrt der Grundlage.

ist vom Aussagegehalt her hochproblematisch.

Schwer zu sagen, was den Bock lenkt, anscheinend eine stark wirtschaftliche Sicht auf die Dinge der Welt und der feste Glaube daran, dass Kulturen nicht per se intolerant sein können. - Sonst würde der Vortrag in sich nicht passen.

Leonard_Euler, am 23. Oktober 2009 um 14:41 ( Link )

@EEkat

Richtig. Die Überzeugung macht es. Die Frage ist, wie dies geschieht, wie der Mensch an seine "Überzeugung" herangeführt wird.

Hier muss man die zwei Bedeutungen des Wortes "Überzeugung" unterscheiden: die Überzeugung als Tätigkeit, und die Überzeugung als für-wahr-halten. Für-wahr-gehalten wird auf zwei Wegen: intuitiv oder diskursiv.

Überzeugung findet immer nur durch Worte statt. Mit Gewalt können Sie niemanden überzeugen. Denken Sie an Hitler. Oder denken Sie an die Vorstellung, es müsse das Weltklima beeinflußt werden. Alles durch Worte, die das Bewußtsein der Menschen ergreifen.

Mit Gewalt kann man sicherlich niemanden überzeugen. Jedoch werden uns Erkenntnisse auch auf anderen Wegen als den Worten übermittelt: den Sinnen (intuitiv). Man kann den Gedanken "Es brennt" als wahr anerkennen, indem man das Feuer sieht. Aber das tut jetzt wenig zur Sache.

"Hier also der Widerspruch. Nun sind doch große Anstrengungen und Geldmittel notwendig. Jetzt jedoch kommt der eigentliche, der wesentliche Unterschied zwischen uns:

Ich meine, das Problem der Islamisierung kann den Leuten mit viel geringen Mitteln vermittelt werden, als das gesamte liberale Ideensystem. Das wollte ich damit ausdrücken. Wir sehen z.B., welche Wirkung die paar Aussagen des Hernn Sarazzin in der öffentlichen Debatte bewirken.

Das eigentliche Wissen um tatsächliche oder vermeintliche Zusammenhänge, das spielt überhaupt keine Rolle.

Wie sie schon richtig sagten, da widersprechen wir uns. Ich meine, dass die Wahrheit auf ebenem Spielfeld immer einen natürlichen Vorteil hat. In der Geschichte hat sich folgerichtig auch immer nur diese durchgesetzt, während das Menschenwerk, die Lüge und Verblendung keinen Bestand hat.

Will man auf lange Sicht auf der Siegerseite stehen, muss man auf der Seite der Wahrheit stehen.

Die Vermittlung des direkten Wissens an die Menschen bewirkt: garnichts. Direktem Wissen stehen die allermeisten Menschen völlig hilflos gegenüber."

Das verstehe ich nicht ganz. Wenn ich weiss, dass es brennt, dann wird das doch eine Wirkung hervorrufen.

Vielleicht entspricht das der Situation, wo jemand weiß, dass es brennt, aber nicht weiß, was zu tun ist. Hier würde ein Fall von Hilfslosigkeit vorliegen. Aber auch hier würde eine Wissensvermittlung etwas bewirken, sei es auch nur eine vermeintliche. Wenn man der Person bestimmte Handlungen als schadensabweisend glaubhaft machen kann, dann wird die Person eben diese Handlungen ergreifen.

EEkat, am 23. Oktober 2009 um 15:54 ( Link )

Lieber @Leonard_Euler,

Wir haben einen Dissenz u.a. darüber, was Wahrheit bedeutet.

Das Wisssen darum, das es brennt hat nichts mit dem Wissen zu tun, um das es hier geht. Sie können den Leuten nicht das notwendige Wissen vermitteln, welches z.B. notwendig wäre, Klimageschehen beurteilen zu können.

Dennoch sind die Menschen davon überzeugt, hier auf Wissen zugreifen zu können, ein eigenes Wissen erworben zu haben. Das ist eine Illusion, weil die meisten Menschen nicht wissen, was Wissen eigentlich meint.

Wissen ist beschränkt auf das, was mit wissenschaftlichen Methoden, also entlang von Naturgesetzen bewiesen werden kann.

Die Menschen verwechseln Wissen, und Wertung.

Was wir demnach den Menschen vermitteln müssen, sind Wertungen, bzw wir müßten den Wertungen, die bei usn als Wissen verbraten werden, etwas mit höherer Wertung entgegensetzen können.

Wenn Sie Ihren Hintern über ein Feuer halten, dann wird der heiß. Dabei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um auch naturwissenschaftlich belegbares Wissen, ohne daß den Betroffenen die naturwisssenschaftlichen Zusammenhänge, Wärmestrahlung etc, geläufig sein müssen. Sie wissen nicht, weil man ihnen gesagt hat, daß man sich verbrennen kann, sie wissen es, weil sie dergleichen erfahren haben.

Haben sie dergleichen noch nicht erfahren, dann werden sie ihren Hintern irgendwann übers Feuer hängen wollen.

Diese Erfahrung nennen wir Wissen, obwohl sie mit Wissen nichts zu tun hat.

Wenn Politiker sich auf Wissenschaftler stützen, um behaupten zu können, es würde wärmer, so können wir zunächst ableiten, daß es sich um politzische Wissenschaftler handelt, welche die Glaubwürdigkeit ihrer Zunft mißbrauchen, um nicht vorhandenes Wissen vorzutäuschen. Also eine Lenkung der Menschen zu bewerkstelligen.

Denn tatsächlich stützenm sich diem wissensdchaftlichen Aussagen zur Klimaerwärmung auf einen Konsens. Ein Konsens jedoch ist kein Beweis.

Schon das wissen viele nicht, oder wollen es nicht wissen.

Tatsächlich wird es seid 2000 nicht mehr wärmer.
Was der oberste Meteorologe der BRD, ein gewisser Prof Latif, mittlerweile auch einräumt. Es wird die nächsten Jahrzehnte eher kühler, denn wärmer.

Dennoch glaubt alle Welt, auf ein gesichertes Wissen zurückgreifen zu können, wonach sich dies anders herum verhält, es also wärmer wird, um damit den erwünschten Antrieb ganzer Gesellsschaften zu generieren, CO2 vermeiden zu wollen.

Sie sehen, daß es verschiedene Arten von Wissen gibt, die auf unterschiedliche Weise vermittelt werden. Das bedeutet jedoch nicht, daß bei allem, was dabei vermittelt wird, es sich tatsächlich um Wissen handelt.

Den meisten Menschen ist mit Wissen nicht gedient, sie orientieren sich an Bewertungen.

E.Ekat

Dr. Spiele, am 24. Oktober 2009 um 2:13 ( Link )

http://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

Dr. Spiele, am 24. Oktober 2009 um 2:17 ( Link )

Ach nein, ein Lamm

http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Hurz

Webbaer, am 24. Oktober 2009 um 14:12 ( Link )

@EEkat:
Man könnte versuchen den Menschen zu vermitteln, was Wissen ist; aber es ist unklar, ob das gelänge. Gelänge es, bestände die Gefahr, dass sie relativistisch und dumm werden.
Das Vermitteln von Wertungen erfolgt dementsprechend grösstenteils, steht aber im Gegensatz zu unserer (in der Theorie) aufgeklärten Gesellschaft.
Dennoch ganz bemerkenswert, wie das Gesamtsystem reagiert.

Gamma, am 24. Oktober 2009 um 16:37 ( Link )

@ Sirko

"Ich habe kein Recht, anderen Menschen vorzuschreiben wie sie leben wollen, niemand hat das. Es wird Zeit das dies die Menschen akzeptieren.

Jede Gruppe hat das Recht, sich eine eigene Parallelgesellschaft aufzubauen. Welches Recht habe ich, dagegen anzugehen?"

Da zeigt sich aber doch das Dilemma: Sie schreiben dass niemand das Recht hat, anderen Menschen etwas vorzuschreiben. Aber was tun, wenn jemand sich dieses Recht tatsächlich herausnimmt?

@ stereotyp

Einen Idealwert hatte "man" noch nie. Nur jeder für sich, teils stark voneinander abweichend.

@ Kristof

Wenn es nur um Eigentum geht, ist es nicht die Summe der Individuen, die einen Fremden "hereinlassen" muss.

Dr. Spiele, am 24. Oktober 2009 um 20:28 ( Link )

@ Trebmelsa

Sie waren doch auch gar nicht angesprochen.
Oder habe ich irgendwas gegen Christen gesagt?

Evangelische Pfarrerinnen sind zwar ein Gräuel, aber so etwas gibt es Gott sei Dank ja bei den Katholiken nicht.

Aber die Schuhe hätte der heilige Vater schon ausziehn sollen in der Moschee.

EEkat, am 25. Oktober 2009 um 0:28 ( Link )

@Webbaer,

----Man könnte versuchen den Menschen zu vermitteln, was Wissen ist; aber es ist unklar, ob das gelänge.

Es ist eher unwahrscheinlich, ob das gelingt. Ich versuchte dies schon geraume Zeit, und die Aufgabe erscheint ja zunächst auch garnicht so
schwierig. Tatsächlich ist sie unlösbar, und dies wiederum liegt in der Natur des Menschen. Er tut sich schwer zu differenzieren, was er aufgrund von Wissen unternimmt, und was er dagegen nur aufgrund einer Wertung unternimmt.

Er glaubt, seine Wertung entspräche in Wirklichkeit seinem Wissen.

Tatsächlich kann jeder von uns tagtäglich an sich beobachten, daß die meisten Handlungen, die wir begehen, nicht aufgrund von Wissen begangen werden, sondern aufgrund von Wertungen. Einschätzungen etc. Bindungen, denen wir nachkommen.

Tatsächlich jedoch muß der Mensch glauben, aufgrund von Wissen zu handeln, weil er sonst verunsichert würde. Wenn er glaubte zu handeln nur aufgrund von Wertungen, also Nicht-Wissen, würde er vieles unterlassen, d.h. der Mensch würde an Handlungsfähigkeit einbüßen. Die jedoch für den Menschen notwendig ist.

Also handelt er aufgrund von Wertungen und glaubt dabei, aufgrund von Wissen zu agieren.

Klärt man darüber auf, sow ird er agressiv. Dies ist wahrscheinlich ein autonom ablaufender Selbstschutz-Mechanismus, der dem Menschen angeboren ist und den er benötigt, um eben nicht handlungsunfähig zu werden.

--Gelänge es, bestände die Gefahr, dass sie relativistisch und dumm werden.

Vielleicht nicht dumm, aber ganz sicher meinen Sie mit relativistisch genau das, was ich gerade zu beschreiben suchte. Er würde alles relativieren, zerreden, eben unter den zu bedenkenden Faktoren in sich zusammensinken, grüblerisch werden etc.

---Das Vermitteln von Wertungen erfolgt dementsprechend grösstenteils, steht aber im Gegensatz zu unserer (in der Theorie) aufgeklärten Gesellschaft.

Völlig richtig. Unsere Gesellschaft ist nur theoretisch aufgeklärt, weil sie diese Voraussetzungen, unter denen wir agieren, nicht akzeptierten, nicht vergegenwärtigen kann. Und auch garnicht darf. dennoch müssen sie das gegenteil davon von sich annehmen, und auch behaupten.

Die Menschen, also auch die Gesellschaft, würden andernfalls ihren Antrieb verlieren.

Das sind Riesen-Einfallstore, durch welche die Weltenlenker aller Ausrichtungen hereinspazieren.

---Dennoch ganz bemerkenswert, wie das Gesamtsystem reagiert.

Bemerkenswert, sicher. Aber irgendwie muß diese Katze immer und für alle Zukunft um den heißen Brei herumschleichen. Würde es einen Fortschrtitt geben in der Vermittlung dessen, was Wissen tatsächlich darstellt, so wäre dies gleichzeitig ein Rückschritt, weil wir dann verzagen würden aufgrund der Einsicht in die tatsächlichen Begrenztheitein unseres Wissens.

Das war übrigens, was Sokrates meite, als er sagte: ich weiß, daß ich nichts weiß. Das war keineswegs Resignation, wie uns (von Leuten, die nichts wußten) gelehrt wurde, sondern bejahende Einsicht in eine Notwendigkeit. Ein Paradoxon.

Es geht also nicht darum, Wissen zu vermitteln, sondern darum, das Wissen über den Charakter von Wissens zu erklären. Damit erreicht man gleichzeitig alles, und versaut es im gleichen Moment.

Deswegen kann dies nicht funktionieren.

Leider.

Oder Gottseidank.

EEkat

Webbaer, am 25. Oktober 2009 um 2:24 ( Link )

@EEkat:
Sehr schön formuliert, danke.
Tja, man muss sich wundern, dass doch alles eben sehr gut funktioniert. (Wers nicht glaubt, darf sich gerne eine andere Zeit und einen anderen Ort aussuchen. - Die Libertären sind ja immer so depri hier, LOL.)
Beste Grüße!
WB

Stefan Blankertz, am 26. Oktober 2009 um 20:41 ( Link )

"Ein Austrittsrecht ist im Islam im Gegensatz (zum Beispiel) zur christlichen Religion nicht vorgesehen."
(Ziemlich weit vorn.)
Im Gegensatz zum Christentum?
Das ist doch lächerlich. Wer einmal Jesus die Treue versprochen hatte (durch die Taufe, die nichteinmal eine bewusste eigene Erklärung darstellt), konnte bei "häretischer" Abweichung gefoltert und getötet werden. Es gibt im (institutionalisierten) Christentum kein inhärentes Austrittsrecht. Das ist ihm von kämpferischen Liberalen AUFGEZWUNGEN worden. Diese Liberalen waren, wie Mises so schön bemerkt, so tolerant, dass sie den ihrer Meinung nach widervernünftigen Kult duldeten - aber mit der Einschränkung, dass jeder austreten dürfe.
Toleranz muss wehrhaft sein.

EEkat, am 26. Oktober 2009 um 23:40 ( Link )

Herr Blakerts,

tun Sie sich etwas Gutes, und lesen, beispielsweise bei Wikipedia, mal nach was überhaupt Taufe ist, damit Sie nicht über unzulässige Pauschalierungen jede Möglichkeit einer Verständigung verlieren.

Dier Taufe, von der Sie hier reden, also die Kindstaufe, die besagt nichts von dem, was Sie unterstellen, sie führt auch nicht zu den von Ihnen behaupteten Konsequenzen. Es handelt sich dabei nicht um das von Ihnen unterstellte Treueversprechen. Dessen Bruch also auch nicht bestraft wird.

Dieses Treuversprechen in Form einer Taufe gibt es tatsächlich, aber das ist eine völlig andere Baustelle. Dies, obwohl im Christentum - nichts ist einfach - eigentlich nur einmal getauft werden muß. Aber dieses Treuversprechen nun umfaßt eine willentliche Entscheidung. Und an sowas sollte man dann auch gebunden sein.

Sie betrifft dies alles nicht, auch nicht dadurch, daß Sie sich dazu äußern.

Sie können eintreten und austreten, so oft sie wollen, dabei die verschiedensten christlichen
Richtungen ausprobieren, ohne daß sie sich deswegen wirklich binden, und daran dann festgehalten wären. Sie können kommen und gehen, wie es Ihnen beliebt. Es wird Ihnen nichts geschehen.

Alles was Sie tun sollten ist, sich bindungslos nicht selber zu verlieren.

Das ist die Bestrafung unserer Tage.

EEkat

Webbaer, am 27. Oktober 2009 um 2:33 ( Link )

Wer war zuerst da: Die Liberalen oder die Christen (oder Juden)?
:--)

Der Witz ist ja, dass die beiden o.g. Religionen, zwar nicht immer stringent, aber letztlich wohl hinreichend deutlich für die allermeisten die Voraussetzungen für die Aufklärung, den Liberalismus und die heute gefahrenen Systeme geschaffen haben.

Woanders war so etwas nicht möglich und man wäre, wenn oben genanntes nicht stattgefunden hätte, allgemein noch mit Pyramidenbau und Steinewerfen beschäftigt. Das glauben nicht alle. Die das nicht glauben, dürfen sich aber gerne einmal überlegen, was die Menschen von, sagen wir mal, 100k v.Chr. bis 5k v.Chr. so getrieben haben. Und ob die sich grundlegend von der heute lebenden Species unterschieden. Und wieviele Religionen es in dieser Zeit wohl gegeben hat.

Antireligionismus [1] ist ein Ärgernis und wie Atheismus reine Dummheit. Nichts spricht natürlich gegen die Agnostik.

[1] der oft bezogen auf die beiden genannten Religionen die zwingende Islamkritik zu kompensieren scheint - man ist ja liberal, LOL

EEkat, am 27. Oktober 2009 um 9:27 ( Link )

Das ist mal wieder nix für den @Dickbrettbohrer, auch weil es zu lang wird.

@Webbaer, da ist was dran. Wobei.... Pyramidenbau, das ist ja auch nicht trivial gewesen. Und das AT, also die Torah, die 5 Bücher Moses, (die nicht von ihm geschrieben wurden, weswegen Spinoza ziemlich unliberal exkommuniziert wurde. Egal, Dogma ist Dogma) das AT also hat durchaus auch intellektuelle Anleihen aus seiner geographischen Umgebung aufgenommen. Nicht nur die Geschichte der Vertreibung hat Eingang über eine Teilung des roten Meeres in den "Glauben der Väter" gefunden.

Aber darum geht es ja hier garnicht.

Es ist dies die Geschichte der geistigen Evolution der Menschheit, der Entwicklungsgeschichte von Kultur, auf der wir, die gesamte westliche Welt, stehen.

Da gibt es die archaischen Wurzeln, aus der sich alles zu erheben begann, fasziniert von der Entdeckung einfacher geometrischer Formen sich zunehmend verfestigte, also dann auch schriftlich niedergelegt wurde. Aus dem heraus sich im Laufe der Zeit die verschiedensten Denkansätze herausbildeten, vertieften, jeweils den veränderten Umgebungsbedingungen sowie häufig einem dazu entstandenen Bedarf angepaßt. Immer von jeweils charismatischen Personen ausgehend, häufig von dieser Person Vorstellungen aufgreifend - oder diesen zumindest zugewiesen - die den jeweilig vorherrschenden Bedürfnissen entsprach. Die Griechen spalteten sich davon ab, indem sie die Grundlagen des Wissens legten, also nicht dem Werte-Ansatz folgten, der Religionen trägt, und die dafür bezeichnenderweise auf die Existenz viele Götter verweisen mußten.

Es existieren immer mindestens 2 ungleiche Blickwinkel zur Beurteilung einer Religion: die des von außen Betrachtenden, sowie die des jeweilig Zugehörigen.

Und weiterhin existieren zwei Sphären, aus denen man sowas betrachten muß: die des Wissens, also der möglichst objektiven Erfassung der jeweils verfolgten Lösungsansätze, die durch eine Religion vorgeben und verfolgt wird.

Sowie jene un-wissen-schaftliche Sphäre der Wertung, der ohnehin jeder als Mensch unterliegt, und sich dieser ihm daraus grundsätzlich und immer entstehenden Bindungen garnicht entziehen kann.

Aus der heraus eine möglichst objektive Beurteilung von Fragen zu religiösen Problemstellungen objektiv und prinzipiell nicht möglich ist.

Dennoch wird klar: nicht nur die physische, auch die kulturelle Entwicklung des Menschen ist das Ergebnis von Entwicklungsprozessen. In deren jeweilig entstehenden Verästelungen es zu Rückentwicklungen kommen kann. Und auch kommen muß, das gehört zum Entwicklungs- und Selektionsvorgang dazu.

Die Frage ist natürlich, was nach einer, oder durch eine Selektion übrigbleiben wird.

Trial and Error halt. Eben Evolution. Das Angebot, welches die beste Anpassung an die entstandenen, die herrschenden Anforderung bietet, überlebt.

Judentum, oder Christentum als repressiv darzustellen, um es vergleichbar machen zu können mit dem Islam, das ist schon aufgrund der zugrundezulegenden Zeitachse unmöglich. Auch die jeweiligen Bedürfnisse, die bei deren Entstehung befriedigt werden wollten, sind nicht vergleichbar, sowenig wie die Anforderungen, die sich während der jeweiligen Weiterentwicklung
stellten und bedient, oder eben nicht bedient wurden.

Der Islam bietet aufgrund einer ihm ermöglichten Erstarrung die Option, sich Wirtssysteme suchen zu müssen. Mittlerweile sind 1,2 Milliarden Muslime, ohne jede Perspektive, in die Welt geworfen, weil letzten Endes nur die Perspektive, Muslime in die Welt zu setzen vorhanden war, und suchen sich aufgrund der im Islam angelegten Dynamik
neue Überlebensfelder. Das ist der Antrieb hinter Al Kaida. Junge, zukunftslose Männer, die niemals eine Chance haben, eine Frau binden, eine Familie gründen, ernähren zu können.

Es sei denn sie kommen zu uns, oder eben, sie kommen über uns. Bevölkerungsdruck einerseits, sowie kulturell bedingtes Verharren. Die Welt wird zu einem gigantischen palästinensischen Flüchtlingslager. Umgeben von Wüsten, die fruchtbar gemacht werden könnte.

Anatolien unterscheidet sich von Kreuzberg nur dadurch, daß in Kreuzberg die Kartoffeln automatisch wachsen.

Begünstigt wird dies durch jene, die sich dazu als Wirtssystem glauben anbieten zu können, dies als liberal halten und aufgrund der ungeheuer angewachsenen Menge der Träger dieser Geisteshaltung dabei auch noch die Möglichkeit erlangt haben, andere Einsichten hierzu durch erfolgte Machterlangung nicht etwa in Erwägung zu ziehen, sondern zu unterdrücken.

Nicht jede Entwicklung ist also eine Entwicklung in die gleiche, oder gar in die richtige Richtung.

Nicht jeder kann dies erkennen.

Viele wollen dies garnicht erkennen können.

E.Ekat

Webbaer, am 27. Oktober 2009 um 13:31 ( Link )

"Pyramidenbau" und "Steine werfen" waren Metaphern. Den "Pyramidenbau" sieht der Webbär als Verschwendung zivilisatorischer Ressourcen und menschlicher "Gott"-Verehrung als besonders abscheulich an.
Zur Sache ("Austrittsrecht" etc.) ist nicht mehr viel anzumerken. Und wenn, dann nur noch auf Meta-Ebene.
MFG, WB

Dr. Spiele, am 27. Oktober 2009 um 18:45 ( Link )

Jemand der infantil von sich in der dritten Person spricht, baut wohl auch eher noch mit Lego.

"Mittlerweile sind 1,2 Milliarden Muslime, ohne jede Perspektive, in die Welt geworfen...Das ist der Antrieb hinter Al Kaida. Junge, zukunftslose Männer, die niemals eine Chance haben, eine Frau binden, eine Familie gründen, ernähren zu können."

Und, vor allem, keinen Bausparvertrag!


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