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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Zeitgeistwechsel kurz vor dem Zusammenbruch: Sarrazin und Sloterdijk als Stauffenbergs und Scholls unserer Tage?Über die Vorboten der Wende (Teil 4) Die Heiligkeit des Sozialen, Weiblichen und Ökologischen, die Vergötterung des Staates, die durch politische Korrektheit bedrohte Meinungsfreiheit, der immer deutlichere Verlust von Wohlstand und Anstand, die drohende EUdSSR, das demographische Absterben infolge der kulturellen Impotenz, die ins Groteske gehende Verschuldung, das alles und noch viel mehr bedingen einander und waren und sind nicht schön. Jene bislang nur Wenigen, die darüber gerne jammerten, lachten oder fluchten, sie hatten sich gerade unbequem eingerichtet und warteten auf den nicht mehr aufzuhaltenden Untergang des Landes, auf die nach dem Zusammenbruch vielleicht mögliche Tabula rasa, den Neuanfang. Was aber ist, wenn heute schon ein plötzliches Umdenken beginnt? Ausgehend von einigen bürgerlichen Journalisten und Intellektuellen, die irgendwann seit diesen Sommertagen in immer größerer Anzahl die Missstände wahrnehmen und benennen, welche allzu viele Jahre nur von ein paar Außenseitern erkannt wurden. Kann das denn wahr sein? Die Belege von Sarrazin bis Sloterdijk, von Bolz bis Broder, von „Spiegel“-Fleischhauer bis ARD-Plasberg sind jedenfalls kaum von der Hand zu weisen. Es sind plötzliche Anfänge, mehr nicht, Änderungen von Volkes Meinung oder gar politische Auswirkungen sind bislang kaum in Sicht. Ob und wieweit eine Änderung des Zeitgeists den ökonomischen und moralischen Verfall, den steten Verlust von Werten und Werten verlangsamen, zeitweise oder ganz aufhalten oder gar umkehren kann, ist eine andere Frage. Schauen wir noch einmal genauer hin. Auch Sloterdijk gibt zu, dass „sich nichts so sehr der Definition entzieht wie der oft zitierte Zeitgeist“. Wer, so Sloterdijk, „vom Zeitgeist redet, ist mindestens ebenso ein Erfinder wie ein Beobachter, ebenso ein Phantast wie ein Diagnostiker“. Wir haben in vorherigen Artikeln beobachtet und phantasiert, vielleicht auch erfunden. Nun wollen wir diagnostizieren. Vom Wetter sagt man, dass es sich durch den Flügelschlag eines Schmetterlings ändern kann. So ist es auch vom Zeitgeist zu vermuten. Das niedliche kleine Tier zu finden und kenntlich zu machen, das den Wetter- oder Zeitgeistumschwung auslöst, dürfte unmöglich sein. Versuchen wir es als Zeitgeistforscher also lieber wie unsere Freunde in der Meteorologie, indem wir Momentaufnahmen der Vergangenheit und ihre Folgen analysieren und vergleichen. Schauen wir uns dazu sie vergangenen einhundert Jahre an, über die wir einigermaßen intakte Kenntnisse der zeitgeistigen Großwetterlage erworben haben. Die alte Ordnung, wohlständig getragen noch von konservativen und liberalen Ideen, von persönlicher Verantwortung und langfristig lebensfähiger Moral, wurde auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs endgültig zu Grabe getragen. Bereits mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts und damit der neuen Zeit wurden immer mehr Menschen von den aufkeimenden Kollektivismen Nationalismus, Sozialismus und Demokratismus eingenommen. Nach dem Krieg bestimmte die entwurzelte Frontgeneration in einer ihr fremd erscheinenden Weimarer Republik vollends den Geist der Zeit. Nationalismus und Sozialismus wurden in damaligen Avantgarde-Magazinen wie „Die Tat“ zusammen- und vorgedacht – und zur Erfüllung des im Titel ausgedrückten Ziels eingefordert. Man erreichte mit Rotbraun auf hohem Niveau Anfang der 30er Jahre unglaublich viele Leser, alleine „Die Tat“ 30.000 und damit doppelt so viele wie die rotrote Konkurrenz der „Weltbühne“. Andere wie Hugenberg brachten die Thesen heruntergebrochen für den am Ende zeitgeistentscheidenden „kleinen Mann“ an den selbigen. Spät kam die politische Erfüllung dieses heute gerne vom Ende her definierten Dreiunddreißiger-Zeigeists mit der „nationalen Erhebung“ der Nazis. Die Intellektuellen und Journalisten von der „Tat“ hatten sich vieles anders vorgestellt, mehr Sozialismus etwa, als es der neue, vermeintlich allzu bürgerliche Reichskanzler Hitler versprach. Und den Holocaust hatten sie mit Sicherheit auch nicht auf dem Plan. So ist das, wenn sich der Zeitgeist der Politik bemächtigt, da kommt einiges anders. Nach dem völligen wirtschaftlichen, demographischen und moralischen Zusammenbruch besann sich die Aufbaugeneration alter Tugenden. Das was später als „muffig“ oder „bleiern“ bezeichnet wurde, war die Abkehr, ja die Abscheu vom Politischen. Man besann sich auf die eigenen Kräfte, aß Braten und Kuchen, trank reichlich Bier und richtigen Kaffee, rauchte genüsslich dicke Zigarren und fuhr nach Bella Italia stolz mit dem ersten eigenen PKW in Urlaub, kurz: Man schaffte mit Hilfe eines richtigen Manns zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich unter Ludwig Erhard das Wirtschaftwunder. Dann kam eine Phase der Stagnation und eines eigenartigen Ideen- und Macht-Vakuums, die erste Wirtschaftskrise und die Große Koalition. Das hatten viele so nun auch nicht gewollt. Und irgendwann gegen Mitte der 60er Jahre wurde aus der Stagnation heraus, zunächst weitgehend noch unbemerkt, ein neuer Zeitgeist geboren. Die Ideologie und der Wahnsinn kehrten mit den intellektuellen Vortänzern aus Frankfurt und der aktionistischen Jugend in West-Berlin und anderswo zurück, die Dreiunddreißiger hatten ihre Nachfolger gefunden. Ein heute kaum mehr lesbares „Kursbuch“ für die Avantgarde (plötzlich konsumierten 70.000 Deutsche unverständlichstes Soziologen-Kauderwelsch) und „Konkret“ mit dem Konzept Mao und Möpse für die Massen sowie später die Hamburger Großverlage brachten die neuen Ideen unter die Leute. Intellektuelle und Jugend tauschten die „Handelsgold“ gegen Selbstgedrehte und man träumte nun vom Wohlstand satt nicht mehr von Feierabend und Urlaub, sondern einmal mehr von der umfassenden Volksbeglückung, diesmal in einer Melange aus Sozialismus und Demokratismus. Spätestens seit Mitte der 80er Jahre folgte die zunehmende Politisierung aller Lebensbereiche, so flächendeckend, wie es vermutlich die damaligen Akteure selbst kaum gewollt hatten. Denn die roten Horden zwischen Mao, Ho Chi Minh und Lenin sowie Sex and Drugs and Rock`n-Roll, sie wollten zwar vieles, aber sich kaum das Rauchen vom Nanny-Staat vermiesen lassen. So ist das, wenn sich der Zeitgeist der Politik bemächtigt. Oder umgekehrt. Drücken wir es noch einmal anders aus: Auf einen vollständigen wirtschaftlichen, moralischen und demographischen Zusammenbruch im Ersten Weltkrieg folgten knapp 20 Jahre hoch politisierten nationalistisch-sozialistischen Zeitgeists und in deren Folge etwa zehn Jahre lang eine entsprechend totalitäre Politik. Dann passierte im Zweiten Weltkrieg der nächste, noch einschneidendere wirtschaftliche, moralische und demographische Zusammenbruch. Es kam die Phase der Reaktion mit einem erneut gute zehn Jahre währenden Zeitgeist, in dem das Schaffen von Werten und Werten verehrt und betrieben wurde, eine religiöse Rückbesinnung anstelle pseudoreligiöser Politisierung stattfand und in dem auch wieder reichlich Kinder gezeugt wurden: die Fräulein- und Wirtschaftswunderjahre, die schließlich in einer kurzen, nur knapp zehn Jahre währender Phase der Stagnation mündeten. Dann drehte sich der Zeitgeist erneut und es folgte das, was unter den Stichworten „Achtundsechziger-Revolution“ und „das rote Jahrzehnt“ in Erinnerung ist, hoch politisierte Schreihälse und Schreibtischtäter von links als Vorboten von dem, was nun seit mehr als 20 Jahren wabert und von Sloterdijk als „Zeit des Staus“ und als „Lethargokratie“ bezeichnet wird. Das alles ist natürlich sehr vereinfacht dargestellt. Es gab hier vernachlässigte Gegenbewegungen und Ungleichzeitigkeiten. Wichtig sind auch mehr oder weniger parallele Zeitgeistwechsel in anderen Ländern, die Frage nach dem Zeitgeist in und während der DDR sowie die Erörterung technischer und medialer Bedingungen für einen Epochenwechsel. Damit wollen wir uns in einem kommenden Artikel eingehender beschäftigen. Auffällig ist für diese Analyse, dass die jetzige Phase bereits Überlänge hat. Wir befanden uns mit Papstkritik und Abwrackprämie bereits in der Nachspielzeit. Die Zeitgeistwende ist mehr als fällig und kommt daher in ihren jetzigen Anfängen kaum überraschend. Doch wenn wir inhaltlich genauer hinschauen, fällt dem geschulten Zeitgeist-Meteorologen noch etwas anders auf. Bezeichnen wir dazu den Zeitgeist des Werteaufbaus vereinfacht als „rechts“ und den der kollektiven ökonomisch-moralischen Wertezerstörung als „links“. Unsere Daten-Reihe liest sich dann so: Zusammenbruch, 20 Jahre linker Zeitgeist, zehn Jahre linke Politik, Zusammenbruch, zehn Jahre rechter Zeitgeist, zehn Jahre Vakuum, 20 Jahre linker Zeitgeist, 20 Jahre linke Politik. Was wäre nun logischerweise fällig? Wohl eher wieder der Zusammenbruch, der aufgrund der überlangen Zerstörungsphase noch deutlicher ausfallen könnte als der letzte. Und danach erst würde der rechte Geist für die Zeit des Wiederaufbaus gebraucht. Sarrazin und Sloterdijk kämen also zu früh, was immerhin von ihrer guten politisch-philosophischen Zeitgeist-Witterung, wenn auch nicht von besonderem Feingespür im Tiefdruckgebiet zeugen würde. Dafür spricht vieles, die ökonomischen und demographischen Eckdaten vorneweg. Und der Untergang steht inmitten der immer stärker um sich greifenden Finanz- und Wirtschaftskrise nach Aussage der klarsichtigeren Ökonomen und Demographen auch unmittelbar oder spätestens in wenigen Jahren bevor. Über die totale moralische Verwahrlosung informiert in Neukölln gerne Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky. Oder Josef Ackermann über seine Freunde. Oder Claudia Roth über Ihresgleichen. Der vollständige Zusammenbruch, etwa begleitet von Hyperinflation und Bürgerkrieg, erscheint so gesehen als die geschichtlich wie ökonomisch und moralisch logische Folge des linken Zeitgeists und der linken Regierung seit 40 Jahren. Von nichts kommt nichts. Insofern haben die Skeptiker recht, die da sagen: Die Umkehr erfolgt vermutlich zu spät. Doch die Geschichte ist zwar eine des Hin und des Her. Sie ist aber auch immer wieder für Überraschungen gut. Und stets gibt es auch verwirrende Gleichzeitigkeiten. Inmitten der zerstörerischsten Phase der vorletzten linken Zeitgeistdekade nämlich deutete sich bei den damaligen Eliten auch bereits der Wechsel an, der dann endgültig erst – und etwas anders – nach der Zerstörung Deutschlands im Wirtschaftswunderneuland umgesetzt wurde. Ludwig Erhard nämlich war, was heute kaum bekannt ist, im weiteren Kreis mit Zirkeln des konservativen Widerstands verknüpft. Die Weiße Rose, einige andere und vor allem der Kreis um Stauffenberg, die rechte Opposition gegen Hitler also, sie war die größte Gefahr für die Nazisozialisten. Sagen wir es jetzt, wo der Stolz zurückkehren soll, ruhig pathetisch: Um ein Haar oder ein Stuhlbein wäre Stauffenberg erfolgreich gewesen; die vollständige Zerstörung Deutschlands, Millionen Todesopfer, Vertriebene und Massenvergewaltigte hätten mit etwas Glück noch abgewendet werden können. Vielleicht. Und so ähnlich ist das auch heute, falls die Zeit zur Umkehr noch ausreicht. Pflanzen wir deshalb in unserem Kursbuch der Tat mit Sarrazin und Sloterdijk ein Apfelbäumchen. Internet (Teil 1, 2 und 3 zum Thema) ef 97: Der Fall Sarrazin markiert eine Zeitenwende 30. Oktober 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareReiner Vogels "Was ihr den Geist der Zeiten heißt, Goethe, Faust I Es kommt also darauf an, wer die Macht hat, in der öffentlichen Diskussion Themen zu setzen. Wer schafft es auf die erste Seite der Bildzeitung? ef ist ein guter Anfang und ein hervorragendes Instrument, die "Herren", von denen Faust spricht, mit einer Gegenöffentlichkeit zu konfrontieren. Hoffen wir auf den Schmetterlingseffekt! Goldelse, am 30. Oktober 2009 um 10:32 ( Link ) Ich bin zwar weniger philosophisch, merke aber eine Umkehr des Denkens in meinem Umfeld, war ich vor 2 Jahren noch der Extremist, von dessen Worten man sich als Gutmensch distanzieren musste, haben dieselben Menschen plötzlich eine geistige Wende vollzogen und denken und handeln wie ich, ohne die Agitation meinerseits, die ich gar nicht gewagt hatte. Ich sehe die Geschichte eher wie ein Uhrenpendel, es ist nun übertrieben nach links geschlagen, das machte Verdruss, Gegenkräfte mussten sich zwangsläufig bilden. In dieser Phase sind wir, die Gegenstimmen erreichen die Öffentlichkeit. Bis die Politik den Umschwung begreift und auch mit Gesetzen gegensteuert und viele zurücknehmen muss, vergehen wohl weitere 20 Jahre. Die Roths und Drohsels haben ihre letzten Einheiten auf die Straße geschickt, aber es ist nur ein letztes Zucken, dann ist der rote Mob bekämpft, hoffentlich für immer. Dr. Spiele, am 30. Oktober 2009 um 12:31 ( Link ) Wann ist denn die Hinrichtung? Rüdiger Märzen, am 30. Oktober 2009 um 13:54 ( Link )
Von "vollständiger Zerstörung Deutschlands" kann keine Rede sein. Einzelne Sädte wurden bombardiert, viele blieben unversehrt, Heidelberg, Göttingen, etc.. Die deutsche Wirtschaftskraft blieb zu 60% erhalten, und das nach einem Angriffskrieg, den die Deutschen angezettelt haben (Stichwort: "Lebensraum im Osten" und der "ewige Jude"). Deutschland hatte zu Ende des Krieges verdammt viel Glück gehabt.
Ein Herr Sarazzin, der generaliserend ethnische Gruppen beleidigt verdient keinen Respekt. Er verdient es kritisiert und dann vergessen zu werden. Sven Adam, am 30. Oktober 2009 um 14:10 ( Link ) Ein Herr Sarazzin, der generaliserend ethnische Gruppen beleidigt verdient keinen Respekt. Wenn Sie vielleicht noch zitieren können, wo in dem Interview genau die Beleidigung zu finden ist? Weder Kopftuch, noch Mädchen sind beleidigende Begriffe, die zusammengesetzte Vokabel ebensowenig. Daß tatsächlich viele der Töchter aus den Muslimfamilien jener Brennpunktviertel dereinst mehr oder weniger freiwillig ein Kopftuch tragen werden, ist kaum von der Hand zu weisen. Es ist schlichtweg die Wahrheit. Meinungsfreiheit birgt die individuelle Verantwortung, die Wahrheit zu sagen. Umgekehrt darf es niemanden beleidigen, wenn die Wahrheit ausgesprochen wird. Alles andere ist politische Korrektheit, ist Gesinnungsterror und definitiv unfreiheitlich. Das Interview haben Sie vermutlich noch gar nicht gelesen, sondern sich mit den Zitaten der Staatsmedien begnügt. Sven Adam, am 30. Oktober 2009 um 14:13 ( Link ) Bevor die Diskussion hier wieder auf Nebenkriegsschauplätze rund um die Zerstörung Deutschlands im Weltkrieg oder um den Vollrauschgedanken, daß Bundesbankvorstände sich nur zu Bundesbankthemen äußern dürfen, ausweicht, ist generell festzustellen: Auch wenn das Steuer nicht mehr herumgerissen werden kann, so kann man dem Zusammenbruch womöglich in der Tat friedlicher und mit einer Strategie für die Zeit danach begegnen, wenn man schon jetzt bereit ist, die Irrtümer von heute abzulegen. Tobias , am 30. Oktober 2009 um 14:29 ( Link ) @ Rüdiger Märzen: Heidelberg und Göttingen wurden gegen Oxford und Cambridge getauscht und daher gegenseitig nicht angegriffen. (Quelle: S. Hawking, der deshalb mit seinen Eltern umzog.) Nachfrage: Welches Glück hatten "die Deutschen" am Ende des Krieges? Ich teile den Stil des Herrn Sarrazin persönlich nicht, dennoch hat er mutig/vollmundig seine Meinung vertreten. Da dies sehr selten geworden ist, wird er für einige (die mit der Minderheiten-Meinung) nicht vergessen werden. Obwohl mir persönlich das ziemlich egal ist. Frage: Wenn ein mallorquinischer Politiker einen Großteil "der deutschen und der englischen Touristen" als "asoziale, gewalttätige, lärmende Trunkenbolde" bezeichnet, hat er dann alle Deutschen und Engländer beleidigt? Beste Grüße, T. Tobias , am 30. Oktober 2009 um 14:33 ( Link ) (Entschuldigen Sie, Herr Adam, ich habe Ihren berechtigten Hinweis bezüglich der "Nebenkriegsschauplätze" zu spät gelesen.) Charlotte Stumm, am 30. Oktober 2009 um 15:26 ( Link ) Auch hier merkt man die Teilung die sich im ganzen Land verteilt hat. Webbaer, am 30. Oktober 2009 um 15:32 ( Link ) Und der Untergang steht inmitten der immer stärker um sich greifenden Finanz- und Wirtschaftskrise nach Aussage der klarsichtigeren Ökonomen und Demographen auch unmittelbar oder spätestens in wenigen Jahren bevor. NS-Vergleiche sind meist zu würzig und der Lage nicht angemessen. Übrigens sind auch die vielen Indizien, die auf einen Zusammenbruch hindeuten (demographische Entwicklung, Versozialstaatlichung, Überschuldung, Immigration von Gesellschaftsfeinden etc.) nicht eindeutig zu verstehen, da auf der anderen Seite zivilisatorische Fortschritte (Internet, möglich gewordene billige Grundversorgung der Bevölkerung, weltweite Niveausteigerungen aller Art) stehen. Es kann gut sein, dass in diesem korrupten demokratischen System der Zusammenbruch, ..., aus bleibt. Vielleicht bessert sich die Lage ja auch mal wieder? Goldelse, am 30. Oktober 2009 um 15:39 ( Link ) @ Webbaer Immer wenn ich demografische Entwicklung höre, scheppert bei mir die Alarmglocke, denn das ist das Scheinargument der Einwanderungsindustrie. Einwanderung und Arbeitslosigkeit sind 2 sich gegenüberstehende Begriffe. Deutschland ist außerdem zersiedelt und zubetoniert genug, was die grünen Betonköpfe nicht sehen wollen. Webbaer, am 30. Oktober 2009 um 15:50 ( Link ) Dennoch, der Glaube an den Zusammenbruch, der in radikalen politischen Kreisen seit jeher zur Überzeugungsmenge zu gehören scheint, ist sehr ungünstig. Auch die Einwanderung gesellschaftsfeindlicher Kräfte kann bspw. nur dazu führen, dass es Terror gibt und irgendwann in ferner ferner Zeit die Säkualrisierung eintritt. Vielleicht sogar gerade befördert durch die bereits säkularisierten Kräfte, die noch eine natürliche Ruppigkeit haben, die den verweichlichten Deutschen abhanden gekommen ist. OK, allzu optimistisch ist der Webbär natürlich auch nicht, aber man soll auch nicht depri werden. MFG, WB Jens Junge, am 30. Oktober 2009 um 16:48 ( Link ) Sorry, ich muß auch kurz vom Thema abweichen denn diese Lobhudelei geht mir langsam auf den Geist. Der Herr sitzt im Mustopf des Lebens und "rasiert" - natürlich völlig uneigennützig.... - Menschen ohne Unterscheidung. Völlig Schnuppe warum Jemand ALG 2 bezieht, so jemand ist in jedem Fall eine faule S.. und zu doof sich von 350 € ein fettes Leben zu machen. Und das ist genau der Ton den Gazprom Schröder mit der Agende 2010 eingeführt hat. Darum ist der schneidige Thilo vollkommen richtig in der SPD. Carry Webbaer, am 30. Oktober 2009 um 17:01 ( Link ) Aber mutig war das nicht und Sarrazin mit Stauffenberg zu vergleichen ist geradzu grotesk! Da mag eine gewisse Nähe zur Jungen Freiheit hineingespielt haben, SCNR. "Grotesk" ist hier das Fachwort, Stauffenberg hat viel mehr geleistet als Hr.Sarrazin, dem natürlich Dank gebührt. Der Webbär meint allerdings festgestellt zu haben, dass Hr.Sarrazin durchaus differenziert und nicht die Bedürftigen an sich angeht - gerade auch weil Ross und Reiter genannt werden, war Sarrazins Vortrag geradezu vorbildlich. Über den Ton darf gestritten werden, der Webbär hegt den starken Verdacht, dass es letztlich um den Ton geht: Wäre ein solcher in der öffentlichen Debatte zulässig, dann könnte sich auch das "einfache" Volk an dieser beteiligen. Und das geht ja gar nicht! MFG, WB Sven Adam, am 30. Oktober 2009 um 17:25 ( Link ) Dem ist zuzustimmen. Aber ein milderer Tonfall setzt eben auch voraus, daß das übrige politische Umfeld genauso ordentlich seine Arbeit erledigt: Hätte man Zuwanderung und Einbürgerung an klare Kriterien wie Sprachkenntnis und Qualifikation gebunden, wie das in den meisten anderen Ländern meines bescheidenen Wissens auch der Fall ist, dann bestünde in der Tat kein Bedarf an sarrazinen Thesenanschlägen und der unvermeidlichen, reflexartigen Ketzerverfolgung. Dann wäre eine sachliche Diskussion möglich und ein Bundesbankvorstand würde sich vermutlich sogar freiwillig auf Bundesbankthemen beschränken. Die gesamte Einwanderungspolitik wurde jedoch, wie so vieles in Deutschland, ideologisch und nicht sachorientiert betrieben. Gegen ideologiebedingte Mißstände bedarf es des sarrazinen Tonfalls, denn die andere Seite verkauft ihr eigenes Versagen nicht minder polemisch als "Erfolg." Sarrazin ist von Stauffenberg so weit entfernt wie die Bundesrepublik von der Nazidiktatur. Aber auch relativ betrachtet ist der Vergleich nicht wirklich glücklich, zumal es sicher nie das Ziel von Sarrazin war, die politische Führung unseres Landes in irgendeiner Weise zu stoppen. @ Tobias: Sie haben doch ein gutes Timing hingelegt. Ich wurde meinen Senf ja noch rechtzeitig los ;-) Webbaer, am 30. Oktober 2009 um 17:36 ( Link ) Vielleicht besteht die eigentliche Leistung Sarrazins darin in deutlichen volksverständlichen Worten, so ganz ohne Soziologendeutsch, die Mißstände beschrieben zu haben? Reaktionaer, am 30. Oktober 2009 um 18:23 ( Link ) @ Rüdiger Märzen "Deutschland hatte zu Ende des Krieges verdammt viel Glück gehabt." Das finden die Millionen, die vergewaltigt und vertrieben, verbrannt und ermordet wurden auch. Reaktionaer, am 30. Oktober 2009 um 18:25 ( Link ) @ Jens Junge "Stauffenberg zu ... hat immerhin sein Leben riskiert (warum so spät? bis dahin hat er doch auch kräftig mit gewürgt?)" Typisch Linker, findet immer was zum meckern. Was hättest du denn damals getan? Mutig Widerstand geleistet? Ich bezweifele es. Kurt_G Jens Junge schrieb: Es ist immer das Gleiche, immer werden in Deutschland die einen auf die anderen gehetzt. Patienten gegen Ärtze, Schüler gegen Lehrer usw. Hauptsache es rappelt ordentlich in der Kiste und wir können mit Chpis und Cola gemütlich zusehen wie sie sich zerfleischen. Wie geschrieben, in vielen Dingen hat er recht. Aber bitte hört auf ihn als Opfer zu behandeln auf einen Thron zu heben den er nicht verdient. Einigkeit und Recht so Freiheit wird es in Deutschland nie wieder geben. Dies zuverhindern liebt die PC. Einzig dafür gibt es sie. Nichts ist gefährlicher als geeinte Deutsche. Lasst deshalb hetzen die Kinder gegen Eltern, die Raucher gegen die Nichtraucher, die Frauen gegen Männer, Nord gegen Süd, Links gegen Rechts, braun gegen rot .... macht alles gleich .... und niemand reich ... Diese Grabenkriege verhindern und lenken ab von dem, was sie nicht mehr wollen. Den letzten großen deutschen Krieg! Ein Rezept aus Rom. Rom, dem größten Reich aller Vielvölkerstaaten .. Urs Bleiker, am 30. Oktober 2009 um 18:53 ( Link ) @Tobias "Nachfrage: Welches Glück hatten "die Deutschen" am Ende des Krieges?" Die hatten das Riesenglück, dass die netten Herren von der Royal Air Force und von der US Air Force ihre Städte platt gemacht haben, so dass sie autogerecht wieder aufgebaut werden konnten. Wenn Sie's nicht glauben, kommen Sie mal nach Zürich und quälen Sie sich mit dem PW (es muss noch nicht mal die Rush Hour sein) durch den Verkehr! Eine deutsche Grossstadt ist dagegen ein verkehrstechnisches Paradies..... :-) Stefan Sedlaczek, am 30. Oktober 2009 um 19:17 ( Link ) Wer sich einen Begriff von Zeitgeist machen möchte, dem sei dieses Geschichtsbuch empfohlen: A. Lehmann, am 30. Oktober 2009 um 19:43 ( Link ) Zum Thema Zeitgeist und PC ist heute bei "Sezession" ein interessanter Artikel über die Multi-Kulti-Hölle Großbrittanistan erschienen. Unbedingt zu empfehlen ist auch die verlinkte Debatte mit Nick Griffin von der BNP. Unabhängig davon was man von den Forderungen der BNP hält, aber was da im Fernsehen abläuft ist ein echter Hexenprozess! Es ist einfach nur unbeschreiblich. http://www.sezession.de/8680/gott-strafe-england.html http://www.youtube.com/watch?v=fxkBtPc6a0Y Rüdiger Märzen, am 30. Oktober 2009 um 20:02 ( Link ) Engländer und andere sind auf Mallorca bloß Touristen, die einfach die Sau rauslassen, saufen, bezahlen und gehen. Viel darf man da nicht erwarten - schlechter Vergleich. Unsere fremdländischen Mitbürger leben hier und verdienen es nicht als Ethnie und mit negativem Beigeschmack mit anderen Ethnien verglichen zu werden. Ich kenne fleißige Türken und Schwarze und andere, die diesem Lande weit mehr geben als einheimische Deutsche, die kein Bock auf Arbeit haben, simpel dargestellt. Trotzdem vedient es das deutsche Proletariat auch mit Respekt behandelt zu werden. IQ-Vergleiche und anderes was Sarazzin so sagt, gehört höchstens ins Vokabular vom erst verstorbenen NPD-Funktionär und Hassverrückten Rieger. Herr Sarazzin hat Worte von sich gegeben, die ihn sofort disqualifizieren als ernshaftzunehmender Gesprächspartner genommen zu werden. Was soll man dazu noch sagen. Er hätte auch sagen können, Ostdeutsche liegen uns auf der Tasche, weil sie prozentuell eine höhere Arbeitslosenquote haben, sehen Sie da keinen Handlungsbedarf, aber bei Arabern schon, ja? Und zum WWII, ich kann nur sagen, Dank an die Allierten, dass sie allesmögliche getan haben, daß das dereinst demokratisch gewählte und von den meisten damaligen Deutschen gewünschte, NS-Regime vernichtet wurde und ich in persönlicher Freiheit leben kann und meine Kinder nicht zur Hitlerjugend müssen, wo sie dann noch womöglich ihre Eltern verpfeifen. Deutschland hatte Glück, weil man die Deutschen aus den Ostgebieten und woanders her abziehen liess statt sie in Konzentrationslagern mit Blausäuredämpfe und durch den Erstickungstod zu ermorden. Und das bei all den "Verdiensten", die man als Volk durch einen menschenverachtenden Vernichtungskrieg auf sich geladen hat. Dt. hatte aber auch das Glück, dass der Wiesenthalplan nicht umgesetzt wurde, bei dem aus dem schönen Deutschland ein Agrarland geworden ist. Reaktionaer, am 30. Oktober 2009 um 20:21 ( Link ) @ Rüdiger Märzen "Unsere fremdländischen Mitbürger leben hier und verdienen es nicht als Ethnie und mit negativem Beigeschmack mit anderen Ethnien verglichen zu werden." Hm, wieso nicht? "Ich kenne fleißige Türken und Schwarze und andere, die diesem Lande weit mehr geben als einheimische Deutsche, die kein Bock auf Arbeit haben, simpel dargestellt." Ja, auch diese Menschen hat Sarrazin ja ausdrücklich lobend erwähnt. "Trotzdem vedient es das deutsche Proletariat auch mit Respekt behandelt zu werden." Wieso? "IQ-Vergleiche und anderes was Sarazzin so sagt, gehört höchstens ins Vokabular vom erst verstorbenen NPD-Funktionär und Hassverrückten Rieger." Also sprechen nur Nazis über den IQ? "Herr Sarazzin hat Worte von sich gegeben, die ihn sofort disqualifizieren als ernshaftzunehmender Gesprächspartner genommen zu werden." Bei Ihnen sind es ganze Sätze, die Sie disqualifizieren, eigentlich fast jeder einzelne Satz. "und ich in persönlicher Freiheit leben kann und meine Kinder nicht zur Hitlerjugend müssen, wo sie dann noch womöglich ihre Eltern verpfeifen." Dafür müssen Ihre Kinder in die Staatsschule, wo sie ebenso indoktriniert werden, nur im Dienste einer anderen Ideologie. Sie wollen für Ihre Meinung eingesperrt und von Ihren eigenen Kindern verpfiffen werden? Kein Problem, geben Sie irgendwas von sich, was heutzutage als rechts gilt. "Deutschland hatte Glück, weil man die Deutschen aus den Ostgebieten und woanders her abziehen liess" Abziehen - eine nette Umschreibung für Vertreibungen, die millionfache Vergewaltigungen und Morde miteinschlossen. "statt sie in Konzentrationslagern mit Blausäuredämpfe und durch den Erstickungstod zu ermorden." Ich bin ja so froh, daß ich nicht ermordet wurde. Was kann man mehr verlangen? "Und das bei all den "Verdiensten", die man als Volk durch einen menschenverachtenden Vernichtungskrieg auf sich geladen hat." Höre ich hier eine schnuckelige kleine Kollektivschuldthese raus? "Dt. hatte aber auch das Glück, dass der Wiesenthalplan nicht umgesetzt wurde, bei dem aus dem schönen Deutschland ein Agrarland geworden ist." Der hieß zwar anders und die Zeitform ist auch falsch, aber sei es drum. Molot, am 30. Oktober 2009 um 20:26 ( Link ) und meine Kinder nicht zur Hitlerjugend müssen, wo sie dann noch womöglich ihre Eltern verpfeifen. Ich gehe mal davon aus, daß Ihre Kinder, sofern diese von Ihnen und in Ihrem Sinne erzogen werden, wohl auch ohne Hitlerjugend bereit und in der Lage sind, "ihre Eltern zu verpfeifen". Mindestens. B.Ullmann Sven Adam, am 30. Oktober 2009 um 21:11 ( Link ) Herr Sarazzin hat Worte von sich gegeben, die ihn sofort disqualifizieren als ernshaftzunehmender Gesprächspartner genommen zu werden. Ich bin mir sehr sicher, daß Sie sich bei jedem Andersdenkenden die unbequemsten Vokabeln heraus picken, um ihm dann der angeblich beleidigenden Wortwahl wegen nicht mehr zuhören zu müssen. Mit diesem Taschenspielertrick geht man als politisch Korrekter jeder inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Weg ... wohl wissend, daß man unterliegen würde. Natürlich wissen auch Sie, daß die "Arbeitslosigkeit der Ostdeutschen" in Wirklichkeit eine Arbeitslosigkeit der neuen Bundesländer ist, die v. a. durch Abwanderung der Jungen und Überalterung bedingt ist. Keinesfalls sind mangelnde Sprachkenntnis und Leistungsunwille Ursache des Phänomens. Ihr Vergleich hat etwas von Mallorca ... wenn Sie verstehen. eo, am 30. Oktober 2009 um 23:02 ( Link ) Der Märzen Webbaer, am 31. Oktober 2009 um 2:34 ( Link ) Herr Sarazzin hat Worte von sich gegeben, die ihn sofort disqualifizieren als ernshaftzunehmender Gesprächspartner genommen zu werden. Was soll man dazu noch sagen. Böse Worte, so gehts nicht, so will man von einem Hr.Sarrazin als partieller Analphabet nicht bezeichnet werden wollen würden, LOL. Radiergummi, am 31. Oktober 2009 um 3:11 ( Link ) IQ-Vergleiche und anderes was Sarazzin so sagt, gehört höchstens ins Vokabular vom erst verstorbenen NPD-Funktionär und Hassverrückten Rieger. Was man dazu noch sagen könnte? Etwas wozu Sie und Ihresgleichen allem Anschein nach nicht in der Lage sind: Ihm inhaltlich etwas entgegensetzen. Sie wissen schon, das war das mit den Faktenargumenten. Keine Ablenkungen, keine ad hominem Argumente, keine Abwertungen, stattdessen einfache und banale Diskussionen um Fakten führen und vernünftige Schlussfolgerungen ziehen. Einer dieser Fakten ist bspw. das in Berlin lebende Türken zu mehr als 40% keinen Schulabschluss besitzen und zu knapp 20% gerademal einen Hauptschulabschluss. Die nicht sonderlich abwegige Schlussfolgerung aus diesem Fakt ist, dass diese in ihrer absoluten Mehrheit gänzlich unproduktiv für ein von Sarrazzin gefordertes elitäres Berlin sind. Stattdessen stellen sie eine Belastung für den sehr viel gebildeteren und produktiveren Teil der deutschen Gesellschaft dar, nachdem sie Leistungen aus einem nationalen Versicherungssystem erhalten, welches von ebenjenen produktiven Teil der Gesellschaft finanziert werden MUSS. Haben Sie Herr Märzen, dieser Argumentation irgendetwas Sachliches entgegenzusetzen? PS: Ich beglückwünsche Sie und Ihre Ahnen dazu, nicht betroffen gewesen zu sein, auch wenn mir Ihr und Ihresgleichen Geschwätz heute vermutlich erspart geblieben wäre... Goldelse, am 31. Oktober 2009 um 9:01 ( Link ) Dank solcher Leute wie Sie, Rüdiger Märzen, haben wie sowas wie das 3. Reich. Propaganda und Volkserziehung durch Leute wie Sie in allen Etagen des öffentlichen Lebens. Sie bestimmen Denk- und Sprachmuster, wie seinerzeit der "Stürmer". Menschen mit abweichender Meinung werden erst medial, dann beruflich und dann physisch (Haider) vernichtet, der rote Mob ist nicht zimperlich (ob Hitler,Stalin oder Mao), er tobt schon wieder auf Berlins und Hamburgs Straßen, Bücher werden verboten, die sozialistische Vasallenregierung denkt laut nach, wie man das Internet zensieren kann und hört Andersdenkende ab. Was unterscheidet dieses Land denn noch von den Nazis? Webbaer, am 31. Oktober 2009 um 15:32 ( Link ) Was unterscheidet dieses Land denn noch von den Nazis? Auch aus diesem Grund sind NS-Vergleiche falsch. Der unbedarfte Leser kann schnell zu dem Schluss kommen "Wir gut, die anderen Nazis.", das wäre dann aber sehr schlecht. Wer die Ligen (Schichten) nicht mehr unterscheiden kann, der bekommt dann ein Problem, wird zum Problem. Es entstehen Navigationsprobleme. Der Webbäre verfolgt Hr.Lichtschlags Vorträge noch nicht lange genug, kann sich aber eines öffentlich geäusserten Magenbrummens nicht enthalten. Tiefpunkte sind zwar dafür da gesetzt zu werden, aber das Gesamtbild muss immer stimmig sein. MFG, WB Reaktionaer, am 31. Oktober 2009 um 15:37 ( Link ) @ Goldelse "Was unterscheidet dieses Land denn noch von den Nazis?" Hm, bei aller Kritik an diesem System, aber vielleicht, daß recht deutliche Kritik am System möglich ist, ohne willkürliche Einweisungen in ein KZ befürchten zu müssen? Daß man letztendlich in die innere Emigration gehen kann? Wer gegenüber der BRD passiv und neutral bleibt, der wird weitestgehend in Ruhe gelassen. Probleme gibt es erst, wenn man sie aktiv bekämpft. Die Nazis hingegen forderten von jedem die Integration in die Volksgemeinschaft und die Treue zum Führer. Hitler sagte selbst in seinen Tischgesprächen, daß auch die Neutralen eliminiert werden müßten. Das sind also schon recht deutliche Unterschiede zugunsten der BRD. Webbaer, am 31. Oktober 2009 um 15:44 ( Link ) @reaktionär: Reaktionaer, am 31. Oktober 2009 um 15:48 ( Link ) @ Webbaer "Bei all den bekannten oder erkannten Mängeln der Bundesrepublik (u.a. Föderalismus, Kleinstaaterei, Altruismus)" Die letzten Reste des Föderalismus und der Kleinstaaterei gehören doch zu den wenigen Vorteilen dieses Staates. "Wann war es besser in D?" Zu einer Zeit, als der Spitzensteuersatz (!) 4% betrug und es Mehrwertssteuer noch gar nicht gab: Im Kaiserreich. "Bin schon ein wenig empört mittlerweile, geh besser mal raus." Worüber sind Sie denn empört? Ertragen Sie keine BRD-Kritik? Webbaer, am 31. Oktober 2009 um 15:56 ( Link ) Kritik darf nicht solidarisch erfolgen, aber sollte an Maßstäbe gebunden sein, die erklärt werden. MFG, WB Reaktionaer, am 31. Oktober 2009 um 16:01 ( Link ) @ Webbaer Der Sinn Ihres Beitrages bleibt mir leider verschlossen. Ich weiß auch nicht, warum Sie enttäuscht sind. Und Delaware bringt mich sicherlich nicht dazu, kein mehr Monarchist zu sein, warum auch? Goldelse, am 31. Oktober 2009 um 16:47 ( Link ) Gut, ich gebe zu, so schlimm wie unter Hitler und Honnecker ist es hier (noch) nicht, aber die Rotfront arbeitet daran. Denkverbote, Sprachverbote, Selbstzensur, staatliche Einmischung in die Privatsphäre, Kontrollen, Schnüffelei, ja wie soll ich das Konstrukt nennen, Übergangsgesellschaft von einer freiheitlichen zu einer vormundschaftlichen? Klingt netter als Sozialismus oder Faschismus, diese Entwicklung ist aber trotzdem sehr gefährlich, oder? Reaktionaer, am 31. Oktober 2009 um 16:53 ( Link ) @ Goldelse "Gut, ich gebe zu, so schlimm wie unter Hitler und Honnecker ist es hier (noch) nicht" Schön, da sind wir uns also einig. "ja wie soll ich das Konstrukt nennen, Übergangsgesellschaft von einer freiheitlichen zu einer vormundschaftlichen?" Gute Formulierung, muß ich mir merken! "diese Entwicklung ist aber trotzdem sehr gefährlich, oder?" Klar. Mal schauen, ob sie noch gestoppt werden kann. Radiergummi, am 01. November 2009 um 3:22 ( Link ) Um wieder zum eigentlichen Artikel (bzw. dieser Artikelserie) wiederzukommen: Ich sehe keine Wende im Zeitgeist. Kann sich noch wer an mediale Großereignisse wie 9/11, den Karrikaturenstreit oder den Rütli-Brandbrief der Lehrerschaft erinnern? Die Ablenkungsmenchanismen greifen zu stark. Dort wo die Macht liegt, gesellschaftliche Probleme über die Anpassung geeigneter Rahmenbedingungen überhaupt ersteinmal anzugehen, zu diesem Punkt ist nichts, überhaupt nichts durchgedrungen. Goldelse, am 01. November 2009 um 9:25 ( Link ) @ Radiergummi Reaktionaer, am 01. November 2009 um 11:56 ( Link ) @ U Man könnte solche Exzesse wie den blöden Käßmann-Vorschlag aber auch hoffnungsvoll deuten: Ein System, das dermaßen übertreibt, pfeift offenbar auf dem letzten Loch. Aber vielleicht ist auch das Zweckoptimismus. Stefan Sedlaczek, am 01. November 2009 um 12:36 ( Link ) Business As Usual. Das ist nicht nur hier so. Eine Wende kann erst eintreten, wenn diese besserwisserischen und machtgeilen Typen ihr Ziel erreicht haben. Erst wenn sich deren Ehrgeiz der Weltbeglückung nach ihrem Gusto durch das Erreichen der Ziellinie erschöpft hat, hören die auf zu laufen. Bis dahin gilt es dafür zu sorgen, daß es möglichst wenig neue Spinner und Ideologen gibt. Und ich finde, daß sich diesbezüglich doch etwas verbessert hat. tcalvet, am 02. November 2009 um 9:58 ( Link ) Im Vergleich zum sehr zurückhaltenden Artikel von Herrn Lichtschlag, habe ich das hier gefunden: Wer hat Angst vor Norber Bolz? A. Lehmann, am 02. November 2009 um 16:42 ( Link ) @ Radiergummi "Ich sehe keine Wende im Zeitgeist." Ich würde mal sagen das schon so etwas wie eine Veränderung wahrnehmbar ist (die Demokratie unterliegt so oder so einem ständigen Wandel). Entscheidend ist das dieser Wandel erstens zu schwach ist, zweitens zu spät kommt und drittens ein Wandel innerhalb falscher Postulate ist. @ LeftLibertarian Es findet eine wahrnehmbare gegenseitige Befruchtung statt. Dies liegt einfach daran das es zwischen Liberalen, Konservativen und Rechten heutzutage einige Schnittmengen gibt (und noch viele mehr die erst wieder entdeckt werden müssen). Lichtschlag ist mit seinem konsequent freiheitlichen und anti-utopischen Annäherungsversuch an die Konservativen/Rechten jedenfalls auf dem richtigen Weg. Das er nicht mit allem einverstanden sein wird was seitens der JF oder der Sezession gedacht und gesagt wird (et vice versa), ist wohl jedem klar der sich "innerhalb dieses Dunstkreises" bewegt. Was diesem "Dunstkreis" noch fehlt ist ein angemessener Platz für die Religion. Der Sartoverlag bietet mittlerweile z.B. auch Bücher von Roland Baader an. karen m., am 03. November 2009 um 10:37 ( Link ) Der Vergleich ist gar nicht so von der Hand zu weisen, handelt es sich doch jeweils um Personen, welche die Herrschaft bestärkten, als sie noch mächtig war, und sich gegen sie wenden, sobald die Boten des Unterganges unübersehbar werden. Natürlich ist die Art der Ausführung anders, aber der totalitären Biomacht wird man nur mit Terroranschlägen, der totalitären Psychomacht nur mit geistigen Mitteln begegnen können. Geistig heißt hier auch: Spiel mit der Provokation und mit Tabus, um die Psychomacht zur unbedachten Rage zu treiben. Man muß allerdings mit Bestrafung rechnen: der sozialen Exekution. „Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht, was sie loben.“ ist das Wort Friedrich Schillers. Sloterdijk hat das Zeug, auch nach seinem Ableben noch einige Jahre oder Jahrzehnte im Gespräch zu bleiben, und um dies zu erreichen, muß man Äußerungen tätigen, die Lebenswahrheiten und Lebensweisheiten berühren. Er ist allerdings weniger Philosoph im Nietzscheanischen Sinne, sondern eher zeitkritischer Blogger. Und er spricht die klingende Sprache der intellektualisierten Masse, auch wenn manche Aussagen überhaupt keinen Sinn ergeben. @Jens Junge Soziologisch ist am Zeitgeist einiges interessant: Der Wedding war noch Mitte der 30er wegen seiner Kommunisten ein Unruheherd. Als Goebbels 1944 nach einem Bombenangriff besorgt „zu seinen Arbeitern“ in den Wedding fuhr, war er verwundert, welcher Trotz bei den Arbeitern „gegen die Feinde Deutschlands“ vorherrschte. Er fand überzeugte Nationalsozialisten vor. Währenddessen war von den konservativen „Steigbügelhaltern“ Anfang der 30er Jahre kaum Widerstand zu verspüren, sicherlich auch deswegen, weil die roten 20er Jahre beendet wurden, wenn auch von einem unästhetischen Schreihals und Rabauken. Sie hatten es sich im Laufe der NS-Jahre in den Zuständen gemütlich gemacht und holten erst den Dolch zum Tyrannenmord hervor, als das bittere Ende absehbar wurde. Wir haben also die Auswahl zwischen Fanatikern und Besitzstandswahrern, zwischen überzeugten Idealisten und klugen Taktikern. Um wen sich später einmal Legenden ranken werden, um die letzten französischen SS-Truppen, die bis zum Untergang in Berlin die Treue hielten, oder jene Widerstandskämpfer in den Amtsstuben, die angesichts des offensichtlichen Unterganges das Blatt durch einen Terrorakt zu wenden versuchten, werden wir nicht mehr erfahren. Dazu müßten die ganzen Vorgänge erst einmal historisiert sein, und das sind sie nicht. Sie wirken politisch bis heute. @Urs Bleiker Es geht das Gerücht um, auch Hitler hätte sich über die Bombardierung Berlins gefreut, um nach dem Sieg breite Magistralen bauen zu können. Ihr Zynismus ist auch in Antifakreisen virulent, welche über moderne Nachkriegsstädte wie etwa Dresden abkichern. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Stefan Miller, am 30. Oktober 2009 um 8:32 ( Link )
Sloterdijk ist ja auch nur ein Beobachter des Zeitgeistes. Er lebt vom staatlich finanzierten Lehrauftrag und vom staatlich finanzierten ZDF.
In seinen Büchern steht nichts neues, keine neuen Erkenntnisse. Er ist, wie Habermas übrigens auch, der Prototyp des neuzeitlichen Staatsphilisophen. Möglicherweise läßt sich sein aktuelle liberaler Rück tatsächlich als der Anfang einer Wende interpretieren. Das würde auch der Wellenbewegung des schleichenden Sozialismus entsprechen. Anscheinend meint die Politik, daß es jetzt wieder an der Zeit ist, die Leute arbeiten zu lassen, damit es dann wieder mehr zum Pflücken gibt.