12. November 2009

Heute ist Schweizer Tochtertag und deutscher Verdienstunterschiedebetroffenheitstag Großkampftag des internationalen Genderfaschismus

Die Feministinnen und ihre Umerziehungsmaßnahmen

Ein Freund von mir arbeitet im öffentlichen Dienst. Neulich ist er zu so einem Umerziehungsseminar gegangen. Zwar zwingt sein Dienstherr die Beschäftigten (noch) nicht, aber es ist klar, dass die Teilnahme an solchen Lehrveranstaltungen zu Themen wie „Diversity“ oder „Gender Mainstreaming“ gern gesehen wird.

Er hat danach haarsträubende Dinge erzählt. So mussten die Teilnehmer ein Rollenspiel veranstalten, bei dem mein Freund (heterosexuell, verheiratet, drei Kinder, Eigenheimbesitzer, kein Migrationshintergrund) einen transsexuellen Chilenen spielen musste, der in seiner reaktionären „katholischen Community“ auf Widerstände stößt. Gefühlsmäßig war er tatsächlich hin- und hergerissen. Einerseits empfand er Wut über diesen politisch-korrekten Schwachsinn, andererseits konnte er sich das Lachen nur mit Mühe verkneifen.

So etwas passiert in Deutschland jeden Tag. Der Genderfaschismus breitet sich wie ein Krebsgeschwür aus. Ständig gibt es zusätzliche Umerziehungsmaßnahmen für Männer, nachdem sich die bisherigen Frauenförderungsinstrumente als wenig hilfreich erwiesen haben.

Männer sollen zu Frauen umerzogen werden. Frauen sollen in Männerdomänen vorstoßen. Das Ziel ist die totale Gleichheit der Geschlechter. Dahinter steckt der Plan, die Familie als Fundament menschlichen Zusammenlebens zu entsorgen, weil nur so der neue Mensch geschaffen werden kann, der sich von Geburt an in die neosozialistische Gemeinschaft einfügt.

Diesem Ziel dient der deutsche „Girl’s Day“ ebenso wie der Tochtertag, den die Schweizer heute zelebrieren. Bei den Eidgenossen geht es besonders gleichberechtigt zu: Während die Mädchen heute frei bekommen, müssen die Jungen mit Sanktionen rechnen, wenn sie dem Unterricht fernbleiben. Da lernen die kleinen Eidgenossen gleich von Beginn an, was „Gleichberechtigung“ wirklich bedeutet, von der die herrschenden Gutmenschen immer schwafeln.

In Wirklichkeit gibt es wohl in zivilisierten Ländern wie der Schweiz oder Deutschland höchstens eine Handvoll Frauen, die tatsächlich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Gleichgestellt sind Männer und Frauen durch das deutsche Grundgesetz sowieso schon seit 60 Jahren. Also alles Propaganda.

Genau so wie das hier: Heute werden vom deutschen Statistischen Bundesamt die Verdienstunterschiede von Männern und Frauen im Jahr 2008 bekannt gegeben. Und dann wird das übliche Spektakel ablaufen, das an diesen Tagen zum Standardrepertoire der gutmenschlichen Betroffenheitsfraktion gehört: Alle möglichen Wichtigtuer werden Sätze absondern wie „Gleichberechtigung ist immer noch ein frommer Wunsch“ oder „Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor diskriminiert“. Der Höhepunkt wird die Forderung nach Quoten nicht nur in Führungspositionen im öffentlichen Dienst sein (gibt es längst inoffiziell), sondern auch in privaten Unternehmen.

Der öffentliche Dienst ist besonders schlimm. So beschwerte sich in einem Leserbrief bei der „Preußischen Allgemeinen“ kürzlich ein 43jähriger Oberinspektor aus Rheinland-Pfalz über Diskriminierung auf dem Amt. Seit 23 Jahren sei er in Vollzeit im öffentlichen Dienst beschäftigt, jedoch seit 17 Jahren ohne Beförderung. „Mit denselben Eckdaten dürfte kaum eine Frau zu finden sein, die heute noch ‚nur’ Oberinspektorin wäre.“ Und weiter: „Eignung, Befähigung und fachliche Leistung sind im öffentlichen Dienst dieser Republik für Karrieren gerade nicht entscheidend, obwohl das Grundgesetz dies zwingend vorschreibt.“

Das einzig Positive daran ist, dass dieser ganze Unsinn – so hart er für die unmittelbar Betroffenen auch sein mag – langfristig so gut wie folgenlos bleibt. Im Sommer war ich auf einem Kinderfest der baltischen Botschaften in Berlin. Ein anderer Freund, der seinen Sohn und seine Tochter mitgebracht hatte, freute sich: Während der Junge automatisch zum Bogenschießen gerannt ist, ging die Tochter zum Schminken. All die Genderpropaganda hat sich als nutzlos erwiesen. Die Gender-Ideologen bräuchten wahrscheinlich noch mindestens 500 Jahre, um mit ihrer Politik Erfolge zu erzielen. Bis dahin werden sie aber längst ausgestorben sein, da diese Spezies Mensch in den allermeisten Fällen kinderlos bleibt. Es gibt doch noch Gerechtigkeit.

Internet

Jungs habens schwer am Tochtertag


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