André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Feindbild Muslim jetzt auch amtlich: Überwältigende Mehrheit der Schweizer für Minarettverbot

von André F. Lichtschlag

Warum eine in der Sache falsche Entscheidung ein gutes Signal ist

57,5 Prozent der Schweizer stimmten heute für ein landesweites Minarettverbot. Nach einer entsprechenden Umfrage auf Spiegel-Online am Abend liegt der Anteil der Befürworter eines solchen grundgesetzlichen Verbotes in Deutschland derzeit eher noch höher.

Einmal mehr haben die Schweizer mit Hilfe der direkten Demokratie gegen das gesamte Establishment gestimmt. Ähnlich wie zuletzt den widerspenstigen Iren hatte die gesamte Elite des Landes dem Volk klar die Richtung gezeigt, und das Volk zeigte ihnen nun erneut den Stinkefinger.

Wer hatte den Schweizern nicht alles dringend empfohlen, gegen die Initiative zu stimmen: alle großen Parteien mit Ausnahme der – übrigens in vielen Fragen radikalliberalen – Schweizer Volkspartei, alle großen Zeitungen und Zeitschriften mit Ausnahme der – zuweilen noch radikaler liberaleren –„Weltwoche“, das Fernsehen sowieso, alle großen Kirchen, alle Wirtschaftsverbände, alle Gewerkschaften…

Und die Schweizer? Sie dachten kurz nach und zeigten dann mit eben jenem sprichwörtlichen hoch gestreckten Mittelfinger, wie stark sich die veröffentlichte Einheitsmeinung von der tatsächlich öffentlichen und nun nicht mehr heimlichen im Volk unterscheidet.

Ein Hauch von Revolution liegt in der europäischen Luft, die Eliten nicht nur in der Schweiz wirken heute Abend so unverständig wie Honecker und Co. anno 1988. Sie verstehen die Welt nicht mehr, man hört all die Minister, TV-Moderatoren, Berufsbetroffenen förmlich stammeln: „Ich liebe – ich liebe doch alle –  alle Menschen –  na ich liebe doch –  ich setzte mich doch dafür ein.“

Oder wie es der Linkskommentator des „Spiegel“ Mathieu von Rohr heute formuliert: „Es ist ein schockierend deutlicher Erfolg“, den der feine Journalist aber einfach nicht anerkennen will: „Voraussichtlich werden in der Schweiz nun aber trotzdem weiterhin Minarette gebaut werden dürfen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird über das Verbot wohl endgültig urteilen müssen.“

Der linksliberale Kollege der „Süddeutsche Zeitung“, Thomas Kirchner, lässt vor lauter Entsetzen aus Versehen sogar die demokratische Hose runter, sei das Abstimmungsergebnis doch jetzt „eine Art Kollateralschaden der direkten Demokratie“. Immerhin zeigt er sich aber doch auch nachdenklich: „Gerade bei Initiativen, die gegen den vermeintlichen Gutmenschen-Mainstream gerichtet sind, lassen sich die Bürger mobilisieren.“ Ach!

Ähnlich wie nach dem irischen Anti-Lissabon-Referendum wird die Nomenklatura auch dieses Abstimmungsergebnis am Ende ignorieren und dem Schweizervolk ihren neuen Wunsch ebenso austreiben wie zuletzt das nicht nur dort geliebte Bankgeheimnis.

Und doch ist das heutige Ereignis eines von europäischer und historischer Tragweite. Es zeigt in einer kaum für möglich gehaltenen Deutlichkeit, dass die Eliten am Ende sind, dass der Zeitgeist sich auch in dieser Frage längst gedreht hat und sich nicht mit noch so viel medialer und politischer Macht beschwichtigen lässt. 

Jüngst versuchte die „Bild“-Zeitung vorneweg wie in früheren Kampagnen gewohnt Thilo Sarrazin nach dessen Äußerungen öffentlich abzuschießen. Dann kamen zehntausende empörte Leserbriefe und Tausende wütenden Anrufe – und erstmals knickte die „Bild“-Zeitung inmitten einer Kampagne ein. Plötzlich sagt Sarrazin „auch viel Wahres“.

In einer Plasberg-Talkshow kurz nach Bekanntwerden des Sarrazin-Interviews wusste der 70jährige Traditionslinke Hans-Christian Ströbele als Vertreter des Establishments gar nicht wie ihm geschah, als nun seine eigenen politisch-korrekten Tabus Gegenstand der Diskussion und der Neckereien der anderen Gäste und des Moderators wurden. Die mitdiskutierende Quotenfrau der CDU, die zunächst noch Sarrazin kritisierte, bemerkte den „Wind of Change“ und drehte sich während der Sendung um 180 Grad, um schließlich politisch höchst unkorrekt zu bemerken, dass Satire immer nur auf Kosten heterosexueller Männer oder Christen zulässig sei, aber nie auf Kosten von Randgruppen. Eine solche Sendung wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.

Die damalige Quotenfrau hieß Kristina Köhler. Sie wird morgen zur Bundesfamilienministerin aufsteigen. Zufällig?

Dies alles darf man anmerken, ohne selbst das Ansinnen der Volkinitiative gutzuheißen. Nein, es ist nicht richtig, anderen auf deren Grundstücken vorzuschreiben, wie und was sie auf eigene Kosten zu bauen haben oder nicht bauen dürfen. Kommunale Bauordnungen sind eine Zumutung, landesweite Verbote bestimmter Bauarten eine entsprechend größere. Um erst gar nicht die religiöse Freiheit zu bemühen, die heute eine schlimme Niederlage im Kern Europas erlitten hat. Man frage nur einmal einen x-beliebigen konservativen US-Amerikaner, was der vom Schweizer Verbot hält. Wohlgemerkt, er ist kein „linker Gutmensch“, er wird als amerikanischer Verfassungspatriot von den Schweizer Freunden enttäuscht sein.

Und zurück in Europa; hier gilt: Es bleibt dabei, dass eine Minderheit von vollständig auf eigene Kosten lebenden Moslems in einer gesunden Gesellschaft niemals ein Problem darstellen könnte. Die Angst vor den Muslimen bleibt nur ein Symptom der Angst vor dem eigenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenbruch. In Wirklichkeit haben auch in der Schweiz die Einwanderungspolitik und der Sozialstaat die offenkundigen Probleme verursacht, nicht eine fremde Religion.

Dennoch ist die Auflehnung der Schweizer gegen das Establishment ein gutes Signal, wenn auch auf Kosten eines fragwürdigen Sündenbocks. Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind.

Internet

André F. Lichtschlag: Feindbild Muslim: Tatsächlich ist es ein unschönes Spiegelbild

29. November 2009

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Kommentare

Lion Edler, am 30. November 2009 um 0:08 ( Link )

Chapeau, guter Kommentar! Vor Allem dies hier bringt es auf den Punkt:

"In Wirklichkeit haben auch in der Schweiz die Einwanderungspolitik und der Sozialstaat die offenkundigen Probleme verursacht, nicht eine fremde Religion.
(...) Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind."

Wenn schon in der Gewährung des Baus von Minaretten eine terroristische Gefahr gewittert wird, dann erinnert das schon an die linke Hysterie des "Kampf gegen Rechts". Verständlich hätte ich es noch gefunden, wenn man sich z.Bsp. dagegen ausspricht, dass nicht das ganze Stadtbild von Moscheen und alles überragenden Minaretten geprägt sein soll (so war ja im Wesentlichen die Argumentation von ,,Pro Köln"), aber das hier geht entschieden zu weit und ist das andere Extrem gegenüber der gutmenschlichen Unterwerfungspolitik.

Es ist aber auch kein Wunder, dass es zu solchen Stimmungen kommt, wenn die Politik der "Mitte" permanent auf jämmerlichste Weise vor Islamisten einknickt und sich auf der Nase rumtanzen lässt, und und bei jeder kritischen und warnenden Stimme nichts weiter kommt als irgendwelche Faschismus- und Rassismuskeulen. Bernd Zeller hat auf der "Achse des Guten" in einem Mini-Beitrag (3 Zeilen) einen "übersehenen Aspekt" bezüglich der Gründe für das Verhalten der Schweizer genannt. Er hat völlig recht:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/uebersehener_aspekt/

EEkat, am 30. November 2009 um 0:21 ( Link )

Zitat des Tages

Wenn erwachsene Männer sich gegenseitig in den Popo poppen, ist das – zurecht – deren Sache. Wenn andere sich davor ekeln, ist das ein Politikum, heute bereits unsagbar und morgen ein „hate crime“.

André F. Lichtschlag

Die Sache, die uns nichts angeht ist eine Sache hinter verschlossenen Türen. So verstehe ich das Zitat des Tages.

Dann die befürchtung, wonach daraus etwas wird, was man uns dann zu akzeptieren aufzwingen dürfte...

Das mag in dem einen Fall stören, in dem anderen Fall wird es zu einem falschen Signal ?

Schweizer Muslime können weiterhin so viele Moscheen bauen, wie sie wollen. Es muß aber deren Privatsache bleiben. Das meint: es sollte unsichtbar bleiben. Unbemerkbar. Uns nicht tangieren müssen. Uns nicht provozieren.

Penetrieren.

Scheinbar versten Sie unter Penetrierung nur, wo andere was hinhalten.

EEkat

EEkat, am 30. November 2009 um 0:33 ( Link )

http://www.youtube.com/watch?v=XkqeVpInc8k

EmilS, am 30. November 2009 um 0:41 ( Link )

@EEkat

Das ist abstoßend! Ich werde mir keinen weiteren Link antun, den Sie einstellen.

EEkat, am 30. November 2009 um 0:44 ( Link )

EmilS

Was ist abstoßend? Welchen Link wollen Sie sich nicht antun?

EEkat

EmilS, am 30. November 2009 um 0:49 ( Link )

@EEkat

...den zur "Berichterstattung" des türkischen Premiers in der Köln-Arena.

EEkat, am 30. November 2009 um 1:00 ( Link )

EmilS

der Link stammte von Ihnen? Sorry.

Radiergummi, am 30. November 2009 um 1:04 ( Link )

Haha, Realitätsverweigerung der Marke Lichtschlag.

In Der Schweiz wurde nicht etwa per Volksentscheid ein unmissverständliches Signal gegen die Ausbreitung des Islam oder konkret gegen eines seiner Symbole gesetzt, nein, in erster Linie wurde dem politischen und medialen Establishment der Stinkefinger gezeigt.

Übrigens Herr Lichtschlag, der privat finanzierte Bau von Moscheen und dazugehöriger Minarette setzt sich aus Spendengeldern der Mitglieder zusammen, die hier wie drüben, nicht selten Transferempfänger sind.
Was glauben Sie Herr Lichtschlag, wieviele Moscheen haben Sie schon gegen Ihren Willen mitfinanziert?

Und was ein orientalischer Baustil mit Religionsfreiheit zu tun haben soll, werden Sie uns hoffentlich noch in einem weiteren Artikel mitteilen. Man darf gespannt sein.

EmilS, am 30. November 2009 um 1:17 ( Link )

@EEkat

Es war für mich ein schöner Tag an der frischen Luft und auch der Abend war gelungen - bei argentischer Steakhüfte, Pilzrahmsoße und gutem Wein - danke!

Die Provokation ging allerdings von Ihnen aus und das wissen Sie. Sie sprechen ja bereits in Ihrem ersten Kommentar zu diesem Artikel von Provokation. Ich wünsche Ihnen dennoch eine geruhsame Nacht.

EEkat, am 30. November 2009 um 1:36 ( Link )

@EmilS

Freut mich, daß Sie einen schönen Abend mit argentinischer Steakhüfte hatten.

Da hatten wir fast dasselbe Essen, bei mir allerdings ohne Pilzrahmsoße.

Was die weiteren Beiträge des heutigen Abends von Ihnen angeht, da tun Sie mir bitter unrecht, ich habe nicht die leiseste Ahnung, wovon Sie sprechen.

Und ich bin bestimmt kein Feigling, der sich hinter Floskeln verstecken würde.

Tut mir leid, was immer Ihnen über die Pilzrahmsoße gelaufen sein mag. Ich hate hier ein Zitat von Lichtschlag eingestellt, welches den ganzen gestrigen Tage auf ef veröffentlcht wurde, und dieses Zitat verglichen mit seiner jetzigen Stellungnahme zur Schweizer Ablehnung von Minaretts.

Nicht weniger. Aber auch nicht mehr.

EEkat

Viscount, am 30. November 2009 um 2:07 ( Link )

Ein sehr differenzierter Kommentar zur Sache, Herr Lichtschlag, der meine Sicht der Dinge in weiten Teilen wiedergibt.

Gleichwohl sollte man sich — bei aller berechtigten Freude über den sehr spezifisch schweizerischen Eigensinn, an dem zur Not auch die gesammelte Autorität des Establishments zerscheitert — vor Augen halten, daß heute eine Frage der grundlegenden Art mitbeantwortet wurde, und zwar auf eine Weise, die uns Liberale nicht unbedingt hochherzig machen kann.

Es geht um die Frage, was genau eine Mehrheit im politischen Verfahren entscheiden darf und was nicht: Darf eine Mehrheit in einer Gemeinschaft darüber entscheiden, was ein Privateigentümer auf seinem Grund und Boden macht oder darf sie das nicht? Und wenn sie das darf: Wie weit reicht ihre Entscheidungskompetenz?

Wenn ich in der Schweiz auf meinem Grundstück ein Minarett errichten will, dann darf ich das ab dem heutigen Tage nicht mehr tun. Weshalb ist das so? Weil es einen Beschluß der Mehrheit gibt, der mir das untersagt. Woher will ich wissen, daß nicht schon morgen eine Mehrheit zusammentritt und den Beschluß faßt, daß es ab jetzt verboten ist, Vollbärte zu tragen? Sich die Haare grün zu färben? Mehr als 100.000 EUR zu besitzen?

Anders formuliert: Was hält die Demokratie davon ab, zur Ochlokratie zu werden oder sich gar zu einem Terror der Mehrheit auszuwachsen? Die Lösung für dieses Problem war bislang: Eine Verfassung. Die sollte regeln, wer etwas wie entscheiden kann. Nun ist allerdings eine Verfassung ein sehr brüchtiges Bollwerk gegen die Willkür: Wenn die Mehrheit in einem Land beschließt, daß die Grundsätze einer Verfassung nichts zu bedeuten haben, dann ist eine Verfassung das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben steht.

Es ist eine Frage der Balance zwischen Individualrechten und Kollektivrechten (sofern man den Begriff überhaupt für plausibel halten kann, was ich keinesfalls tue). Grund- und Menschenrechte sind nicht umsonst in erster Linie Abwehrrechte: Man kann sie denen entgegenhalten, die die Rechtssphäre des Individuums beschränken wollen. Positive Rechte (wie etwa das auf eine kostenlose Bildung, auf einen Kita-Platz oder auf ein bestimmtes Mindesteinkommen) sind hingegen anderer Natur, denn um sie umzusetzen, muß man notwendigerweise die Rechte anderer Individuen zuvor beschneiden.

Aus dieser Perspektive betrachtet steht es mit den anderen westlichen Ländern nicht recht viel besser, denn auch dort ist dem Individualismus dort, wo die Basis breit ist, die Fehde angesagt. Ich zweifle keine Sekunde daran, daß Sie auch in Deutschland, Frankreich oder in England jederzeit eine Mehrheit dafür finden könnten, einige Millionäre zu enteignen, schließlich weiß jedes Kind, daß Millionäre ihr Vermögen den braven und unbescholtenen Arbeiterhänden gestohlen haben. Als Demokrat können Sie dagegen keine prozeduralen Einwände erheben, es sei denn, Sie berufen sich auf Individualrechte, dann allerdings laufen Sie Gefahr, als ein unsolidarischer Egomane mit potentiell un-demokratischen Ambitionen durchzugehen.

Es gilt, was hier schon früher stand:
Die Politik ist nicht die Lösung, die Politik ist das Problem.

Je mehr Aspekte unseres Lebens politisiert werden, desto weiter reicht im Zweifel der Einflußbereich einer bloßen Mehrheitsentscheidung, und die kann, wie wir nun bei den Schweizern sehen, auch schon einmal Grundsätzliches betreffen, das noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten wurde.

Wer hängt morgen auf Befehl der Mehrheit?

topal, am 30. November 2009 um 3:00 ( Link )

@Viscount:

Es geht um die Frage, was genau eine Mehrheit im politischen Verfahren entscheiden darf und was nicht

Richtig, es geht darum, ob wir die "Diktatur der Mehrheit" in einem liberalen Staat akzeptieren wollen. Obwohl ich aus gerade diesen Gründen gegen die Initiative gestimmt habe, ist mir das Ergebnis aus rein persönlichen Gründen gerade recht.

Dieselbe Frage muss man sich natürlich auch stellen, wenn es darum geht, ob man mit einem Kopftuch, einer Gesichtsmaske oder einer Ganzkörperverkleidung in der Öffentlichkeit auftreten darf.

EEkat, am 30. November 2009 um 3:03 ( Link )

Geht es bei dem Bau von Minaretten tatsächlich nur darum, was man auf seinem Grundstück machen darf ?

Es wird ja inzwischen mit einer Eingrenzung einer garantierten Religionsfreiheit argumentiert.

Darf von dem, was ich aus religiösen Überzeugungen mache, auch ein Anspruch gegenüber der Gesellschaft ausgehen?

Ist es egal, ob ich lediglich ein Gebetshaus errichte? Oder aber ein "weithin" sichtbares Gebetshaus ?

Und dann eines Gebäudes, welches einen Anspruch signalisiert? Geht das die Allgemeinheit etwas an?

Was, wenn demnächst eine Weltreligion hier Einzug hält, aus welchen Gründen auch immer, und Rindern gestatten will, im Zuge der freien Religionsausübung unbehelligt durch die Straßen zu ziehen ?

Wäre da die Grenze der Tolerierung erreicht, und wenn ja, warum ? Und auf welcher Seite muß dann die Toleranz eingekürzt werden ?

Bestehen Zweifel, daß nicht auch dazu in unserer Gesellschaft Beführworter auftreten würden? Vorsicht, was jetzt noch nach Satire ausschaut, ist morgen schon Realität. Militante Vegetarier sind die Bewegung der Zukunft.

Die Freude eines Moslems kann ich teilen solange, man mich nicht zwingen will, an seiner Freude teilhaben zu müssen.

Das sehen Muslime übrigens genau so. In Ihren eigenen Ländern.

Wenn ich mir überlege, welche Klimmzüge die Stadt München unternommen hat, um verhindern zu können, daß ein sich drehender Mercedes-Stern auf deren Gebäude-Neubau errichtet werden durfte.

Es besteht durchaus ein öffentliches Problembewußtsein hinsichtlich von Symbolik.

EEkat

Gerhard Bauer, am 30. November 2009 um 6:14 ( Link )

Nicht jeder kann auf seinem Grundstück tun und lassen was er will. Auch die Anwohner haben Rechte.
Gott sei´s getrommelt und gepfiffen.

Gratulation an die Schweizer. Der konservative US-Verfassungspatriot kann sich ja neben sein Einfamilienhaus ein Puff bauen lassen und weiter von den Schweizern enttäuscht sein.

Leonard_Euler, am 30. November 2009 um 6:42 ( Link )

Ich kann dem Artikel im großen und ganzen zustimmen, bis auf Folgendem:

Nein, es ist nicht richtig, anderen auf deren Grundstücken vorzuschreiben, wie und was sie auf eigene Kosten zu bauen haben oder nicht bauen dürfen.

Im Prinzip stimmt das, aber:

Wenn jemand anderes ein Rekrutierungslager für Terroristen und andere Staatsfeinde auf seinem Grundstück aufrichten will, dann ist es geboten dagegen vorzugehen.

Auf viele Moslems trifft das wohl nicht zu, aber wie viele sind das? Der Islam wurde von Grund auf als politische Machtinstrument konzipiert. Wer den Koran gelesen hat, der merkt ganz deutlich, dass Mohammed hauptsächlich zwei Dinge mit dem Islam verfolgt hat:

1. Anhänger werben
2. Diese Anhänger zu Kriegern machen.

Das geht aus den überdeutlichen Beschreibungen der Hölle und des fleischlichen Paradieses (72 Huris) hervor, den extra Belohnungen für diejenigen, die im Kampf gefallen sind, die Erlaubnis sexueller Ausschweifungen (4 Frauen + unbegrenzte Anzahl Sklavinnen), Regeln für die Verteilung der Beute. Hingegen wurden Dinge wie z.B. das Alkoholverbot erst dann erlassen, als Mohammeds militärische Macht bereits gefestigt war.

Man muss sich deutlich machen: Der Islam ist keine Religion im herkömmlichen Sinne. Um es mit Clausewitz zu sagen: Der Islam ist eine bloße Fortsetzung der Politik unter Einbeziehung anderer Mittel

Das macht den Islam so gefährlich. Jedesmal, wenn eine Moschee irgendwo gebaut wird, besteht die Gefahr, das hier ein Rekrutierungslager für Islamisten errichtet wird.

Um erst gar nicht die religiöse Freiheit zu bemühen, die heute eine schlimme Niederlage im Kern Europas erlitten hat.

Religionsfreiheit gilt nicht unbeschränkt. Osama bin Laden und Konsorten können ihr Tun auch nicht unter dem Denkmantel der Religionsfreiheit schützen.

Daniel Bassermann, am 30. November 2009 um 7:08 ( Link )

Da muss ich nun ausgerechnet EEkat recht geben. Bei uns in Berlin gab es grad einen riesen Aufstand weil in der Oranienburger (dort wo sich die Unterhaltungskünstlerinnen anbieten, mitten in der Innenstadt) ein Etablissement gebaut werden sollte.
Und der Kampf amerikanischer Konservative gegen solches ist ja nun auch sprichwörtlich.
Nein, nicht jeder kann immer und überall (auch auf eigenem Grundstück) treiben, was er will. Weder hier, noch in der Schweiz noch in den USA.
Und Vollbärte werden verboten, wenn sie ausdrücken, dass das hier ein Schweinesystem ist, und verachtenswert und erobert gehört.
Bin da kein Freund von solchen Maßnahmen, aber wir sollten uns von Feinden der Freiheit nicht die Freiheit nehmen lassen. Bitte verstehen sie das als allgemeines Urteil, nicht nur gemünzt auf den schweizer Volksentscheid.

vonclausewitz, am 30. November 2009 um 7:11 ( Link )

@ Viscount

Ihren Bedenken zur Gefahr des Demokratieexzesses ist berechtigt, in meinen Augen jedoch schwer zu umschiffen.

Das Fehlen einer direkten Verfassungsgerichtsbarkeit, ein bewusster Entscheid in der Verfassungsrevision von 1999, gibt den demokratischen Instrumenten den Vorrang, wohl bewusst, dass Initiativen die Grundrechte tangieren können. So könnte man die angenommene "Verwahrungsinitiative" hinterfragen, da diese zusätzlich zur Haftstrafe den lebenslangen Freiheitsentzug von Gutachten und Prognosen bezüglich zukünftig möglicher Straftaten abhängig macht.

Die Alternative wäre eine strenge Normenprüfung durch die Justiz, eben durch ein Verfassungsgericht. Dies hätte jedoch den Nachteil, den schlimmsten Verfassungsbrecher zum Hüter der Grundrechte zu machen. Einen intrinsischen Verfassungsfeid, der noch dazu stets aus der Minderheit agiert. Entsprechende Beispiele existieren reichlich. Und da in der Praxis so gut wie alle legislativen Vorhaben die Verfassungsnormen berühren folgt das Diktat der Gerichte, deren (meist eher etatistisches) Personal über die Legitimität von Gestzen, Verfügungen und Initiativen zu urteilen hat.

Zudem urteilt das Stimmvolk in den Fragen der "Politisierung aller Lebensumstände" in der Tendenz eher freiheitserhaltend, im Gegensatz zu Parlamenten, Regierungen und Gerichten.

Das System der Schweiz ist (für mich) der bisher beste Mechanismus, um zwischen Fehlern 1. Art (Demokratieexzess) und Fehlern 2. Art (Staatsexzess) zu moderieren.

eo, am 30. November 2009 um 8:00 ( Link )

So gut
und treffend
der Kommentar die neue
Sachlage auch aufdröselt samt den
Weiterungen, so unbefriedigend dann doch
das große 'Aber' zum Schluß. Könnte es sein, daß
da ein kluger Kopf die Symbolik dieser
Herrschaftszeichen (wie auch die
Forderung sie überall hier im
Westen aufzupflanzen)
schlicht und
ergreifend
verkennt ?
Die aggressive
Symbolik (oder nach
wem ist noch einmal die neue
Großmosche in Köln-Ehrenfeld benannt ?)
korreliert doch sehr mit einer
Dynamik, die uns auf
mittlere Sicht
Identität
und Zukunft
kosten kann und
wird, wenn nicht bald
effektiv gegengesteuert
wird. Libertäres Pirouetten
Drehen hilft da nur
bedingt weiter.
PS. Das 'Feindbild'
in der Titelzeile ist mir
schon gleich unangenehm
aufgestoßen.

Leonard_Euler, am 30. November 2009 um 8:08 ( Link )

Nachtrag:

Dass nicht nur eine kleine Minderheit islamistisch orientiert ist, geht aus einer Studie des Bundesinnenministeriums hervor:

http://www.focus.de/politik/deutschland/studie_aid_230297.html

Studie: Viele junge Muslime neigen zur Gewalt
Jeder vierte junge Muslim in Deutschland ist laut einer von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Auftrag gegebenen Studie zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit. 40 Prozent seien „fundamental orientiert“.

Viscount, am 30. November 2009 um 8:39 ( Link )

@vonclausewitz

Zudem urteilt das Stimmvolk in den Fragen der "Politisierung aller Lebensumstände" in der Tendenz eher freiheitserhaltend, im Gegensatz zu Parlamenten, Regierungen und Gerichten.

Da muß ich Ihnen grundsätzlich zustimmen. Insbesondere in meinem Heimatbundesland Bayern herrschte über einige Dekaden hinweg eine sehr robuste Regierung, wie man weiß — und die Opposition haben wir selbst erledigt, denn zu diesem Zwecke steht uns das bundesweit wohl umfassendste Plebiszit zur Verfügung.

Ich darf auch daran erinnern, daß die Bayern gegen den Willen ihrer Regierung, ihrer Staatspartei und ihres Parlaments vor zehn Jahren ihre zweite Parlamentskammer (den Senat) einfach abgeschafft haben.

———

Noch eine Bemerkung zu den Rechten am eigenen Grundstück:

Selbstverständlich kann ich auf meinem Grundstück tun oder lassen, was ich will, es sei denn, ich berühre damit die Rechte von Dritten. In diesem Fall muß ich mich mit denen einigen, deren Rechte ich berühre.

Das Entscheidende ist aber: Ich muß mich mit den Betroffenen (d.h. in der Regel den Anwohnern) einigen. Wie um alles in der Welt kommt man darauf, daß eine Regierung oder eine wie auch immer zustande kommende Mehrheit des Restlands damit etwas zu schaffen haben könnte?

Tanja Krienen, am 30. November 2009 um 8:40 ( Link )

Nein, Köhler ist ganz und gar nicht anders. Wer heute von Merkel berufen wird, ist auf Linie! Da helfen auch nicht die paar “islamkritischen” Äußerungen. Ansonsten kämpft auch sie gegen rechts, schert ein Grädlein aus, weil sie auch links erwähnt. Köhler hat im Innenausschuss vor zwei Jahren, als es darum ging Tunten die Namensänderung zuzugestehen, wider bessren Wissens auf das schrillste aller Milleus zurückgegriffen, um sich “aufklären” zu lassen - natürlich im Sinne wie es oben steht: Alles positiv,vor allem HIV.

Aus der Dalai Lama-Clique von Koch kommt nichts, aber auch gar nichts Gutes. Es werden Jungen im Alter von sechs Jahren zu Mädchen umgespritzt, es wurde eine FDP-Ministerin berufen, die sämtlich Illegale hier legalisieren möchte, es macht eine Frau Roth in Frankfurt klassische schwarze-grüne Politik. Einfach grotesk. Hier liegt die Wurzel des Übels!

Aus dem Stern:

“Mitglied der Pizza-Connection

Für die Zukunft schließt Köhler eine Jamaika-Koalition nicht aus. Um die Abgeordneten der Grünen kennenzulernen, nimmt sie an Treffen der Pizza-Connection teil, eine Gruppe junger Abgeordneter aus den Reihen von CDU/CSU und Grünen. “Union, FDP und Grüne sind bürgerliche Parteien, das sieht man an der Sozialstruktur ihrer Wähler und Mitglieder. Das Bürgerliche verbindet uns”, sagt Köhler.”

WARUM WOHL IST SIE DAS GEWORDEN WAS SIE JETZT IST? u.a. auch WEIL sie Homopaare für konservativer hält, als andere und auf dem CSD mitmarschiert! Wer sich in dieser Person täuscht, weil sie angeblich “islamkritisch” sei, wird auch weiterhin von diesen Seilschaften verarscht!!!

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 9:01 ( Link )

Dass der Europäische Gerichtshof den Volksentscheid zu Fall bringen dürfte, zeugt nicht bloss von seinem Unverständnis, sondern auch von seiner Arroganz und seiner Ignoranz gegenüber Demokratie, Geschichte und Volk.
Es ist offensichtlich, dass nicht alle Schweizer dieselben Gründe für die Annahme der Initiative hatten. Auch ich kann nicht für andere sprechen. Wenn man allerdings sich auch nur ein bisschen informiert, weiss man, was uns erwartet nebst dem, was man täglich erlebt.
Nicht bloss braucht es eine ungemeine Portion Geschichtsunverständnis, ja, Geschichtsignoranz, wenn man die Probleme nicht erkennt. Ebenso aber braucht es eine totale Blindheit, wenn man meint, die Kulturenvermischung ergäbe keine Probleme.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen:
Erdogan: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unserer Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."
Dann schaue man einmal, was so in den Schulen passiert - auf youtube gibt's haufenweise Filme dazu. Dass die Minarette ganz offensichtlich Wach- resp. Leuchttürme sind und mit Religion nicht das Geringste zu tun haben, sei bloss am Rande erwähnt. Vom Lärm, der von solchen Minaretten ausgeht, gar nicht erst zu reden (siehe youtube). Wir brauchen keine Parallelgesellschaft. Es gäbe noch haufenweise andere, gewichtige Gründe, wie z.B. Mobbing, Raserei, Sozialschmarotzerei und Kriminalität, die alle zu erwähnen hier viel zu weit führen würden.
Daher muss ich Ihre Aussage - "wenn auch auf Kosten eines fragwürdigen Sündenbocks" - stark in Zweifel ziehen...
Was Ihre Aussage - "Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind" - gehe ich völlig mit Ihnen einig.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 30. November 2009 um 9:08 ( Link )

Ich bin kein Jurist, aber mir hat mal ein Jurist berichtet, dass der frühere Bonner Staatsrechtler Isensee in Frage gestellt hat, ob der Islam tatsächlich eine Religion im Sinne von Art. 4 GG ist. Seine Argumentation: Als das Grundgesetz geschrieben wurde, hatte der Parlamentarische Rat beim Begriff "Religion" nur solche Religonen vor Augen, die ähnlich wie die christlichen Konfessionen grundsätzlich den europäischen Verfassungskonsens, der auf Verzicht auf Gewalt im Dienste der Religion und Bejahung von Demokratie und säkularem Staat beruht, unterstützen. Das nun treffe auf den Islam nicht zu.

Ich halte diese Position für richtig und meine daher, dass der Islam, wenn er sich nicht wirklich aus eigener Überzeugung in Richtung auf den europäischen Verfassungskonsens wandelt, nicht in vollem Umfang im Sinne von Art 4 GG anerkannt werden sollte. Aus diesem Grunde halte ich die Schweizer Entscheidung für richtig. Das Minarett dient dazu, fünfmal am Tag den islamischen Herrschaftsanspruch über den Stadtteil auszurufen. Das wird m.E. nicht durch Art 4 GG gedeckt.

Viscount, am 30. November 2009 um 9:19 ( Link )

@Reiner Vogels

Sie haben die Sache im Prinzip richtig zusammengefaßt. Wenn Sie das Thema noch weiter interessiert, dann finden Sie Auskünfte beim Benannten selbst:

Isensee, Josef, Der Islam und die religionsrechtliche Ordnung des Grundgesetzes, in: Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche, Bd. 20 (1986)

Abgesehen davon müssten Sie mir nur mehr erklären, was das deutsche Grundgesetz nun genau mit einer Volksabstimmung in der Schweiz zu tun hat?

Kaengo, am 30. November 2009 um 9:21 ( Link )

Hallo Herr Lichtschlag,

da ist Ihnen am 28. ja ein prophetischer Artikel gelungen! Volle Zustimmung!

Carl, am 30. November 2009 um 9:35 ( Link )

Herr Lichtschlag! Ihre Analogie hinkt, und zwar auf beiden Beinen. Würden wir eine ausreichend größe Population schwerbewaffneter Vandalen ins Land lassen, wären diese ausschließlich ein Problem, weil wir selbst nicht schwer bewaffnet und gewaltverliebt sind? Ist es das, was sie sagen wollen? Meinen Sie, daß die archaischen Bräuche und Sitten der Orientalen nur deswegen ein Problem sind, weil wir uns von unseren archaischen Bräuchen und Sitten verabschiedet haben?

Friedrich Dominicus, am 30. November 2009 um 9:37 ( Link )

"Dennoch ist die Auflehnung der Schweizer gegen das Establishment ein gutes Signal, wenn auch auf Kosten eines fragwürdigen Sündenbocks. Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind."

Das unterschreib' ich sofort. Was mich allerdings wundert wenn man in die Verfassung schaut:
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit_in_der_Schweiz

Ich nehme einfach mal an das was das steht stimmt. Wie kann es dann eine Diskussion über Minarette geben?

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 9:55 ( Link )

@ Friedrich Dominicus
Die Religionsfreiheit bedeutet nicht gleichzeitig, dass man Gebäude, die überdies nichts mit Religion zu tun haben, errichten darf. Es wurden bereits Minarette gebaut bevor Mohammed überhaupt existierte und es folglich ebensowenig einen Islam gab. Minarette sind Machtinstrumente, wofür, meines Erachtens, Religionen überhaupt missbraucht werden.
Im übrigen hat nicht das Volk die Grenzen geöffnet, das wurde, wie üblich, in den Machtetagen beschlossen. Hätte man das Volk jemals befragt... Stattdessen wird erpresst, eingeschüchtert, gelogen und manipuliert. Aber auch in der verschlafenen Schweiz beginnt das Volk zu erwachen. Nebenbei: Im Spiegel hat eine nicht repräsentative Umfrage ergeben, dass gar 78 % der Deutschen Minarette ablehnen.

JayBee, am 30. November 2009 um 10:04 ( Link )

Kommunale Bauordnungen sind eine Zumutung, landesweite Verbote bestimmter Bauarten eine entsprechend größere.

Wie der Autor die Sache wohl sähe, wenn auf dem Grundstück nebenan eine Moschee mit Minarett eröffnete und der Muezzin ihn fünfmal täglich mit einem "Allah ist größer" begrüßte? Vermutlich würde dann der Czem Özdemir Effekt eintreten... ;-)

Leonard_Euler, am 30. November 2009 um 10:07 ( Link )

„1Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet.

2Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

3Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.

4Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.“

Der Islam verstößte gegen Punkte 2, 3 und 4. Ist er jetzt immernoch durch die Religionsfreiheit geschützt?

Narrated 'Abdullah:
Allah's Apostle said, "The blood of a Muslim who confesses that none has the right to be worshipped but Allah and that I am His Apostle, cannot be shed except in three cases: In Qisas for murder, a married person who commits illegal sexual intercourse and the one who reverts from Islam (apostate) and leaves the Muslims."
(Sahih al-Bukhari, Volume 9, Book 83, Number 17)

Vom Rechtsgutachterzentrum unter Leitung von Dr. Abdullah al-Faqih

(Institut für Islamfragen, dh, 20.09.2006)

Frage: "Muss ein vom Islam Abgefallener hingerichtet werden? Falls nein, wieso sagt man, dass das Image des Islam dadurch herabgesetzt wird?"

Antwort: "Es ist zweifellos so, dass der Prophet des Islam sagte: 'Ein Muslim darf nur in drei Fällen getötet werden: 1. Wenn eine verheiratete Frau Ehebruch begeht oder 2. die Person ein Totschläger oder 3. eine von der Religion (Islam) Abgefallener ist, bzw. er eine (muslimische) Gruppe verlässt.'"

"Anhand dieser und anderer Belege waren und sind sich die muslimischen Gelehrten einig, dass die Strafe für dem (vom Islam) Abgefallenen die Todesstrafe ist. Alle vier Rechtsschulen (des Islam) stimmen dieser Tatsache zu. Diese (Vorschrift) wird in der Überlieferung (den Aussagen Muhammads) klar so ausgedrückt."

"Wer vom Islam abfällt, entwickelt sich dadurch zu einem korrupten Glied in der Gesellschaft. Er muss von dieser (Gesellschaft) entfernt werden, so dass sein Unheil sich nicht in der Gesellschaft verbreiten kann."

"Der Abfall vom Islam ist keine rein geistige Einstellung. Viel mehr ist er ein Loyalitäts-, Identitäts- und Zugehörigkeitswechsel. Der Abgefallene widmet seine Loyalität und Zugehörigkeit einer anderen Nation und einer neuen Heimat."

Frank Martin, am 30. November 2009 um 10:17 ( Link )

Gewährt der Islam Religions- und Meinungsfreiheit?
Sind Minarette ein Ausdruck derselben?

Die Errichtung von Gebäuden, die i. w. zum Betreiben von Beschallungsanlagen zur Agitation umliegender Anwohner dienen, ist nicht völlig problemfrei. Die Schweizerbürger sind nach ihrer Methode der Entscheidungsfindung nun dazu gekommen, auf solche Bauten auch künftig zu verzichten.

Wer meint, es gehöre zu seiner Religion, sie mit technischen Mitteln lautstark in der Öffentlichkeit zu verbreiten, muß sich fragen lassen, ob er tagein, tagaus den Lärm anderer derartig penetranter Religionen zu ertragen bereit wäre. Die (Religions-)Freiheit des einen endet da, wo die Freiheiten anderer unangemessen beschränkt werden.

TrebMelsa Fördermitglied, am 30. November 2009 um 10:23 ( Link )

@ Lichtschlag

Lieber Herr Lichtschlag, gerade wollte ich den Artikel:
>>>Christen, Moslems und das Schweigen<<< nachlesen - der zu Ihrem Text passt, geht aber leider nicht, vom Netzbetreiber gesperrt. Grund = Jugendschutz. Ist dies nun vorauseilender Gehorsam oder freiwillige Gleichschaltung vom Netzbetreiber? Oder trommelt Big Brother zum Angriff auf die Online-Seiten von ef?
Schöne Grüße aus Dresden

dickbrettbohrer, am 30. November 2009 um 10:32 ( Link )

Heidi Zürcher,
danke für die sachlichen Beiträge, denen nichts hinzuzufügen ist.
Doch - vielleicht eine Frage: Minarette sind Teile von Moscheen, nicht wahr? Moscheen, die Versammlungs- und Bethäuser der Moslems, sind ja doch nicht Gegenstand der Diskussion, oder? Es geht allenfalls um das hoch in dem Himmel ragende Symbol der Besetzung im Rahmen der räumlichen und geistigen Inbesitznahme neuen Terrains: Seht alle her, wir sind da! Und wenn ihr nicht sehen wollt, dann werdet ihr es mehrmals täglich hören müssen!
Mir ist die ganze Aufregung unverständlich, mit der nun die angeblich Geschockten ihre "demokratischen" Bedenken zu Gehör und zu Gesicht bringen. Ist das ein unbewußter Drang zum Masochismus, zur Selbstauslöschung? Soviel Dummheit mag man doch gar nicht unterstellen ...
Es geht um sehr viel, und intuitiv wissen dies die "normalen" Menschen - nicht nur in der Schweiz.

Daniel Hartmann, am 30. November 2009 um 10:50 ( Link )

Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind.

Da haben Sie ganz recht, nur frage ich mich (und Sie), welche Instrumente uns denn zur Verfügung stehen, um diese "Wut gegen die europäischen Eliten" zu kanalisieren und effektiv auszudrücken. Solange solche Instrumente nicht gefunden sind, bleibt uns nur, Symbolprotest zu betreiben und, wie in der Schweiz gerade geschehen, dabei Gefahr zu laufen, Freiheitsrechte kollateral zu beschädigen.

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 11:01 ( Link )

dickbrettbohrer
"Das Minarett ist nicht nur Wahrzeichen einer Moschee, es diente auch als Wachtturm und Machtsymbol. Als Signalturm dienten Minarette der Orientierung für Karawanen.

An bestimmten islamischen Festtagen in der Türkei werden Minarette mit Lichtern und Spruchbändern (Mahyâ) geschmückt."

"Aus Gründen der Bausymmetrie und des Status des Bauherrn oder Bauherrin wird die Anzahl der Minarette auf zwei, vier oder sechs erhöht; die Al-Haram-Moschee in der heiligen Stadt Mekka hat neun Minarette." (Quelle: Wikipedia)

Würde das Ihnen auf Dauer nicht auch auf den Keks gehen?:
http://www.youtube.com/watch?v=fgk01s8XVcg
Wenn man dann das anguckt, wird einem ziemlich übel:
http://www.youtube.com/watch?v=zZPYOkA1Yic
Und hier ein anderes - aus vielen, vielen Beispielen:
http://www.youtube.com/watch?v=PZMppig-a04
Sowas brauchen wir hier in der Schweiz nicht. Das nur einige wenige Gründe.

Realname, am 30. November 2009 um 11:21 ( Link )

"Richtiger wäre es, wenn sich die Wut gegen die europäischen Eliten in Politik, Verbänden, Medien und Kirchen selbst wendet, gegen jene also, die für den eigenen demographischen, demokratischen, kulturellen, moralischen und ökonomischen Zusammenbruch verantwortlich sind."

Hervorragend! Danke für diesen Beitrag

Stefan Miller, am 30. November 2009 um 11:32 ( Link )

heute morgen im Frühstücksfersehen wurde sogar zugegeben, daß eine ähnliche Umfrage in der BRD wohl das selbe Ergebnis erbracht hätte.
Abgesehen davon, daß es in der Schweiz vermutlich sowieso keine Wirkung haben wird, weil über Baurecht dort auf der Kantonebene entschieden wird, lenkt es doch nur vom eigentlichen Problem ab. Nicht der Islam ist das Problem sondern die Islamisierung und die wird keinsefalls von Muslimen vorangetrieben. Im ersten Weltkrieg ging es um die Vernichtung des Adels, im zweiten um die Vernichtung des Bürgertums, der dritte findet gerade statt. Also worum geht es? Diese Frage sollte man sich stellen und sich nicht mit Minaretten oder Kopftüchern ablenken lassen. Die Antwort wird jedoch ohne Insiderkenntnisse nur aus einer historischen Perspektive sichtbar und die fehlt uns noch.
Warten wir's also ab, was noch alles kommen wird.

Oceans911, am 30. November 2009 um 11:51 ( Link )

Ob Minarette Ausdruck von Religionsfreiheit sind, darüber wird man lange streiten können - ich denke persönlich, sie sind es nicht, aber mir würden auch Argumente dafür einfallen. Ich würde auch sagen man braucht keine Kirchtürme, um die christliche Religion auszuüben aber ich wage die Vermutung, dass viele der Befürworter des Minarettverbots das wiederum anders sehen.

Interessanter finde ich die Frage, was durch den Entscheid eigentlich erreicht werden sollte bzw. was er erreicht hat. Primär wird dadurch sichergestellt, dass die "schöne Schweiz" und die Silhouetten ihrer Ortschaften nicht mit Minaretten "verschandelt" werden können. Erreicht wird also vor allem die Bewahrung von Kulturgut. Bemerkenswerterweise begründete aber gerade die hinter dem Entscheid stehende Partei SVP den Entscheid damit, dass man verhindern wolle, dass "Parallelgesellschaften" entstehen. Was man von diesem Ziel halten mag, sei dahingestellt, ich bezweifle jedoch sehr, dass man es durch das Minarettverbot erreicht. Wenn das Verbot dazu führt, dass Muslime ihre Religion nun eher "im Verborgenen" oder in temporär zu Moscheen umfunktionierten Mehrzweckhallen praktizieren müssen, bewirkt das nicht viel eher die Entstehung oder Vertiefung von Parallelgesellschaften, als man wenn die Riten und Symbole anerkennt und schützt? (ganz abgesehen davon, dass Parallelgesellschaften in vielen Teilen der Welt etwas Normales sind und gut funktionieren).

dickbrettbohrer, am 30. November 2009 um 11:57 ( Link )

Frau Zürcher,
meine Meinung ist dieselbe wie die Ihre: Minarette gehören nicht in unseren Kulturraum. Jedes Ding an seinen Ort. Ich bedanke mich bei den Schweizer Bürgern und hoffe, daß es wirklich ein Anfang ist, der zu einem Befreiungsschlag führen könnte ... doch fürchte ich, wird man auch hier auch den "irischen Weg" einschlagen.

Gerade las ich ein schönes Zitat des 2006 verstorbenen amerikanischen Ökonomen Milton Friedman:

Der einzige Weg, um das Verhalten der Politiker zu ändern, ist, ihnen das Geld wegzunehmen.

EEkat, am 30. November 2009 um 12:12 ( Link )

Mehrere Probleme gleichzeitig treten mit dem Ausgang der Volksbefragung zutage:

zunächst: an welch seidenem Faden es überhaupt noch hängt, daß in einem Kernland Europas überhaupt noch zutage treten kann, wie an der Gefühlslage der Menschen vorbei in Europa Politik gemacht wird. Wie sehr Freiheit bereits als eingeschränkt empfunden wird.

Wiederum: wie Politik normalerweise in Eu gemacht wird, das kann man am Schäumen der europäischen Presse, inkl. der Schweizer Presse erkennen.

Weiter: wie gesondert man Religionsfreiheit, insbesondere die Instrumentalisierung des Rechtes von Religionsfreiheit betrachten muß.

Da regen sich Heiden und vermeimntliche Christen darüber auf, wonach eine Religion in ihren Rechten beschnittenwäre, nicht etwa weil die Gebetshäuser einer anderen Religion verboten würden.

Sondern weil deren Zeichen des Machtanspruchs, welches diese zuwandernde, im Kern agressive und expansive Religion, untersagt werden soll. Zeichen und Bilder regieren jedoch die Welt.

Es geht hierbei mittlerweile um die perverseste Form der Unterwerfung: die der Selbstunterwerfung, und der Organisation der Selbstunterwerfung.

Da wird dann hier bei ef räsoniert darüber, daß eine Bevölkerung, sofern sie die Möglichkeit erhält, sich noch zu äußern, als der eigentliche Unterdrücker von Freiheit betrachtet werden muß, weil man auf seinem Grundstück nicht machen dürfe, was man wolle.

Nicht jeder, der Freiheit im Munde führt, hat auch Freiheit im Kopf, oder etwas damit am Kopf.

Frei, aber dabei eben eigentümlich.

EEkat

Kristof , am 30. November 2009 um 12:17 ( Link )

Wenn mir jemand mit vorgehaltener Waffe Teil des Eigentums raubt und einem anderen gibt. Mir dabei das Recht einräumt über den Verwendungszweck des Eigentums mitzuentscheiden, dann werde ich es tun.
Der User Radiergummi hat es schon im Ansatz dargestellt: Die Moscheen, Minarette, überhaupt das Leben der Mohammedaner, werden von den Schweizern (unfreiwillig) finanziert. Von Zuständen, auf die man das Argument der Freiheit anwenden könnte, keine Spur.

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 12:20 ( Link )

Oceans911
Wie wäre es, wenn der Islam es akzeptieren würde, dass wir auf seine Predigten gerne verzichten? Haben wir keine Religionsfreiheit, ja Freiheit überhaupt, nicht dauernd durch Predigten per Lautsprecher und in einer fremden Sprache belästigt zu werden?
Wenn diese Akzeptanz nicht da ist, so frage ich mich, ob diejenigen überhaupt zu integrieren sind, wo sie doch die Freiheitsrechte anderer mit Füssen treten. Es gibt Moscheen überall in der Schweiz und niemand hat etwas dagegen, wenn jemand Mohammed verehrt und Allah anbetet. Aber das soll er dann bitte für sich tun. Allah - ein Geistwesen - ist nämlich keineswegs schwerhörig, sondern kann garantiert gar Gedanken lesen, sofern es ihn gibt.
Wenn Sie mich fragen würden, ob man die Kirchtürme abschaffen soll, so hätte ich nichts dagegen - auf das Glockengeläut kann ich nämlich ebenso gut verzichten wie auf das Lautsprecher-Gegröle eines Muezzin. Einzig die Uhr am Kirchturm würde ich vermissen...
Nun, das Christentum ist hier seit Jahrhunderten heimisch. Das habe auch ich zu akzeptieren und nehme mir nicht die Arroganz heraus, das nun anderen verbieten zu wollen, auch wenn ich davon rein gar nix halte. Im Gegenteil: Ich bin (siehe oben) nach wie vor davon überzeugt, dass Religion - so wie sie ausgeübt wird - ein Machtinstrument und Gehirnwäsche à la carte ist. Aber das ist nur meine Meinung.

Goldelse, am 30. November 2009 um 12:33 ( Link )

@ Stefan Miller

In der jetzt zu verzeichnenden Revolution von oben nach unten geht es um die Vernichtung der Nationalstaaten, das ist alles.

leewe, am 30. November 2009 um 12:35 ( Link )

Seit tausenden Jahren sind die Götter mit den Waffen.
Traurigerweise werden dabei auch immer jene (einfältigen) Menschen mit verwurstet, die an die Güte und Liebe der Heiligen glauben und selbst tatsächlich Gutes tun.
Ansonsten dient Religion oder wahlweise auch eine revolutionäre Weltanschauung den Eroberern als ideologische Rechtfertigung der Eroberung. Klar, wenn man es besser weis und kann, soll man die "Anderen" bekehren oder wegschaffen.
Das Schweizer Votum hat garnichts mit Baurecht oder Gebäuden zu tun. Es ist Ausdruck des Willens einer Bevölkerung, sich nicht erobern zu lassen.
Jetzt entbrennt eine breite Diskussion und das ist richtig so.

vonclausewitz, am 30. November 2009 um 14:31 ( Link )

Ich habe im Vorfeld der Abstimmung in meinem Bekanntenkreis den Eindruck gewonnen, dass die propagandistische Einheitsfront aus Medien, Parteien, NGOs und Kirchen deren Position eher geschadet hat.

Allzu grosse Einigkeit der Wortführer weckt mittlerweile eine Skepsis und Ablehnung, die ohne den Versuch der Einflussnahme so nicht entstanden wäre.
Auch am Tag danach provozier das erwartete Gesülze vom "verängstigen" Stimmbürger, der einfach nicht "richtig informiert" wurde, starke Wut. Es zeigt leider wieder deutlich, das sich auch in unserer politischen Klasse das Selbstverständnis der Sonnenkönige und Volkspädagogen entwickelt hat. Die Ankündigung, mithilfe des EuGH das Ergebnis zu kippen, schiesst den Vogel ab.

Prosper, am 30. November 2009 um 15:36 ( Link )

Sehr geehrter Herr Lichtschlag,

Ihre Analysen und Kommentare schätze ich meist sehr - Ihre Darlegung aber, weshalb das Schweizer Volksbegehren in der Sache falsch sei, empfinde ich als irritierend.
Ganz abgesehen davon, daß Sie nach meiner festen Überzeugung sowohl die tatsächliche Bedeutung von Minaretten dramatisch unter-, als auch die "x-beliebigen konservativen Amerikaner" mehrheitlich völlig falsch einschätzen:
Ich muß nicht unbedingt Kommunitarist sein, um meine Identität auch im äußeren Erscheinungsbild, im "Wiedererkennungswert" meiner von meinen Vorfahren gestalteten Heimat bewahren und mich gegen optische und akustische Zumutungen und Anmaßungen zugewanderter Gruppen schützen zu wollen.
Wenn Sie in dem Zusammenhang sinngemäß meinen, Muslime als Minderheit (bezogen worauf?) könnten niemals ein Problem darstellen, ist dies eine nette, aber, mit Verlaub, unsinnige Aussage, impliziert sie doch letztlich das Gegenteil, denn da Gleiches für eine Mehrheit demzufolge nicht gilt wäre also auch die Minderheit potentiell problematisch.
Zwar benennen Sie dankenswerter Weise zweifelsfrei die Hauptverantwortlichen, wenn Sie aber im Kontext der Schweizer Abstimmung die Angst vor dem Islam nun wiederholt als Spiegel, als Äußerung der Angst vor dem eigenen Zusammenbruch charakterisieren, entbinden auch Sie einmal mehr eine immer einflußreichere Gruppe unerträglich anmaßender Zuwanderer von jedweder Verantwortung. Zudem betreiben Sie damit letztlich ein für Sie völlig abseitiges Argumentationsmuster, ähnelt es doch fatal der perfiden Dialektik der herrschenden Cliquen: Du zeigst mit dem Finger auf ein Problem? Also hast DU selbst ein Problem, löse es gefälligst.
Danke, so nicht - und nichts für ungut, aber da bekomme ich nun wirklich bei absolut jedem nur noch Würgereflexe.

Mit bestem Gruß!

EEkat, am 30. November 2009 um 16:12 ( Link )

Die Bedeutung von Symbolen wird nicht überall richtig eingeschätzt, die Macht der Bilder, die Kraft der Bestimmung von Bauwerken über die Empfindungen von Menschen.

Das Minarett ist geradezu eine Grundform einer das Bewußtsein einfangenden Gestaltung öffentlichen Raumes.

Aber selbst wenn es so nicht wäre, so haben die Schweizer die Aufstellung eines neuen Gessler-Hutes verworfen.

Wenn dies nicht die richtige Entscheidung sein sollte, wie sollte die dann aussehen?

Auch wenn es sich bei dieser Analogie nicht um einen historischen, sondern lediglich literarischen Bezug handelt, so hatte Schiller doch offenbar die Ablehnung anmaßender Umterwerfung so eindrücklich eingefangen, daß dies den Schweizern zu einem teil ihres kulturellen Erbes wurde.

Meine hocherfreute Höchstachtung dafür.

E.Ekat

Rüdiger Märzen, am 30. November 2009 um 17:24 ( Link )

Schweizer, wir warten auf Wüstchenbudenverbote, immerhin sind die eingewanderten deutschen Gastarbeiter die "Türken der Schweiz"! Selten so ein intolerantes Volk erlebt wie die Swizzer.

Friedrich Dominicus, am 30. November 2009 um 17:39 ( Link )

@Zürcher:
Sie schrieben:
@ Friedrich Dominicus
"Die Religionsfreiheit bedeutet nicht gleichzeitig, dass man Gebäude, die überdies nichts mit Religion zu tun haben, errichten darf. Es wurden bereits Minarette gebaut bevor Mohammed überhaupt existierte und es folglich ebensowenig einen Islam gab. Minarette sind Machtinstrumente, wofür, meines Erachtens, Religionen überhaupt missbraucht werden."

Ich habe das nicht so gesehen. Ich dachte einfach "die gehören halt zu einer Moschee wie der Kirchturm zu Kirche" und dann ist das ganz klar eine "religiöse" Sache. Und dann ist das m.E. ganz klar gegen die Verfassung. Wenn das nicht so ist, wüsste ich nicht wie man es im Verhältnis mit Kirchen "gleich" behandeln sollte.

Das Argument: "Wie Du mir, so ich Dir" kann man hier nicht anführen, auch wenn es verboten sein sollte in muslimischen Ländern christliche Einrichtungen verboten sein sollten. Es gilt nicht ein doppeltes Unrecht = Recht.

Was mir aber auch noch beim Durchlesen einiger Kommentare hier aufgefallen ist. Es war die "Lärmbelästigung.". Da muß man aber fairerweise auch zugeben, Kirchenglocken sind auch ganz schön laut....

Ich muß zugeben, ich weiß nicht wie ich entschieden hätte, (ist aber auch irrelevant da wir Deutschen direkt sowieso nie gefragt werden ;-(
)

Wenn ich es von der freien Religionsausführung ableite, hätte ich es ablehnen müssen. Wenn ich es als Machtinstrument sehe um jetzt sagen wir mal "zum heiligen Krieg aufzurufen" hätte ich sicherlich zugestimmt. Wenn es als "Instrument" benutze werden sollte Andere zu unterdrücken dann haben die Schweizer 100% richtig entschieden.

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 18:25 ( Link )

Rüdiger Märzen
"Schweizer, wir warten auf Wüstchenbudenverbote, immerhin sind die eingewanderten deutschen Gastarbeiter die "Türken der Schweiz"! Selten so ein intolerantes Volk erlebt wie die Swizzer."
Es hat niemand befohlen, dass Sie oder irgendwelche Moslems in die Schweiz kommen müssen und uns befehlen dürfen, was wir zu tun haben.
Üblicherweise passt sich ein Gast dem Gastland an und stellt keine Forderungen sondern ist dankbar für die Gastfreundschaft. Ich glaube kaum, dass sich die Moslems oder die Deutschen die teilweise hier an den Tag gelegte Arroganz, um nicht das Wort Frechheit benutzen zu müssen, in ihrem eigenen Land bieten lassen würden. Was Schweizer nicht mögen, ist nämlich genau Arroganz.
Kein Wunder empfinden Sie deshalb Schweizer als intolerant. Um mit den Worten von Herr Lichtschlag im vorhergehenden Titel zu schliessen: "Tatsächlich ist es ein unschönes Spiegelbild" - nur schon die Idee, alle in denselben Topf zu schmeissen, zeugt davon.
PS: Was sind Wüstchen und was Swizzer?

EEkat, am 30. November 2009 um 19:09 ( Link )

Die Reaktionen in den Leserbriefspalten der Onlineredaktionen beweisen eindeutig, daß es sich nicht um ein Schweizer Problem handelt, das hier zutage tritt.

Die Integration ist gescheitert, weil sie nicht von den Zugereisten, sondern von den hier Ansässigen gefordert wurde.

An diesem Scheitern wird auch das Versagen unserer politischen Elite deutlich, ebenso wie das Versagen der Presse, sich auf Information zu beschränken, anstatt selber Pädagogik betreiben zu wollen.

Das Belehren anderer ist seit jeher die Lieblingsbeschäftigung all derer, die es in einem normalen Beruf nicht zu etwas bringen. Dazu kann man getrost Politiker zählen, aber auch Journalisten.

Also werden wir von denen gegängelt.

Das ist ja nicht nur bei der gescheiterten Integration zu beobachten, sondern auch bei der schändlichen Art der Durchsetzung der Europäisierung. Die ebenfalls noch scheitern könnte, weil sie an den Menschen vorbei durchgeboxt wurde, mit weitreichender Beschneidung von Grundrechten.

Vorher jedoch fallen wir noch kräftig auf die Fresse mit dem Klimawahn, den die Dressurelite und Ihre Porpagandisten über uns gebracht haben.

Nicht nur wird immer deutlicher, wie dabei getürkt wurde, um uns hinters Licht zu führen, es wird auch nicht mehr lange dauern, bis der Zusammenhang hergesetellt werden wird zwischen dem bereits akuten Zusammenklappen unserer Wirtschaft, und der durch die Politik vorab gefingerten Intervention in unsere Verbrauchergewohnheiten, zugunsten einer vermeintlich notwendigen, globalen Klimalenkung.

Das Klima wird eher kälter werden. Die Hitze jedoch wird zunehmen.

Unsere Demokratien scheiterten an Politikern, die Demokratie nicht hinzunehmen bereit waren.

EEkat

Nico Metten, am 30. November 2009 um 20:11 ( Link )

Das mag ich an der Schweiz nicht. Es ist eine geschlossene Gesellschaft mit wenig Sinn für Individualismus. Aber diese Abstimmung zweigt auch, dass die ganze Diskussion um den Islam offenbar in die flasche Richtung läuft. Offenbar haben viele Menschen Angst vor der Intolleranz des Islam und werden dabei selber intollerant.

Das schlimme ist, dass diese staatliche Maßnahme wie so viele staatliche Maßnahmen mal wieder das Gegenteil von dem bewirken wird, was sie eigentlich bewirken wollte. Sie wollte die radikalen Islamisten in die Schranken weisen und wird sie am Ende stärken, weil deren Hauptbotschaft, nämich dass das Christentum der Feind des Islam ist bestätigt wird.

Molot, am 30. November 2009 um 20:13 ( Link )

Wie der Autor die Sache wohl sähe, wenn auf dem Grundstück nebenan eine Moschee mit Minarett eröffnete und der Muezzin ihn fünfmal täglich mit einem "Allah ist größer" begrüßte?

Kommt ganz auf die Größe des eigenen Grundstückes an, sollte man halt nicht so sparsam sein. Oder eben Kompromisse machen. Wenn es gar nicht auszuhalten ist muß man halt das Nachbargrundstück kaufen.
B.Ullmann

Heiri Zürcher, am 30. November 2009 um 20:52 ( Link )

Nico Metten
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-42/artikel-2009-42-der-koran-eine-heikle-sache.html
Wieso geben Religionen seit Jahrhunderten Probleme auf? Weil sie auf Dogmen und Glauben und nicht auf Logik und Wissenschaft beruhen.
Toleranz fordern immer diejenigen, die selbst nicht tolerant, ja rücksichtslos sind. Rücksichtsvolle, oder besser: anständige Menschen erwarten keine Toleranz, weil man ihnen gegenüber nicht tolerant zu sein braucht.

Einzel, am 30. November 2009 um 22:09 ( Link )

Ich bin der Meinung, dass Bewertungen der Abstimmung noch etwas verfrüht sind.

Nichts destotrotz sollte man sich noch einmal erinnern worum es hier bei den Diskussionen ständig geht.

1. Der Islam wird von vielen NICHT als RELIGION anerkannt. Die Gründe sind vielfältig und für jeden leicht nachzulesen.

2. Das Ergebnis der Abstimmung hat vorerst keinerlei Folgen. Die, angeblich, nur 4 Minarette in der Schweiz werden nicht abgerissen und, so weit ich weiß, ist kein Neubau geplant. Interessant ist jetzt ersteinmal was sich aus der Abstimmung ergibt.

3. Das es Probleme in den westlichen Demokratien gibt und offensichtlich die politische Richtung der Weltpolitik oft konträr zur Anschauung der regierten Bevölkerung geht, kann man meines Erachtens als erwiesen ansehen.

4. Meiner Ansicht nach ist die Abstimmung der Schweizer ein Signal an alle sich mit dem Problem des Islam an sich neu zu befassen. Meine Hoffnung wäre es, dass sich durch Äußerungen, wie beispielsweise die eines Herrn Bosbach, die Menschen zu einer regen Diskussion um den Umgang mit dem Islam gebracht werden der sich nicht von den Rassismuskeulen mundtot machen lässt.
Vielleicht hilft die einheitliche Linie der Medien nicht nur den Schweizern zu einem Minarettverbotsvolksentscheid, sondern auch den anderen Staaten zu einer Abkehr der aufgezwungenen Islamanbiederung und Verkennung der Integratiosproblematik.

"Gerade las ich ein schönes Zitat des 2006 verstorbenen amerikanischen Ökonomen Milton Friedman:
Der einzige Weg, um das Verhalten der Politiker zu ändern, ist, ihnen das Geld wegzunehmen."

Das Grundgesetz ändern? Den Politikern ihre Selbstbestimmung der Besoldung nehmen?

Das ist wohl zuviel Idealismus. Zuviel Utopie.

Ich verfolge mit Spannung die Entwicklung um die Niederlande und einen Geert Wilders. Vielleicht ist die Zeit eines Islamverbots gar nicht mehr weit. Vielleicht erkennen die Menschen doch noch woher die Gefahr des Islam stammt. Nicht aus verqueren Köpfen hoffnungloser Asiaten oder Afrikaner sondern aus dem Islam selbst, aus dem KORAN:!!

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Klaus Naeve, am 30. November 2009 um 23:03 ( Link )

@ Nico Metten
"Sie wollte die radikalen Islamisten in die Schranken weisen und wird sie am Ende stärken, weil deren Hauptbotschaft, nämich dass das Christentum der Feind des Islam ist bestätigt wird."

Herr Metten,

jeder Andersgläubige ist ohnehin ein Geächteter, bei radikalen Vertretern des Islam ein Feind. Ich für meine Person zeige dieser Ideologie in meiner Kultur gern die Stirn und fordere Grenzen derer Entfaltung. Unser Handeln sollte das forcieren, was auf Seiten der Islamisten gegenüber unserer christlichen Kultur zunehmend fehlt: Respekt!

kfa, am 30. November 2009 um 23:19 ( Link )

Ich habe einen Traum. Deutschland, und mit uns andere, geht wieder auf die Straße und skandiert "Wir sind das Volk!". Und fordert die direkte Demokratie.

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@Nico Metten

Das mag ich an der Schweiz nicht. Es ist eine geschlossene Gesellschaft mit wenig Sinn für Individualismus.

Entschuldigung, aber das ist der größte Quatsch den ich seit langem gelesen habe.

Kurt_G Fördermitglied, am 01. Dezember 2009 um 7:43 ( Link )

Es ist bigott ...

Da stellen sich Christen und Juden hin und befleissigen sich zu verkünden welch böse Tat die Schweizer begangen hätten. Deutsche Staatsmedien, von ARD - ZDF, Phoenix und Arte bemühen sich unterdess um multiethnische Weidergutmachung.

Was ist das für eine schizoide Welt? Religion - die eigentlich nur ein Abfallprodukt des ideologischen Charakters ist - gehört abgeschafft. Zumindest aber gehört sie privatisiert. Jeder - der mit Religion zu tun hat (bitte nicht mit Spiritualität verwechseln) sollte nicht als Psychiater, Psychiologe oder Lehrer arbeiten. Jene vergiften die Psyche unser Kinder und die Zukunft.

Merkwürdig ist derweil, dass die Fürsten dieser Republik ihre Vasallen senden und nicht müde werden Botschaft zu verkünden wie böse Scientology sei. Diese böse Bewegung sei garnicht religiös sondern lediglich eine Sekte die Menschen versklave und Unheil anrichte.

Dieser Nonsens stammt ausgerechnet von Vertretrn der gößten Sekten der Welt, die kleine Religionen - damit sie nicht Futter abgreifen - mal eben zur Sekte degradieren. Wohl hoffend, der ungebildete Michel bemerke das nicht.

Wer Seelenvergiftung erlaubt ist selber Täter ...

Und noch was ... Was hat die Schweiz mit der EU zu tun? Was geht die Schweizer der europäische Gerichtshof an ? Außerdem ging es um Baustil und nicht um Religion.

Dr. Spiele, am 01. Dezember 2009 um 8:14 ( Link )

Noch ein bischen Religionsfreiheit nach Schweizer Muster:

http://www.youtube.com/watch?v=Ci0imzPb0vc

Taliban und Schweizer müssten sich eigentlich gut verstehn.

Leonard_Euler, am 01. Dezember 2009 um 10:26 ( Link )

Heiri Zürcher , am 30. November 2009 um 18:25 ( Link )

Sie haben recht. Nur hier dieser Teil stimmt nicht so ganz:

Ich glaube kaum, dass sich die Moslems oder die Deutschen die teilweise hier an den Tag gelegte Arroganz, um nicht das Wort Frechheit benutzen zu müssen, in ihrem eigenen Land bieten lassen würden.

Die Deutschen müssen sich sowas im eigenen Land bieten lassen, denn die Meinung der Deutschen ist in der Politik und der Journallie ja gar nicht gefragt.

-------------

Nico Metten , am 30. November 2009 um 20:11 ( Link )
Offenbar haben viele Menschen Angst vor der Intolleranz des Islam und werden dabei selber intollerant.

Das hört sich ja wie ein Vorwurf an. Ist es jetzt schon geboten gegenüber der Intoleranz tolerant zu sein?

Sie wollte die radikalen Islamisten in die Schranken weisen und wird sie am Ende stärken, weil deren Hauptbotschaft, nämich dass das Christentum der Feind des Islam ist bestätigt wird.

Diese Bestätigung hat der Islam gar nicht nötig. Es gehört zur islamischen Doktrin, dass Andersgläubige feindlich gegenüber dem Islam sind.

Heiri Zürcher, am 01. Dezember 2009 um 12:37 ( Link )

Dr. Spiele
1 Schweizer = 7'000'000 Schweizer, nicht wahr?
Aufgrund Ihrer Rechenkünste heissen Sie bestimmt Dr. Einstein und nicht Dr. Spiele.
Liebe Grüsse aus PISA.

Heiri Zürcher, am 01. Dezember 2009 um 12:43 ( Link )

Leonard_Euler , am 01. Dezember 2009 um 10:26

Die Deutschen müssen sich sowas im eigenen Land bieten lassen, denn die Meinung der Deutschen ist in der Politik und der Journallie ja gar nicht gefragt.

Es ist in der Schweiz auch nur vordergründig anders, wie die Vergangenheit zur Genüge beweist. Das liegt halt an jenen Menschen, die Meinungsfreiheit genau so lange gelten lassen, solange der Andere gleicher Meinung ist. Wer die Macht samt Gewehr hat, hat halt immer Recht...

EEkat, am 01. Dezember 2009 um 13:19 ( Link )

"Wer die Macht samt Gewehr hat, hat halt immer Recht..."

so schauts aus.

Aber die Schweizer hatten noch einen ganz kleinen Vorteil, den man ihnen nun allerdings ebenfalls aus der Hand schlagen wird.

Es wird immer deutlicher, daß das Recht nicht mehr den notwendigen Ausgleich sicherstellt, sondern zur Waffe der Unterdrückung wird.

EEkat

Heiri Zürcher, am 01. Dezember 2009 um 13:30 ( Link )

EEkat , am 01. Dezember 2009 um 13:19
Genau Ihrer Meinung. Allerdings wird die Systemkrise einiges ziemlich durcheinander wirbeln. Ob es danach besser ist, sei dahingestellt. Macchiavelli sagte (frei zitiert), dass es, wenn es abwärts geht, unaufhaltsam weiter abwärts geht, bis es nicht mehr weiter geht. Es wird sich zeigen, wann und ob die Menschheit klüger wird. Momentan sehe ich ziemlich düster.

EEkat, am 01. Dezember 2009 um 17:32 ( Link )

@Heiri Zürcher, ich habe auch wenig Hoffnung.

Zunächst: meine Sympathie den Schweizern gegenüber ist wieder auf alte Höhen gestiegen. Man muß doch differenzieren, zu welcher Entscheidung ein Volk finden kann, sofern es die Möglichkeit dazu erhält.

Man darf dies niemals durch eine hingehaltene Brille zu beurteilen versuchen.

Ich bin sicher, die würde auch für die Deutschen gelten, wenn denn die Information, die zur Meinungsbildung notwendig ist, nicht erst durch den Filter unserer diversen Dressureliten laufen würde, die Medien sich beschränken würden darauf, welchen Dienst sie eigentlich zu leisten hätten: sachliche Information der Gesellschaft in einer höchstmöglichst erreichbaren Objektivität. Ohne sich dabei selber einbringen zu wollen.

Wäre dies gegeben, und man könnte anschließend tatsächlich dann in den verschieden ausgerichteten Medien sich seine eigene Meinung selber bilden, dann wäre allen gedient.

Davon entfernen wir uns immer weiter. Es geht immer weiter abwärts, bis es nicht weiter abwärts gehen kann.

Wir hatten an den Iren gesehen, wie sich ein Volk zum EU-Vertrag verhält. Wir haben gesehen, daß dies von der Dressurelite nicht akzeptiert wird. Die haben den Iren damit das Kreuz gebrochen.

So wird das Votum der Schweizer ebenfalls eingefangen werden, der Gessler-Hut der Minarette wird errichtet werden.

Aber: es gab nochmals ein letztes Aufbäumen. Das tut gut. Bevor man die Volksbefragung auf tralala reduzieren wird.

EEkat

Heiri Zürcher, am 01. Dezember 2009 um 18:13 ( Link )

EEkat , am 01. Dezember 2009 um 17:32
Nun, dass die "Elite" für sich schaut und nicht für's Volk ist ja eigentlich noch nachvollziehbar. Die meisten Menschen merken schon, dass etwas nicht stimmt. Sie können sich aber nicht vorstellen, dass "die da oben" so denken, weil sie leider ziemlich bieder sind, was sogar für sie spricht.
Wer Familie hat und 40 Stunden die Woche im Schacht ist, hat nicht allzu viele Freiheiten, um sich vertieft zu informieren. Meist halten ihn dann auch noch Schulden auf Trab und unter Fuchtel. Wenn man bedenkt, dass rund 25 % der Bevölkerung mit ihrer Hände Arbeit die restlichen 75 % "durchfüttern" müssen (von sozial Schwachen über Beamte bis hin zu Kindern und Rentnern, kurzum: alle von arm bis reich, die keine produktive Arbeit leisten resp. leisten können), wobei der grösste Teil der Ausgaben auch noch für Zinsen draufgeht, ist es kein Wunder, wenn sie abends todmüde vor die Flimmerkiste hocken. Wüssten sie, wie der Hase läuft, ich weiss nicht, was dann passieren würde...
Natürlich hat die Obrigkeit kein Interesse daran, dass "Meier und Müller" wissen, wie das System funktioniert. Henry Ford:

"Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Nun, das Problem ist, dass selbst ich ratlos bin, wie es zu machen wäre. Auch wenn ich die Österreichische Schule schätze, so sehe ich auch deren Schwächen. Vielleicht hat plötzlich jemand eine kluge Idee, aber bis anhin ist es für mich ein unlösbares Problem. Solange diesbezüglich aber kein Durchbruch stattfindet, wird sich das jetzige System immer schneller zerlegen und wo keine Alternative in Sicht ist, wird sich Wut breitmachen. Daher sehe ich in den nächsten Jahren Revolutionen und (Bürger-)Kriege weltweit. Je später eine Alternative kommt, desto tiefer wird der Absturz sein. Das System ist hoffnungslos am Ende.

Nico Metten, am 01. Dezember 2009 um 21:25 ( Link )

@Klaus Naeve:

"jeder Andersgläubige ist ohnehin ein Geächteter"

sie haben offenbar keine Ahnung sondern vor allem vorurteile gegenüber dem Islam. In der Grundstruktur ist der Islam sehr viel freiheitlicher als das Christentum, da er nicht so starr organisiert ist. Der gläubige darf, anders als im christentum im Islam shoppen gehen und sich aussuchen welchem Prediger er folgt. Und es gibt durchaus sehr liberale Prediger. Aus irgend einem grund folgen in letzter Zeit immer mehr muslime radikalen Predigern und aus meiner sicht liegt das daran, dass der westen (der als christlich wargenommen wird) als bedrohung angesehen wird. Zu recht, denn westliche staaten bomberdieren islamische kulturen seit Jahrzehnten. Da würde ich auch irgendwann radikal.

Gegen radikale islamisten genau wie gegen radikale Christen hilft nur eines, nämich Aufklärung. Und Aufklärung funktioniert nur über Dialogue. Genau der wird aber gestoppt, wenn man ständig neue Waffen auf den Islam richtig. Mit ner Waffe am Kopf diskutiert niemand gerne.

Gerade europäer sollten doch aus ihrer geschichte gelernt haben, dass das dümmste was man gegen religiöse fundamentalisten unternehmen kann physische gewalt ist. Dieser blödsinn hat schonmal ganz europa verwüstet ohne dass dabei am Ende ein sieger hervor ging.

Nico Metten, am 01. Dezember 2009 um 22:11 ( Link )

@kfa

"Entschuldigung, aber das ist der größte Quatsch den ich seit langem gelesen habe."

Dann ist jetzt also alles Recht was demokratisch entschieden wird? Wenn die Mehrheit der Schweizer findet, dass Menschen mit einer Nasenlänger von mehr als 5cm kein recht zu leben haben, dann ist das Recht? War ja eine Mehrheit dafür. Als liberaler sollte man sich doch wehement dagegen wehren, dass über Rechte abgestimmt wird. Und die Schweizer sind hier wirklich an ein absolutes Grundercht heran gegangen. Das ist ein pervertierter demokratischer Fundamentalismus. Eine Mehrheit kann einer Minderheit doch nicht ihre Rechte wegstimmen.

Heiri Zürcher, am 01. Dezember 2009 um 22:54 ( Link )

Nico Metten

Eine Mehrheit kann einer Minderheit doch nicht ihre Rechte wegstimmen.

Dann soll also Ihrer Ansicht nach jeder seine Religion gründen und mit Lautsprechern seine Mitbürger "beglücken" dürfen? Wo bleibt denn da das Recht z.B. der Atheisten, nicht immer belästigt, ja vergewaltigt (laute Lautsprecherbeschallung ist Gewalt!) zu werden?
Eine Demokratie (sofern es denn eine solche gibt) beinhaltet, dass die Minderheit sich der Mehrheit fügt, um Bürgerkrieg zu vermeiden, dem die Minderheit sowieso unterliegt. Dies hat allerdings seine Grenze bei den unveräusserbaren Rechten, den Grund- oder Menschenrechten.
Nun, dass einen Turm zu bauen und mit Lautsprechern seine Mitmenschen regelmässig zu beschallen ein Menschenrecht sein soll (wenn ich meine Nachbarn dauernd mit meinen Lautsprechern beschallen würde, würde ich - zu Recht! - wegen Nötigung verurteilt werden), ist mir, ehrlich gesagt, doch ziemlich neu und nicht nachvollziehbar. Weitere Gründe habe ich bereits oben angeführt und es gäbe noch Hunderte weitere.
Ich schlage vor, die Moslems können Türme bauen so viel sie wollen: nämlich in der Wüste, da hat es genug Platz und da belästigen sie mit ihrem Geplärre auch niemanden. Aber ich habe absolut keine Freude, mir dauernd das Lautsprecher-Gegröle anzuhören. Vielleicht beweisen mir die Moslems ja, dass es einen Gott gibt. Ich bin immer bereit, meine Meinung zu ändern.
http://video.google.de/videoplay?docid=4967260849660958132&hl=de&emb=1#
http://video.google.de/videoplay?docid=-3092135381496844404&hl=de&emb=1#
Ich stelle also fest, dass Sie meine Grundrechte, in Frieden gelassen und nicht ständig in meinem Glauben beleidigt zu werden, ja, regelrecht mich einer Gehirnwäsche unterziehen zu müssen, nicht achten.
Wie gesagt: Die Moslems sollen und dürfen von mir aus beten solange sie wollen - wo aber meine Grundrechte beginnen, da haben sie mit ihren vermeintlichen Rechten zurückzutreten. Fehlt nur noch, dass sie hier die Scharia (bitte lesen sie die einmal!) einführen und mich steinigen dürfen... Und wenn es ihnen nicht passt: Ich habe sie nicht gerufen. Und Tschüss!

EEkat, am 02. Dezember 2009 um 0:05 ( Link )

Nico Metten,

Sie wollen Dialog, udn dabei eine ehrliche Meinung lesen?

----Aus irgend einem grund folgen in letzter Zeit immer mehr muslime radikalen Predigern und aus meiner sicht liegt das daran, dass der westen (der als christlich wargenommen wird) als bedrohung angesehen wird.

Klar, Der Westen. Immer. Aber man könnte trennen. Zunächst zu Moslems, die hierhergekommen sind.- Wenn sie den Westen als Bedrohung ansehen - in Frankreich, in Holland, in England, in Deutschland, in der Schweiz -dann sollen sie ganz einfach dorthin zurückgehen, wo sie sich unbedroht fühlen. Hier fühlen sich immer mehr Einheimische bedroht, durch Muslime. Die werden nirgendwohin gehen können. Das ist keine gute prognose für die Zukunft, wenn die Politik nicht endlich aufwacht.

-- Zu recht, denn westliche staaten bomberdieren islamische kulturen seit Jahrzehnten. Da würde ich auch irgendwann radikal.

Typisch. Aber wie gesagt, das eine sind die Muslime, die Sie jetzt wohl durcheinanderwerfen wollen mit jenen Muslimen, die durch den Westen bombardiert wurden.

Da trennt uns nicht nur die Wahrnehmung, sondern besonders die unaufrichtige Art der Wahrnehmung, die Sie hier vortragen. Feige Schweine, die die gastfreundschaft Ihrer neuen Länder mißbraucht haben, um unzählige Zivilisten mitten im Frieden zu Tode zu bringen.

Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Egal ob man die Terroranschläge des schwarzen September nimmt, Moslembrüderschaft in Ägypten, bis hin zur Attacke auf das World Trade Center: die Gewalt geht von Muslimen aus. Dafür werden sie gehaßt.

Hier wird einer der Gründe sichtbar, warum unsere verschiedenen Kulturen unüberbrückbare Gräben aufzeigen: Man kann sich mit Muslimen nicht auf eine gemeinsame Wahrnehmung einigen. denmn spätestens danach geht alles wieder von vorne los. Zwecklos.

---Gegen radikale islamisten genau wie gegen radikale Christen hilft nur eines, nämich Aufklärung.

Wie vorher gesagt: Einigung unmöglich, Reden hilft nichts. Schon garnicjht mit radikalen Fundamentalisten. Sonst hätte es beispielsweise mit Israel längst Frieden geben müssen. Aber es muß der Anspruch auf Gesamt- Palästina sein, den die Neu-Ethnie der Palästinenser
sozuagen als Minimallösung fordert. Eine Forderung, die ins Nichts führte.

Es gibt Leute, mit denen man nicht reden kann. Dazu zählen muslimische Fundamentalisten. Sinnlos, und tausendfach bewiesen. Leider wollen einige unserer Politiker die Erfahrungen, die Israelis seit Jahrzehnten machen, unbedingt hier wiederholen..

Die neueste Großausgabe dieses Zuschnitts heißt Ahmadinedschad.

---Und Aufklärung funktioniert nur über Dialogue. Genau der wird aber gestoppt, wenn man ständig neue Waffen auf den Islam richtig.

Wird nix. Wie viele Kriege hat es mit Israel gegeben, ohne daß nicht anschließend wieder ein neuer Krieg durch die Unnachgibigkeit der Araber vom Zaum gebrochen wurde? Unsere Schlesier würden heute noch in Laghern hocken, wenn wir uns so verhalten hätten wie die muslimischen Brüder.

Die Israelis geben mittlerweile Land her, ohne daß sie noch auf Dialog bestehen. Gaza. War völlig zwecklos. Anschließend wiurden sie von dort beschosssen, udnd ann von der Welt beschimpft.

---Mit ner Waffe am Kopf diskutiert niemand gerne.

Ein dummer Spruch. Selbst mit nichts in der Hand stellt der Moslem noch Ansprüche. Da ist etwas Unüberbrückbares, etwas Anmaßendes, was sich in der jüngsten Abstimmung der Schweizer entladen hat, und nicht grundlos richtet sich das ausgerechnet gegen das Minarett.

Integration könnte frühestens beginnen dann, wenn Leute wie Sie das begreifen könnten. No way.

Also niemals. Schauen wir uns dazu mal ein paar Beispiele von Ihnen an:

----Dann ist jetzt also alles Recht was demokratisch entschieden wird?

----Wenn die Mehrheit der Schweizer findet, dass Menschen mit einer Nasenlänger von mehr als 5cm kein recht zu leben haben, dann ist das Recht?

---Als liberaler sollte man sich doch wehement dagegen wehren, dass über Rechte abgestimmt wird.

---Und die Schweizer sind hier wirklich an ein absolutes Grundercht heran gegangen.

---Das ist ein pervertierter demokratischer Fundamentalismus.

---Eine Mehrheit kann einer Minderheit doch nicht ihre Rechte wegstimmen

Anmaßend. herrisch, Von keinerlei Kenntnis getrübt. Sie kennen nur Ihre Rechte. Alles andere zählt nicht. Und dies hier in unseren Ländern.

Nehmen Sie zur Kenntnis, daß vor der Zulassung jeder dieser Abstimmungen geprüft wird, ob über Grundrechte abgestimmt werden sollen. Das ist verneint worden.

Ihnen wird nicht das Grundrecht auf Religionsfreiheit in der Schweiz entzogen, denn Sie dürfen dort weiterhin Ihre Moscheen bauen, ihrer Religion nnachgehen.

Wissen Sie das nicht?

Sie fordern, mit Leuten wie Ihnen in eine Diskussion einzutreten, um dadurch was genau bewirken zu können?
Das einzige, was bewirkt werden kann ist, daß man Ihre Erwartunge erfüllt, und ihre Meinung übernimmt.

Gegen Leute dieses Zuschnitts wehrt sich der Mensch, wo immer er kann. Sogar der westliche Mensch. IN keinem mir bekannten, arabischen Land könnten Sie solche Anmaßungen absondern. Machen Sie das mal in Singapur, ein muslimisches Land, vor dem ich höchste Achtung habe.

Leute wie Sie mit einem denken, wie nicht nur Sie es zeigen werden hier immer ein Fremder bleiben.

Ein Fremder auf einem viel zu dünnen, und zu hohes Roß.

EEkat

Dr. Spiele, am 02. Dezember 2009 um 17:31 ( Link )

"Singapur, ein muslimisches Land"

Nö.

Tanja Krienen, am 02. Dezember 2009 um 18:24 ( Link )

Die "Hoffnungsträgerin" -
http://kristina-koehler.de/data/images/2009/08/07/2-4a7c1ff60eb83.jpg

Kristina Köhler beim Christopher-Street-Day in Frankfurt

Seit Jahren hat sie es sich vorgenommen, endlich hat es geklappt: Kristina Köhler fuhr beim Frankfurter CSD auf dem Wagen der LSU (Lesben und Schwule in der Union) Hessen mit. "Konservativ, aber sexy", unter diesem Motto setzt sich die LSU innerhalb der Union für die Anliegen von Lesben und Schulen ein. "Die Mitglieder der LSU verdienen großen Respekt. Denn manchmal werden sie immer noch als Schwule und Lesben in der Union schief angesehen. Und als überzeugte Christdemokraten haben sie es auch in der homosexuellen Szene nicht immer leicht.", so Kristina Köhler. Sie selbst vertritt die Überzeugung, daß den Pflichten bei eingetragenen Lebenspartnerschaften endlich auch mehr Rechte folgen müssen.

"Gerade als Christdemokratin freue ich mich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen. Hier werden konservative Werte gelebt!", sagt Kristina Köhler. Natürlich sehe das in der Union noch nicht jeder so. "Aber immer mehr!", so Kristina Köhler. Die zweistündige Tour durch Frankfurt zu den Klängen von "Er gehört zu mir" und "I am what I am" hat ihr riesigen Spaß gemacht. "Wenn es irgendwie zeitlich geht, bin ich nächstes Jahr wieder dabei", sagte sie zum LSU-Vorsitzenden Alexander Schart.

EEkat, am 02. Dezember 2009 um 22:11 ( Link )

@DrSpiele

"Nö".

Stimmt. Singapur hat nix mit Moslems zu tun.


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