Petr Bystron

Der Autor ist Politologe und Publizist.

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

Die Deutschen und der Neid: Feuer frei auf Guttenberg

von Petr Bystron

Aber: Was Karl Theodor zu Guttenberg nicht umbringt, macht ihn stärker…

Die aktuelle Hetzkampagne gegen den Verteidigungsminister zu Guttenberg zeigt, wie schwer es überdurchschnittliche Persönlichkeiten hierzulande haben.

Nichts hasst die graue Masse der Durchschnittsmenschen mehr, als den Glanz des Überdurchschnittlichen. So gesehen lebt Karl Theodor zu Guttenberg gefährlich: mit 31 MdB, mit 37 Generalsekretär der CSU und mit 38 Wirtschaftsminister – das ist ein steiler Aufstieg, der viele Neider weckt.

Nach elf Jahren sozialistischer Machtteilhabe zu behaupten, die „Märkte seien erwiesenermaßen effizient“, ist genauso, als wenn man im tiefsten Mittelalter ausrief, die Erde sei gar keine Scheibe. In beiden Fällen setzte man sich selbst auf einen Scheiterhaufen. Und als deutscher Wirtschaftsminister auch noch ein Insolvenzverfahren für Opel überhaupt erwähnt zu haben, das grenzt an Sakrileg.

Hinzu kommt erschwerend, dass sich zu Guttenberg offensichtlich regelmäßig wäscht und kämmt, keine weißen Socken zum dunklen Anzug trägt und mit einer Frau verheiratet ist, die nicht im selbst gestrickten Lamapullover Frösche über die Straße trägt.

Für die Trittins, Nahles und Lafontaines ist der großadelige zu Guttenberg die Verkörperung des Erzfeindes. Und die bajuwarischen Parteifreunde in abgewetzten Billiganzügen, die sich in mühevoller Kleinarbeit über die Jahre von einer Sitzung zur anderen bis zum Kreisvorstand hochgedient haben? Welchen Hass müssen die für jemand empfinden, der es locker auf 68 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis schafft und somit über alle Kungeleien um Listenplätze erhaben ist? Guttenberg ist wie das Ladenschlussgesetz – auch bei ihm kämpfen die rötesten Roten plötzlich Seite an Seite mit den schwärzesten Schwarzen.

Wenn so jemand auch noch der jüngste Verteidigungsminister in der Geschichte der Bundesrepublik wird, sind seine Tage eigentlich gezählt. Die Meute wartet nur noch auf seinen ersten Fehler. Bei einem falschen Schritt kann der Soldat im Kugelhagel sterben.

Doch diesmal hat die Meute das Feuer zu früh eröffnet. Zu Guttenberg wird den Angriff überstehen, zumal es kein offenes friendly fire gab – Seehofer wartet noch ab.

Auch hier gilt: „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.“ Wenn es so weiter geht, ist zu Guttenberg in vier Jahren der nächste Kanzler. Womöglich auch noch mit dem besten Wahlergebnis aller Zeiten. Da würden einige vor Neid platzen.

15. Dezember 2009

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen