Roland Woldag

Jg. 1961, Maschinenbau-Ingenieur, betreibt die Website Familienwehr.de

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Eine Weihnachtsgeschichte aus Deutschland: Dammbruch für die Kultur des Todes

von Roland Woldag

EKD, AWD, Robert Enke und die Folgen

Wie läuft es denn in Ihrer Gegend? In der Zeitung steht’s ja nicht, wenn sich junge Menschen vor den Zug  werfen. Wieviele waren es bei Ihnen diese Woche?

Montag hielten in Kiel die Züge, weil sich ein junger Mann davor geworfen hatte. Mittwoch legte sich ein Schüler meiner Frau auf die Gleise. Gestern sprang der Neffe unserer besten Freundin aus dem 6. Stock und starb (Ort ohne Gleisanschluss). Tags drauf raste der 17-jährige Neffe der direkten Nachbarin dieser Freundin mit dem Wagen gegen einen Baum, nicht ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen.

Vier in einer Woche, nur im direkten Umfeld. Schauen Sie mal in Ihre Tageszeitung, Rubrik Todesanzeigen, nach den Geburtsdaten. Das sind sicherlich nicht alles Unfälle oder krebstote Jugendliche. Wenn es so weitergeht kann sich EKD-Bischöfin Käßmann auf die Schulter klopfen.

Schauen wir noch einmal in die „Mitteldeutsche Zeitung“ vom 10. November 2009 zur Gleislegung eines Fußballtorwarts: „Bei einer bewegenden Trauerandacht am Abend in der überfüllten Hannoveraner Marktkirche haben im Beisein der Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mehrere Tausend Menschen Abschied von Enke genommen. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Löw, seine Assistenten Hans-Dieter Flick und Andreas Köpke, DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwiesen ihrem toten Freund und Kollegen die Ehre. Rund 800 Menschen drängten sich in dem Gotteshaus, um der Andacht der Landesbischöfin Margot Käßmann zu folgen. Vor der Kirche standen mehr als 3000 Menschen. Nach der Andacht fanden sich etwa 35.000 Menschen zum Trauermarsch zur AWD-Arena zusammen. An der Spitze trugen unter anderem 96-Manager Jörg Schmadtke und Trainer Andreas Bergmann ein schwarzes Banner mit dem Konterfei von Enke und der Aufschrift ‚Ruhe in Frieden’. An der AWD- Arena lagen 18 Kondolenzbücher aus.“

Das war der Dammbruch.

Ab nun ist Selbstmord eine durch die EKD abgesegnete Form des Lebensentwurfs und macht Schule. Aber die EKD segnet mit der Homoehe ja schon den mittelbaren Selbstmord, bis zur Segnung des Unmittelbaren war es da nur noch ein kleiner Schritt.

Ein christlicher Bischof hätte einem Selbstmörder nie in einem Suizid-Massen-Event für voyeuristische Gutmenschen den Segen gegeben. Er hätte nach alter Sitte erklärt, dass Selbstmörder nicht in den Himmel kommen. Er hätte die Kultur des Todes gegeißelt. Bis in die Neuzeit wurde Selbstmördern der Platz auf dem Gottesacker verweigert. Sie wurden vor den Toren der Stadt in ungeweihter Erde begraben. In meiner Heimatstadt Potsdam wurden bis 1945 Selbstmörder in der Templiner Vorstadt, also vor den Toren der mittelalterlichen Stadt beerdigt. Im Vereinigten Königreich war der Suizid bis 1961 eine Straftat.

Doch heute ist ein offenes Bekenntnis als Christ zur natürlichen Ordnung des Schöpfers und damit zum Leben, der Ehe und zur Familie nicht mehr opportun und führt unter Umständen sofort zur totalen Ausgrenzung – wie das Autodafé Eva Hermans überdeutlich gemacht hat.

Die populäre Feministin, Humanistin und Vorsitzende des Esoterik Kreises Deutschland (EKD), Frau Käßmann, Lichtgestalt linker Relativisten, steht nun mit ihrer Organisation auch für Relativierung des Selbstmordes.

Wäre Herr Enke durch einen scharfen Schuss aufs Tor gestorben, hätte das in der Folge keine Nachahmer gefunden. Erst die Medieninszenierung unter auffälliger Beteiligung der EKD, repräsentiert durch die Bischöfin, welche nur die Tragik des Todes aufnahm, ohne den signifikanten Unterschied zwischen Unfall und Selbstmord öffentlich wahrnehmbar deutlich zu machen, hat nun zur wahren Tragik geführt. Seit Enke soll sich die Zahl Selbstmorde verdreifacht haben.

In meinem Umfeld sind das mehr.

Da werfen jetzt gesunde, kräftige, junge Menschen wegen lösbarer Probleme und teils aus Überdruss, oder gar um endlich einmal wahrgenommen zu werden, das Leben weg.

Die Erlösungsillusion solcher Veranstaltungen wie die der Enke-Andacht ist tödlich, und da ich der EKD noch selbst angehöre, ist es für mich ein kaum lösbarer Konflikt, unter einer Bischöfin zu leben, die weder die Vorbildwirkung einer geschiedenen Bischöfin versteht, noch die Wirkung einer Massenandacht, die geeignet ist, Todessehnsüchte zu kultivieren.

Nur die Aufbahrungen in den Mausoleen des ersten Kaisers von China oder Ramses’ Pyramide oder Stalins, Maos oder Lenins Aufbahrungsstätten haben mit dem Enke-Event mithalten können. Aber es war eben kein natürlicher Tod oder tragischer Unfall, und wenn die Gesellschaft offensichtlich ein Problem hat, dann war das der falsche Gottesdienst.

Für viele Familien der Selbstmörder wird diese nämlich die unseligste Weihnacht ihres Lebens.

Doch war es nicht ein Akt des Humanismus, Abstand von den Vorbehalten der christlichen Kirchen zum Selbstmord zu nehmen und den Gefühlen des Volkes Raum zu geben? Ist denn ein Christ nicht auch immer Humanist?

Hätte man Stalin, Mao oder Ceausescu zu ihrer Zeit als die größten lebenden Humanisten gepriesen, wären einem Beifall und Parteikarriere sicher gewesen. Hätte man gesagt, sie seien keine Humanisten, hätte es vorkommen können, dass das Todesurteil vom Humanisten persönlich unterschrieben gewesen wäre. Hätte man gesagt, sie seien keine Christen… – auch hier hätte ein wohlwollendes Nicken den „richtigen Klassenstandpunkt“ bestätigt. Offensichtlich ist der Christ gefährlich für die humanistischen Menschenbeglücker und der wahre Humanist taugt sogar zum Menschentöter. Der Humanist hat ein menschenzentriertes Weltbild, welches mit den wissenschaftlich-ideologischen Moden wechselt, der Christ beruft sich auf das Wort Gottes und dabei bleibt’s. Deshalb überlässt er den Selbstmörder dem Urteil des Herrn, für Todkranke die sich selbst erlöst haben, erbittet er seine Gnade.

Selbstmord ist Selbst-Mord und der Selbstmörder ein Selbst-Mörder, deshalb heißt das auch so. „Du sollst nicht töten!“ Das gilt natürlich auch für sich selbst. Genau das haben wir von der Moralistin Käßman aber nicht gehört. Es ist eigentlich auch völlig wurscht, was Frau Käßmann gesagt hat, die jungen Leute, die sich „nach Enke“ umgebracht haben, werden die Rede nicht gehört oder gelesen haben. Sie haben aber sehr wohl registriert, dass Selbstmord viel Aufmerksamkeit erzeugt und auch von der evangelischen Bischöfin verstanden wird.

Versuche der Nationalsozialisten, die Kirche durch „Deutsche Christen“ zu entkernen und eine Kultur des Todes zu etablieren oder wie heute der Bibel durch „gendergerechte Sprache“ das Leben auszuhauchen, fruchteten nur bei der evangelischen Kirche.

Zu all dem Elend der letzten Tage musste ich noch die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel in politisch korrekter Sprache unter anderem mit „Hirten und Hirtinnen“ anhören, und nur weil ich eingeladen war, habe ich den unschuldigen Kirchenbau nicht fluchtartig verlassen.

Es geschehen unheimlichen Dinge. Luther stünde heute sicher auf der Seite des katholischen Papstes, wenn er nicht bereits zur Orthodoxie konvertiert wäre.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit!

Nutzt sie, um mit Euern Kindern zu reden!

26. Dezember 2009

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Kommentare

Tanja Krienen, am 26. Dezember 2009 um 8:30 ( Link )

Sie wollen Selbstmörder wieder vor der Stadt beerdigen, Sie feiner Christ? Christenmist reime ich immer auf solche Begegnungen. Die Genderfrage werden Sie auch nie durchdringen, weil ihr versimpeltes "Dagegen" auf Differenzierungen verzichtet und deshalb mehr mit der Dalai Lama-Ideologie des Sowohl-Als-Auch Hand in Hand geht, als Sie glauben. Glauben Sie übrigens, was Sie wollen. Sie sind ein zu Überwindender!

Darwin, Darwin über alles
Über alles in der Welt!

Sirko , am 26. Dezember 2009 um 9:30 ( Link )

Es ist das Grundrecht des freien Menschen sich selbst das Leben zu nehmen. Ob uns das gefällt ist dabei irrelevant, das Recht dies zu verurteilen haben wir nicht.

Diese Menschen abzustempeln zeigt das nicht verstehen, was individuelle Freiheit wirklich ist, nämlich die Freiheit auch mit seinem Körper und sich selbst so verfahren zu können wie es das Individuum will.

Menschen die diese Entscheidung für sich selbst getroffen haben sind mit dem gleichen Respekt zu behandeln, wie alle Anderen, die eines "natürlichen" Todes starben.

Es ist der Widersinn einiger Religionsgemeinschaften diese Menschen zu verurteilen, anstatt die Entscheidung verstehen zu wollen.

affenkopf, am 26. Dezember 2009 um 9:34 ( Link )

Das Recht auf Selbsteigentum schließt eben auch Selbstmord ein (natürlich ohne dabei Eigentum anderer zu beschädigen, also sich z.B. vor einen Zug zu schmeißen).

Reiner Vogels Fördermitglied, am 26. Dezember 2009 um 10:14 ( Link )

Als pensionierter ev. Pfarrer, der unter dem Bild, das die Führungsclique der EKD in der Öffentlichkeit präsentiert, ebenfalls leidet, kann ich Herrn Woldag nur zustimmen. Die Beweihräucherung des Selbstmordes von Herrn Enke durch Bischöfin Käßmann war ein unerträglicher Skandal und eine Apotheose (im Wortsinn!) der Kultur des Todes.

Im übrigen stimmt es nicht, dass das Recht auf Selbsteigentum auch den Selbstmord einschließt. Wir haben unser Leben als eine Gabe und ein Geschenk Gottes. Wir dürfen es uns daher nicht selbst nehmen. Nur Gott hat dazu das Recht, und nur er darf den Zeitpunkt bestimmen. Wir haben kein Verfügungsrecht über menschliches Leben, weder über das anderer Menschen noch über das eigene.

Eine andere Frage, um die es hier allerdings nicht geht, ist, ob Selbstmord nicht in bestimmten Fällen Folge einer seelischen Erkrankung ist. So etwas mag es geben. Ich bin sicher, dass Gott dies dereinst bei seinem Urteil über den betreffenden Menschen angemessen berücksichtigen wird.

fwh, am 26. Dezember 2009 um 10:47 ( Link )

Eigentlich hatte ich geglaubt, daß es nach dem unsäglichen Herrn Huber nicht mehr schlimmer kommen könnte, aber die Wahl von Frau Frau Käßmann und deren infantile Einlassungen zu jeglichem Thema haben mich eines Schlechteren belehrt. Es ist wohl tatsächlich so wie ein Kommentator schrieb: Die evangelische Kirche in D ist zu einer Mischung aus Dritte-Welt-Laden, Aktion Sühnezeichen und Glockenläuten gegen Rechts verkommen.

Wie weit muß sich eine Kirche von Gott und den Menschen entfernt haben, wenn sie sich inzwischen nicht einmal entblödet, eine von Linksradiklen und Ex-SED-Bonzen gegründeten "Initiative Ilja Ehrenburg" zu unterstützen, um die Umbenennung einer nach dem Anstifter der Schlächter benannten Rostocker Straße zu verhindern?

Selbstmord als Lebensentwurf paßt nur zu gut in dieses Bild völliger moralischer Verwahrlosung.

HK

Haderach, am 26. Dezember 2009 um 10:51 ( Link )

@Reiner Vogels
Genauso unerträglich wie das Medienspektakel um den Freitod eines Berufssportlers, ist mir die Aussage dass nur Gott das Recht haben soll über mein Leben zu verfügen.
Sollte so etwas wie Gott tatsächlich existieren, dann plagen ihn bestimmt andere Sorgen als die temporäre Existenz eines mit Bewußtsein ausgestatteten Säugetiers auf einem winzigen Planeten in einer von Milliarden Sonnensystem in einer von Milliarden Galaxien.
Warum die Vorstellung der Existenz Gottes so viel Halt geben soll, ist mir als Absolvent eines Benediktinergymnasiums seit jeher ein Rätsel. Löst es doch keine der existentiellen Fragen, sondern verlagert sie nur in einen Bereich in dem man es offenbar für angebracht hält mit dem Denken aufzuhören.
Die Annahme dass Gott existiert, erklärt nicht woher er kommt, wer ihn geschaffen hat, warum er existiert, wie etwas ohne Anfang existieren kann..... etc. Alle Fragen die bezüglich unserer Existenz offen sind, sind auch hinsichtlich der Existenz eines Gottes offen - nur stellt sie da interessanterweise keiner. Gott ist quasi eine personifizierte Ausrede das Denken einzustellen.
Sollte es so etwas wie ein höheres Bewußtsein i.e. Gott im Universum geben, dann wird dieses m.M. nach weder Rache noch Hass noch Liebe oder Wut kennen. Es wird keinerlei Anteil am Treiben des homo sapiens und seiner kurzlebigen Existenz nehmen, jede andere Vorstellung kommt mir sehr kindisch vor.
Die menschliche Vorstellung für ein höheres Wesen eine besondere Funktion oder Aufgabe auszuüben hat seit jeher nur als Vorwand für die schlimmsten Verbrechen gedient. Den Göttern war schon immer erlaubt was den Menschen verboten war. Gerade in Bezug auf den Wert des Lebens erachte ich es daher als angebracht sich nach menschlichen Maßstäben zu orientieren und nicht nach göttlichen.

stereotyp Fördermitglied, am 26. Dezember 2009 um 10:58 ( Link )

@ Tanja Krienen:

Wie in dem Artikel schon deutlich wurde, sind Humanisten meistens die ersten mit dem Urteil gegen prinzipientreue Christen. Niemand wollte Robert Enke damit verurteilen... aber die Folgen der Inszenierung, sind tausendmal trauriger als ihr Auslöser.

Außerdem möchte ich ihnen einen gut gemeinten Rat geben: Nach dem Daten-skandal rund um die wissenschaftliche Theorie zum Klimawandel, schauen sie sich doch ruhig auch mal kritisches zur Darwin-Lehre an. Nur mal so.

MfG

Tanja Krienen, am 26. Dezember 2009 um 11:48 ( Link )

Stereotyp - Ich sehe den Hype um Enke auch sehr kritisch, doch, wer den Selbstmörder an sich verurteilt, hat nichts vom Leben begriffen.

Die von Darwin erkannten Prinzipien stehen wie eine 1.

nehring, am 26. Dezember 2009 um 11:52 ( Link )

@ stereotyp

tanja krienen einen gutgemeinten rat geben zu wollen ... ist zwar löblich, aber vergeblich, quasi in den wind gesch...

es geht diesen "aufsehern" garnicht um argumentation, sondern ums "überwinden"!, früher nannten das diese "volksfreunde" liquidation, vernichtung, zertreten...

deshalb sofort: der persönliche, völlig unsachliche angriff!

warum sollte man dann auch selbst sachlich argumentieren? wieso sollten diese nicht auch einmal die faust spüren, die sie anderen dauernd ins gesicht halten?
und warum sollte man die "genderfrage durchdringen"?
wie früher die "klassenfrage"?
warum sich mit solchen schwachsinn differenziert auseinandersetzen?
dbddhkp.

bekömmlicher ist es, solche beiträge zu lesen.

Tanja Krienen, am 26. Dezember 2009 um 13:17 ( Link )

hering - Sie wollen also glauben, statt wissen; Sie schimpfen Polemik "Angriff", aber möchten Fäuste, statt Argumente sprechen sehen; Sie wollen auch keine Inhalte "durchdringen", also sich damit eingehend beschäftigen und nennen "Schwachsinn", was sich ihrer Vorstellung entzieht.

Das sagen Sie zudem ausgerechnet an die EINZIGE der bekannteren, selbst betroffenen Personen, die in klassischer Weise den Vertretern des Genderismus etwas entgegenzustellen vermag. Aber das ist ja mein Vorwurf: Weil Sie und andere nichts davon verstehen, fangen Sie gar nicht an zu begreifen und wirken daher in all ihrer Unbedarfheit kontraproduktiv! Inzwischen aber habe ich auch verstanden, warum aus dem Milieu nichts kommen kann, nämlich: weil auch hier - wie bei den Genderideologen, der Glaube an das Absurde dominiert. Das Ganze nämlich stammt im Wesentlichen aus der Ying und Yang-Idiotie, und diese befindet sich nur einen Katzensprung vom Wegrand entfernt, gleich neben Roland Koch. Deshalb korrespondiert man ja auch mit einer K. Köhler so wunderbar, weil auch diese nicht wirklich begreift, in welchen Strudel man sie zog. Und sie wurde verdammt gezogen. Ich weiß das seit langer Zeit...

Herr_Rossi, am 26. Dezember 2009 um 14:58 ( Link )

Nää, was bin ich froh, das ich katholisch bin.
Der Papst hat schon recht, wenn er evangelisch-christlichen Organisationsformen die Anerkennung als "Kirche" versagt.

Hätte ich abgabenpflichtige Einkünfte, wäre ich sogar bereit für meine Mitgliedschaft in der heiligen römisch-katholischen Kirche Steuern zu zahlen.
Das wäre mir mein Seelenheil doch wert!

Reaktionaer, am 26. Dezember 2009 um 15:03 ( Link )

Werter Herr Woldag,

Sie haben im Wesentlichen vernünftige Ansichten, doch steckt der Teufel im Detail:

"und da ich der EKD noch selbst angehöre, ist es für mich ein kaum lösbarer Konflikt, unter einer Bischöfin zu leben"

Wie kann nur jemand, der doch offensichtlich bei Trost ist, freiwillig diesem widerlichen Verein angehören, zumal Sie selbst ihn ja trefflich als "Esoterik Kreis Deutschland" apostrophiert haben?

Tun Sie doch sich und dem Rest der Menschheit etwas Gutes und nutzen Sie die Zeit zwischen den Tagen, um aus dieser "Kirche" auszutreten.

Reaktionaer, am 26. Dezember 2009 um 15:04 ( Link )

@ Sirko

"Ob uns das gefällt ist dabei irrelevant, das Recht dies zu verurteilen haben wir nicht."

Aber sicher. Ich kann verurteilen, wen ich will. Wer wollte mich denn daran hindern? Sie vielleicht?

Reaktionaer, am 26. Dezember 2009 um 15:09 ( Link )

"Selbstmord als Lebensentwurf paßt nur zu gut in dieses Bild völliger moralischer Verwahrlosung."

Mit etwas Glück begehen jetzt viele Repräsentanten dieser "Kirche" Selbstmord. Die Sache hat also auch ihr Gutes.

Noack, am 26. Dezember 2009 um 17:23 ( Link )

Was sagt die Statistik über die Entwicklung der Selbstmordrate nach dem Enketod? Muss doch einfach rauszufinden sein. Und mich würde es in diesem Zusammenhang sehr interessieren.

Ja, ja... Frau Käßmann ist schon so´ne richtig moderne Bischöfin. Nicht so altbacken und störrisch, sondern keck, frisch und uptodate. Heute (oder gestern? oder permanent?) hat sie sich ja wieder zum Betreuungsgeld geäußert. Dass dies ja ein völlig veraltetes Familienbild befördere.... oh Mann, die Evangelen sind wirklich nicht zu beneiden.

familienwehr.de , am 26. Dezember 2009 um 18:32 ( Link )

Als die Evangelische Kirche dem national-sozialistischen Zeitgeist verfallen war, stellte sich für Protestanten genau diese Frage: Austreten oder drinnen widerstehen. Es bildete sich die Bekennnende Kirche um Dietrich Bonhoeffer, Karl Barth und Helmut Gollwitzer. Unter den DDR-Marxisten war die Ev.Kirche DER ORT aus dem der Widerstand gegen den Sozialismus organisiert wurde, dieser droht nun am sozialdemokratistischen Zeitgeist zu zerbrechen. Protestant sein, war auch immer freiheitlicher Widerstand in der eigenen Kirche - ursprünglich gegen die Dekadenz der katholischen.

Reaktionaer, am 26. Dezember 2009 um 18:48 ( Link )

@ familienwehr.de

"Als die Evangelische Kirche dem national-sozialistischen Zeitgeist verfallen war, stellte sich für Protestanten genau diese Frage: Austreten oder drinnen widerstehen."

Die heutige "Kirche" ist so verkommen, daß Ihr Versuch sich so erfolgversprechend annimmt, als würde man innerhalb der NSDAP für eine philosemitische Position kämpfen.

"Unter den DDR-Marxisten war die Ev.Kirche DER ORT aus dem der Widerstand gegen den Sozialismus organisiert wurde"

Lachhaft. Ganz brav und angepaßt waren diese Helden.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 26. Dezember 2009 um 18:57 ( Link )

@familienwehr

Protestant sein, war auch immer freiheitlicher Widerstand in der eigenen Kirche

Genau das ist meine Position. Austreten ist in meinen Augen die schlechtere Alternative.

Und: Es kommt auch mal wieder anders.

nehring, am 26. Dezember 2009 um 19:34 ( Link )

@tanja krienen

sag ich ja, unsachliche angriffe und persönliche beleidigungen!

das kann ich auch:
verschwurbeltes, sozial-pädagogisches gequatsche und unverständliches ying-yang geseiere! wen interessiert der auswurf DER EINZIGEN??

aber nun ist einmal weihnachten! das heisst, die feiertage nach der heiligen nacht, die uns erinnern soll an christi geburt!!

und der artikel sagt nichts anderes, als das das feiern eines selbstmordes eine sünde ist! und das man kein christ ist, wenn man eine selbsttötung heiligt!! heilig ist nur jesus tod am kreuz, denn er nahm unsere sünden auf sich!!! auf das wir weniger sündigen, um gott näher zu sein!!!

dies nennen sie "christenmist"...

dies ist konkrete herkunftsanzeige, alles andere geseier

df, am 26. Dezember 2009 um 21:04 ( Link )

In der katholischen Kirche sagt man, man fällt niemals tiefer als in die Hand Gottes. Das gibt viel Zuversicht. So ist es in manchen Mönchsorden (kath., aber auch buddhistischen) üblich, zumindest zeitweise nur vom Betteln zu leben. Der Mönch (und seine Glaubensbrüder, die nicht betteln) lernt dabei, daß es im Leben keine Ausweglosigkeit geben kann, die zum Selbstmord führen könnte. Im Gegenteil kann und soll die Energie und Selbstüberwindung, die man zum Suizid braucht, immer auch gestalterisch für sich selbst genutzt werden, denn Selbstmord als Wahlmöglichkeit zu betrachten, ist auch für liberale Atheisten gar nicht denkbar.

Aber was ist bei uns Realität?
Es hat schon jemand Selbstmord gemacht, weil er Ärger mit den Behörden wegen Hartz IV hatte.

Hans-Peter Hammer, am 26. Dezember 2009 um 23:54 ( Link )

Sehr geehrter Herr Woldag,
Sie schreiben: "Doch heute ist ein offenes Bekenntnis als Christ zur natürlichen Ordnung des Schöpfers und damit zum Leben, der Ehe und zur Familie nicht mehr opportun..." und "...segnet mit der Homoehe ja schon den mittelbaren Selbstmord,..."
Bitte definieren Sie zunächst einmal die "natürliche Ordnung des Schöpfers". Das wird nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, daß auch das Judentum (dessen grundlegenden Schriften auch im Christentum als gültig erachtet werden) durchaus die Polygamie kannte. Islam und Judentum betrachten das Schwein als unrein, Christen lieben (viele zumindest) Schweineschnitzel, -schinken und -wurst. Bis vor wenigen Jahren glaubten selbst Biologen, daß Homosexualität im Tierreich unbekannt wäre, inzwischen sind wir eines Besseren belehrt. Die verbreitete nur Mann/Frau-Ehe ist keineswegs die einzig mögliche. Es gibt auch andere Formen die sich erfolgreich bis in heutige Zeit gehalten haben. Sind die alle UNnatürlich?
Und wieso "segnet (die EKD) mit der Homoehe den mittelbaren Selbstmord"? Wessen? Nur weil aus dieser keine Kinder hervorgehen? Oder glauben Sie das Homosexualität ansteckend sei? (Warum fällt mir dabei jetzt vDl und das "Anfixen" ein?)
Mensch, laßt die doch einfach leben wie sie wollen!
Schadet niemandem!
Übrigens, was glauben sie mit einer neuerlichen Ächtung des Selbstmordes zu erreichen? Die Zahl der Selbstmorde wird dadurch nicht sinken. Also unnötiger Aufwand, Ziel verfehlt! Sie erreichen damit höchstens eine Stigmatisierung der Angehörigen und lasten ihnen eine zusatzliche Bürde zum Verlust eines geliebten Mesnchen auf. Muß das sein?
Dabei fällt mir ein höchst aufschlußreiches Christuswort ein: "Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gesetz! z.B. Mk. 2,27"
Ich habe nämlich den Eindruck, daß Sie hier höchst "pharisäerhaft" argumentieren.
Wichtig wäre denjenigen die sich in Ausnahmesituationen befinden (oder es meinen), die depressiv sind, keinen Ausweg mehr sehen, zu erkennen und zu helfen.

Konservativer, am 27. Dezember 2009 um 0:49 ( Link )

Ein christlicher Bischof hätte einem Selbstmörder nie in einem Suizid-Massen-Event für voyeuristische Gutmenschen den Segen gegeben. Er hätte nach alter Sitte erklärt, dass Selbstmörder nicht in den Himmel kommen.
Herr Woldag, Sie haben sicher Recht, den Vorgang als solchen, Frau Käßmann im Speziellen und die EKD im Allgemeinen zu kritisieren.
.

Allerdings wären für einen guten evangelischen Prediger auch ein paar Zwischentöne jenseits von Segnung oder Verdammnis möglich. Zumal bei einem anerkanntermaßen psychisch Kranken. Ein damit konfrontierter Seelsorger hätte durchaus die Gelegenheit - nämlich das Wort - ergriffen. Schon allein nach dem Motto: "Heute hat sie der Herr in meine Hand gegeben" (die Zuhörer, um ihnen Gottes Wort zu sagen).

Den Unterschied zu einem "normal" Gestorbenen hätte man äußerlich verdeutlicht durch Verzicht auf die Amtskleidung/ den Talar. Das (vorläufige) Ende des Toten hätte eine kritische Würdigung gefunden ohne einseitige Festlegung über den endgültigen Verbleib seiner Seele, die uns Menschen nicht zusteht.

Im Übrigen ist es an dieser Stelle für mich unvermeidlich, meine zwei folgenden Forderungen zu wiederholen:
1. Man verwechsle bitte nicht die Evangelische Kirche (Deutschlands) mit der evangelischen Kirche (in Deutschland und anderswo).
2. Abschaffung der Kirchensteuer und Umstellung auf freiwillige Spenden! Wie wirksam diese Maßnahme ist/ wäre, konnte man dieses Jahr in den USA verfolgen. Die dortige Partnerkirche der EKD, die ELCA, in den Führungszirkeln ebenso modernistisch pervertiert, sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass pietistische Gemeinden vor Ort der Kirchenleitung wegen ihres Kurses (sic! - nicht wegen der Finanzkrise) die Gefolgschaft und damit die finanzielle Umlage verweigerten. Als Ergebnis mussten in der Zentrale massenweise Stellen abgebaut werden.

Luther stünde heute sicher auf der Seite des katholischen Papstes, wenn er nicht bereits zur Orthodoxie konvertiert wäre.
Bevor Sie Luther derlei andichten, lesen Sie doch bitte mal die Schmalkaldischen Artikel.

freiheitistunteilbar, am 27. Dezember 2009 um 1:08 ( Link )

@Reiner Vogels:

Im übrigen stimmt es nicht, dass das Recht auf Selbsteigentum auch den Selbstmord einschließt. Wir haben unser Leben als eine Gabe und ein Geschenk Gottes.

Selbsteigentum = Eigentum über den eigenen Körper - und Körper meint nicht blos Materie.

Somit leugnen Sie die Existenz von Selbsteigentum und könnten ebensogut ein Sozialist sein. Abgesehen davon hat Ihnen höchstens Ihre Mutter das Leben geschenkt, wodurch allerdings kein Eigentumsanspruch auf Ihren Körper abzuleiten ist.

Wenn am Anfang der Kausalitätskette, die ihre Existenz ermöglicht hat so etwas wie Gott stehen sollte, so wäre er nur mittelbar für ihre Leben verantwortlich.

EEkat, am 27. Dezember 2009 um 2:35 ( Link )

@Haderach:

---<<>>Unter den DDR-Marxisten war die Ev.Kirche DER ORT aus dem der Widerstand gegen den Sozialismus organisiert wurde,<<<

Naja, ich weiß nicht. Reden Sie von Stolpe? Oder Horst Kasner? Den sie den "roten" nannten? Der Vater von Angela Merkel? Mag ja Geschmackssache sein, aber stehen die nicht ohnehin alle auf den Schultern der polnischen Katholiken? Lech Walesa ? Wojtyla ?

@Herr Hammer,

--->>>Die verbreitete nur Mann/Frau-Ehe ist keineswegs die einzig mögliche. Es gibt auch andere Formen die sich erfolgreich bis in heutige Zeit gehalten haben<<<<

Interessante These. Denken Sie an Stecklings-Vermehrung ? Des Menschen? 2. Ich bitte höflichst darum, den Normalen nicht Ihr Normalsein streitig machen zu wollen. Normale müssen an Unterschieden festhalten dürfen.

Zum eigentlichen Thema: für einen gläubigen Christen ist ein Selbstmord nicht möglich.

Ein Nicht-Christ ist von derartigen Konventionen völlig frei.

Eine Frau Käßmann könnte Selbstmord begehen, ohne daß man aus meiner speziellen Sicht dagegen irgenwelche Vorbehalte vortragen müßte.

E.Ekat

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Dezember 2009 um 8:45 ( Link )

@freiheitsunmittelbar

Ich bin keineswegs ein Sozialist. Selbstverständlich vertrete ich das Selbsteigentum des einzelnen an seinem Körper gegenüber jedem anderen Menschen. Nur gegenüber Gott gilt es nicht.

Im übrigen bin ich der Überzeugung, dass nur dann, wenn jeder einzelne Mensch als unverwechselbares und als je einzelnes und vorbehaltlos geliebtes Geschöpf Gottes angesehen wird, ethisch eine absolute Tabugrenze dagegen errichtet werden kann, dass ein Mensch gegen seinen Willen dem Zugriff eines anderen Menschen preisgegeben wird.

Wenn dies Tabu fällt, wie das im atheistischen Humanismus unvermeidlich ist, wird sich früher oder später analog zur darwinistischen Theorie das Recht des Stärkeren als legitim behaupten.

Tanja Krienen, am 27. Dezember 2009 um 9:03 ( Link )

Herr Hammer - Vergessen Sie die "Homosexualität im Tierreich". Ähnliche Formen zeigen sich nur in einer pathologischen Population, z.B. wenn Weibchen fehlen oder sonst ein Verhängnis virulent wurde. Homosexualität und Destruktion gehen fast immer einher. In fast allen Fällen ist die Familiensituation dafür verantwortlich. "Rechts" ist man deshalb in diesem Punkt auf dem falschen Dampfer, weil "die Gene" dafür verantwortlich gemacht werden, da man antipsychologisch eingestellt ist und die seelischen Abweichungen im Umfeld des Menschen ergründen müsste, diese aber nicht klären will, weil das zu "privat" sei. So aber kommt man nicht zur Wahrheit. Zur Besserung erst recht nicht. Da aber Homosexualität heilbar ist, wie schon der Freud-Mitstreiter Alfred Adler sagte, gehen wir stattdessen im Kreis, und lassen uns irreleiten.

Hering - ein ganz und gar Intellektueller! Respekt!

Abgesehen vom falschen christlichen Ansatz, gibt es einige gute und konservative Gedanken bei diesem Teil der Opposition. Doch solange man sich auf groteske Nebensächlichkeiten stürzt (Rente, Beschulung) und dem antidarwinistische, antipsychologische antiaufklärereische Weltbild frönt, wird das nichts. Es waren zwei aufgeklärte und realpolitisch orientierte Sozialdemokraten (Sarrazin und Buschkowski), die in diesem Jahr Impulse setzen (ihre Lösungsangebote sind partiell jedoch falsch). Das ist kein Zufall. Die Köhlers (ein Teil der terrible Twins, der andere ist die größte aller Laien), Lindners, Westerwelles & Co, werden nie, ich betone NIE, irgendetwas Gescheites ausrichten, weil die intellektuelle Basis fehlt, die alte Sozialdemokraten nunmal besitzen und die sich aus jenen Elementen zusammensetzt, die ich oben benannte.

Tanja Krienen, am 27. Dezember 2009 um 9:07 ( Link )

Herr Vogel - "...wird sich früher oder später analog zur darwinistischen Theorie das Recht des Stärkeren als legitim behaupten...."

Sie haben die Theorie Darwins nicht verstanden, bzw. geben sie versimpelt wieder. Was Sie da krititisieren, ist übrigehs ein Naturgesetz - daran werden sie nichts ändern, es sei, sie machen es wie die Linksextremisten und erschaffen künstliche Modelle und Lebensbereiche (Herr Niebel hilft dabei seit Neuestem tatkräftig), dann jedoch wird es zu einem Desaster kommen, da das Schwache auf den Thron gehoben, unweigerlich zur Dedacende führt, zum Niedergang auf allen Ebenen.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Dezember 2009 um 9:20 ( Link )

@Tanja Krienen

Ich will hier keine Diskussion über den Darwinismus führen. Dazu gibt es genügend andere Plattformen. Aber so pauschal, wie Sie das zu tun scheinen, die Abstammungstheorie Darwins, die ja nichts anderes als eine Theorie über historische Vorgänge ist und daher wie jede andere Theorie über historische Vorgänge nicht den Rang einer exakten Naturwissenschaft haben kann (Frage: "Hat der Trojanische Krieg stattgefunden oder ist das alles nur ein schöner Roman Homers?") als ein "Naturgesetz" bezeichnen, zeigt eklatante Defizite in wissenschaftstheoretischer Hinsicht. Vielleicht lesen Sie mal Popper.

fwh, am 27. Dezember 2009 um 10:29 ( Link )

"Zu all dem Elend der letzten Tage musste ich noch die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel in politisch korrekter Sprache unter anderem mit „Hirten und Hirtinnen“ anhören, und nur weil ich eingeladen war, habe ich den unschuldigen Kirchenbau nicht fluchtartig verlassen."

Sie scheinen einen - mir nicht ganz geheuren - Masochismus zu pflegen. Wie kann man einen derartigen Blödsinn tolerieren, nur weil man "eingeladen" ist?

Wie kann man in einer "Kirche" bleiben, die längst Abschied von allem genommen hat, was auch nur ansatzweise christlichen Grundsätzen ähnelt? Die stromlinienförmigen Zeitgeistjünger der EKD-Führung unterscheiden sich in nichts von der herrschenden Politikerkaste. Ich möchte mit Entitäten wie Frau Käßmann oder Frau Merkel (sie sind in ihren Ämtern austauschbar) nichts gemein haben. Überhaupt nichts.

Was den Fall Enke anbetrifft, sollte man die öffentliche Heroisierung mit ihrem fatalen Vorbildcharakter von der Verweiflungstat eines Depressiven trennen, der - unbehandelt - am Ende gar keinen anderen Ausweg sehen konnte. Dies zu verdammen ist töricht und wird dem Krankheitsbild nicht gerecht.

Schuldig an den Nachahmungstaten ist nicht Herr Enke, sondern ein Gesellschaft, der alle Werte abhanden gekommen sind. Nach der Familie, der Heimat und Gott ist nun das Leben selbst dran, das, sofern es nicht mehr zur Dauerlustgewinnung taugt, von den 68er- Jüngern als entbehrlich propagiert wird. Wer auf diesem Zug mitreist, wird keinen Halt mehr finden ...

Tanja Krienen, am 27. Dezember 2009 um 10:40 ( Link )

Herr Vogels, Popper hatte politisch-philosophische Einwände, die letztlich aus seinem eigenen, überwundenen Marxismus stammen (aber in Wirklichkeit einer weichgespülten, utopistischen Variante mehr verhaftet war, als er selbst es zugegeben hätte) und sie schien seiner "offenen Gesellschaft" (nichts als eine liberale Phrase) entgegenzustehen. Nein, die Marxisten (vor allem der wirklich gute Friedrich Engels) hatten diesbezüglich Recht, doch das hat nichts damit zu tun, ob nun alle historische Ereignisse oder alle Entwicklungen erklärbar sind.

Umgekehrt passt es: Der Fakt, dass es ähnliche Objekte gibt, die in Varianten von einer Urform abstammen, ist es, der widerlegt/erklärt werden müsste, denn schließlich wurden ja angeblich ALLE Lebewesen in ihrer heutigen Gestalt erschaffen und haben sich nicht, kein bisschen (!) verändert. Ich glaube, diese doch offenkundige Absurdität, ist manchen Menschen, die als Mitläufer jener kritischen Sicht - in dem sich hier treffenden Milieu - nur oberflächlich mit diesen Fragen beschäftigten, nicht bewusst. Entweder oder? Oder nicht? Die Kirchen sind inzwischen klüger...

familienwehr.de , am 27. Dezember 2009 um 11:31 ( Link )

Werter Hans-Peter Hammer

„Wichtig wäre denjenigen die sich in Ausnahmesituationen befinden (oder es meinen), die depressiv sind, keinen Ausweg mehr sehen, zu erkennen und zu helfen.“

An wen wollen Sie diese Aufgabe delegieren? An den „Staat“, die „Gesellschaft“, die „Sozialsysteme“?
Familien, die dieser Aufgabe gerecht werden könnten, fallen zunehmend der Vergesellschaftung der Familienkompetenzen zum Opfer.
Es wird eine Sozialkultur befördert, welche tiefe Traurigkeit als Teil des menschlichen Gefühlsspektrums pathologisiert.
Der Traurige oder Trauernde wird zum Depressiven und Betreuungsbedürftigen gemacht, der der Behandlung bedarf.
Die Betreuungs-, Sozial- und Pharmaindustrie lebt davon.
Der „Neue Mensch“ wird mit Chemie erschaffen.
Nicht jeder überlebt die Behandlung.

EEkat, am 27. Dezember 2009 um 13:00 ( Link )

@ Reiner Vogels, am 27. Dezember 2009 um 9:20

:-)

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Dezember 2009 um 13:52 ( Link )

@ Tanja Krienen

... erschaffen und haben sich nicht, kein bisschen (!) verändert

Sehr verehrte Frau Krienen, dieser Halbsatz von Ihnen zeigt, dass Sie sich wirklich in der Materie noch nicht sachkundig gemacht haben. Die christlichen Kreationisten unterscheiden sehr wohl zwischen "Mikroevolution", die sie keineswegs bestreiten, und "Makroevolution", die sie allerdings bestreiten. Lesen Sie einfach einmal die entsprechenden Bücher oder schauen Sie sich auf der Web-Site von "Wort und Wissen" um.

Tanja Krienen, am 27. Dezember 2009 um 16:28 ( Link )

Schön, dass Sie hier differenzieren, bzw. sich von allzu einfachen Interpretationen distanzieren. Kann ich das riechen? Muss ich mich überhaupt mit Spielarten von Religionen befassen? Warum? IHre Unterscheidung ist ein Produkt eigener Ideologie und besitzt den Charakter einer unfreiwilligen Anpassung. Nicht mehr. Es ist IHR Ausweg, IHR Kunstgriff aus dem Dilemma. Es widerlegt in der Sache nichts, im Gegenteil, es beweist, dass die Schöpfungsgeschichte unrettbar widerlegt ist. Da hilft auch keine Modifizierung, kein kleines Eingeständnis. "Gott ist tot, und wir haben ihn getötet". Na, wer sagte das? Ich? Ja auch...*g*

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Dezember 2009 um 18:32 ( Link )

Ach, Frau Krienen,

Sie sind ein freier Mensch. Sie müssen sich überhaupt nicht mit "Spielarten von Religionen befassen". Wenn Sie allerdings mit einem papistischem Unfehlbarkeitsanspruch, wie man ihn vom heutigen Papst nicht kennt, Ihre apodiktischen Aussagen über Religion machen, sollten Sie sich sich erstens sachkundig machen und die Texte der Menschen, die Sie kritisieren, lesen, und zweitens nicht dem Irrtum verfallen, bloß apodiktisch vorgetragene Behauptungen hätten irgendwelche Beweiskraft.

Rüdiger Märzen, am 28. Dezember 2009 um 6:12 ( Link )

Protestanten sind nicht so stark durch "unfehlbare Dogmen" in ihrer Auslegungsfreiheit eingeschänkt wie Katholiken. Da kann man sowas schon mal machen wie eine öffentliche Trauerfeier für einen, der sich das Leben genommen hat.

Wissen Sie eigentlich, dass der ehrenhafte Selbstmord bei den alten Germanen (und nicht nur bei denen) hoch angesehen wurde? Ich finde Sie haben gute Absichten aber übertreiben Sie nicht mit dem Begriff "Kultur des Todes"? Wer möchte sich nicht diesen einen Ausweg parat halten für den Fall des Falles, vorausgesetzt man ist innerlich über die Höllenangstmacherei der Kirche(n) drüberhinweggekommen. Es ist eine Tragödie für alle und keiner weiß wirklich was danach mit dem Selbstmörder passiert. Wir sollten uns von Verständnis leiten lassen, immerhin hat Enke keinen anderen umgebracht.

Und am Rande: Wer solche Medienereignisse braucht, der soll hingehen, für mich ist das irrelevant, bin mit Enke nicht verwandt, ich sehe seit mehr als 10 Jahren nicht mehr fern (TV) und lebe mein eigenes Leben, das spannend und herausfordernd genug ist, von daher brauche ich nicht die Projektion fremder Gefühle.

Reaktionaer, am 28. Dezember 2009 um 6:32 ( Link )

@ Rüdiger Märzen

"Protestanten sind nicht so stark durch "unfehlbare Dogmen" in ihrer Auslegungsfreiheit eingeschänkt wie Katholiken."

Ich finde, daß Dogmen etwas für sich haben. Dann kann immerhin nicht jeder machen, was er will, sondern es ist ein gewisser Rahmen gegeben, der viel zeitgeistigen Unsinn abfedern kann.

"Wissen Sie eigentlich, dass der ehrenhafte Selbstmord bei den alten Germanen (und nicht nur bei denen) hoch angesehen wurde?"

Na und? Was habe ich mit denen am Hut?

"Wer möchte sich nicht diesen einen Ausweg parat halten für den Fall des Falles"

Sich vor den Zug werfen soll ein Ausweg sein?

"Wir sollten uns von Verständnis leiten lassen, immerhin hat Enke keinen anderen umgebracht."

Dafür hat er dem Bahnfahrer das Leben ruiniert.

Tanja Krienen, am 28. Dezember 2009 um 7:28 ( Link )

Herr Vogels - Sie verwechseln den Ihnen fremden Duktus mit "apodiktisch vorgetragene Behauptungen" - aber in der Tat: ICH personifiziere die APO! *g*

familienwehr.de , am 28. Dezember 2009 um 10:32 ( Link )

@Reaktionär und R.Märzen.

Dafür hat er dem Bahnfahrer das Leben ruiniert.

Denkt mal einer an Enkes Frau, die nun nicht nur den Tod ihrer Tochter sondern nun auch noch den Tod des Mannes zu erleiden hat? Die Eltern, die mit dem Sohn einen wesentlichen Teil des Lebenssinns verloren? Hätten die nach dem Tod der Tochter und Enkelin nicht gerade Mann und Sohn gebraucht? Das wäre eine Aufgabe für einen Mann gewesen, für einen Christen sowieso.

EEkat, am 28. Dezember 2009 um 11:57 ( Link )

der Mann war krank.

Goldelse, am 28. Dezember 2009 um 12:11 ( Link )

Ob der Mann krank war oder nicht, was für Motive er hatte und ob es gut oder schlecht ist, Selbstmord zu begehen, ist für mich eigentlich nebensächlich, das ist die Sache Enkes und seiner Familie, ich fand das Event zu seinem Tode furchtbar und skandalös, es ist der Beweis, wie pervertiert unsere Gesellschaft bereits ist. Was sind das für Menschen, die sowas abartig Makabres organisieren, daran teilnehmen und es sich reinziehen? DAS ist der eigentliche Skandal, dass sowas zugelassen, hofiert und übertragen wird. Ich verstehe die Frau nicht, ich verstehe die Käßmann nicht, ich verstehe die Mannschaft und den Trainer nicht, den Platzwart und all die Medien, die den Dreck in jedes Wohnzimmer spülten, und die gaffenden Unterschichten vor der Glotze verstehe ich schon gar nicht, aber das muss ich auch nicht.
Wir haben eine Elite, die sich mit dem Prekariat verbündet hat, der bürgerliche Intelligenzler findet keine Worte mehr, er steht am Rande und darf aber all den geistigen und unmoralischen Müll finanzieren.
Wes Geistes Kind die Redakteure der Medien sind, sah man am angebotenen Weihnachtsfernsehprogramm. Ich gebe diese Gesellschaft auf, sie ist in allen Bereichen des Lebens entartet.

PeterBreuer, am 28. Dezember 2009 um 12:30 ( Link )

Unerträglich für mich, der Inhalt dieses Kommentars! Dieses schwachsinnige Geschwafel von einem Gott, der dieses will und jenes nicht, ist doch kindisch. Bloß weil ein Teil der Menschheit sich konditionieren ließ, dieses völlig unangemessene Wort "Selbstmord" zu gebrauchen, ist es noch lange nicht wahr.
Es ist vielmehr menschenverachtend und überheblich, über Suizid begehende Menschen so den Stab zu brechen. Welch eine Selbstgerechtigkeit. NIEMAND dieser "Christen", "Humanisten" und "Alleswisser" kann auch nur im entferntesten die Qualen und das unendliche Leid nachvollziehen, das ein Mensch in tiefer Depression erfährt.
Aber was rede ich denn da: Das sind alles gesunde, kräftige, junge Menschen, welche aus Jux und Tollerei ihr Leben vernichten. Aber das härteste Motiv des Schreibers ist wohl, "endlich einmal wahrgenommen zu werden". Da bleibt mir die Spucke weg.
Ich finde das heuchlerische Spektakel um den Suizid von Herrn Enke trotzdem positiv, weil er die Gesellschaft ängstigt und damit zum Nachdenken bringt, wie gnadenlos kalt wir inzwischen miteinander umgehen.
Suizid darf kein Tabuthema mehr sein!

eriat_lov, am 28. Dezember 2009 um 14:17 ( Link )

Ich würde auch bezweifeln, dass religiöse Ächtung denn die Lösung ist (nicht nur für den Suizid, sondern für jegliche Form des möglicherweise irrationalen menschlichen Handelns).
Hatten wir ja alles schon. Jahrhundertelang.
Das führt dann letztlich zu Dingen wie der Hinrichtung von Hr. Calas, Hugenotte im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Der hat sich als "Mörder" seines Sohnes auf dem Rad zu Tode foltern lassen, damit sein Sohn nicht als Selbstmörder nackt durch die Straßen geschleift und vor den Stadttoren auf den Müll geworfen wird. (Da der Sohn vor seinem Suizid angeblich vor dem Übertritt zum Katholizismus stand, war die Hinrichtung eine besondere Genugtuung für die mit der Feudalmacht verfilzte kath. Kirche).
Ich bitte, dies nicht als Antikatholizismus zu werten, es handelt sich einfach um Historie.

hoeppe, am 28. Dezember 2009 um 15:05 ( Link )

Unerträglich für mich, der Inhalt dieses Kommentars! Dieses schwachsinnige Geschwafel von einem Gott, der dieses will und jenes nicht, ist doch kindisch. Bloß weil ein Teil der Menschheit sich konditionieren ließ....

Also ich komme schwachsinnig kindisch konditioniert viel besser klar als mit den Qualen und unendlichem Leid einer tiefen Depression.

Reaktionaer, am 28. Dezember 2009 um 15:17 ( Link )

@ PeterBreuer

"Unerträglich für mich, der Inhalt dieses Kommentars!"

Es gibt kaum einen größeren Genuß, als das Menschen Ihres Schlages etwas unerträglich finden. Also nur weiter so!

EEkat, am 28. Dezember 2009 um 16:13 ( Link )

Zu gewaltige Empörung über die eigentliche Handlung, über die, die sich daranhängten, und anschließend dann über die Formen des Entrüstungs-Klamauks.

Selbst einem Christen ist die Möglichkeit des Selbstmordes nur verwehrt, solange er noch lebt.

EEkat

Rüdiger Märzen, am 28. Dezember 2009 um 17:42 ( Link )

@PeterBreuer:
Ich stimme zu. Mir kommt der Verdacht, das Forum wird von Möchtegernpsychologen und -soziologen besucht, die sich ihren persönlichen Frust von der Seele reden wollen. Naja.

Tanja Krienen, am 29. Dezember 2009 um 7:00 ( Link )

"Es gibt kaum einen größeren Genuß, als das Menschen Ihres Schlages etwas unerträglich finden. Also nur weiter so!" (an Hr. Breuer)

Aha. Gut, dann macht alleine weiter.


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