08. Januar 2010

Zum Jahreswechsel in krisenhafter Zeit Janus als Tröster

Der zweigesichtige römische Gott hilft uns, den kommenden möglichen Horror zu mildern

Janus, die römische doppelköpfige, respektive doppelgesichtige Gottheit, symbolisiert das Dualitätsprinzip der Schöpfung, ähnlich der Vorder- und Rückseite einer Münze. Alle Erscheinungen treten paarweise, also mit jeweiligem Gegenpol, Gegenteil oder Gegenstück auf. Arm statt reich, jung statt alt, wirtschaftliche Vernunft statt ökonomische Torheit usw. Eine absolut böse oder gute Tat, reine Schlechtigkeit oder Wohltätigkeit gibt es nicht. Stets lassen sich zumindest Spuren des Gegenpols finden. Selbst ein Krieg hat seine positiven Seiten: Bitteren Lerneffekte, Schaffen von Raum für nachfolgende Generationen, lange Aufbauphasen mit Vollbeschäftigung, Wecken schlummernder Erfindungsgaben und schöpferischer Talente. Dies stärkt die Widerstandskraft und den Zwang zu selbständigem Denken. Leid und Not sind ungleich bessere Lehrmeister als Zeiten des Überflusses und üppiger Prosperität, die stets zu Erschlaffung führt. Schon Johann W. von Goethe hielt fest: «Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen».

Es fallen auch Krisen in diese von Janus beherrschte Welt

Sicherlich halten Krisen und schwere Zeiten, wie auch Umbrüche sozialer, politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Art, stets eine bittere Lektion bereit. Doch ist nicht alles kohlrabenschwarzer Pessimismus mit Weltuntergangsstimmung, wo triefnasse Scheuerlappen jedes noch so kleine Lichtlein augenblicklich ausschlagen. Ganz besonders dann nicht, wenn Sie sinnvoll und vernünftig, geistig und materiell vorbereitet sind. Hierzu gehören in jedem Falle Gold und Silber. Licht und Schatten sind ein typisches Janus-Paar und mit richtiger Vorsorge wendet uns Janus sein freundlich lächelndes Gesicht zu.

Doch worin bestehen denn nun die positiven Aspekte oder die Vorteile einer Krise? Was kann denn schon Gutes an einer schweren Zeit sein?

Hier einige Aspekte, die einerseits den möglichen Horror mildern und andererseits Stoff zum Nachdenken liefern:

•   Wir rauchen weniger, gut für Volksgesundheit, Krankenkassen und persönliches Wohlbefinden;

•   Wir trinken weniger und haben wieder Freude an einfachen, preiswerten Dingen, wie Waldspaziergängen, Holzhacken, Hühner rupfen, Hausschlachtungen, Unkraut jäten, Spiel-abenden im Kreise der Familie, Streichquartetten oder Spielen eines Instrumentes, konstruktives Plaudern mit bisher extrem schwierigen Nachbarn, Brunnen graben, Früchte einmachen oder Kinder entlausen bei gleichzeitigem Nachhilfeunterricht;

•   Wir essen weniger, und weniger gehaltvoll, verbrennen aber Nahrung besser, Wohlstandsspeck verschwindet, Herzkrankheiten, Grippe und andere Überflusskrankeiten gehen stark zurück. Einfache Hausmittel und Heilpflanzen kommen wieder zu Ehren;

•   Wir sparen teuere Medikamente und Krankenhausbehand-lungen;

•   Grad körperlicher Betätigung steigt, Hamstertouren auf dem Land eingeschlossen, Fahrrad wird zentrales Fortbewegungsmittel, Deutschland hat mit 86 Mio. Stück mehr Fahrräder als Einwohner;

•   Wir verbringen mehr Zeit mit Familie, Kindern, Partnern, Hunden, Nachbarn, selbst Schwiegermüttern etc. sowie Hamstern;

•   Sinnvolle Arbeitsteilung, Kooperation und Teamgeist in der Familie wachsen. Auch Kinder, Enkel und Urgrosseltern haben feste Aufgaben, Rollen und Pflichten. Jedes Mitglied einer Hausgemeinschaft muss seinen Teil notgedrungen beitragen;

•   Diverse Tauschartikel wandeln sich in Esswaren. Heizmaterial, Treibstoff, Medikamente, Fahrradreifen, Ersatzteile;

•   Naturnähe nimmt zu: Gartenarbeit, Holzdiebstahl – Verzeihung, natürlich Fallholzsammeln, Fischen, Ährenlesen, Jagen, Sammlen von Pilzen und Beeren, Melken, Butterstampfen, Brunnenpumpen, Wasser holen, Giessen, Kompostieren, Pflanzen, Ernten, Dreschen (mit umgekehrt stehendem Fahrrad) sowie die Vernichtung von Wespennestern, Ratten, Raubzeug und anderen Schädlingen;

•   Wir gehen weniger Risiken ein, vor allem bei Investitionen materieller und menschlicher Art;

•   Wir lesen mehr, bilden uns mehr;

•   Wir drücken wieder die Schulbank, nehmen Kurse, erwerben einen akademischen Grad, evtl. per Fernstudium, denn draussen gibt es bei beispielsweise 40% Arbeitslosigkeit keine Einkommen, Gehälter, Geschäfte usw. zu verpassen;

•   Nichts läuft mehr, ausser in handwerklichen Arbeiten und in der Landwirtschaft. Neues Motto: Altentheiler liest mit Ruh in der Landeszeitung, friedlich grast die treue Kuh unter seiner Leitung;

•   Nützliche Stromsperren verhindern verblödendes Fernsehen und spätes Zubettgehen;

•   Wir lernen unsere Nachbarn, insbesondere in Hochhäusern oder Mehrfamilienbauten kennen, Anonymität und getrenntes Leben wandeln sich in Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, gegenseitige Unterstützung und Austausch von Informationen, Materialien und Lebensnotwendigkeiten, einschliesslich Beistand in Notsituationen. Viel mehr erzwungene Eigeninitiative, immer weniger Verlass auf und Vertrauen in Vater Staat kommen auf;

•   Der Lebensrhythmus verlangsamt sich. Druck, Termine und Hetze lassen nach. Wir reflektieren mehr und besser, gehen evtl. sogar zur Kirche und festigen die Bande mit der Gemeinde oder mit Gleichgesinnten. Einige haben jetzt Zeit für Medita-tion, Gebet und Philosophie. Not lehrt beten, manchmal auch sich zur Wehr setzen;

•   In guten Zeiten sind, dank Wohlstandskriminalität, die Gefängnisse voll, die Kirchen leer. In schlechten oder Krisen-Zeiten ist es umgekehrt;

•   Wir sind mehrheitlich gesünder, wegen der erzwungenen gesünderen und naturnahen Lebensweise bei weniger sitzende Arbeiten, und sind paradoxerweise auch zufriedener, z.B. über das Beschaffen oder Ergattern von 3 Hühnereiern, 5 kg Pilzen, einer Schubkarre voll Brennholz, eines Kaninchenfelles, -20 Litern Diesel, etwas Hühnerfutter oder eines Werkzeugs;

•   Menschliche, moralische, ethische und sittliche Werte kommen auf dem Prüfstand. Abzocken, Unterstützung oder Unterhalt ohne Arbeit, Leben auf Pump oder auf Kosten Anderer, sind verpönt. Hohe Eigenleistung, Sparsamkeit (nicht Geiz), Bescheidenheit und effiziente Arbeit finden Bewunderung. Luxus wird verabscheut. Nichts wird weggeworfen, alles wird verarbeitet und genutzt. Die Umweltbelastung sinkt;

•   Pflege von Musik, Literatur, Kultur in einfachster Weise erwacht. Malerei, einfache und preiswerte Hobbies, Laientheater, Tanzgruppen, Basteln von Spielzeug. Sie alle wachsen und gedeihen im Humus der neu gewonnen und jetzt stressfreien Stunden des Alltags. Chronos, der Gott der Zeit, wird zum Erlöser.

Nach all diesen fast schon verlockenden Aufzählungen, die alles andere als vollständig sind, könnten Sie auf den Geschmack kommen, ja die Krise schon beinahe herbeiwünschen und die schwierigen Zeiten fast sehnsüchtig erwarten. Dieses Gefühl verstärkt sich auf natürliche Weise, wenn Sie Gold und Silber halten. Derlei vorbereiteten Menschen und Familien schenkt Janus ein besonders breites und wohlwollendes, ja gönnerhaftes Lächeln.

Information:

Der vorstehende Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Freiheit durch Gold – Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige“ von Professor Doktor Hans J. Bocker; Kapitel 5: Hoffnung und Trost besiegen Ängste, Seite 99-101. Die ef-Redaktion bedankt sich für die freundliche Genehmigung des Herausgebers.


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Autor

Hans J. Bocker

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