Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Einige Gedanken zum Thema Sicherheit: Täter haben mehr vom Leben

von Andreas Tögel

Über private und institutionelle Kriminelle

Gegenwärtig gerät der Mittelstand – der bewährte Zahlmeister der Nation – in eine unheilvolle Doppelmühle: Während sein Vermögen durch die explosionsartige Zunahme der Kriminalität bedroht wird, gehen immer größere Teile seines Einkommens infolge der noch nie dagewesenen Begehrlichkeit des Fiskus verloren. Dass der Staat sich in der Wahl seiner Mittel keineswegs zimperlich zeigt, wurde auf dieser Seite zuletzt mehrfach thematisiert.

Ein paar Fakten

- Der Respekt vor privatem Eigentum ist auf breiter Front im Schwinden.

- Die unrechtmäßige Aneignung fremden Eigentums nimmt zu.

- Die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt steigt.

- Die Zahl der Gewaltverbrechen ebenfalls.

- Die Aufklärungsquote bei (von privater Hand verübten) Eigentumsdelikten ist auf einem historischen Tiefststand angelangt.

- Alle vom Staat veranlassten „Sicherheitsmaßnahmen“ gehen ohne Ausnahme zu Lasten gesetzestreuer Bürger, während sie Kriminelle faktisch nicht erfassen.

- Dazu gehören unter anderem sämtliche im Rahmen des fragwürdigen „Kriegs gegen den Terror“ herbeigeführten Einschränkungen der Bürgerrechte.

- Der Staat kommt seinem zentralen Auftrag zum Schutz von Leib, Leben und Eigentum der Bürger in immer geringerem Maße nach.

- Zugleich verstärkt der Staat (künftig wird es das derzeit auf europäischem Boden im Entstehen begriffene supranationale Imperium sein) seinen Anspruch auf sein Gewaltmonopol.

- Dieser selektiv gegen den gesetzeskonform lebenden Bürger durchgesetzte Anspruch manifestiert sich in einer immer weiter ausufernden Verbotskultur, etwa in Form einer immer restriktiveren Waffengesetzgebung.

- Die Bürger werden damit ihres Grundrechts zum Schutz ihres Lebens und der Bewahrung ihres Eigentums in zunehmendem Maße beraubt.

- Während die Bürger vom Staat um den Großteil ihres Einkommens gebracht werden, stehen ihre Sicherheit und ihr Eigentum zur Disposition wohl organisierter, weitgehend unbehindert agierender Banden krimineller Touristen aus dem ehemaligen Ostblock.

F. A. Hayek verdanken wir die Einsicht, dass man den Sozialisten in allen Parteien – bei allem Schaden, den sie anrichten – keine böse Absicht unterstellen, sondern lediglich mangelnde Einsicht in die Folgen ihres Treibens attestieren sollte. Es ist die für einen Liberalen typische Haltung, grundsätzlich an das Gute im Menschen – selbst im Sozialisten – zu glauben. Angesichts der Offensichtlichkeit der gegenwärtig zu diagnostizierenden Fehlentwicklungen fragt sich allerdings, ob Hayek – würde er heute noch unter uns weilen – geneigt wäre, sein viele Jahrzehnte zurückliegendes, mildes Urteil aufrecht zu erhalten. Denn von der durch ihn geforderten Gleichheit unter dem Gesetz kann – spätestens seitdem sich der (auf deutschem Boden gegenwärtig von Herz-Jesu-Sozialisten geführte) Staat ungeniert mit Kriminellen verbündet und das Recht rücksichtslos zu seinem Vorteil beugt, kann davon keine Rede mehr sein.

Wer sehenden Auges jedes erdenkliche Register zieht, um das Funktionieren unserer Gesellschaft zu (zer-) stören, in zynischer Weise Krieg zu Frieden, Lüge zu Wahrheit und Eigentum zu Diebstahl umwertet, der ist längst vom pragmatischen Funktionalisten zum ideologischen Täter mutiert.

Die im Strafrecht geltende Unschuldsvermutung ist für die hohe Politik entfallen. Der Staat orientiert sich nicht mehr bloß an der Maxime, dass der Zwecke jedes Mittel heiligt, sondern offensichtlich an der von Henryk M. Broder mit spitzer Feder formulierten Erkenntnis: Täter haben mehr vom Leben!

08. Februar 2010

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Kommentare

nahum, am 08. Februar 2010 um 16:58 ( Link )

@tögel, schätzungsweise 15% des Welt-BIP stammen inzwischen aus trüben kriminellen Quellen, Tendenz steigend.

Wir verdanken dies kriminelle Wachstum u.a. neoliberalen Gurus wie F. A. Hayek, dem man bei allem Schaden, den er anrichtet, keine böse Absicht unterstellen, sondern lediglich mangelnde Einsicht in die Folgen seines neoliberalen Treibens attestieren sollte.

Die Unschuldsvermutung entfällt natürlich bei ideologischen Tätern, somit ganz besonders für den zum Islam konvertierten Hassprediger Henryk Mohammed Broder!

Olaf Janowski, am 08. Februar 2010 um 17:20 ( Link )

Entschuldigung, wann hat das in Deutschland so richtig angefangen mit der (im negativen Sinne) Etablierung der Anarchie in der Gesellschaft:

Anfang der 90er Jahre.

Schengen-Abkommen: Immer mehr Verhaltensauffällige und Straffällige aus Nordafrika, Kurdistan und Libanon kommen in die EU und nach Deutschland.

Zunehmender offener Drogenhandel in den Innenstädten.

Optische Verluderung der Städte (teilweise auch schon von Dörfern) durch quasi tolerierte flächendeckende Graffitischmierereien (Ist ja Kunst).

Respektverlust gegenüber der Exekutive (nicht nur von jungen Menschen, STW: ACAB).

So alles ab Anfang der 90er zu beobachten. Das kam nicht über Nacht. Aber der "harmoniesüchtige" Deutsche Michel schaut zu bzw. weg - sonst wird es "zu politisch", Angst vor der Neonazikeule.

Das haben wir uns durch unser langjähriges Schweigen eigentlich selber eingebrockt (an die eigene Nase fass).

Die USA z.B. haben durch flächendeckendes "zero tolerance" vor der nichtumkehrbaren Verluderung der Gesellschaft ab Mitte der 80er gerade mal so noch die Kurve gekriegt. IMHO.

FritzLiberal, am 08. Februar 2010 um 17:43 ( Link )

@Olaf Janowski:

Die USA z.B. haben durch flächendeckendes "zero tolerance" vor der nichtumkehrbaren Verluderung der Gesellschaft ab Mitte der 80er gerade mal so noch die Kurve gekriegt. IMHO.

Und, nicht zu vergessen, mit einer Liberalisierung des Waffenrechts. Inzwischen ist es in ca. zwei Dritteln der Bundesstaaten für unbescholtene Bürger erlaubt, nach einer entsprechenden Schulung eine Schusswaffe verdeckt zu führen. Das Ergebnis: eine deutlich reduzierte Zahl an Gewaltverbrechen, vom Raub über die Vergewaltigung bis zum Mord.

"An armed society is a polite society."
Robert Henlein

Olaf Janowski, am 08. Februar 2010 um 18:05 ( Link )

@FritzLiberal:

Ja, haargenau richtig. Für eine Concealed firearms permit guter weblink zur Information:
http://www.usacarry.com/

Und 12 Schuss reichen allemal (in den meisten Staaten übliche Magazinkapazitäts-Begrenzung) in Eskalationsfällen.

Eine Kernforderung der 1848er Revolutionäre war die Volksbewaffnung. Sowas haben in Europa nur noch die Schweiz und imho Andorra.

Carl Schurz warb nebenbei in Missouri deutschstämmige Freiwillige für die Unionstruppen als General im Bürgerkrieg mit einem zweisprachigen Plakat:
"Volk ans Gewehr! People at arms!"

FritzLiberal, am 08. Februar 2010 um 18:08 ( Link )

@nahum:
Sie verstehen etwas grundsätzliches nicht: wenn jemand (in dem Fall der Staat) ein Verbot ausspricht und dieses Verbot mit Gewalt durchsetzt, trägt er die (zumindest moralische) Mitverantwortung für die daraus resultierenden negativen Folgen.

Wenn aber umgekehrt jemand dafür eintritt, Freiheiten zuzulassen, trägt er selbstverständlich keine Mitverantwortung dafür, wenn diese Freiheiten missbraucht werden. Ich trete etwa durchaus dafür ein, dass Sie die Freiheit haben, Ihre Meinung zu äußern. Aber selbstverständlich trage ich keine Mitverantwortung dafür, wenn Sie solchen Blödsinn absondern wie oben zu sehen.

TrebMelsa Fördermitglied, am 08. Februar 2010 um 18:41 ( Link )

@ FritzLiberal

Zustimmung - sehr treffend!!!!

Robin Renitent, am 08. Februar 2010 um 18:44 ( Link )

Eine libertäre Grundposition ist es, sich um seine Belange selbst zu kümmern. Es war und ist immer ein Fehler auf den Staat zu vertrauen. Ihm, dem Staat, zu vertrauen heißt auch, sich in Abhängigkeit zu ihm zu begeben.

Wenn ich also nichts vom Staat erwarte, und das tue ich in keinster Weise, dann muß ich andererseits bereit sein den Aufwand meiner persönlichen Unabhängigkeit zu finanzieren.

Mit anderen Worten: Ich sichere mein Eigentum durch "Republikflucht" (Künast), trage eine Knarre für die kleine Gewalt und organisiere eine Schutztruppe (Sicherheitsdienst) für die größere Gewalt. (Beispiele, gibt ja auch andere Bereiche)

Es gibt kein (gleichwertiges) Vertragsverhältnis zwischen einem Staat und seinen Einwohnern. Setzen wir also dem Zwangsmonopolisten Staat unseren Widerstand entgegen. Letztlich ist es der Widerstand gegen eine kriminelle Organisation.

Stefan Miller, am 08. Februar 2010 um 19:46 ( Link )

es gibt nichts gutes, außer man tut es.

CrisisMaven, am 08. Februar 2010 um 20:17 ( Link )

"fragt sich allerdings, ob Hayek – würde er heute noch unter uns weilen – geneigt wäre, sein viele Jahrzehnte zurückliegendes, mildes Urteil aufrecht zu erhalten." - Hat der nicht zu Zeiten Stalins und anderer gewaltbereiter Sozialisten und Kommunisten gesprochen oder hat er nur die Bernsteinschen Revisionisten, Gildensozialisten, Chartisten usw. gemeint, also den recht kuenstlichen Unterschied zwischen Bolschewiki und Menschewiki nachvollzogen (diese Stelle habe ich naemlich icht gelesen)?

Sven Adam, am 08. Februar 2010 um 22:01 ( Link )

Immerhin: Der abnehmende Schutz von Leib und Leben der Bürger durch den Staat und die triste Aufklärungsquote werden auch beim braven Bürger bald den Dammbruch ermöglichen, der zu privatem Waffenbesitz führt. Das ist schließlich illegal und Illegalität lohnt sich im Sozialismus nicht nur, sondern ist Grundlage für das Überleben. Das hat bereits der Ostblock gezeigt.
Wer die nötigen Kontakte hat, kann denn auch aus dem erschossenen Kontrolleur vom Finanzamt Kapital schlagen, indem er dessen Organe versteigert und die Reste im nächsten großen Galvanisierbad auflöst.

Da kommen finstere Zeiten auf uns zu, die sehr viel mehr mit Dschungelgesetzen gemein haben, als es die Sozialisten im Freien Markt zu vermuten pflegen.

adolf, am 09. Februar 2010 um 9:41 ( Link )

der name ist programm. janowski kommt doch aus polakenland. es ist tragisch, wenn ein geduldeter polake über kanacken herfällt

Rado, am 09. Februar 2010 um 13:27 ( Link )

Den Wahrnehmungen von Hr. Tögel muss man sich leider anschließen, wenn man auf die österreichische Strafrechtsentwicklung blickt. In Deutschland ist das vermutlich nicht anders.

Während das traditionelle Kernstrafrecht mit Mord, Raub, Diebstahl usw. langfristig vom Gesetzgeber und den Gerichten heruntergefahren, relativiert und entschärft wird, bis hin zur Vollzugsregelung "Schwitzen statt sitzen" mit vier Stunden Arbeit für einen Tag Gefängnis, gibt es dergleichen in der strafrechtlichen Peripherie nicht oder kaum.
Im Verwaltungsstrafrecht wie auch tw. im Finanzstrafrecht mit seinen strukturellen "Ungehorsamsdelikten" bzw. "opferlosen Verbrechen" erlebt man eine Flut permanenter Verschärfungen und neuen Deliktskreationen.
Das wirkiche Feinbild des Staates wird so offensichtlich.

Olaf Janowski, am 09. Februar 2010 um 23:55 ( Link )

@forenadministration:
adolf schrieb: der name ist programm. janowski kommt doch aus polakenland. es ist tragisch, wenn ein geduldeter polake über kanacken herfällt

Es dürfte der Forenadministration sicherlich nicht schwerfallen diesen unqualifizierten Beitrag von "Adolf" (den ich beinahe als beleidigend empfinden muss), zu löschen.

MfG
O. Janowski

Olaf Janowski, am 09. Februar 2010 um 23:59 ( Link )

@Rado: Im Verwaltungsstrafrecht wie auch tw. im Finanzstrafrecht mit seinen strukturellen "Ungehorsamsdelikten" bzw. "opferlosen Verbrechen" erlebt man eine Flut permanenter Verschärfungen und neuen Deliktskreationen.
Das wirkiche Feinbild des Staates wird so offensichtlich.

Das haben sie sehr treffend geschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Andreas F., am 10. Februar 2010 um 3:22 ( Link )

Billige Fakten wie "Die Zahl der Gewaltverbrechen (steigt) ebenfalls" bringen die Sache leider nicht voran. Bodenhaftung in Form von Quellenangaben hat noch niemandem geschadet, es sei denn sie oder er ist selbst ein institutioneller Krimineller.

Um zur Besinnung zu kommen empfehle ich eine Gegendarstellung: http://www.kultur-des-friedens.de/dokumentation/videos/dr-mary-wynne-ashford.html

Andreas Tögel, am 10. Februar 2010 um 7:50 ( Link )

Verehrter Andreas F.
Ihr "Besinungsbeitrag" geht am Thema meines Artikels vorbei (falls man sich nicht buchstabengetreu der Position J. Lockes anschließen will, der jedes intendiderte, gewalttätige Verhalten gegen einen Mitmenschen als Krieg versteht). Ich beschäftige mich weder mit Krieg noch mit Bürgerkrieg, sondern allein mit dem Phänomen Kriminalität.

"Amtliche Zahlen" kann man faktisch vergessen, da die Regierung (die Polizei) Statstiken biegt, daß es nur so quietscht. Beisspiel: Serieneinbruch in einem Wohnhaus - 12 Wohungen aufgebrochen. Amtliche Zählweise: 1 Delikt. Wird der Täter (meist durch Kommissar Zufall) irgendwann gefaßt: 12 Einbrüche aufgeklärt! So versucht der Staat weiterhin die Illusion von Ösiland als sichere Insel der Seligen aufrecht zu erhalten.

Als aussagekräftigeres "Beweismittel" taugen daher eher die einschlägigen Meldungen im Chronikteil der Tageszeitungen - und die sprechen eine klare und eindeutige Sprache. Sowohl die Zhal der Eigentumsdelikte, als auch die Zahl (der damit in vielen Fällen im Zusammenhang stehenden) von Gewaltanwendungen steigt.

Der Umstand, daß die Sicherheitsbranche boomt (die Produzenten von Alarmanlagen und Sicherheitstüren sowie private Bewachungsdienste können sich vor ihren mit Aufträgen drohenden Kunden kaum noch retten) und die Zahl der Neuanträge auf Ausstellung waffenrechtlicher Dokumente deutlich zunimmt, spricht für sich.

Durch Gesundjammern wird man dem Problem der zunehmenden Kriminalität jedenfalls nicht beikommen können, wie ich befürchte...

Andreas F., am 10. Februar 2010 um 8:41 ( Link )

Herr Tögel,

weder Gesundjammern noch Krankjammern ist mein Anliegen. Wie Sie dem 'Besinnungsbeitrag' zwischen den Zeilen auch entnehmen können, ist die legale Kriminalität vermutlich weitaus weiter verbreitet, als die illegale. Wie man dem begegnen kann ist obbensichtlich tatsächlich nicht ihr Thema.

Meine Kritik ist, Fakten nicht zu nennen, Meinungen jedoch als solche zu bezeichnen.

Ihr Meinung in Ehren, sie mögen recht haben. Darauf kommt es m. E. in der Auseiandersetzung jedoch nicht an (was sich in zahllosen Kommentaren ausdrückt, die auf gleichem Niveau sind). Was zählt ist die blanke Wahrheit, nicht was sie dafür halten. Ich würde mich also freuen, sie schlagen weniger polemisch auf die Pauke und lassen uns in Zukunft gleich von Ihren Fakten wissen.

"You would actually be better informed, if you read no newspaper whatsoever." (Thomas Jefferson)


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