| |||||
![]() Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor. ef-Sucheef investigativHaben Sie Informationen oder Dokumente für uns? Hier können Sie unserem Investigativ-Team eine Nachricht schreiben.
investigativ@ef-magazin.de
ef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: ef auf XINGeigentümlich frei ist auch auf XING: |
Flugverbote: Ein Lehrstück über das Vorsorgeprinzipvon Edgar L. Gärtner Jegliche politische Willkür lässt sich damit rechtfertigen Gerade noch rechtzeitig vor den ersten durch tagelange Flugausfälle verursachten Firmenpleiten kommt nun der Flugbetrieb in West- und Mitteleuropa nach der kompletten Aufhebung des Flugverbots langsam wieder in Gang. Eine gute Gelegenheit, um eine erste Bilanz zu ziehen und festzuhalten, was man aus der durch einen vergleichsweise kleinen Vulkanausbruch hervorgerufenen politischen Krise lernen könnte. Dabei lasse ich jetzt Vermutungen über eine mögliche Geschichte hinter der Geschichte von der isländischen Aschewolke beiseite und halte mich an das, was in allgemein zugänglichen Medien kommuniziert wurde. Dabei springt sofort ins Auge: Das Problem ist nicht der Vulkanausbruch, sondern die Unfähigkeit der europäischen und nationalen Behörden, damit vernünftig umzugehen. „Einen hirnloseren Aktionismus haben wir in Europa selten erlebt.“ So beurteilte der Flug-Fachjournalist Jan Brill am 19. April in der online-Ausgabe von „Pilot und Flugzeug“ den Umgang europäischer und deutscher Behörden mit der vom südisländischen Vulkan Eyjafjallajökull ausgestoßenen Aschewolke. Brill schloss seine Analyse mit folgendem bitteren Kommentar: „Den technologischen Entwicklungsgrad einer Gesellschaft erkennt man nicht daran, wie diese den Alltag meistert, sondern daran, wie diese mit neuen Herausforderungen umgeht. Die isländische Aschewolke ist eine neue Herausforderung. Die EU und Deutschland haben mit Bürokratie geantwortet, wo Kompetenz, Flexibilität und Entschlusskraft gefordert gewesen wären. Das Ergebnis fällt entsprechend aus. Wenn es einen Lichtblick am Aschehorizont gibt, dann vielleicht den, dass Grenzen und Praxisferne bürokratischer Problemlösungen in der Luftfahrt nun einem Großteil der Bevölkerung vor Augen geführt wurden.“ Wie berechtigt diese Kritik war und noch ist, zeigt nach der Überreaktion auf die „Schweinegrippe“ nun noch deutlicher das „EU-Aschefestival“. Zweifelsohne sind Vorsorgemaßnahmen, solange sie Risiken abzuwenden suchen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit einigermaßen kalkulierbar ist und die deshalb auch versicherbar sind, durchaus sinnvoll. Es ist aber unübersehbar, dass das „Vorsorgeprinzip“, soll es buchstabengetreu angewandt werden, keinen rationalen Umgang mit schlecht oder überhaupt nicht kalkulierbaren Lebensrisiken zulässt. Oft steht hier das Risiko- und Krisenmanagement vor der Entscheidung zwischen zwei Übeln. Die dem „Vorsorgeprinzip“ zugrundeliegende nihilistische Denkfigur des Alles oder Nichts ist aber nicht in der Lage, das jeweils kleinere Übel auszumachen. Stattdessen lädt es geradezu ein, in populistischer Manier „gute“ Sicherheits- gegen „böse“ Wirtschaftsinteressen auszuspielen und dabei letzten Endes den wirtschaftlichen Selbstmord in Kauf zu nehmen. Denn wirklich sicher ist nur der Tod (und für die Gläubigen das ewige Leben im Jenseits).
Die Blamage der Bürokraten. Das große EU-Aschefestival Triumph der Simulation über die Intuition Lufthansa im Clinch mit Ramsauer Koalition kritisiert Ramsauer wegen Flugverbot Why the Precautionary Principle always works Lufthansa will eigenen Messflug starten Forscher fordern Messnetz für Vulkanpartikel Lufthansa-Flugchef über die Macht von Simulation: „Am Ende müssen wir da alle rein“ 21. April 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
| |||
| Copyright © 2010 Lichtschlag Verlag KG | Design and Programming by greybyte, using Django and Performancing's Modernpaper template. | |||||