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Aktuelle Nachricht – Duisburg: Ist Marxloh das Mekka gesetzestreuer Ausnahmemigranten?von Redaktion eigentümlich frei WAZ-Leserbriefschreiber melden starke Zweifel an (ef-DS) Wie die Ruhrgebietszeitung „WAZ“ gestern in ihrer Online-Ausgabe „Der Westen“ berichtete, sind „deutsche“ Jugendliche in sechs untersuchten Duisburger Stadtteilen im Schnitt krimineller als „Migrantenkinder“. Diese Aussage stützt sich auf eine Auswertung seitens der „Awo Integrations gGmbH“, die jugendliche Straftäter betreut, die vor Gericht stehen. So würden in Duisburg-Marxloh, das in den Medien nicht zuletzt wegen der 2008 eröffneten Großmoschee oft als Beispiel für eine islamische Parallelgesellschaft herangezogen wird, nur 49 Prozent der Straftaten von „Migrantenkindern“ begangen, obwohl dort 60 Prozent aller Menschen einen „Migrationshintergrund“ hätten. Somit räume laut „Der Westen“ die Jugendgerichtshilfe mit dem Vorurteil auf, dass Ausländer überproportional oft Straftaten begehen würden: „Selbst in einem Ortsteil wie Marxloh, in dem 60 Prozent der Bewohner einen Zuwanderungshintergrund haben, begehen mehr Deutsche Straftaten als Migrantenkinder.“ Eine genaue Definition und eine präzise statistische Gegenüberstellung von Begriffen wie „Deutsche“, „Migranten“, „Ausländern“, „Migrantenkindern“, „Menschen mit Migrationshintergrund“ ist dem Pressebericht nicht zu entnehmen. Auf der Webseite der „Awo Integrations gGmbH“ fehlt jeder Hinweis über die betreffende Auswertung, so dass genauere als die in „Der Westen“ veröffentlichten Angaben nicht erhältlich sind. Bundesweit werden laut Statistischem Bundesamt 2008 etwa zwanzig Prozent der verurteilten Straftaten von Ausländern, also Einwohnern mit nicht-deutschem Pass begangen, die indes einen Anteil von etwa zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung Deutschlands haben. Übertrüge man dieses Verhältnis auf Marxloh, das laut Duisburger Einwohnerstatistik einen Ausländeranteil von 35 Prozent hat, dann würde der Anteil der dortigen straffällig gewordenen Pass-Ausländer bei etwa 50 Prozent liegen. Wenn man auch Deutschpässigen mit Migrationshintergrund dieselbe höhere statistische Anfälligkeit für Straftaten unterstellt, müssten demzufolge jene 60 Prozent der Marxloher mit Migrationshintergrund über 80 Prozent der Straftaten begehen. Wenn man von beiden Statistiken als glaubwürdiger Grundlage ausgeht, dann lassen sich daraus logischerweise folgende mögliche wahlweisen Schlussfolgerungen ziehen: Erstens: Marxlohs ausländische Jugendliche sind im Vergleich zu allen ausländischen Jugendlichen Deutschlands ungewöhnlich brav und gleichen somit die Straftatstatistik der erwachsenen Marxloher Ausländer mehr als aus. Zweitens: In Marxloh werden im Vergleich zu Gesamtdeutschland relativ wenig ausländische Delinquenten überhaupt vor Gericht gestellt. Drittens: Die Daten der jugendlichen Straftäter spiegeln die Gesamtsituation in Marxloh wieder, wonach der Stadtteil eine extreme statistische Ausnahme innerhalb Deutschlands darstellen würde. „Der Westen“ liebäugelt offenbar mit der letztgenannten Möglichkeit. Wenn die Zeitung zudem den Schluss zieht, eine höhere Ausländerkriminalität sei generell ein Vorurteil, sieht er offenbar die Auswertung der Duisburger Gerichtshelfer sogar als Widerlegung der Daten des Statistischen Bundesamts an. Die meisten der bis dato 25 Leserbriefschreiber zu diesem Artikel machen jedoch genau das Gegenteil: Sie ziehen die Aussagekraft der Auswertung der Gerichtshelfer in Zweifel. So monieren mehrere Schreiber, dass sich sehr viele betreffende Straftaten auf Bagatelldelikte wie Schwarzfahren, Mofa-Frisieren und illegale Downloads beziehen. Würde man nur Gewaltverbrechen wie Mord, Vergewaltigung und Raub betrachten, würde sich auch hier die ausländische Dominanz zeigen und zumindest die Daten des Statistischen Bundesamts widerspiegeln (31,3 Prozent bei Mord und Totschlag, 29,3 Prozent bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung). Ein anderer Leser gibt zu bedenken, dass „die meisten Kontrolleure in Marxloh ungerne Stress mit Migranten bekommen“ und „diese häufig in Gruppen unterwegs sind und sich solidarischer gegenüber Schwarzfahrern zeigen als Deutsche“. Die meiste Kritik richtet sich indes dagegen, dass nicht sauber zwischen „Migranten“, „Ausländern“ und „Deutschen mit Migrationshintergrund“ getrennt werde, was die Aussagekraft von Statistiken sowie Vergleiche zwischen verschiedenen Statistiken stark beeinträchtige. Es gibt aber auch Stimmen, welche die kritischen Kommentare nicht gelten lassen wollen und den Tenor des „WAZ“-Artikels affirmieren wie etwa die folgende: „Den ‚Ewig-Gestrigen’ Fremdenhassern kann man auch mit Fakten nicht beikommen.“ Internet: "WAZ"-Artikel "Deutsche begehen mehr Straftaten als Ausländer" 22. April 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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