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![]() Jg. 1973, Amerikanist aus Berlin, Medienredakteur bei der "Jungen Freiheit". ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
I have a dream: Danke, Eurokrise!von Ronald Gläser Die positiven Seiten der Geschichte Vergessen wir mal die Schwarzmalerei und gehen wir davon aus, dass Inflation oder ein Staatsbankrott unweigerlich kommen werden. Jeder vernünftige Mensch wird einen Teil seines Vermögens zu retten wissen, indem er es in Aktien, Gold oder Immobilien investiert. Und niemand, der bis drei zählen kann, verlässt sich heute noch auf die gesetzliche Rente, wenn es um seine Altersvorsorge geht. Damit werden wir uns abfinden müssen. Aber kann die Sache nicht auch eine positive Wendung nehmen? Da ist zunächst die bevorstehende Sparkur. Der Staat wird sparen müssen, ein bisschen wenigstens. Ein paar weniger Krippen hier, weniger Geld für Bildung dort. Das sind schon mal erste Pluspunkte. Eine Konsolidierung der deutschen und europäischen Staatsfinanzen wäre noch immer theoretisch möglich. Die „Wirtschaftswoche“ hat in ihrer aktuellen Ausgabe ganz ansehnliche Vorschläge unterbreitet: Durch eine Wende in der Energiepolitik, Abbau der Beamtenprivilegien, Subventionsabbau und andere Maßnahmen ließen sich schnell 150 Milliarden Euro einsparen. Alleine die Abschaffung der Solarförderung würde 70 Milliarden insgesamt bringen. Das wird natürlich nicht geschehen, weil unser sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat nun mal so ist wie er ist. Er lebt von der Ausbeutung der Leistungsträger und ungedeckten Wechseln auf die Zukunft. Also doch Inflation und Staatsbankrott. Selbst dies hat auch positive Folgen. Einerseits ist der Bankrott natürlich schlimm. Die Betroffenen tun mir leid. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite bietet sich die Chance für einen echten Neuanfang. Der deutsche Staatsbankrott, wie immer er aussehen wird, öffnet ein „window of opportunity“. Wir werden nämlich auf einen Schlag die ungedeckten Wechsel auf die Zukunft los sein. Der deutsche Staat wird mit Sicherheit zu seinen Renten- und Pensionszusagen stehen. Selbst wenn er Bankrott geht. Aber das Geld, das er auszahlt, wird nichts mehr wert sein. Deutsche Rentner mögen sich bei ukrainischen oder russischen Rentnern erkundigen, was die sich von ihrer Rente noch leisten können. So gut wie nichts. Was nützen einem deutschen Senior 2.000 Euro Rente oder 3.000 Euro Pension, wenn ein Sack Kartoffeln 700 Euro kostet und ein Pfund Gehacktes 1.000 Euro? Das mag in den Ohren der Betroffnen makaber klingen, aber die bevorstehende Inflation ist der Königsweg für die Politiker, weil die Renten und Pensionen andernfalls unbezahlbar sein werden. Schon jetzt arbeitet bald jeder Arbeitnehmer für einen Leistungsbezieher. Im Zuge des demographischen Wandels verstärkt sich dieser Trend und führt den deutschen Sozialstaat ad absurdum. Die Politiker werden sagen: „Schaut her. Wir haben eure Renten gerettet. Die Rente ist sicher, wisst ihr doch, Leute! Wir können leider nichts für die Inflation. Daran sind andere schuld.“ Wahrscheinlich werden sie sagen, „Spekulanten“ hätten die Inflation verursacht. Rentner und Pensionäre werden so um ihre Ruhestandsbezüge gebracht. Genauso würden Kindergeld, Elterngeld, Industriesubventionen und alle anderen modernen Formen der Sozialhilfe entwertet, faktisch abgeschafft. Sparer werden durch die kalte Küche (Inflation) enteignet. Das ist sehr unfair, aber mal ehrlich: Tragen die Betroffenen nicht auch ein wenig Mitschuld? Jemand, der den Versprechungen der Polit-Gangster Glauben schenkt, die Rente sei sicher, ist naiv bis dumm. Er hätte es besser wissen können. Schuldenkrise, Geburtenrückgang und Euro-Katastrophe wurden oft genug vorausgesagt. Das soll kein schnoddriges „selbst schuld“ sein – aber eine Mitschuld hat derjenige schon, der sich nicht auch eigene Gedanken über die Zukunft gemacht hat. Wie man sich bettet, so schläft man, heißt es. Das gilt auch für Ruheständler und Sparer, die niemals blind irgendwelche irrsinnigen Versprechen glauben sollten. Natürlich wird die Enttäuschung groß sein. Das Ergebnis der Euro-Krise könnte eine ausgeprägte Staatsskepsis sowie eine Rückbesinnung auf Eigenverantwortung und familiäre Bindungen sein, die wieder an Bedeutung gewinnen, sobald der Sozialstaat die Familie nicht mehr ersetzen und damit kaputtmachen kann. Wir sollten die Lernfähigkeit der Menschen nicht unterschützen. Vielleicht stehen wir vor einem neuen Zeitalter mit einer goldgedeckten Währung und einem Staat, der sich wieder auf seine Kernaufgaben besinnt. Einem wahrhaft goldenen Zeitalter. 27. Mai 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. 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