Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Veranstaltungsbericht Bodrum 2010: Freiheit und Ungleichheit

von Robert Grözinger

Die Jahreskonferenz der Property and Freedom Society (PFS), Teil 2

Die Essenz der Linken ist Gleichheit, die Essenz der Rechten ist Ungleichheit. Dieses Fazit zog Professor Paul Gottfried am Ende seiner Rede anlässlich der diesjährigen Konferenz der „Property and Freedom Society“ Anfang Juni im türkischen Bodrum. Von einer solchen Erkenntnis seien die meisten Konservativen jedoch weit entfernt, so der sich selbst als „Paleokonservativer“ bezeichnende Gelehrte. Konservative hätten die Themen Nation und Klassen aufgegeben und konzentrierten sich statt dessen auf „Werte“. Der einzige Unterschied zu den linken Werten sei jedoch, dass die Werte des konservativen Mainstreams den Werten der Linken um etwa 20 Jahren hinterherhinken.

Auch Richard Spencer sieht beim Konservativismus eine „Abkehr von den bürgerlichen Werten“ und eine Fixierung auf „irgendeine Form von ewigen Werten, die jedoch mehr zu den Linken passen“. In seiner Rede vor der PFS erinnerte der Chefredakteur des Online-Magazins „Alternative Right“ daran, dass Marx die Existenz einer „natürlichen Aristokratie der Fähigen und Talentierten“ erkannt habe sowie dass diese, um seinen Zielen nicht im Weg zu stehen, vernichtet werden müsse.

Die „Alternative Right“ erkenne „die Intelligenzunterschiede zwischen den menschlichen Rassen an“, so Spencer. Diese Erkenntnis diene nicht irgendeinem „weißen Bewusstsein“, sei jedoch ein zentraler Bestandteil für das Verständnis für das Wachstum des Wohlfahrtsstaates. Für den Fall, dass der Staat verschwinden sollte, prognostizierte Spencer einen starken Anstieg in der gesellschaftlichen Intoleranz. Maches davon würde rassisch, manches religiös basiert sein. Keinesfalls jedoch werde es zu einer Art individualistischem Egalitarismus kommen, wie er einigen libertären Kreisen und Denkfabriken vorzuschweben scheine. 

Die Anerkennung von Unterschieden, auch in der Intelligenz, führe nicht nur automatisch zur Ablehnung jeder erzwungenen materiellen Gleichheit, sondern sei nützlich bei der Verteidigung der freien Marktwirtschaft und des Privateigentums, schloss Spencer.  

Weil sich aber, wie Gottfried darstellte, das legitime politische Spektrum derzeit nur im egalitären Bereich bewegt und entschlossen ist, den Staat als Instrument zur Erzielung der Gleichheit einzusetzen, kann verängstigtes Verschweigen des Zusammenhangs zwischen Freiheit und Ungleichheit weder der Förderung eines Nachwuchses an Fähigen und Talentierten, noch dem Erhalt der Freiheit dienen.

Internet:

Alternative Right

07. Juni 2010

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