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Aktuelle Nachricht – Frauenquote: Schröder für freiwilligen Zwang

von Redaktion eigentümlich frei

Erster Gehversuch der Ministerin in marxistischer Dialektik erfolgreich!

(ef-LFP) Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nimmt sich aktuell wieder vermehrt den in der Aufzählung an dritter Position stehenden Schutzbefohlenen an. In einem Interview gegenüber dem Handelsblatt erklärte Schröder – immer noch CDU – zum geschlechtspolitischen Instrument einer gesetzlichen Frauenquote in den Führungsetagen und Aufsichtsgremien deutscher Großunternehmen: „Ich kann nur so lange guten Gewissens auf eine Quote verzichten, solange ich in der Wirtschaft eine stetige Verbesserung sehe. Das ist aktuell so, aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung. Das Beste an einer ‚angedrohten‘ Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt.“ Damit das politische Rosshaar hält, schwebt der Ministerin auch ein nominal konkreter „Verbesserungsgrad“ vor: „Einen Anteil von 20 Prozent im Jahr 2015 wünsche ich mir ebenfalls und halte das auch für machbar.“ Zum Glück weiß Schröder jedoch branchenspezifisch zu differenzieren: „Das kann aber nur im Schnitt gelten, nicht für jede Branche. Denn es gibt nun mal Unternehmen etwa in der Stahlindustrie, die selbst bei bestem Willen noch lange nicht genug Frauen finden. Entweder weil nicht genug Frauen eine geeignete Ausbildung haben, oder weil gar nicht genug Frauen entsprechende Positionen wollen.“ Auch um die beständig nötige Schärfe des Schwertes will sich ihr Ministerium bemühen: „Wir werden die positive Entwicklung aktiv unterstützen. Ich will, dass auch diejenigen Unternehmen Rechenschaft über die Beteiligung von Frauen auf den einzelnen Führungsebenen ablegen müssen, die nicht vom Corporate-Governance-Kodex erfasst sind. Diese Debatte müssen wir nun führen. Breitere Berichts- und Transparenzpflichten können Öffentlichkeit herstellen und Debatten auslösen - bis hin zu Rankings im Handelsblatt oder auf Spiegel-Online. […] Verbindliche Berichtspflichten haben wir ja bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Dafür reicht der Kodex allein natürlich nicht aus, zumal er ohnehin nur börsennotierte Unternehmen betrifft. Die anderen großen Firmen und Konzerne können wir zum Beispiel über das Handelsgesetzbuch erreichen. Ich hoffe hier auf die Unterstützung des Justizministeriums, das dafür federführend zuständig ist.“ Warum genau Frau Schröder auf Damoklesschwerter und juristische Unterstützung pocht, bleibt ungewiss, ist sie doch gerade Schirmherrin eines Managerinnen-Netzwerkes geworden, weil ihr „deren ökonomische Argumentation und der selbstbewusste Ansatz“ gefallen, schließlich, so die Ministerin wortwörtlich, sind Frauen „doch keine schwachen Wesen, die wir unter Artenschutz stellen müssen.“

Das Interview in voller Länge:

Handelsblatt vom 14.06.2010: Frauenquote – Die Wirtschaft muss weiblicher werden

15. Juni 2010

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