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Aktuelle Nachricht – Straßenumbenennung: NPD-Unternehmen nun in „Geschwister-Scholl-Straße“ ansässig

von Redaktion eigentümlich frei

Riesa ehrt den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime

(ef-DF) Der Stadtrat von Riesa hat mit 26 Ja-Stimmen der Stadträte von CDU, LINKE, SPD, Bürgerbewegung, FDP und GRÜNE sowie zwei Gegenstimmen der NPD am vergangenen Mittwoch beschlossen, die „Mannheimer Straße" im Ortsteil Merzdorf in „Geschwister-Scholl-Straße“ umzubenennen. An dieser Straße befinden sich der NPD-Verlag „Deutsche Stimme“ und Büros von Funktionsträgern der NPD. Da Mannheim Partnerstadt von Riesa ist, soll zum Ausgleich bald ein noch namenloser Platz „Mannheimer Platz" getauft werden.

Die Geschwister Scholl wurden bekannt als Mitglieder der Weißen Rose, einer studentischen Gruppe, deren Mitglieder während des Zweiten Weltkriegs Widerstand gegen den Nationalsozialismus insbesondere durch die Verbreitung von Flugblättern geleistet haben. Durch die Umbenennung wolle die Stadt deutlich machen, dass Riesa „kein gemütlicher Ort für die Deutsche Stimme sein will“, erklärte Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer.

Wegen des symbolischen Charakters von Straßennamen kommt es häufiger zu Aufregung. So fanden viele Leser des „Tagesspiegel" es nicht sehr amüsant, als dieser zum 1. April verkündete, die Bundeskanzlerin plane nach einem missglückten Türkei-Besuch zweisprachige Straßenschilder in Berlin-Kreuzberg. In Berlin wurde zudem ganz ohne Scherz jahrelang um die Umbenennung der „Kochstraße" in „Rudi-Dutschke-Straße" gerungen. Hier waren sogar Gerichte beteiligt.

Selbst ohne nachträgliche Umbenennung ist die Postanschrift nicht immer für jeden Anwohner glücklich gewählt. So sitzt etwa die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in der „Karl-Marx-Straße" in Potsdam.

Quellen

26. Juni 2010

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