André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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„Süddeutsche Zeitung“ hinterfragt SPD- und Verdi-Beteiligung: Let's Push Things Forward

von André F. Lichtschlag

Wird es jetzt doch langsam ungemütlich für totalitäre Neosozis?

Die tagesaktuelle „bürgerliche Qualitätspresse“ von „FAZ“ bis „Welt“ schläft mal wieder. Und doch geschieht ein kleines Wunder: Keine Geringere als die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet heute als erste über die totalitären Entgleisungen aus den Häusern SPD und DGB. Unter dem Titel „Let's Push Things Forward“ möchte ein Bündnis linker und linksextremer Organisationen, dem die Gewerkschaft Verdi in Berlin sowie verschiedene Juso-Verbände angehören, den Vertrieb ihnen unliebsamer Zeitschriften an Kiosken unterbinden. Einen „Bund der Vertreibenden“ nennt nun die „Süddeutsche Zeitung“ das Bündnis gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.

Autor Marc Felix Serrao schreibt in der „SZ“: „Man fragt sich schon, was für ein Toleranzverständnis Organisationen wie Verdi und die Jusos haben, wenn sie propagieren, dass Positionen, die sie selbst ablehnen, de facto mundtot gemacht gehören. Der Glaube an die offene Gesellschaft und in die eigenen Argumente kann nicht ganz so fest sein, wenn man meint, dass die Verbannung dem politischen Schlagabtausch überlegen ist.“

Denke „man die Utopie der rechts-freien Kioske zu Ende“, so Serrao, dann lande man „in einem beklemmenden Szenario: Eine kleine Gruppe, die aber eine große Mehrheit hinter sich weiß, sorgt für ein politisch gesäubertes Medienangebot. Das ist nicht nur grundgesetzfeindlich, das ist letztlich totalitär. Denn diese Form einer privat organisierten Zensur kennt keine Unterschiede, wenn es um den politischen Gegner geht.“

Den Organisatoren der linken Kampagne, stellt Serrao fest, gehe es „eben nicht um einzelne Verkaufsstellen, sondern um das gesamtgesellschaftliche Klima“. Serrao schließt: „Wenn man sich diesen Bund der Vertreibenden anschaut, dann weiß man, was es auch nie wieder geben darf.“

Interessant sind auch die Kommentare der Leser der „Süddeutschen Zeitung“ – die nicht per se als ausgewiesene „Rechte“ bekannt sind. Der erste von ihnen gratuliert etwa so: „Dieser Kommentar ist das Beste, was in den letzten Jahren über das Thema Meinungs- und Pressefreiheit veröffentlich wurde. Organisationen wie SPD-Jugend und Verdi müssen sich selbst fragen, wie sehr ihnen die Demokratie am Herzen liegt, wenn man gemeinsam mit Linksextremen die faktische Abschaffung wichtiger Grundrechte fordert.“

Wann wird SPD und Gewerkschaften diese Frage endlich auch von den Schnarchnasen der „bürgerlichen Medien“ in aller Deutlichkeit gestellt? Verstehen sie immer noch nicht, dass sie selbst die nächsten sind, wenn die erste Verbannungsliste von der Hobby-Stasi erfolgreich abgearbeitet wurde?

Internet

Marc Felix Serrao: Bund der Vertreibenden

ef-Meldung am 10. Juli: „Push Forward“ gegen die Pressefreiheit

Der Bund der Vertreibenden/Straßen-Stasi (BdV/SS)

Und so sehen sie ungefähr aus

14. Juli 2010

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