Ronald Gläser

Jg. 1973, Amerikanist aus Berlin, Medienredakteur bei der "Jungen Freiheit".

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ARD-Dokumentation: Kulturkampf an der Schule

von Ronald Gläser

Aufruf zu einer geordneten Segregation

Heute Nacht lief die Dokumentation „Kampf im Klassenzimmer“. Der Film wurde vom attraktiven Sendeplatz 23.45 Uhr auf den ebenso zuschauerfreundlichen Sendeplatz 0.15 Uhr verschoben. Also muss er ja besonders politisch unkorrekt sein, dachten viele interessierte Zuschauer und blieben solange wach oder standen extra wieder auf. Gemessen an diesen hohen Erwartungen war der Streifen unterhaltsam, aber auch nicht umwerfend gut.

Der 45-minütige Film handelte von einer Hauptschule in Essen, in der deutsche Kinder in der Minderheit sind. Gezeigt wurde alles, was damit verbunden ist: jugendliche Machos mit Migrationshintergrund, eingeschüchterte deutsche Schüler, ratlose Lehrer. Ein deutsches Mädchen (Julia) ist ihrem palästinensischen Freund zuliebe zum Islam konvertiert. Die anderen, weniger anpassungsfähigen deutschen Jugendlichen kriegen auf die Fresse, wenn sie nicht parieren. „Seit der fünften Klasse werden wir als Nazis beschimpft“, klagt das eine Mädchen über die alltägliche Diskriminierung.

Ein Araber erklärt, warum die deutschen Mädchen, die schon vor der Ehe Sex haben und in die Disko gehen, Schlampen sind: „Das Problem ist: Hier in Deutschland gibt es so viele Freiheiten.“ Deutsche Mädchen seien dreckig: „Ich hasse es, wenn Frauen feiern gehen und kurze Miniröcke tragen.“

Szenen mit brutalen Prügeleien oder wüsten Beschimpfungen gab es allerdings nicht zu sehen. Eigentlich wurde die meiste Zeit ganz sachlich miteinander gesprochen. Was nicht heißt, dass es Übergriffe an der Schule nicht gegeben hat. Am Ende berichtete Sebastian („wurde schon oft verprügelt“) über die Zeit nach den Dreharbeiten im Klassenzimmer: „Als die Kameras weg waren, wurden wir sofort wieder als Ausländerfeind attackiert.“

Der ganze Filmbeitrag ist eigentlich ein Appell für die Privatschule und eine geordnete Segregation, die ja auch jetzt schon auf dem Schulhof herrscht. „Ich fühle mich hier als Ausländer“, sagt Schüler Sebastian, der mit seinen deutschstämmigen Mitschülern auf dem Pausenhof nichts zu sagen hat. Die Kinder der Migranten würden dann – wenn überhaupt – in Schulen gehen, die auch ihren Eltern zusagen, weil es dort weder weibliches Lehrpersonal gibt noch Sport- oder Schwimmunterricht. Dort könnten sie den ganzen Tag Koranunterricht erhalten und so viele Gebetsräume einrichten, wie sie wollen.

Die deutschen Schüler würden an ihren Schulen das lernen, was ihre Eltern für richtig halten und würden nicht durch die Sprachschwierigkeiten von oder Übergriffe durch Migranten vom Lernen abgehalten. Die aufstiegswilligen Migranten könnten ihre Kinder auch an einer solchen Schule unterbringen, aber die Schulleitung wäre bemüht, nur so viele Migranten zuzulassen, dass eine Integration noch möglich ist. Andernfalls würden sie die lernwilligen deutschen Schüler an die Konkurrenz verlieren – und das wäre schlecht fürs Geschäft. Wer sagt eigentlich, dass wir an öffentlichen Zwangssammelschulen auf Steuerzahlerkosten schwererziehbare Jugendliche zehn Jahre lang durchschleusen müssen?

22. Juli 2010

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