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Aktuelle Meldung - Kachelmann: Vorläufig auf freiem Fuß

von Redaktion eigentümlich frei

Wird der erfolgreichste Wetterfrosch Deutschlands doch nicht kaltgestellt?

(ef-DS) Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Meteorologen und Gründer des privaten Wetterdienstes Meteomedia heute freigelassen. Bis zu seinem Prozess am 6. September 2010 muss Kachelmann nicht wieder ins Gefängnis zurück.

Kachelmann war von seiner Ex-Freundin beschuldigt worden, diese vergewaltigt zu haben. Ein von der Verteidigung bestelltes psychologisches Gutachten hatte erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klägerin entstehen lassen, deren Schilderung des behaupteten Tathergangs nur sehr vage und oberflächlich sowie logisch inkonsistent sei. Das Gericht begründete seine vorläufige Freilassung damit, dass „Aussage gegen Aussage“ stehe und dass bei der Klägerin „Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive“ nicht ausgeschlossen werden könnten.

Der Schweizer Jörg Kachelmann gründete Meteomedia im Jahre 1990. In Deutschland und der Schweiz hat Meteomedia mittlerweile insgesamt 800 Wetterstationen in Betrieb; weltweit sind es sogar 14.000 Stationen. Bald wurde das 100 Mitarbeiter starke Privatunternehmen der größte Konkurrent zum staatlichen „Deutschen Wetterdienst“ (DWD), der 2.600 Beschäftige hat und in Deutschland 173 hauptamtliche Wetterstationen sowie weitere 2.400 von ehrenamtlichen Freiwilligen betreute Stationen betreibt. Von der Qualität der Meteomedia-Dienste war offenbar selbst der staatliche Sender ARD so sehr überzeugt, dass er für die Sendung „Wetter im Ersten“ auf Meteomedia zurückgriff und Kachelmann als Moderator anstellte. Bei den seit zehn Jahren stattfindenden Wettervorhersageturnieren der FU Berlin belegten die Meteorologen von „Meteomedia“ regelmäßig den ersten Platz.

Im Jahre 2006 eskalierten die Spannungen zwischen den beiden Wetterdiensten, als der DWD ein Monopol auf Wetterwarnungen beanspruchen wollte. Daraufhin erwiderte Kachelmann, der DWD wolle "eine Art Privat-DDR" mit alleinigem Wahrheitsanspruch errichten und wies darauf hin, dass der DWD bei der Vorhersage von Wetterkatastrophen wie dem Orkan Lothar, dem Orkan Anna und der Elbeflut versagt habe.

Kachelmann, der auch für die „Initiative Neue Marktwirtschaft“ geworben hat, betonte zwar stets, dass einzelne Wetteranomalien wie ein heißer Sommer und ein kalter Winter niemals Belege für eine Veränderung des Klimas sein können. Er gilt aber auch nicht als „Klimaleugner“. So stellt er den Treibhauseffekt und die von den amtlichen Meteorologen propagierte Erderwärmung nicht grundsätzlich in Frage. Allerdings ist seine Domäne auch die Wetter-, nicht die Klimavorhersage.

29. Juli 2010

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