30. Juli 2010

Bildung Privat geht vor Staat

Keine Lust mehr auf sozialistische Schulexperimente an lebendigen Menschen

In Deutschland finden keine entspannten Gespräche über Bildung statt. Die Medien interessierten sich in der Regel für in schulischen Dingen minderbemittelte Migranten, um die sich unsere Gesellschaft endlich kümmern solle. Die Politiker sorgen dafür, dass ein schulpolitischer Flickenteppich entsteht. Das Parteienkartell aus CDUSPDDIEGRÜNENDIELINKE ist für sozialistische Schulexperimente offen – zum Verdruss von Eltern, Schülern und Lehrern. Darüber vergisst man leicht, dass es auch noch eine andere Seite der Bildung gibt, nämlich die private Wissensvermittlung. Privat ist eben besser als Staat, auch wenn dies GEW-Funktionäre nicht wahrhaben wollen. Hier soll es nicht um Homeschooling gehen, sondern um die deutsche Privatschullandschaft.

„Immer mehr Eltern sind bereit, für die individuelle Förderung ihrer Kinder und ein breites Lernangebot tief in die Tasche zu greifen. Darüber freuen sich die privaten Bildungsanbieter. Denn während der politische Dauerstreit über mehr oder weniger Geld für staatliche Bildung nahtlos von der einen in die nächste Runde geht, floriert das Geschäft mit privaten Kindergärten, Nachhilfeorganisationen, Privatschulen, Internaten und Hochschulen aufs Prächtigste“, berichtet die einst von Ludwig Erhard mitbegründete Zeitschrift „Wirtschaftsbild“. „Eltern und Schüler haben sehr genaue Vorstellungen, was ihnen eine Schule bieten soll. Da spielt das pädagogische Profil einer Schule ebenso eine Rolle wie das Betreuungsverhältnis und die begleitenden Angebote der Schule, die über den Lehrplan hinausgehen“, bestätigt Michael Büchler, Präsident des Verbandes Deutscher Privatschulverbände e.V.

Die Zahlen sprechen für sich: Nach einer „Spiegel“-Umfrage vom Sommer 2009 würden vier Fünftel aller befragten Eltern eine Schulgebühr zahlen, wenn ihr Kind dadurch besseren Unterricht und bessere Lehrer bekäme. Im letzten Schuljahr besuchten genau 690.757 Schüler eine von mehr als 3.057 allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft. Das ist im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 ein Zuwachs von mehr als 15.856 Schülern. Die Frage, warum sich insbesondere die aufstiegsorientierte Mittelschicht für Privatschulen interessiert, beantwortet die Zeitschrift Wirtschaftsbild folgendermaßen: Im Gegensatz zum politischen Willen sei „Elternliebe eine konstante Größe“.

Während der Staat für einen Schüler einer allgemeinbildenden öffentlichen Schule nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes pro Jahr 5.100 Euro ausgibt, muss er pro Schüler bei einer privaten Schule nur 4.500 Euro an Fördermitteln zahlen. Der Staat spart also auch noch an Privatschülern. NRWs neue Schulministerin Sylvia Löhrmann oder auch Hamburgs abgewatschte grüne Schulsenatorin Christa Goetsch werden solche Fakten nicht anfechten. Sie werden weiterhin ihren sozialistischen Einheitsschultraum träumen – gegen jede Wirklichkeit, gegen den Willen der Eltern und gegen jede politische Vernunft. Sie wissen ja, dass ihnen einige Migrantenverbände, Schulversager, linke Pädagogen und Gewerkschaften Beifall klatschen werden. Diese auf Sozialneid und Leistungsverweigerung gestützte Bewegung registriert noch nicht einmal, dass Privatschulen letztlich nicht nur ein Segen für die Kinder, sondern auch für die Staatschatulle sind.


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