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Aktuelle Meldung – Parteiensystem: Norbert Bolz sieht Potenzial für eine konservative Partei

von Redaktion eigentümlich frei

Steht der Kampf gegen Rechts vor einer Mammutaufgabe?

(ef-DS) Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz, Professor an der TU Berlin, sieht aufgrund der weit fortgeschrittenen Sozialdemokratisierung der CDU ein großes Potenzial für eine rechte Partei, wie er im „Tagesspiegel“ vom 12.08.2010 darlegt.

Eine solche Partei könnte (nach dem erneuten Versagen der FDP) eine neue Heimat für die Erfolgreichen und Leistungsträger sein. Eine solche Rechtspartei müsste sich „gegen den Paternalismus des vorsorgenden Sozialstaates, für mehr Selbstverantwortung und den unzweideutigen Schutz des Eigentums“ und für „einen fröhlichen Patriotismus und eine christliche Leitkultur“ einsetzen.

Auch unter Geistesarbeitern sei die Stimmung gar nicht so ungünstig: „Viele Akademiker, Journalisten und Intellektuelle sind aber gar nicht links, sondern maskieren sich nur so, um in ihren Institutionen überleben zu können. Wer einen ‚rechten’ Satz sagt oder schreibt, bekommt viel Zustimmung – hinter vorgehaltener Hand. Das ist das Sarrazin-Syndrom: Du hast ja recht, aber das kann man doch nicht sagen.“

Bolz deutet auch an, dass er die historische Falschheit der definitorischen Gleichung „rechts ist konservativ und antisozialistisch“ erkannt hat: Es habe sich im „nachträglichen Kampf gegen die Nazis“ eine Denkblockade entwickelt, die in der „grotesken Gleichung: konservativ=reaktionär=faschistisch“ bestehe. „Diese Keule schwebt über jedem, der versucht, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung der Gutmenschen zu bedienen.“ Es müssten sich aber viel mehr Intellektuelle aus der Deckung wagen und ein konservatives Coming-Out wagen, damit ein günstiges Klima für eine neue Rechtspartei entstehen könne.

Norbert Bolz war einem breiteren Lesepublikum vor allem bekannt geworden durch seine Bücher „Das konsumistische Manifest“, in dem er das bürgerliche Konsumstreben verteidigt, und „Das Wissen der Religion“, in dem er unter anderem die Begriffe „soziale Gerechtigkeit“ als „Maske des Neids“ und „Dialog der Kulturen“ als „Maske der geistigen Kapitulation vor fremden Kulturen“ deutet.

Internet:

„Tagesspiegel“ vom 12.08.2010: Neben Angela und Antifa

13. August 2010

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