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Aktuelle Nachricht – Ölplattform in der Arktis: Grönland-Regierung verurteilt Greenpeace-Aktion

von Redaktion eigentümlich frei

Gutmenschen haben bald keine menschliche Klientel mehr

(ef-RG) Die aktuelle Besetzung einer Ölplattform in der Arktis durch Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace, die zur Einstellung der von dort getätigten Bohrungen führte, hat eine scharfe Reaktion der Regierung Grönlands ausgelöst. Kuupik Kleist, der Premierminister des inzwischen von Dänemark weitgehend unabhängigen Inselstaates verurteilte die Aktion als „schädlich für die Wirtschaft des Landes“, wie der Londoner „Guardian“ gestern berichtete. Greenpeace, so Kleist weiter, ignoriere die Umwelt- und Sicherheitsauflagen, die Grönland den Ölfirmen auferlegt habe. „Dies ist eindeutig ein illegaler Akt, der die Regeln der Demokratie missachtet“, so die Regierungsmitteilung. „Das Kabinett betrachtet die Greenpeace-Aktion als einen sehr schwerwiegenden und illegalen Angriff auf die Verfassungsrechte dieses Landes. Es ist besorgniserregend, dass Greenpeace auf der Suche nach Medienöffentlichkeit die Sicherheitsregeln missachtet, die zum Schutz menschlichen Lebens und der Umwelt aufgestellt wurden.“

Der britische Abgeordnete im Europaparlament Daniel Hannan kommentiert diesen Vorgang heute in seinem Blog im „Daily Telegraph“. Seine linken Freunde, meint der Konservative, nehmen solche Zurückweisung oft übel. „Eingeborene in armen Ländern sollen doch auf ihrer Seite sein.“ Er könne sich gut erinnern wie untröstlich grüne und sozialistische Europaabgeordnete waren, als die stärkste Opposition gegen das EU-Importverbot von Seehundprodukten „nicht von den bösen multinationalen Konzernen kam sondern von den eingeborenen Volksstämmen in Kanada.“

Linke hätten schon immer die Vorstellung gemocht, dass sie für jene sprechen, die sonst keine Stimme haben, erinnert sich Hannan. „Das Problem ist, dass die zuvor Sprachlosen, wenn sie ihre Stimme erheben, oft Dinge sagen, die ihre bisherigen Beschützer unangenehm finden. Vor hundert Jahren maßten sich Sozialisten an, für das Proletariat zu sprechen. Als sich herausstellte, dass das Proletariat einige unbequem konservative Ansichten hatte, wendeten sie ihre Aufmerksamkeit dem unterdrückten Landvolk der Dritten Welt zu. Als sich herausstellte, dass auch diese nicht die korrekten Meinungen hatte, zogen sie weiter zu noch erleseneren Gemeinden: Den Jägern und Sammlern in den Regenwäldern und ähnlichem.“

Nun, so die Beobachtung des Euro-Skeptikers, hätten selbst diese Gruppen die Unterstützung von „rechtgläubigen Weißen“ zurückgewiesen. „Aber eine Klientel ist noch übrig; eine, die ihre selbsternannten Beschützer niemals ablehnen wird, nämlich die sprachlosen Tiere.“ Daher, schließt Hannan, „der erschreckende Eifer mancher Tierrechtsaktivisten: Es gibt für sie keinen Ersatz mehr.“

Quellen:

„Guardian“: Greenland’s prime minister lambasts Greenpeace for raiding Arctic oil rig

Daniel Hannan Blog im „Daily Telegraph“

01. September 2010

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