07. September 2010

Demographie Scheinlösung Zuwanderung

Wirtschaftslobbyisten schaden Deutschland

In seinem aktuellen Newsletter berichtet das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie über die „Scheinlösung Zuwanderung“, die kurzfristig Profit, langfristig aber Probleme beschere. So zitiert der Newsletter aus einem Aufsatz über „Nachhaltige Familienpolitik – für eine Zukunft mit Kindern“: „Der angebliche Rettungsanker ‚Zuwanderung’ wird das Problem“ der Alterung der Industriegesellschaften „nicht lösen können, denn um den heutigen Altersaufbau zu halten, müssten jährlich (netto) 3,5 Millionen Menschen nach Deutschland einwandern. Wer mittel- und langfristig Innovationsfähigkeit und Wachstum sichern will, muss mit dafür Sorge tragen, dass es viele stabile Familien mit mehr Kindern gibt“.

Dass Deutschland angeblich mehr Zuwanderer braucht, posaunen vornehmlich die tonangebenden Medien sowie Wirtschaftslobbyisten in die Welt. Die einen schwärmen für eine „weltoffene“, multikulturelle Gesellschaft, die anderen plädieren für mehr Fachkräfte und Profit. Die Migration setzte sich aber durch den Nachzug von Ehegatten, Kindern und Verwandten nach dem eigentlichen Sättigungsgrad immer weiter fort – und endete immer häufiger in den Sozialsystemen. Für die so entstandenen Leistungen für Migranten muss wiederum die Allgemeinheit aufkommen, „während die einzelnen Unternehmen zuvor von der für sie billigen Arbeitskraft profitieren konnten“, so das Institut: „Im Gegensatz zur betriebswirtschaftlichen Kurzfristperspektive sieht der volkswirtschaftliche Saldo der Zuwanderung eher negativ aus.“

Abgesehen davon, dass insbesondere einige große Konzerne die Folgen ihrer kurzfristigen Politik gern sozialisieren und der Gedanke, die teilweise defizitär ausgebildeten deutschen Jugendlichen sozusagen „nachzuschulen“, für sie kaum noch eine Rolle spielt, führt das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie auch ethische Argumente ins Feld. Das Modell Kanada sei nicht beliebig übertragbar, denn dies hieße in letzter Konsequenz, dass sozialpolitische Reservearmeen in ärmeren Ländern für alternde Industrievölker en masse rekrutiert würden. Eine solche Strategie setze einzig darauf, dass ärmere Länder Arbeitskräfte ausbilden, um den Wohlstand der reicheren Industrienationen zu erhalten. Komisch, dass solche „Gutmenschenargumente“ bei Rot und Grün und den Migrantenfreunden in Union und FDP auf so wenig fruchtbaren Boden fallen. Sie verweigern sich nämlich immer noch viel zu wenig einer Politik der offenen Tür. Ohne eigenen Nachwuchs geht es nicht. Diese unbequeme Wahrheit wollte vor kurzem noch keiner hören. Die Reaktion auf den Geburtenmangel war einzig und allein das Modell der staatlichen Zwangsbeglückung, dem unisono alle entscheidenden Parteien in Deutschland frönen. Gebracht haben die Maßnahmen Frau von der Leyens gar nichts. Sie waren nur schlecht kaschierte Frauenerwerbsförderungspolitik. Eine Familienpolitik, die diesen Namen verdient, kann sich keine der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien mehr auf die Fahnen schreiben.


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