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Aktuelle Meldung – Systemkritik: Castro-Zitat sorgt für Furorevon Redaktion eigentümlich frei Wie reagieren die Revolutionskinder Chávez und Morales? (ef-DS) In einem Interview mit dem US-Journalisten Jeffrey Goldberg für die Zeitschrift “The Atlantic” wurde der nach einer langen Darmerkrankung nach eigenen Angaben wieder vollständig genesene kubanische Revolutionsführer gefragt, ob er glaube, dass das „kubanische Modell“ es immer noch wert sei, exportiert zu werden. Die sybillinische Antwort des 84-jährigen Greises: „Selbst bei uns funktioniert das kubanische Modell nicht“. Weitere selbstkritische Original-Äußerungen Castros scheint das Gespräch nicht hervorgebracht zu haben, vielmehr ging es danach sehr ausführlich um Delphine. So erkannte Castro: „Delphine sind sehr intelligente Tiere.“ Doch nicht nur „The Atlantic“ macht aus Fidels Kuba-Modellsatz einen Aufhänger. Auch die deutsche Presse, allen voran „Spiegel online“ ergeht sich in sensationslüsterner Exegese und titelt „Castro stellt die System-Frage“. Bislang gab es in Kuba jedoch keine Indizien für eine schwungvolle Gegenrevolution, auch wenn Castros seit 2008 regierender Bruder Raúl mehr Privatwirtschaft zugelassen hat, um die Versorgungslage zu bessern und die Tourismusindustrie auf Vordermann zu bringen. Allein der Fremdenverkehr und die damit verbundene Prostitution bringen nämlich noch Devisen ins Land, was die Folgen des Sozialismus etwas abmildert. Zu den Errungenschaften Castros zählen seine weltweiten Anhänger vor allem das kubanische Gesundheitssystem. So tauschte Castro mit Venezuela Öl gegen Armenärzte, und auch der Social-Fiction-Regisseur Michael Moore ließ kein schlechtes Haar an Castros Gesundheitsplanwirtschaft. Allerdings weisen Kritiker darauf hin, dass vor der Machtergreifung von Castro und seinem mörderischen Komplizen Che Guevara Kuba in wirtschaftlicher Hinsicht ein lateinamerikanisches Musterländle war und die Kindersterblichkeit in den 50er Jahren sogar geringer war als in Deutschland. Noch heute zeugen Tausende von Oldtimern aus jener Zeit vom einstigen Wohlstand des Landes, von dem seine Bewohner heute noch zehren. Sollte Castro dennoch explizit sein System in Frage stellen, dürfte dies nicht nur für Michael Moore oder Sarah Wagenknecht, sondern vor allem auch für die System-Importeure Hugo Chávez und Evo Morales eine bittere Enttäuschung bedeuten.
Artikel in „The Atlantic“ über das Gespräch mit Fidel Castro 09. September 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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