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Aktuelle Nachricht – Wikileaks: Assange antwortet auf Vorwürfe

von Redaktion eigentümlich frei

„Es gibt keine Belege dafür, dass Menschenleben gefährdet wurden“

(ef-RG) In einem Zeitungsartikel erhebt Julian Assange schwere Vorwürfe gegen die australische Regierung, sie tue nichts, um ihn, einen australischen Staatsbürger, zu schützen. In der heutigen Ausgabe von „The Australian“ nimmt Assange ausführlich Stellung zu den gegen ihn im Zusammenhang mit den jüngsten Veröffentlichung seiner Internet-Platform „Wikileaks“ geäußerten Anschuldigungen. Er vertrete, schreibt Assange, „eine neue Art von Journalismus“, den er „wissenschaftlichen Journalismus“ nennt und dessen Kennzeichen die Bereitstellung von Belegen für die Berichte sei. Auf diese Weise könne der Leser selber beurteilen, ob eine Reportage der Wahrheit entspricht und der Journalist zutreffendes geschrieben hat.

Assange dementiert, ein Antikriegs-Aktivist zu sein. „Manchmal müssen Nationen in den Krieg ziehen, und es gibt gerechte Kriege.“ Es gebe jedoch nichts schlimmeres als Regierungen, die ihre Bürger über diese Kriege belügen und dann diese Bürger bitten, ihr Leben und ihre Steuern für solche Lügen zu opfern. „Wenn ein Krieg gerechtfertigt ist, dann sollen die Regierungen die Wahrheit sagen und die Leute werden entscheiden, ob sie ihn unterstützen wollen.“

Der Australier bestreitet außerdem, durch die „Wikileaks“-Veröffentlichungen Menschenleben gefährdet zu haben. In der vierjährigen Geschichte von „Wikileaks“ sei, soweit bekannt, kein Mensch aufgrund dieser Veröffentlichungen zu Schaden gekommen. Die USA allein dagegen habe in den den vergangenen paar Monaten „Tausende“ getötet. Das Pentagon habe gemeldet, dass es keine Belege dafür gebe, dass irgendwer in Afghanistan durch die Wikileaks-Berichte zu Schaden gekommen sei. Die NATO in Kabul habe dem Sender „CNN“ gesagt, dass sie keine einzige Person gefunden habe, die Schutz benötigt.

Assange bezichtigt seine Kritiker der Feigheit: Auch die „New York Times“, der „Guardian“, „El Pais“ und „Der Spiegel“ haben die Botschaftskabel veröffentlicht. „Aber es ist ‚Wikileaks‘, als Koordinator dieser und anderer Gruppen, das von der US-Regierung und ihren Gefolgsleuten am aggressivsten angegriffen wurde.“ Der Grund hierfür sei, dass „Wikileaks“ jung und klein, die anderen genannten Medien jedoch alt und groß sind.

Besonders enttäuscht zeigte sich der Internet-Aktivist über seine eigene Regierung: „Man könnte erwarten, dass eine australische Premierministerin ihre Bürger gegen solche Vorhaltungen verteidigen würde, aber von der Seite kam nichts weiter als unbegründete Vorwürfe illegalen Handelns.“ Die Premierministerin und besonders der Generalstaatsanwalt sollten jedoch „ihre Pflichten mit Würde und unparteiisch ausüben.“ An die Leser gewandt, prognostizierte Assange: „Seien Sie versichert, dass diese beiden nur ihre eigene Haut retten wollen. Das wird ihnen nicht gelingen.“

Quelle:

“The Australian”: Don’t shoot messenger for revealing uncomfortable truths

08. Dezember 2010

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