Klaus Peter Krause

Jahrgang 1936, Publizist und Autor, von 1966 bis 2001 Wirtschaftsredakteur bei der "FAZ".

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Cancun zum Trotz: Windkraft für Strom hat natürliche technische Grenzen

von Klaus Peter Krause

Sie sind so wesentlich, dass sie ihn unwirtschaftlich machen

Alles Blendwerk. Was immer beim „Klimagipfel“ in Cancun beschlossen wurde und die selbsternannten Klimaschützer als wunderbare Einigung tiefgläubig bejubeln, was immer in Cancun nicht beschlossen wurde und die gleichen Klimaschützer vorwurfsvoll beweinen: Das Klima wird es nicht, aber auch gar nicht kümmern. Es nimmt seinen Gang wie eh und je, unbeeindruckt von der menschlichen Einbildung und Vortäuschung, die Globaltemperatur mit niedrigerem CO2 -Ausstoß um 2 Grad senken zu können. Und es wird auch gar nichts daran ändern, dass die Nutzung von Windkraft zur Stromerzeugung natürliche technische Grenzen hat. Gleichwohl verunstalten die riesigen Windkraftgeneratoren mit den sich drehenden Flügelblättern und mit ihrer immer größeren Vielzahl die schöne Landschaft immer mehr und schädigen die Umwelt weiterhin. Aber selbst dann, wenn man diese Tatsachen vernachlässigt oder – wie viele Umweltschützer – seltsamerweise gar leugnet, kann dieser Strom nur sehr begrenzt genutzt werden und ist daher unwirtschaftlich. Warum?

Windstrom steht zu oft nicht zur Verfügung

Windstrom ist nicht zuverlässig: Die Generatoren liefern Strom nur bei einer Windgeschwindigkeit von mindestens 3 Metern je Sekunde (m/s). Erst von 14 m/s an erreichen sie überhaupt ihre Nennleistung. Ihre Flügelkonstruktion bewirkt, dass sie diese Nennleistung konstant bis zu Windgeschwindigkeiten von 25 m/s abgeben. Bei höheren Windgeschwindigkeiten muss der Windgenerator automatisch abgeschaltet werden. Häufig drehen sich die Rotorblätter der Generatoren bei Schwachwinden auch, ohne dass sie überhaupt eine Leistung abgeben, also Strom gar nicht erzeugen.

Erreicht werden nur 20 bis 30 Prozent der Nennleistung

Weil der Wind unstetig weht und die Generatoren bei Windstärken unter 3 m/s überhaupt keinen Strom erzeugen, erreichen sie im Jahresdurchschnitt allenfalls 20 Prozent ihrer Nennleistung, auf See nur bis zu 30 Prozent. Diese Nennleistung erreichen sie erst bei derjenigen Windstärke, für die sie ausgelegt sind. Beim Überschreiten bestimmter Grenzwerte müssen sie schlagartig abgeschaltet werden.

Für die Netzstabilität sind Kohle, Gas und Kernkraft unentbehrlich

Ihre schwankende fehlende Leistung von durchschnittlich 80 Prozent muss ständig durch herkömmliche Kraftwerke bereitgestellt werden – betrieben mit Kohle, Gas oder Kernenergie. Diese müssen, häufig außerhalb ihres günstigen Wirkungsgradbereiches gefahren werden, weil der Windstromanteil schwankt und die Stabilität des Stromnetzes erhalten bleiben muss. Mit diesem ungünstigen Wirkungsgrad geht ein beachtlicher Teil des eingesparten CO2 wieder verloren.

Wie Stromausfall droht

Nachts werden die geringsten Strom-Mengen nachgefragt. Sie liegen im deutschen Stromnetz bei 40.000 bis 45.000 Megawatt (MW). Mehr als die Hälfte dieser Leistung müssen, um das Netz stabil zu halten, die Kern-, Kohle – und Gaskraftwerke als sogenannte Grund– und Regellast liefern. Das deutsche Stromnetz kann dann also maximal nur Windstromleistungen von 20.000 MW verkraften. Aber bereits 2009 haben nach Professor Helmut Alt, Ingenieurwissenschaftler an der Fachhochschule Aachen, alle installierten Windstromanlagen bei Starkwind 22.000 MW abgegeben. Nimmt die Zahl der Windgeneratoren immer weiter zu, droht das Stromnetz zusammenzubrechen. Das bedeutet dann Stromausfall.

Die mutwillige Aufgabe der Selbstversorgung mit Strom

Die Folgerung daraus: Das Einspeisen von Windstrom in das deutsche Stromnetz hat seine technische Grenze erreicht. Werden noch mehr Windgeneratoren aufgestellt, muss ihre Erzeugung (wie schon heute) zum Teil mit Verlusten exportiert oder bei Starkwind zum Teil abgeschaltet werden, um das Netz nicht zu überlasten. Dadurch verteuert sich der Windstrom noch weiter und seine CO2–Bilanz wird noch schlechter. Steigt Deutschland, wie vorgesehen, aus der Kernenergie aus, wird die deutsche Stromversorgung vom Stromimport noch abhängiger. Eine McKinsey-Untersuchung rechnet mit einer Importabhängigkeit von 50 Prozent. Mit dem Energiekonzept der Bundesregierung bis 2050 zugunsten der „Erneuerbaren“ gibt Deutschland die seit hundert Jahren bestehende Selbstversorgung seiner Volkswirtschaft mit Strom mutwillig auf.

Den Bürgern die Wahrheit sagen – aber die wirklich entscheidende

Was die Bundesregierung mit ihrem Energiekonzept bis 2050 vorhat, macht den Bau neuer Stromleitungen zwingend notwendig. Der Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen spricht von „Tausenden, eher Zehntausenden Kilometern neuer Leitung in Europa und Deutschland“. Und damit man sich das besser vorstellen kann, schreibt er: „Neben jeder Hochspannungsleitung entlang der Autobahnen und quer durch unser Land müssen noch vier weitere stehen – das ist nötig für die erneuerbare Welt, ohne dies geht es nicht.“ So in einem ganzseitigen Beitrag in der „FAZ“ vom 22. Oktober 2010 mit der Überschrift „Den Bürgern die Wahrheit sagen“. Aber diejenige Wahrheit, auf die unsere Politiker und die übrigen Profiteure diesen ganzen Wahnsinn stützen, sagt auch Teyssen den Bürgern nicht: dass nämlich die vorgebliche Klimaerwärmung durch die Emission des technischen CO2 der Menschen und der deshalb inszenierte „Klimaschutz“ ein großangelegter Schwindel, ein Riesenbetrug ist.

14. Dezember 2010

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