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Aktuelle Nachricht – Bofinger: Marshall-Plan für den Euro

von Redaktion eigentümlich frei

So soll Griechenland endgültig gerettet werden

(ef-DF) Peter Bofinger fordert einen „EU-Marshall-Plan" für am Abgrund stehende Euro-Länder. Statt einzelner Rettungseingriffe solle ein umfassender Plan geschaffen werden, aufgrund welchem Hilfen gewährt würden. Bofinger gehört den Wirtschaftsweisen an und vertritt eine besonders keynesianische Wirtschaftspolitik. Er gehört zu den Kritikern der Sparprogramme, die etwa Griechenland hat auflegen müssen. Dementsprechend sieht sein Marshall-Plan ein „umfassendes europäisches Investitionsprogramm für die Problemländer vor, damit ihre Wirtschaft nach der Radikalkur der IWF-Programme wieder auf die Beine kommt“.

Ähnlich äußer sich Jorgo Chatzimarkakis (FDP). Er schlägt vor, dass die EU für Griechenland vorgesehene aber nicht abgerufene Gelder in Höhe von rund 20 Milliarden Euro verwendet, um der griechischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Denn so könne im „Sinne eines kleinen EU-Marshall-Plans bis zum Jahr 2013 rasch das Wachstum angekurbelt werden.“

Die eine wie auch die andere Maßnahme würde alle Anstrengungen konterkarieren, die bisher unternommen wurden um Griechenland zu sanieren. Statt das griechische Sparen, das tatsächlich keinen Schuldenabbau bedeutet, sondern nur eine geringfügige Verringerung des jährlichen Haushaltsdefizits zur Folge hat, zu forcieren, ginge man einen weiteren Schritt in Richtung europäische Wirtschaftsregierung. 

Überdies handelt es sich um einen Mythos, dass der Marshall-Plan den wirtschaftlichen Aufschwung bewirkt habe. Interessanterweise wuchsen Deutschland, Österreich und Italien wesentlich schneller als Großbritannien, Schweden und Griechenland, die als vorherige Allierte viel größere Summen von  den USA erhielten. Viel bedeutender für den deutschen Weg aus der wirtschaftlichen Nachkriegsmisere war die Erhardsche Deregulierung von Preiskontrollen.

Quellen

21. Januar 2011

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