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Aktuelle Nachricht – Literatur: Rassismus in der Villa Kunterbunt

von Redaktion eigentümlich frei

Noch über 70 „Negerkönige“ in der Bonner Stadtbibliothek!

(ef-LFP) Kaisa Ilunga, Mitglied im Bonner Integrationsrat, hat sich dem Kampf gegen die zeitgeistlich „entartete“ Kunst der Moderne in den Schulen und Bibliotheken der ehemaligen Bundeshauptstadt verschrieben. Sein erstes Angriffsziel ist Pippi Langstrumpf, genauer gesagt ihr Vater Efraim, dessen Schöpferin Astrid Lindgren ihn seinerzeit zumindest literarisch zum „Negerkönig“ krönte. Auch wenn der Oetinger Verlag seit 2009 den „Neger-“ durch einen „Südseekönig“ ersetzen ließ, zählt der seit 20 Jahren in Deutschland lebende Kongolese allein in der Bonner Stadtbibliothek noch über 70 veraltete Exemplare des Kinderbuchklassikers. Ginge es nach dem 54jährigen Afrikaner, sollten alle alten Bestände aus den öffentlichen Räumen verbannt und durch Exemplare aus der neuen Auflage ersetzt werden. Sein Antrag auf Reinerhaltung der politisch korrekten Sprache wurde übrigens postwendend umgesetzt. Stadtsprecherin Monika Frömbgen betonte, man hätte „die Bitte des Herrn Ilunga sehr ernst“ genommen. Derweil ist ein Streit darum entbrannt, ob Astrid Lindgren gar eine Rassistin gewesen sei. „Nein“, sagt der Germanist Jan Seifert von der Universität Bonn, „Neger“ wäre bis in die 1970er Jahre in der Umgangssprache durchaus gebräuchlich gewesen. „Ja“, zumindest latent und unterschwellig, behauptet indes Antje Hornscheidt, Mitautorin des Buches „Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk“. Warum sich die Eliminierung rassischer Stereotypen aus der Literatur lediglich auf Schwarzafrikaner beschränkt und andere diskriminiert wird nicht weiter thematisiert. Vermutlich fürchten Bibliotheken und Büchereien um den Großteil ihrer Bestände an Asterix-Bänden. Bleibt nur zu hoffen, dass Herr Ilunga nicht auch noch Ludwig von Mises für sich entdeckt. Dieser schrieb bereits im Jahr 1927 höchst antirassistisch motiviert: „Es geht über menschliche Kraft hinaus, einen Neger weiß zu machen. Aber man kann dem Neger dieselben Rechte verleihen wie dem Weißen und ihm damit die Möglichkeit bieten, bei gleichen Leistungen auch dasselbe zu erreichen.“

Weitere Informationen:

01. März 2011

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