06. April 2011

Währungszwang Verwende den Dollar sonst setzt's was!

Der amerikanische Staat unterdrückt die freie Münzwirtschaft

Wenn man die Redewendung „a unique form of domestic terrorism“ – also „eine besondere Form innenpolitischen Terrorismus“ – in eine Suchmaschine eingibt, findet man einen Bericht über einen Mann, den die US-Regierung ab sofort bis zu seinem Tod einzusperren versucht.

Was war sein Verbrechen? Seine besondere Form des Terrorismus? Er prägte Silber- und Kupfermünzen und verkaufte diese. Mit anderen Worten er tat das, was unzählige Unternehmer seit jeher gemacht haben. Er versuchte, Kunden mit einem Wertspeicher zu versorgen. Niemand wurde zum Kauf gezwungen. Er befriedigte eine Nachfrage des Marktes, das war eigentlich alles.

Wem hat er geschadet? Niemandem. Anders als illegale Drogen, die die Regierung verbietet damit wir uns nicht selber schaden, haben diese Silbermünzen ihre Nutzer nicht in Gefahr gebracht. Sie gaben den Menschen lediglich eine Option für die Verwendung ihres Geldes. Hat der Unternehmer versucht, diese zu gesetzlichen Zahlungsmitteln zu erklären? Nein, er verkaufte sie als das, was sie sind.

Können die Leute sie als Geld verwenden? Ja, aber man kann alles als Geld verwenden: Schuhe, Muscheln, USB-Sticks oder Bücher. Ob etwas Geld ist oder nicht, hängt vom Zweck des Tausches ab. Kauft man etwas um es zu konsumieren? Dann ist es kein Geld. Kauft man etwas um damit zu handeln? In diesem Fall nimmt es geldähnliche Eigenschaften an.

Es ist absolut verständlich, dass die Leute die Zukunft des Papierdollars in Zweifel ziehen. Das eigene finanzielle Interesse treibt viele dazu, nach Alternativen zu suchen. Was dieser Geschäftsmann tat, war, etwas anzubieten, was sich als eine mögliche Alternative zum Dollar herausstellte. Und dafür, einzig und allein dafür, ist er gejagt und zugrunde gerichtet worden.

Sein Name ist Bernard von NotHaus und er ist 67 Jahre alt. Während der Gerichtsverhandlungen wurde er mit jedem nur erdenklichen Namen belegt. Er wurde als Gauner, Terrorist, Sonderling und verrückt bezeichnet. Was er jedoch getan hat, sollte eigentlich völlig legal sein und in jeder Nation ermutigt werden, und zwar jederzeit und überall.

Eine Nation, die Vertrauen in die Zukunft ihres Geldes hat, würde einen Währungswettbewerb nicht fürchten. Eine Nation mit sterbendem Geld benutzt jede Möglichkeit, den Wettbewerb zu unterdrücken. Genau dies ist im Falle des sogenannten Liberty Dollar passiert.

Was hierbei auffällt, ist, dass niemand glaubt, dass es irgendeinen Grund gibt, diesen Punkt zu diskutieren. Für seine Verfolger ist offensichtlich, dass er ein Krimineller ist. „Er spielt mit der Kernidee der radikalen Rechten, dass böse Bänker der Federal Reserve uns mit ihrer Kontrolle der Geldmenge abzocken“, sagte Mark Potok des Southern Poverty Law Center. „Er steht mitten in der Welt der antistaatlichten Patriotenbewegung, was auch immer er behauptet. Dort sind seine Kunden.“

Und worin besteht in diesem Fall das Interesse der SLPC? Es handelt sich um eine Gruppe, die behauptet, Hass und Rassismus beenden zu wollen – und dies hat etwas mit dem Verhindern von Armut zu tun. Und dennoch intervenieren sie in einem Fall, in dem jemand versucht, die Menschen vor der Verarmung zu schützen. Was die Fed betrifft ist es wohl kaum ein Ausdruck von Hass, wenn man darauf hinweist, dass die Fed die Geldmenge kontrolliert. Bernanke selber gibt dies zu!

Die Regierung hat keinen Hehl aus der Grundlage dieses Falles gemacht. Aufgrund eines Gesetzes aus der Bürgerkriegszeit behaupten die Kläger, dass es ein Verbrechen sei, mit dem offiziellen Dollar zu konkurrieren. Bemerkenswert, dass sie nicht die Verfassung der Vereinigten Staaten zitieren, in der ein solches Verbot nirgendwo zu finden ist. Die Geschichte der USA ist sogar sehr reich an Fällen privater Münzprägung. Bei der Besiedlung des Westens war sie unentbehrlich. Einen Münzservice bereitzustellen war genauso üblich wie jeder andere Handel.

Aber seit 1971, als der Dollar gänzlich zu Papier wurde, spürt man, dass er, um zu überleben und erfolgreich zu sein, die Deckung durch Waffen der Bundesregierung benötigt. Diese Einstellung ist mit der Freiheit unvereinbar. Das Recht auf ein privates Münzwesen ist ein wesentlicher Teil der freien Marktwirtschaft. Ein Wettbewerb von Währungen, insbesondere im digitalen Zeitalter, ist etwas, das jedes Land braucht.

Seth Lipsky schrieb im „Wall Street Journal“: „Es ist ein Kampf von Verlierern wenn man privates gesundes Geld unterdrückt, um krankes, von der Regierung emittiertes Geld zu schützen.“

Exakt. Wie Lipsky aufzeigt hat NotHaus sehr nah an den Grenzen der Legalität operiert. Zum Beispiel prägte er das Dollarzeichen auf seine Münzen und verkaufte sie mit Nummern versehen. Ich kann nichts zu seinen Geschäften oder zur Integrität seiner Tätigkeit sagen. Aber eins ist klar: Die Grundlagen für die Jagd auf ihn sind ungeheuerlich und tyrannisch.

Die Zulassung von alternativen Währungen ist kein Terrorismus. Sie ist ein Weg zu einer Währungsreform, lediglich eine Anwendung des Prinzips der freien Marktwirtschaft auf einen Bereich, der niemals dermaßen vollständig unter Regierungskontrolle hätte fallen dürfen. Diejenigen, die daran arbeiten, Alternativen zur Verfügung zu stellen, sollten nicht eingesperrt werden; sie sollten in jedem Land, das die Freiheit schätzt, gefeiert werden.

Information:

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 6.4.2011 auf der Webseite lewrockwell.com unter dem Titel „Use the Dollar or Else“ veröffentlicht. Übersetzung für ef-online von Robert Grözinger.


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