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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Gescheitertes Bildungspaket: Die Lehre von der Verhausschweinung des MenschenWenn Freiheit und Verantwortung verlorengehen Ist er nicht köstlich, der vorösterliche Eiertanz um das Bildungspaket? Man hatte ausschließlich für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern weitere Zuschüsse für Schulmaterial, warme Mittagessen in Schule und Kleinkinderverwahranstalt, Nachhilfe, Bildungs- und Freizeitaktivitäten eingeführt. Das war ein Schlag ins Gesicht der Berufstätigen mit niedrigem Verdienst, die schon jetzt oft weniger netto in der Tasche haben als die Nachbarn mit dem Hartz-Ticket und der vielen freien Zeit. Jetzt also sollen deren Kinder weitere Extras obenauf erhalten, so dass der Lohnabstand nur noch größer wird. Doch die Rechnung dieser Politik ging bereits an anderer Stelle nicht auf: Nur zwei Prozent der Bezugsberechtigten haben bislang die entsprechenden Anträge gestellt, die mit Bedacht so konzipiert sind, dass die Hartz-IV-Bezieher weitere Gelder mit etwas Mühe nur für die Kinder und nicht für sich selbst abgreifen können. Und jetzt wundern sich alle lautstark. Wie konnte es so kommen, dass kaum ein Antrag gestellt wurde? Auch Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist „not amused“ und möchte allen „betroffenen Familien“ einen Brief – das Millionenporto klebt wieder der Steuerzahler – schreiben. Sie meint, die Erziehungsberechtigen müssten nun „ihren Teil der Verantwortung“ wahrnehmen: „Sie sind ja in der Lage, ihren Regelsatz zu beantragen. Warum sollen sie keinen Antrag für das Bildungspaket der Kinder stellen können?“ Die Antwort liegt nahe: Weil ihnen ihre Kinder im Grunde so egal sind wie alles andere auch. So werden Menschen nun einmal nach ein paar Jahren Verhausschweinung in den warmen Gehegen des allfürsorgenden Sozialstaats. Die da gemästet wurden, zeugten Nachwuchs, um die fälligen Zusatzprämien zu kassieren, nicht um sich die Mühe von Anträgen für sie zu machen. Statt einen Brief zu schreiben, könnte von der Leyen zwei Gegenproben machen. Erstens, indem Sie dieselben Zusatzleistungen auch für Niedrigverdiener freigibt, um dann ganz überrascht festzustellen, dass Menschen, die für sich selbst sorgen, das Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Kinder noch nicht verloren haben. Und zweitens, indem sie statt Bildung für den Nachwuchs auf dem gleichen Antragsformular Freibier für die Eltern oder einen Bezugsschein für den neuesten 3D-Flachbild-Fernseher bereitstellt. Ja, das wird ein „Run“! Tatsächlich kommt aber die Interventionsspirale jetzt erst richtig in Gang. Nach dem absehbaren Misserfolg des mütterlichen Briefes von Frau Ministerin werden die Hartzer mit Zuckerbrot und Peitsche fürs brav ausgefüllte Antragformular belohnt oder bei Nichtinanspruchnahme bestraft werden. Wetten, dass? Potzdonner, da werden die bockigen Säue schon noch wollen… Auch der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, kritisiert die Umsetzung des Bildungspakets der Bundesregierung. Jugendhilfe funktioniere so nicht, meint Schneider: „Man hat sich hier ganz dem ministerialbürokratischen Denken unterworfen: Wenn jemand was will, dann soll er kommen und einen Antrag stellen – so klappt es einfach nicht“. Jeder in der Jugendhilfe wisse, dass „man die Kinder und Jugendlichen an den Schulen, in den Kitas, in den Jugendzentren und auf der Straße abholen“ müsse. So wie die Ferkel aus dem Stall. 21. April 2011 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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