17. August 2011

US-Republikaner Die Revolution ist in vollem Gange

Bei Probeabstimmung in Iowa waren 56 Prozent gegen die Führungsclique

Die anhaltende Nachrichtensperre der Medien über Ron Paul ist ein wenig seltsam. Ein Blogger bezeichnet die Leute bei „Meet the Press“ wegen ihrer lückenhaften Berichterstattung über Gewinner und Verlierer schwachsinnig. „Bachmann Erste, Pawlenty Dritter!“ als ob sie, indem sie Ron Pauls Namen nicht nennen und ihm seinen verdienten Preis nicht zugestehen, eine veränderte Realität erzeugen könnten.

Der Zweite ist nicht der Erste. Bachmanns 28,6 Prozent und Dr. Ron Pauls 27,7 Prozent – also weniger als ein Prozent Unterschied – ist ein großartiges Kopf-an-Kopf-Rennen. Bachmann hat um eine Nasenlänge gewonnen, würde man sagen. Wenn dies das Kentucky Derby wäre, säßen wir auf unseren Stuhlkanten und würden uns ganz auf Paul und Bachmann konzentrieren und nicht übermäßig auf abgeschlagene Pferde oder auf die, die später ins Rennen gehen.

Echte Pferderennen starten zeitlich und räumlich am selben Punkt. Bachmann mag in Iowa einen leichten Vorsprung gehabt haben – obwohl Bekanntheit auch Geringschätzung erzeugen kann, so dass das Ausmaß dieses Vorteils unbekannt ist. Der Kauf und die Verteilung durch das Bachmann-Wahlkampfteam von 6000 Eintritts-Stimmkarten zur Probeabstimmung (von denen ein Drittel nicht abgegeben wurde), lässt jedoch die fundamentale Macht der stark abweichenden Paul-Strategie und die weitreichende und überwältigende Anziehungskraft seiner Botschaft von Freiheit, Frieden und einem schlanken Staat in einem klaren Licht erscheinen.

Die Nichtberücksichtigung und völlige Verleugnung des starken und wachsenden Phänomens Ron Paul ist ist ein nützliches Zeichen, weil sie viele Dinge erklären – einige die wir kennen, und einige, die wir vielleicht nicht erkennen.

Die Mainstream-Medien und auch die Republikanische Partei scheinen zu ignorieren, dass die Probeabstimmung in Iowa zum ersten Mal in der Geschichte dieser Abstimmung gezeigt hat, dass beträchtliche 56 Prozent der Wähler sich für „Haushaltsfalken“ entschieden haben, die nachweislich gegen ein weiteres Schuldenmachen stimmten. Der Quatsch über „Cut, Cap and Balance“ – Einschnitte, Deckelung und Ausgeglichenheit – wurde von den Schein-Republikanern jedem anderen Parteimitglied aufgedrückt. Paul und Bachmann gehörten zu der kleinen Gruppe jener, die widerstanden. Wähler aus Iowa, einem Staat, der genauso wie jeder andere Staat stark subventioniert wird und abhängig von der Freigebigkeit des Bundes ist, verstehen anscheinend, dass Washington weniger ausgeben, weniger Kredit aufnehmen, weniger versprechen und weniger erhalten muss.

Medienanalysten reden außerdem nicht über die Tatsache, dass Paul und Bachmann deshalb so beliebt sind, weil sie als gelassen kompromisslos gelten. Im Fall von Dr. Paul haben wir einen klugen, liebenswürdigen und weltmännischen Staatsmann, der bei seinen politischen Zurechtweisungen immer behutsam vorgeht, indem er es vorzieht, jeden den er kann über das Wie und Warum einer begrenzten Regierung aufzuklären. Bachmann kann man zugute halten, dass sie das Image einer Politikerin befördert, die zu ihren Prinzipien steht und nicht vor den Parteiältesten oder den Alteingesessenen im Repräsentantenhaus einknickt. Sie hat auf mehrere Kränkungen ihrer republikanischen Kollegen, der paranoiden Linken und regierungsfreundlichen Medien wie eine Dame reagiert. Viele Attacken auf Bachmann waren sexistisch, bezogen sich auf ihre Fotogenität, ihre Schmerzen, die Aktivitäten ihres Ehemanns und ihre Ähnlichkeiten mit Sarah Palin, statt sich darauf zu beziehen, ob ihre Kandidatur als neo-konservativ, sozial-konservativ oder populistisch eingestuft werden kann.

Die Probeabstimmung in Iowa hat ebenso gezeigt, dass die Republikanische Partei tief gespalten ist – Konservative inner- und außerhalb der Partei, Parteiungebundene, Unterstützer der Verfassung und Libertäre suchen dort nach Repräsentation. Diese Leute – wenn man alle berücksichtigt stellen sie die Mehrheit der Wähler in diesem Land – wünschen sich von ihren Politikern eine Art ehrlicher Schlichtheit. Diese Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass Krieg nur zur Verteidigung Amerikas geführt werden sollte und dass Lobbyisten, große internationale Banken und Konzerne die Politik in Washington D.C. nicht gestalten sollten. Diese Mehrheit der Amerikaner schätzt die Idee der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Außerdem schätzt sie die Idee der Unterstützung der Bedürftigen durch die Gemeinde. Diese Mehrheit der Amerikaner wünscht sich Chancengleichheit und ich nehme an, dass sie mehr als alles andere von unserer extrem teuren Regierung Kosteneffizienz haben wollen. Sie möchten wissen, dass die Regierung ihre Ansprüche nicht weginflationiert und außerdem, dass ihre Kinder und Enkel nicht jahrzehntelang unter den Auswüchsen der geburtenstarken Jahrgänge leiden müssen, deren Rechnungen nun fällig werden.

Dies mag ein Hauptgrund für das Schweigen – und den offenen Hohn – der Medien und der Republikanischen Partei über Ron Paul und seine felsenfeste und wachsende Wählerschaft im ganzen Land sein. Der heutige Zuspruch für Paul ist der deutliche Beweis für die Empörung in Amerika über die jahrelangen Lügen der Republikanischen Partei über deren angebliche Sparsamkeit, Aufrichtigkeit, gesundem Menschenverstand und guter Verwaltung der Republik. Natürlich sind diejenigen, die 2008 auf Obamas Programm hereingefallen sind, ebenfalls empört und erkennen nun, dass die meisten Politiker und Präsidenten das sagen, was wir ihrer Meinung nach hören möchten, nur um sich an einen geerbten Status Quo anzupassen und bereitwillig Kompromisse einzugehen, brav Männchen zu machen und zu betteln.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für das spürbare Schweigen der Regierung und Mainstream-Medien über Ron Pauls erneuten Erfolg und seine ständig wachsende Beliebtheit. Ron Paul kann gewinnen und sollte er die Nominierung der Republikaner erhalten, wäre er unser nächster Präsident. Was ansonsten eine achtjährige Präsidentschaft Obamas bedeutet hätte, kann Ron Paul verkürzen und die wilde Ausgabenorgie der letzten zwölf Jahre beenden, die letztlich zu einem ernsthaften Zahlungsausfall, Neuverhandlung und Abschreibung großer Schuldenposten sowie zum inflationären Zusammenbruch von heimischen Ansprüchen führen wird. Gold, Waffen und Survival-Fähigkeiten, private Sicherheitskräfte, Lebensmittelversorgung über den Schwarzmarkt und eine Ausweitung dezentraler alternativer Energieerzeugung – bei gleichzeitigem Zerfall staatlicher Strukturen, Dienstleistungen und Schulen in vielen ländlichen und unterbevölkerten Gebieten – all dies wird kommen. Führungspersönlichkeiten, die verstehen wie diese Zukunft entstand, die Vertrauen und Zuversicht erzeugen und die vernünftig und schnell die staatliche Ausgabenkürzung, die kommen wird und kommen muss, lenken können – solche Führer sind äußerst selten.

Ron Paul ist so eine Führungspersönlichkeit. Wir sehen die Auswahl – sie beinhaltet den leider überforderten Obama, der so arrogant, so faschismusfreundlich und kriegslüstern ist wie Franklin D. Roosevelt, sowie die ganzen schrillen Keynesianer, die sich das Mikrofon krallen, sich selbst Republikaner nennen – und Ron Paul. Von all den Männern und Frauen, die wir wählen können, um dieses Land behutsam durch seine sehr schwierige Wiedergeburt in eine neue Verfassungsmäßigkeit, eine neue Freiheit und eine neue Ära des Wohlstandes zu führen, ist Ron Paul der Mann für das Volk. Wenn die Menschen wirklich die freie Wahl hätten, würden sie Ron Paul wählen. Vor dieser Möglichkeit graut es der parasitären politischen Klasse und ihren Handlangern bei den Medien. Sie können es nicht ertragen, seinen Namen auszusprechen. Aber man kann darauf vertrauen, dass sie sehr genau beobachten, wie sich die Ron Paul Revolution über das ganze Land ausbreitet, während sie sich nervös vom geschwächten und verrottenden Kadaver einer ehemals stolzen Republik ernähren.

Information:

Dieser Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf der Webseite lewrockwell.com unter dem Titel „The Revolution Is Underway“ veröffentlicht. Übersetzung für ef-online: Robert Grözinger


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Autor

Karen Kwiatkowski

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