Gérard Bökenkamp

Jahrgang 1980, Historiker und Publizist.

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Teilreserve und Kreditschöpfung: Das „verfluchte Privileg“

von Gérard Bökenkamp

Zur deutschen Ausgabe von „Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklus“ von Jesús Huerta de Soto

So wie es Filme gibt, die ein Ereignis sind, so gibt es auch Buchveröffentlichungen, die man als echtes Ereignis werten muss. Ein solches ist die deutsche Übersetzung des Hauptwerkes von Jesús Huerta de Soto unter dem Titel „Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklus“, und zwar aus verschiedenen Gründen: Das Buch erscheint zu einer Zeit, in der Inflation, öffentliche und private Verschuldung und die Rolle von Schuldnern, Gläubigern und Banken die öffentliche Debatte beherrscht. Keine Kommentarzeile einer öffentlichen Internetplattform kommt ohne das Schimpfen auf „Bankster“ und die „Finanzindustrie“ aus. Es existiert ein allgemeiner Argwohn gegen das Finanzsystem, ohne dass viele Zeitgenossen in der Lage wären, die Probleme auf den Punkt zu bringen. Die Situation schreit geradezu nach theoretischen, historischen und politischen Deutungen.

Mit Huerta de Sotos Werk liegt jetzt in deutscher Sprache in einer Übersetzung von Philipp Bagus ein Opus Magnum vor, dass eine umfassende Deutung anbietet und die Thesen und Erkenntnisse von vielen anderen Arbeiten der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, die zum Teil nicht in deutscher Sprache vorliegen, zu einer geschlossenen Gesamtdarstellung vereint. Das Buch etabliert eine umfassend wissenschaftlich fundierte Bankenkritik, die – auch wenn man diesen Argumentationsweg nicht bis zum Ende mitgehen möchte – durch ihre innere Schlüssigkeit und Konsequenz beeindruckt. Der Umfang und die Mischung aus historischen, rechtsphilosophischen und ökonomischen Ansätzen lässt es durchaus in einer Reihe stehen mit anderen ökonomischen Universaldeutungen wie Adam Smiths „Wohlstand der Nationen“, Karl Marx „Kapital“, Keynes „Allgemeiner Theorie“ oder von Mises „Human Action“. Es gehört sicher auch zu den Büchern, die das Potential haben, die eine oder andere intellektuelle Biographie nachhaltig zu beeinflussen und zum theoretischen Ausgangspunkt geld- und finanzpolitischer Reformvorhaben zu werden. Da Bücher in Deutschland in der Regel nur zur Kenntnis genommen werden, wenn sie in deutscher Sprache vorliegen, ist das Erscheinen der deutschen Übersetzung also in der Tat ein Ereignis.

Themen und Fokus der Darstellung

Während in den meisten, aktuellen Betrachtungen der Österreichischen Schule die Zentralbank und ihre Zinspolitik im Mittelpunkt steht, legt Huerta de Soto den Schwerpunkt auf die Kritik am Teilreservesystem der Geschäftsbanken. Dies verlängert und verbreitet den zeitlichen und sozialräumlichen Horizont, da das Teilreservesystem älter ist als das moderne Notenbanksystem und Phänomene betrifft, die außerhalb seiner Zuständigkeit liegen. Die Zentralbankenkritik bettet er quasi in die Kritik am Teilreservesystem ein, ist dieser aber untergeordnet – der Begriff Zentralbank taucht erst auf Seite 440 zum ersten Mal auf. Unter dem Teilreservesystem versteht man das Bankensystem, in dem Sichteinlagen als Kredite vergeben werden, obwohl sie vom Einlageninhaber jederzeit abrufbar sind. Dies basiert auf der Erfahrung der Banken, dass immer nur ein geringer Teil der Spareinlagen von den Inhabern gleichzeitig abgerufen wird und deshalb nur ein Teil als Reserve gehalten werden muss – deshalb der Begriff. Die große Erzählung des Buches handelt von der Entwicklung des Teilreservesystems quasi als der Ursünde und dem historischen Irrweg. Die Darstellung ist ganz darauf ausgelegt zu beweisen, dass diese Praxis ökonomisch schädlich, ethisch verwerflich und rechtlich nicht zulässig sei.

Das Buch besteht aus vier Teilen: Historischen Passagen – der Geschichte des Banken- und Teilreservesystems von der Epoche des Hellenismus bis zu den Finanzkrisen der Gegenwart. Rechtsphilosophischen Betrachtungen – darin geht es um die Delegitimierung des Prinzips der Teilreservedeckung der Banken. Die Kernkapitel des Buches sind der Kreditschöpfung und der ökonomischen Begründung für den Konjunkturzyklus gewidmet. Und ein weiterer Teil behandelt die Kritik an anderen ökonomischen Schulen, nämlich dem Keynesianismus, dem Monetarismus und der „Neo-Banking“-Schule, mit der er jene Anhänger der Österreichischen Schule bezeichnet, die für die Abschaffung der Zentralbanken eintreten, aber die Kreditschöpfung privater Banken auf einem freien Markt akzeptieren.

Zusammenfassung der zentralen Thesen des Buches

Huerta de Sotos zentrale Thesen lauten wie folgt: Es gibt eine traditionelle Rechtsordnung, die auf dem Römischen Recht basiert, und eine hundertprozentige Deckung von Sichteinlagen der Banken vorschreibt. Das heißt Banken dürfen nach dieser Rechtsauffassung nie weniger Geld in der Kasse haben als ihnen von den Kunden zur Aufbewahrung anvertraut wurde. Wenn Banken Kredite vergeben wollen, müssen diese aus Termingeldern stammen. Also Geld, das für den Zeitraum der Vergabe fest angelegt ist. Dass beschränkt die Kreditvergabe der Banken und begrenzt die Gewinne des Finanzsektors. Wenn Banken nicht gedecktes Geld verleihen, schöpfen sie Kreditgeld und können ihre Gewinne dadurch enorm steigern. Dies schafft einen starken Anreiz der Bankinhaber, zur Kreditvergabe auf die Sichteinlagen der Kunden zurückzugreifen. Lange Zeit wurden die Versuche der Banken, Kredit zu schöpfen, hart bestraft, doch dann führte der gemeinsame Wunsch von Staat und Banken, sich jederzeit mit Zahlungsmitteln versorgen zu können, zur Legalisierung dieser Praxis, und der Staat räumte den Banken offiziell das „verhasste Privileg“ der Teilreservedeckung ein. Banken waren dadurch nicht länger Finanzintermediäre, also Vermittler zwischen Sparern und Investoren, sondern Schöpfer von Umlaufmitteln, also von Kreditgeld.

Das Teilreservesystem schafft durch die Kreditschöpfung eine elastische Geldmenge, so dass es Phasen gibt, in denen sich die Geldmenge vergrößert, und andere, in denen sie sich verringert. Dadurch entsteht der Konjunkturzyklus mit seinem Wechsel von Boom und Depression. Da Banken mehr Geld verleihen als ihnen die Kunden zum Verleihen zur Verfügung stellen, sind sie faktisch insolvent, sobald eine größere Zahl von Kunden ihre Sichteinlagen zurückfordert. Dies führt zu Bankenzusammenbrüchen. Deshalb gibt es einen starken politischen Druck der Privatbanken, ein Zentralbanksystem und ein Papiergeldsystem zu installieren. Beides dient zur Absicherung der Banken vor Bank Runs und Pleite. Diese Absicherung vor dem Konkurs vergrößert die Risikobereitschaft der Banken, Kredite zu vergeben und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit von schweren Konjunkturkrisen und Crashs, führt zu Inflation und zur Enteignung breiter Schichten der Bevölkerung. Deshalb fordert Huerta de Soto: Die Abschaffung der Zentralbanken, die Wiedereinführung einer goldgedeckten Währung und das Verbot des Teilreservesystems. In seinen Worten: Die Wiedereinführung der traditionellen Rechtsordnung. So weit seine zentralen Thesen.

Kreditschöpfung im Teilreservesystem

Huerta de Sotos ökonomische Analyse besteht aus zwei Teilen: Einer Untersuchung der Bankbilanzen, die demonstriert wie ein Teilreservesystem durch Kreditschöpfung zu einer Vervielfachung der Geldmenge führen kann, ohne dass die physische Bargeldbasis – etwa in Form von Edelmetallen – zunimmt. Der zweite Teil befasst sich mit der Wirkung der Ausdehnung der Kreditgeldmenge auf die Produktionsstruktur in Anlehnung an die Theorien von Böhm-Bawerk, von Mises und von Hayek.

Huerta de Soto beschreibt sehr ausführlich das System der Kreditschöpfung anhand der detaillierten Aufführung von Bankbilanzen, durch das von einer schmalen monetären Basis von Sichteinlagen ausgehend ein sehr viel größeres Kreditvolumen quasi „aus dem Nichts“ geschaffen werden kann. Dieser Prozess ist oft beschrieben worden, unter anderem auch von Murray Rothbard in „Mystery of Banking“, aber nicht so detailreich. Indem die Sichteinlage des Bankkunden verliehen wird, existiert nach Huerta de Soto das Geld nun zweimal, einmal als Sichteinlage, die noch immer ohne Abzüge in den Büchern geführt wird, und einmal als Kredit, der die Summe der Sichteinlage minus der Reserve umfasst. Wenn nun diese geliehene Summe vom Kreditnehmer in eine Bank eingezahlt und dort als Sichteinlage geführt wird, kann dieser Prozess sich weiter fortsetzen. Aus der zweiten Sichteinlage kann wieder ein Großteil als Kredit vergeben werden, der wieder die Summe der Sichteinlage minus Reserve umfasst usw. Huerta de Soto kritisiert, dass sich Banken durch diese kontinuierliche Kreditschöpfung auf Kosten ihrer Kunden bereichern würden: „Auf diese Weise eignen sich die Banken große Reichtümer an, die sich aus buchhalterischer Sicht mit Dispositen oder Noten decken, was es ihnen erlaubt, die Tatsache zu verschleiern, dass sie aus ökonomischer Sicht die einzigen Nutznießer sind, die sich diese Vermögenswerte de facto vollständig zunutze machen.“

Die Geldmenge ist in diesem System nicht wie ein Metallblock von unveränderlicher Härte, sondern wie eine Ziehharmonika. Durch das Teilreservesystem wird die Geldmenge elastisch, das heißt die Geldmenge dehnt sich durch Kreditschöpfung aus und zieht sich bei Kreditausfällen wieder zusammen. Dieser Prozess kann nämlich nicht nur in die eine Richtung verlaufen, sondern auch in die andere. Wenn Kredite abgeschrieben werden müssen und Sichteinlagen aufgelöst werden, verläuft der oben beschriebene Prozess in umgekehrter Richtung. Der Prozess der Kreditschöpfung ist der Grund, warum es überhaupt eine Verringerung der Geldmenge geben kann. In einem Bankensystem mit hundertprozentiger Deckung könnte die Geldmenge, solange sie nicht verbrannt oder vergraben wird, nicht sinken, da jedem, der Geld abgibt, jemandem gegenüber steht, der Geld aufnimmt und umgekehrt. Egal ob Staatsbankrott, Firmen- oder Bankenpleite – auf die Menge der Geld- und Umlaufmittel hätte dies nur geringe Auswirkungen. Denn das Geld ist in diesen Fällen nicht weg, es hat lediglich die Tasche gewechselt. Dies sei ganz anders im Teilreservesystem, wo Firmenzusammenbrüche und Kreditausfälle in einer Kettenreaktion zu einem Zusammenbruch des gesamten Bankensystems führen können: „Des Weiteren reichen Solvenzprobleme einer einzigen Bank aus, unter den Kunden aller anderen Banken Panik zu säen, was dazu führt, dass eine nach der anderen ihre Zahlungen einstellt – mit tragischen wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen.“ Diese Umkehrung des ursprünglichen Kreditschöpfungsprozesses wurde während der letzten Krise gerne als „Kernschmelze“ des Bankensystems bezeichnet. Huerta de Soto stellt fest: „In der Tat sind alle Banken, die mit einer Teildeckung operieren, von Natur aus insolvent.“

Auswirkung der Kreditschöpfung auf den Konjunkturzyklus und die Produktionsstruktur

Der zweite Teil seiner ökonomischen Analyse des Teilreservesystems widmet sich den Folgen dieses Prozesses für den Konjunkturverlauf und die Produktionsstruktur. Die solide Grundlage von Zukunftsinvestitionen ist für Huerta de Soto das Sparen. Der Vorgang des Sparens erscheint dabei nicht einfach als Anhäufen von Geld, sondern als Verzicht auf Konsum, also einer geringeren Inanspruchnahme von Ressourcen. Diese durch den Gegenwartskonsum nicht beanspruchten Ressourcen werden nun frei, um die Produktionsketten zu verlängern. Die Schaffung der neuen Produktionsstätten macht es möglich, dass mit weniger Aufwand mehr und besser produziert werden kann. Das führt in der Zukunft zu einem dauerhaften Anstieg des Wohlstandes. Der Akt des freiwilligen Sparens ist also eigentlich ein Akt des Umleitens von Rohstoffen, Material und Arbeitskraft aus dem Gegenwartsverbrauch in Zukunftsinvestitionen:

„In einer modernen Volkswirtschaft erfüllen die durch den Sparanstieg unverkauft gebliebenen Konsumgüter und Leistungen eine wichtige Funktion: Sie ermöglichen es den verschiedenen Wirtschaftssubjekten (Arbeitern, Eigentümern natürlicher Ressourcen und Kapitalisten), sich während der auf den Sparanstieg folgenden Periode zu versorgen. Während dieser Zeit verursacht die gerade begonnene Verlängerung der Produktionsstruktur eine unvermeidbare Verlangsamung der Ankunft neuer Konsumgüter und Leistungen am Markt.“

Wenn Investitionen durch die Kreditschöpfung finanziert werden und nicht aus Ersparnissen, dann kommt es nach Huerta de Soto zu Fehlinvestitionen: „Kurzum entschließen sich die Unternehmer, neue Investitionsprojekte zu starten, wobei sie die Kapitalgüterstufen der Produktionsstruktur verbreiten und verlängern. Das bedeutet, dass sie so handeln, als ob die gesellschaftlichen Ersparnisse gestiegen wären, obwohl dies in Wirklichkeit gar nicht geschehen ist.“ Bei einer Schöpfung von Kreditgeld kommt es nicht zu einem Rückgang des Konsums. Deshalb konkurrieren der Gegenwartskonsum und die Zukunftsinvestitionen gegeneinander und machen sich gegenseitig die Nutzung der knappen Ressourcen streitig. Dies treibt die Preise dafür über die ursprünglich veranschlagten Kosten hinaus, so dass sich die Investitionen der Unternehmen als unrentabel herausstellen und die Projekte nicht vollendet werden können. Diese Fehlinvestitionen führen deshalb zu einer Verschwendung der Ressourcen und machen die Gesellschaft insgesamt ärmer. Die Rezession, die dann auftritt, wenn den Unternehmen wegen des Preisauftriebs das Geld ausgeht, kann auch nicht durch die Vergabe immer weiterer nicht durch Ersparnisse gedeckter Kredite verhindert werden: „Obwohl diese Prozedur die Depression aufschieben kann, und dies sogar für eine relativ lange Zeit, ist diese Strategie zum Scheitern verurteilt und bringt gewaltige Zusatzkosten mit sich: Wenn die Rezession einmal ausbricht, wird sie tiefgreifender, schmerzhafter und auch viel länger sein.“

Kritik an Monetarismus und Keynesianismus

Aufschlussreich sind auch die Kapitel, in denen sich Huerta de Soto mit den alternativen Deutungsmustern auseinandersetzt: Mit Monetarismus, Keynesianismus, Freebanking-Schule und Marxismus.

Den Monetaristen, die Wirtschaftskrisen auf den Rückgang der Geldmenge zurückführen, wirft er vor, damit Ursache und Wirkung zu verwechseln: „Das Zurückführen der Krise auf die monetäre Kontraktion ist so, als ob man Masern durch das sie begleitende Fieber und den Ausschlag erklären würde.“ Huerta de Soto sieht die Kreditklemme und den Rückgang der Geldmenge hingegen als Folge der durch die Kreditschöpfung verzerrten Produktionsstruktur. Dass die Monetaristen diesen Zusammenhang nicht verstünden, läge an ihrer irrigen Vorstellung, Geld sei „neutral“. Also daran, dass sie unterstellen, dass die Zunahme der Geldmenge nur die Preise, nicht aber die Produktionsstruktur beeinflusse. Huerta de Soto hatte sich schon in seinem Buch über die Österreichische Schule als Gegner neoklassischer Gleichgewichtsvorstellungen positioniert und darin die Unterschiede zwischen den Ideen der Österreichischen Schule und der Neoklassik betont. Dem gegenüber unterstreicht er die Gemeinsamkeiten zwischen Keynesianismus und Monetarismus.

Keynes gehe davon aus, dass die Investitionsrate die Sparrate nicht überschreiten könne. Damit klammere er die verzerrenden Effekte der Kreditschöpfung aus. Die Kreditschöpfung ohne Deckung sorge dafür, dass die Kreditvergabe im Teilreservesystem grundsätzlich die Ersparnisse übersteigen würden. Daher würden neu geschöpfte Darlehen zur Ankurbelung der Wirtschaft grundsätzlich auch dann die Wirtschaftsstruktur verzerren, wenn es brachliegende Ressourcen in der Volkswirtschaft gibt. Die Vorstellung von Keynes, man könne durch die Ausweitung des Konsums die Investitionstätigkeit anregen, hält er für falsch. Dabei werde ein mechanischer Zusammenhang zwischen Konsum, Investitionen und Produktion unterstellt, den es in der Realität nicht gäbe. Die Vorstellung, man könne die Wirtschaft ankurbeln, ergäbe sich wie bei den Monetaristen aus dem Fehlen einer Kapitaltheorie, die den Faktor Zeit und die unterschiedlichen Stufen der Produktion berücksichtigt.

Von besonderer Bedeutung für den Diskurs innerhalb der Österreichischen Schule ist selbstverständlich die Auseinandersetzung mit den österreichischen Ökonomen der Freebanking-School, denen er selbst nicht einmal mehr zugestehen will, echte Österreicher zu sein. Er bezeichnet sie in Bezugnahme auf die Auseinandersetzung zwischen der Banking- und der Currency-School in Großbritannien im 19. Jahrhundert als Neo-Banking-School. Diese Auseinandersetzung wird im Folgebeitrag ausführlich beschrieben werden. Deshalb wird sie an dieser Stelle ausgespart. Während Keynesianismus, Monetarismus und Neo-Banking-School gerügt werden, kommt pikanterweise der Marxismus ganz gut dabei weg, dem er attestiert, die Symptome richtig beschrieben zu haben: „Nach der Österreichischen Schule liegt der marxistische Fehler nicht in ihrer Diagnose der Symptome der Krankheit, die zum großen Teil korrekt ist, sondern in ihrer Analyse der Ursachen, welche die Österreicher in der Kreditausweitung sehen, die sich aus der Verletzung der Rechtsprinzipien des monetären Bankdispositenvertrages (Teildeckung) ableitet.“

Fortsetzung folgt: Streit zwischen Österreichern. Freebanking mit oder ohne Teilreserve?


Literatur:

Jesus Huerta de Soto: Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen. Stuttgart 2011.

Jesus Huerta de Soto: The Austrian School. Market Order and Entrepreneurial Creativity. Madrid 2000.

18. August 2011

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