02. September 2011

Parteien II. Linker Keynesianismus versus rechte Wertewirtschaft

Deutsch-Österreicher hier, Anglo-Amerikaner dort und die Tea Party als Regelausnahme

Preußen-Deutschland war vor der linken Parteienherrschaft das, was die USA nach dem Zweiten Weltkrieg waren: wirtschaftliche und wissenschaftliche Weltmacht. Denn man hatte eine funktionierende Verwaltung, welche einen zuverlässigen Rechtsrahmen und Planungssicherheit für das Handeln lieferte, wie es zu dieser Zeit auch die Österreichische Schule der Ökonomie (Wiener Schule) beschrieb. Wegen seines Erfolges wurde Preußen-Deutschland zur Gefahr für das Angloimperium, weshalb es nach dem Ersten Weltkrieg seines Erfolgsmodells beraubt (siehe auch „Preußen und die Marktwirtschaft“ von Ehrhardt Bödecker) und eine parlamentarische Demokratie installiert wurde. Die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen des Deutschen und Österreichischen Kaiserreiches und die Einführung der Kreditwirtschaft dienten der Sicherung der Hegemonie des British Empire/Angloimperiums.

Der Umstand, dass Deutschland bis heute von den USA als völkerrechtlich nicht existenter Vasallenstaat geführt wird, erklärt, warum an den deutschen Hochschulen die Österreichische Schule nahezu unbekannt ist. Vor dem Ersten Weltkrieg stand die Wiener Schule kaum im Gegensatz zur Wirklichkeit in Wien und Berlin und beschränkte sich eigentlich nur auf das Erklären von ökonomischen Naturgesetzen, vermittelnd, dass keine Politik der Welt dagegen etwas Dauerhaftes auszurichten vermag. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage ist ein Naturgesetz, es wirkt im Biotop der Einzeller in gleicher Weise wie in der menschlichen Gesellschaft. Die Österreichische Schule (Wertewirtschaft) und der Keynesianismus (Kreditwirtschaft) sind nicht das Produkt eines Carl Menger oder Lord Keynes, sondern die Auffassungen dieser Männer sind das Produkt der unterschiedlichen Kulturen, in denen sie sozialisiert wurden. Die Wertewirtschaft entstand aus dem deutschen Verständnis für nachhaltiges Wirtschaften mit den eigenen knappen Ressourcen – besonders im kargen Preußen. Die Kreditwirtschaft entstand jedoch aus den ökonomischen Erfordernissen bei der Plünderung der Ressourcen des British Empire. Ein Weltreich braucht Weltgeld zur inflationären Weltausbeutung, deshalb haben die Yankees den Briten dieses Instrument im Zweiten Weltkrieg auch abgejagt. Deshalb wird Deutschland bis heute „schuldig“ gehalten obwohl kein Schuldiger mehr lebt. Und im Korsett des Eurorubels ausgeplündert, auf dass es auf immer unfähig bleibe, zu seinen wertewirtschaftlichen Wurzeln zurückzukehren, deren letzter Garant die Deutsche Bundesbank war. Sehr augenscheinlich wurden diese ökonomischen Wurzeln der deutschen Kultur beim Vergleich des Vorgehens deutscher und englischer Siedler im Nordamerika des 19. Jahrhunderts. Während sich die Deutschen in Dörfern zusammenfanden und nachhaltige Landwirtschaft mittels Düngung und Fruchtfolge betrieben, gaben die englischen Farmer die ausgelaugten Böden immer wieder auf und zogen weiter. Heute ist es nicht anders. Die anglo-amerikanisch dominierte Weltfinanzoligarchie, deren Geschäftsmodell das Abgrasen und Weiterziehen ist, residiert kulturgemäß in London und New York. Dass die Grüne Nachhaltigkeitsbewegung gerade in Deutschland groß wurde, hat in unserer Wirtschaftskultur seine Wurzel, sie richtet jedoch durch ihre anglo-keynesianische Domestizierung mehr wirtschaftlichen Schaden als Nutzen an. Wir leben unverändert unter alliierter Hegemonie und waren nie weiter als heute davon entfernt, unsere Geschicke in die eigenen Hände nehmen zu können. Die Kontrollfunktion des Parlaments ist unter der erpressbaren Sozialdemokratin Merkel aufgelöst und die Macht auf die US-dominierte Weltbank und die EZB übertragen worden.
Ferner verdeutlicht der Widerspruch zwischen deutschen „Österreichern“ und „Anglokeynesianern“ den Unterschied zwischen parteifreien Deutschen Rechten und linken Allparteianhängern. Sozialdemokraten (CDU), Sozialisten (SPD), Nationalsozialisten (NPD), Kommunisten (LINKE) und linksliberale (FDP) Parteiheinis sind immer beherzte Keynesianer gewesen. Erst einmal an der Macht, greifen sie brutal und dreist Freiheit und Eigentum ihrer Bürger an, so wie das Fidesz-Parteienbündnis von Ministerpräsident Orban in Ungarn nach der reservierten Beute der roten Konkurrenz greift (Enteignung der privaten Altersrücklagen). Der Gegensatz zwischen roten, braunen und grünen Linksparteien ist allein der zwischen den Schakalen am gerissenen Opfer.

Dagegen werden die „Österreicher“ durch Monarchisten, Haltungspreußen, Aristokraten und libertäre Nichtwähler repräsentiert. (Ja Ösis, Ihr habt richtig gehört: Rechte Preußen sind auch Österreicher.)
Die „Österreicher“ sind von der Kontraproduktivität des „politischen Gestaltens“ überzeugt, also des Manipulierens und Vergewaltigens der Gesetze von Angebot und Nachfrage durch staatliche Intervention, Zins- und Geldmengensteuerung. So wie es den Marktwirtschaftlern am Herzen liegt, die wirtschaftliche Freiheit zu hegen und lediglich Marktverzerrungen durch strenge Gesetze der Fairness zu mildern, so wenig würde es einer rechten Wertewirtschafts-Bewegung frommen, „Politik für den Menschen zu machen“. Eine „Partei“ aber, die nicht „gestalten“ will, ist in einer Parteiendemokratie chancenlos, denn wer sich hier nicht am Zerren um die Beute beteiligt, verhungert wie eine verzagte Hyäne. So zwingt die Parteien -Demokratie den Bürger in immer kürzeren Abständen dazu, „politisch“ zu werden, um nicht dem „Mehrheitswillen“ zum Opfer zu fallen. Der Wille zur „Gestaltung“ kennzeichnet politische Parteien grundsätzlich als links, eine Rechte-Bewegung hingegen würde die „Gestalter“ durch konsequenten Eigentumsschutz von ihren Opfern fernhalten. Rechte wollen nicht umverteilen, sondern dieser Umverteilung ein Ende setzen, indem sie die Menschen wieder auf sich selbst werfen und ihnen die personale Solidarität zurückgeben, welche die Staatshydra an sich gerissen hat. Wie immer sind die USA mit der Tea-Party-Bewegung Vorreiter dessen, was dann mit einigen Jahren Verzögerung auch bei uns zum Zuge kommt.

Die Rechte (nicht zu verwechseln mit den keynesianischen und damit undeutschen Braunsozialisten) steht für Freiheit, Subsidiarität und Eigentumsschutz, die an der Wiener Schule orientierte Tea-Party-Bewegung (in den USA!?) kämpft für die Trockenlegung der Notenbanken (FED) und damit der Lebensquelle der Papiergeld-Hochfinanz. Demokratische, also linke Parteien, sind die fünfte Kolonne dieser Hochfinanz, weshalb sich die Kanzlerin öffentlich freut und „die Welt erleichtert“ ist, wenn Deutschlands Wirtschaftskraft brutal abgesaugt und für das Bailout der Banken verbraucht wird. Da aber nur 25 Prozent der deutschen Bevölkerung dafür überhaupt noch steuerlich auszuplündern sind, und sich die Mehrheit in der linken Parteienherrschaft der Ausbeutung entzieht, hat eine Rechte, welche sich für die Interessen der produktiven Minderheit einsetzt, keine Chance. Die Parteien besitzen die uneingeschränkte Macht zur juristischen und physischen Vergewaltigung der Gesellschaft, ihrer Wirtschaft und ihres Geldes. Parteien-Demokratie wird durch Wählerbestechung erkauft. Da die Bestechungssummen nicht aus dem BIP generiert werden können, werden sie über das ungedeckte Papiergeldsystem geschaffen. Die Fehlanreize führen dann dazu, dass sich die Menschen aus der Daseinsvorsorge verabschieden, was seinen tödlichsten Ausdruck im „demographischen Wandel“ findet.

Können dann die Zahlungsversprechen der Partei-Demokraten mangels qualifizierter Produktivkräfte nicht mehr erfüllt werden, kollabiert das demokratische Selbstbetrugssystem und macht der Anarchie Platz. An dem Punkt sind wir jetzt.

Totale Parteien-Demokratie und Sozialismus tragen dasselbe Gift der Anmaßung von Wissen und Macht in sich, weswegen sie letztlich scheitern. Ich hatte 1985 meinen Ausreiseantrag aus der Ostzone gestellt, weil ich mir sicher war, das die Sozialisten nie abtreten würden, ohne ihre Macht mit den ihnen zur Verfügung stehenden Waffen brutal zu verteidigen. Ich empfand es dann als Überraschung und göttlichen Segen, dass das System scheinbar friedlich aufgegeben wurde.

Nun hat mich der schwarze Humor der Geschichte wieder vor genau die Tür gestellt, die ich damals hoffte übersprungen zu haben.


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