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Aktuelle Nachricht – Schauspiel: Ayn Rand in Berlin

von Redaktion eigentümlich frei

„Capitalista Baby!“ vom 11.09. bis zum 27.10. am Deutschen Theater

(ef-DS) „Eine Reise in das Herz des Kapitalismus, das vielleicht auch das Herz der Kunst ist.“ Das verspricht das Theaterregie-Duo Tom Kühnel und Jürgen Kuttner mit seinem neuen Stück „Capitalista Baby!“, das auf Ayn Rands Roman „The Fountainhead“ basiert und im Deutschen Theater in Berlin gespielt wird. Als Datum der Uraufführung wurde symbolträchtig der 11.09.2011 gewählt, wobei unklar bleibt, welche Symbolik genau intendiert wurde. Sechs weitere Vorstellungen laufen zwischen dem 17. September 2011 und dem 27. Oktober 2011.

Auf der Webseite des Deutschen Theaters heißt es weiter: „In ihren Texten predigt Ayn Rand einen heroischen Individualismus, die Tugend des Eigennutzes, den Vorrang der Ratio, absoluten Atheismus und selbstsüchtige Sexualität. Ihre Feindbilder sind der Staat, die Solidarität, der Mainstream und das Mittelmaß.“

Ein liberaler Besucher der Premiere berichtet auf Facebook, dass im Stück wider Erwarten trotz gewisser Ironisierungen kein oberflächlicher Verriss der Weltanschauung von Ayn Rand vorgenommen, sondern ihre Philosophie zur Disposition gestellt und so dem Zuschauer eine eigene Meinungsbildung ermöglicht werde.

Einige Zeitungskritiker wiederum interpretieren das Stück als „Kapitalismuskritik durch aggressive Affirmation“ (Ulrich Seidler in der „Berliner Zeitung“) oder bemängeln (Dirk Pilz auf nachtkritik.de), dass im Gegensatz zu dem kommunismuskritischen Stück „Die Sorgen der Macht“ das Regie-Duo sich die Aufgabe der Ideologiekritik zu einfach gemacht habe: „Jetzt dagegen, mit ‚Capitalista, Baby!’, sind Kühnel und Kuttner ziemlich schnell dort, wo wir uns inzwischen angewöhnt haben, die Wahrheit zu vermuten: Kapitalismus ist schlimm, Radikalismus ist schlimm, Rücksichtslosigkeit sowieso.“

Jürgen Schaper vom „Tagesspiegel“ bemängelt, dass das „abstoßende“ Werk von Ayn Rand in der Inszenierung nicht gründlich genug dekonstruiert wurde: „Die böse Welt der Investorenhaie wirkt hier aber eigentlich gar nicht so böse. Die wollen doch nur spielen auf dem riesigen goldenen Dollarzeichen.“

Internet:

Stückbeschreibung auf der Webseite des Deutschen Theaters Berlin

Kritik von Dirk Pilz auf www.nachtkritik.de

„Tagesspiegel“ (13.09.2011): Je Oller, desto Dollar

„Berliner Zeitung“ (13.09.2011): Ich zuerst

13. September 2011

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