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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Ron Paul als Unabhängiger zum Präsidenten?: Nichts ist unmöglichDie Chance des Zeitenwenders in der Nische der Zeitenwende Die ersten beiden Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner liegen seit heute Nacht hinter uns. Die Medien, auch hierzulande, feiern den „Kandidaten der Mitte“ Mitt Romney als strahlenden Sieger. Und vergessen dabei das wichtigste, nämlich den noch vor wenigen Monaten von Niemanden für möglich gehaltenen Siegeszug des libertären Außenseiters Ron Paul auf – zunächst – Platz zwei. In Iowa vor einer Woche noch landete Ron Paul mit beachtlichen 21,5 Prozent knapp auf dem dritten Platz, hinter Mitt Romney und Rick Santorum mit jeweils 24,5 Prozent. Gestern Abend nun in New Hampshire konnte Dr. Paul noch einmal zulegen auf nun 22,8 Prozent (nach dem hochgerechneten Ergebnis von 95 Prozent ausgezählten Stimmen), während Santorum trotz unglaublicher Presseunterstützung in allen Kanälen auf 9,3 Prozent und den fünften Platz abfiel. Ron Paul möchte den verfetteten amerikanischen Staat im Innern und nach außen auf ein Minimum zurückfahren. Wer hätte mit diesem von ihm seit Jahrzehnten ohne Kompromiss vertretenen Programm an einen solchen Siegeszug des 76-jährigen gedacht, der im Vergleich mit den Ergebnissen von vor vier Jahren besonders deutlich wird. Damals wurde Paul in Iowa mit 9,9 Prozent nur Fünfter und fiel danach in New Hampshire auf 7,8 Prozent ab, um ebenfalls auf einem abgeschlagenen fünften Rang zu landen. 2012 ist alles anders. In einem aber haben die Mainstream-Medien recht: Mitt Romney wird dieses Rennen gewinnen und Kandidat der Republikaner werden. Nur: Dann könnte Ron Pauls Spiel erst richtig losgehen, wenn er nämlich tatsächlich als unabhängiger dritter Kandidat antritt. Und die Rufe danach werden in den USA immer lauter. Denn, und das haben die deutschen Medien noch gar nicht erfasst: Ron Paul liegt nicht nur bei den republikanischen Wählern inzwischen an zweiter Stelle, von denen viele niemals den Kandidaten Mitt Romney wählen werden. Paul würde auch – das bestätigen alle Umfragen – bei den Demokraten hinter Obama an zweiter Stelle rangieren, gewählt von all jenen, die einem Präsidenten niemals mehr ihre Stimme werden, der „Change“ und das Nachhauseführen der Truppen versprach und dann ein „Weiter so“ im Amt praktizierte. Ron Paul ging es immer nur um die Verbreitung seiner freiheitlichen Ideen. Deshalb wird er in diesem Jahr, da auch seine Republikaner-Karriere im Abgeordnetenhaus zuende geht, eine Kandidatur als Unabhängiger kaum mehr ablehnen. Zu groß ist die Verlockung, auf der ganz großen Bühne noch einmal für sein tief durchdachtes Entstaatlichungsprogramm zu werben. An eine reelle Chance, einmal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, hatte er wohl selbst am wenigsten je geglaubt. Doch nun ist sie da. Ein kurzes Gedankenexperiment macht dies deutlich: Paul erhielt in New Hampshire 23 Prozent, Romney 39 Prozent. Wenn wir beide politischen Lager in den USA als gleich groß betrachten (jeweils gesamt 50 Prozent) und Paul einen ähnlich großen Anteil der Wähler von Obama abspenstig macht (von insgesamt ebenfalls 50 Prozent), dann brächte eine Hochrechnung dieser Zahlen folgendes Ergebnis: Romney und Paul erhielten zusammen 62 Prozent der Republikaner-Stimmen, dies anteilig auf insgesamt 50 Prozent heruntergerechnet, ergäben für Romney 31,5 Prozent. Obama auf der anderen Seite würde dann ebenfalls 31,5 Prozent erhalten. Ron Paul aber würde rechts die verbleibenden 18,5 Prozent und links denselben Anteil erhalten, macht zusammen 37 Prozent der Stimmen. Ron Paul wäre Präsident der Vereinigten Staaten und die Welt wäre plötzlich eine andere. Unmöglich? Ein großer Teil der republikanischen Wähler ist vom Establishment dieser Partei so tief enttäuscht wie bürgerliche Wähler hierzulande von CDU und FDP. Das sind inzwischen Millionen, die niemals Romney wählen werden. Ein mindestens ebenso großer Teil der demokratischen Anhänger fühlt sich von Obama schlicht verschaukelt und wird diesen Kriegstreiber ebenfalls nie mehr wählen. Deshalb: Nichts ist mehr unmöglich… 11. Januar 2012 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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