30. März 2012

Ein Kinderbuch und die Politik Rot-rot-grüne Nimmersatts

Sie kriegen den Hals nicht voll

Die Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt ist zu schön, um wahr zu sein. Die kleine Raupe schlüpft aus dem Ei und frisst eine Woche alles, was ihr unterkommt.   Am Ende der Woche ist sie dick und rund. Von der ganzen Völlerei ist ihr ganz übel. Da verpuppt sie sich und wird zu einem wunderschönen Schmetterling.

Leider funktioniert das nicht in der deutschen Politik. Solange wir auch warten, aus Sigmar Gabriel, Gesine Lötzsch und Claudia Roth wird kein wunderschöner Schmetterling. Sie werden einfach nie satt. Und so unverständlich es ist: Ihnen wird auch nicht übel.

Wir schnüren ein Euro-Hilfspaket nach dem anderen und finanzieren rückständige Bürokratien, Branchen und Regionen in ganz Europa. Doch selbst wenn wir den griechischen Gewerkschaften die Kontovollmacht über unseren Bundeshaushalt ausstellten, Sigmar Gabriel würde, angefeuert von den Medien, noch immer die mangelnde Solidarität der Deutschen beklagen.

Wir stellen alle AKWs ab, dämmen die Häuser bis zum Abwinken, zahlen brav Steuern für Öko und Pfand auf Dosen, trennen penibel unseren Müll und verpulvern Hunderte von Milliarden für Photovoltaik und Elektroautos. Das spornt Claudia Roth und Konsorten nur noch mehr an. Auch wenn sich jeder ein Windrad in den Vorgarten stellt, einen eigenen Eisbären artgerecht hält und sich seinen täglichen Carbon-Footprint von der grünen Bundesgeschäftsstelle genehmigen lässt: Zur Rettung des Weltklimas bleibt immer was zu tun.

Die reichsten zehn Prozent der Deutschen sorgen für über die Hälfte des Steueraufkommens. Davon wird über die Hälfte für soziale Zwecke ausgegeben. Von Gesine Lötzsch bis zu Ursula von der Leyen friert es unser politisches Personal quer durch alle Parteien dennoch angesichts der ungemeinen sozialen Kälte. Selbst wenn wir Kim Jong-Un zum Präsidenten wählten und auch sonst für nordkoreanische Verhältnisse sorgten, Genossin Gesine bleibt die letzte Bastion gegen die neoliberale Übermacht.

Bei allem Vertrauen, das man in die Lernfähigkeit seiner Mitmenschen haben sollte: Irgendwann muss man die bittere Realität akzeptieren. Auch wenn der letzte Industriearbeitsplatz abgewandert, der letzte Euro nach Brüssel transferiert und der letzte Funken Selbstbestimmtheit erloschen ist: Die Linke wird nicht an Sozialismus und Öko-Planwirtschaft zweifeln. Sie bekommen den Hals einfach nicht voll.

Dennoch tischt die schwarz-gelbe Koalition weiter munter auf: Zuschussrente, Mindestlöhne, Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, noch mehr Subventionen für die Öko-Lobbyisten. Die Appeasement-Politik nimmt kein Ende. Da ist es auch nur ein schwacher Trost, dass nicht nur die deutschen Bürgerlichen noch an das Märchen der wundersamen Verwandlung glauben. Das Lieblingsbuch von George W. Bush ist – ganz im Ernst – „Die kleine Raupe Nimmersatt“.


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