09. Juli 2012

Musik Neues von der Punkstelle

Ärzte und Hosen wieder auf Tour

Was macht eigentlich die beste Band der Welt? Hat sie keine Lust mehr, weil die Unsichtbaren, die ihre Spendierhosen runterlassen sollten, in den sichtbaren Bereich des Wellenlängenspektrums gewechselt sind und es daher nichts mehr zu berichten gibt? Müde? Inspirationsmangel? Im Gegenteil: Ab dem 14. Oktober 2012 gehen Die Ärzte, das Punkrock-Trio um Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo González auf Comeback-Tour. Fans dürfen sich also auf ein Wiederhören mit guten, alten Mittelfingern freuen, die das Triumvirat des selbstironischen Turbopops allzu korrekter Gesinnungstümelei  immer wieder gerne vor die Nase hielt. Eine gewisse Political Correctness, sagte Bela B. einmal in einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“, habe sich die Band dennoch bewahrt. Schade eigentlich, denn das Potential zur Aufmischung und Entschlackung der heuer unter einer denkinerten Korrektheitsatmosphäre dahinsiechenden deutschen Palaverkultur haben sie allemal. Nur Mut! Also flugs ein „Runter mit den Zensurposen, Unfruchtbare!“ auf die Schlandgedanken gesprüht und ab mit den Lachsalven an die GEZwungenen. Ihr könnt das!

Und die Kollegen von der Punkstelle, die Toten Hosen? Mit neuem Studioalbum „Ballast der Republik“ im Gepäck werden die Autodidakten um Sänger und Texter Campino im November ihre „Krach der Republik“-Tour starten. Nach eigener Aussage tun sie sich schwer damit, sich parteipolitisch einspannen zu lassen – wäre auch langweilig, immer für dieselbe große Einheitspartei zu flöten. Lieber ein paar eisgekühlte Bommerlunder kippen, in der spaßmusikalischen Opposition, auf Abstand zum Weltenwahn und dadurch gesund bleiben. Beide Bands – Ärzte wie auch Hosen – gehören heute zwar zum Mainstream, was die Zähne sicher ein bisschen stumpfer gemacht hat. Dennoch: Als Alternative zum kreuzbraven Trullala der Bonsai-Borg zeitgenössischen Chartpops – außen Top-Hits, innen nur Kack – sind sie nach wie vor gesund anders. Yummy.


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