25. September 2012

ESM und Internet-Überwachung EU schlägt zu!

Project for a new European Century – Intelligentes Terrormanagement im 21. Jahrhundert

Überraschungs-Ei der Daus!: Der ESM soll nun auf eine virtuelle Schlagkraft von zwei Billionen Rubel aufgestockt werden. Zweitausend Milliarden. Nur zum Spaß, auch wenn es eigentlich nicht zum Lachen ist: Worum wetten wir, dass bald eine weitere Aufstockung auf vier oder fünf Billionen folgen wird? Da ich jetzt schon mit absoluter Sicherheit weiß, dass die zwei Billionen nicht genügen werden, verwette ich auf die nächste Erhöhung mein letztes Hemd. Mag kühn klingen, ist aber nur einfache Mathematik.

Zeitgleich ballt das Zentralkomitee die Faust in der Tasche. Mehr Rechte und Spielgeld nach Brüssel absaugen, ab in den Diktator-Brotomat, fertig: eine in den Farben der EU bemalte Darth-Vader-Puppe, die vor lauter Despotenglück viele gelbe Sterne sieht. Herman das Wiesel präsentiert den Plan der Öffentlichkeit. Es maunzt ein wenig in ihr, manche Kommentatoren der entgeisterten Presse nehmen ihren ganzen in jahrelangen Studiengängen erworbenen kritisch-intellektuellen Mut zusammen und fragen schüchtern, ob dahinter eventuell mehr stecken könnte. Nein. Keineswegs. Macht euch keine Sorgen. Zunehmende Zentralisierung war in der Geschichte schon immer ein sicheres Zeichen für den Beginn großer gesellschaftlicher Blüte und Goldener Zeitalter. José NWO-Manual Barroso gluckst zufrieden im Hintergrund. Juncker trällert  „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich auf die Bürger scheiß’“. Auch Bilderbrück Steinberger, genau wie damals Merkel bereits gescannt auf mögliches Widerstandspotential, für einwandfrei funktionierend befunden und deshalb als Knetmasse für Kanzlerfiguren in die Regale gestellt, machte jüngst einen Vorschlag ganz im Interesse der Theaterdirektion: Einen Banken-ESM wünscht sich der Asozialantidemokrat.

Mal schauen, was uns noch so einfällt. Die Zeit drängt, denn je mehr Menschen aufhören zu glauben, dass das Sandmännchen Recht hatte, desto haariger wird’s. Also schnell noch ein Projekt zur Reinhaltung des Internet anstoßen. „Clean IT“, klingt doch so harmlos wie der Hinweis auf Kaugummipackungen: „Keep your city tidy.“ Die Freiheit des Internet soll verteidigt werden gegen „terroristische™ Benutzung“. Das kommt, welch ein Glück, rein zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt, wo doch gerade Horden von Islamisten den Westen wegen eines Videos komplett in Schutt und Asche legen wollen. Wer das bezweifelt oder gar lächerlich findet, sollte eines bitte nicht vergessen: Islamistische Terroristen™ und DieMuslime™ können auf die Feuerkraft eines der schlagkräftigsten Militärapparate der Welt sowie Atom- und Biowaffen zurückgreifen. Musikalische Begleitung: „With A Little Help From My Friends“, gesungen von Cheerleadern aus Virginia.

Und nun drohen sie sogar Deutschland! Einer der Darsteller des Filmleins soll Teutone gewesen sein. Was aber noch nicht bestätigt wurde. Kein Wunder, denn diese Option muss offen bleiben: Kann ja sein, dass es demnächst ein Franzos’, ein Spanier, Italiener oder Grieche sein muss. Je nachdem, wo das größte Ungemach droht oder das Publikum auf dem Schachbrett gehalten werden soll. Wie man Terrorismus™ im Internet oder seinen „terroristischen™ Missbrauch“ definiert? Ein entsprechendes Papier wurde in Brüssel gerade mit Zaubertinte beschriftet. Strafverfolgungsbehörden sollen systemzersetzende Inhalte einfach entfernen dürfen. Auch Links zu terroristischen™ Webseiten sollen dann strafbar sein. Na dann freue ich mich schonmal darauf, jemanden anzeigen zu dürfen, der auf seiner Seite einen Link zur Homepage des deutschen Verfassungsschutzes gesetzt hat.

Schalten wir nun um zur Pressekonferenz des Finanzphilisters. „Liebe Bürgerinnen und Bürger, heute kommt mir die schwere Aufgabe zu, ihnen mitteilen zu müssen, dass ihr Geld leider wertlos wurde. Ihre Sparvermögen und Renten sind dahin“. „Ich komm’ dir gleich auf die Bühne, du Hempel“, ruft ein Pensionär wütend aus den Reihen des Volkes. Ein anderer droht dem Minister gar mit Schlägen: „Sieh’ zu, dass du Land gewinnst, Freundchen.“ Ein Schweißfilm bildet sich auf der Stirn des hohen Beamten. „Augenblick bitte“, unterbricht er sichtlich nervös seine Rede, „ich bekomme gerade eine Eilmeldung herein. Wir werden angegriffen! Islamistische Terroranschläge in Berlin, Hamburg und Duisburg. Uniformen und Schießprügel erhalten sie am Ausgang. Es gilt, unsere Freiheit zu verteidigen! Immer schön die Waffe auf den Feind richten! Ich zähle auf eure Opferbereitschaft! Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss schnell zu meinem Landsitz in Aix en Provence. Der Gärtner rief gestern an, meine Pflanzen seien von einer seltenen, nur von Terroristen benutzten Anthrax-Variante befallen, die speziell Chrysanthemen dahinrafft. Man sieht sich. Viel Glück!“


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