05. November 2012

Clean Ice Tea Terrorfreie Erfrischungsgetränke für jedermann

Dein Freiheitsdurst entscheidet!

Nach Gestaponergy und Stasicola braut sich nun ein weiterer Criminal-Energy-Drink zusammen: Clean Ice Tea. Wie immer gibt es Geheimzutaten, deren Formeln natürlich streng unter Verschluss gehalten werden sollen – könnte ihre Veröffentlichung doch für den Überwachungsstandort Deutschland „schädlich sein“ und „die Vertraulichkeit internationaler Beratungen gefährden“, so das Bundesministerium für innere Marschrichtungssicherheit im Auftrag der Kolonialverwaltung.

Einer Gruppe von Lebensmittelchemikern des Fresenius-Instituts ist trotz aller obskurantistischen Obstruktionen behördlicherseits dennoch eine detaillierte Analyse der Limonade gelungen. Sie enthält neben den üblichen Bestandteilen Wasser und Zucker auch den künstlichen Farbstoff E 911 – er verleiht dem Getränk die tiefbraune Farbe –, Paranoisol, Eurohol, Halluzin, Koffein, Ideologan, einen konzentrierten, durch Ammonisierung proresorptiv und psychotropisch wirksamkeitsverstärkten Extrakt aus der Distraktwurzel, mehrfach ungesättigtes Massenmediat, kolloidales Mythomanium sowie Lysergsäurediethylamid.

Vor allem Paranoisol ist eine unter Bio- und Lebensmittelchemikern sowie Hirnforschern höchst umstrittene Substanz, weshalb ihr Einsatz im Clean Ice Tea bereits zu Petitionen einiger Wissenschaftler gegen die Herstellerfirma Life 101, Inc. führte.  Sie kann allgemeines Unwohlsein, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Blockaden des Langzeitgedächtnisses sowie Angstgefühle bis hin zu schwerem Verfolgungswahn hervorrufen. Die Bedenken der Wissenschaftler richten sich hauptsächlich gegen die Kombination dieses gefährlichen Stoffes mit Lysergsäurediethylamid, besser bekannt unter seiner Abkürzung LSD, da letzteres durch erhöhte Ausschüttung von Dopamin die negativen psychotropen Effekte von Paranoisol im Bewusstsein des Konsumenten in positive umwertet: Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmung, starke gedämpfte kognitive Fähigkeiten sowie Verfolgungswahn werden dadurch als gut und wünschenswert wahrgenommen.

Dr. Winston Montag vom Huxley-Institut für Verhaltensforschung: „Die Wirkung der Kombination von Paranoisol und LSD lässt nur einen Schluss zu: Die Konsumenten des Clean Ice Tea sollen nicht mehr unterscheiden können zwischen ganz wahnsinniger Normalität und ganz normalem Wahnsinn. Sie werden in einen Zustand der Indifferenz versetzt, quasi geistig paralysiert. Von unseren 100 Testpersonen verspürten überdies alle, ohne eine einzige Ausnahme, circa 15 bis 20 Minuten nach Einnahme des Getränks einen übermäßigen Appetit auf weiteres ungesättigtes Massenmediat sowie kolloidales Mythomanium, das ebenfalls zur Rezeptur gehört.

Außerdem zeigten alle Probanden merkwürdige Verhaltensmuster: Sie konnten die Augen nicht mehr vom Nachbarn nehmen, äußerten ein starkes Bedürfnis, Postkarten zu bemalen und wiesen außergewöhnlich starken Bartwuchs im Oberlippenbereich auf – sogar die weiblichen Testpersonen. Ihre Haut verwandelte sich zusehends in schwarzes Leder, als trügen sie Uniformen. Nachdem wir ein umfangreiches Paket inklusive aller Analyse- und Testergebnisse an das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geschickt hatten, antwortete man uns,  Clean Ice Tea gehöre zu den beliebtesten Erfrischungsgetränken in der Kantine des Ministeriums, bisher habe es auch keine gesundheitlichen Probleme oder gar Beschwerden über die Flure schwebender Mitarbeiter gegeben. Wir sind im Augenblick ehrlich gesagt etwas ratlos und suchen nach anderen, möglichst effizienten Wegen, die Bevölkerung auf die immense Gefährlichkeit von Clean Ice Tea aufmerksam zu machen.“

Link:

„Deutsche Mittelstands-Nachrichten“: CleanIT: Bundesregierung schafft Grundlage für Internet-Zensur


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